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Unterwegs in der Frühen Neuzeit - als Handwerker - Leben und Erfahrung auf der Wanderschaft

Title: Unterwegs in der Frühen Neuzeit - als Handwerker - Leben und Erfahrung auf der Wanderschaft

Seminar Paper , 2001 , 18 Pages , Grade: 2,5

Autor:in: Nadine Bliedtner (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Summary Excerpt Details

Das Leben und die Erfahrungen eines Handwerksgesellen auf der Walz in der Frühen Neuzeit stehen im Folgenden im Mittelpunkt.
Der Handwerksbursche, der zuvor oft noch nicht einmal im nächsten Ort oder der nächsten Stadt gewesen war, zog nun mit seinem Felleisen auf dem Rücken in eine ihm unbekannte, fremde Welt .
Es soll zusammengetragen werden, unter welchen Bedingungen ein Geselle zu jener Zeit unterwegs war und was ihm während seiner Wanderschaft, die für ihn einen völlig neuen Lebensabschnitt darstellte , widerfahren konnte.
Nachdem über die Lebensumstände auf der Walz ein allgemeiner Überblick geschaffen wurde, soll geprüft werden, inwiefern sich die in der Sekundärliteratur dargestellte Situation eines Gesellen auf Wanderschaft in einer Handwerksautobiographie aus dem 18. Jahrhundert widerspiegelt.
Ebenfalls soll betrachtet werden, wie verläßlich solch eine Primärquelle im Bezug auf ein reales Abbild des Lebens eines wandernden Handwerkers in der Frühen Neuzeit ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Das Leben auf der Walz

1.1 Die Walz als Bildungsreise

1.2. Der Geselle auf der Herberge

1.3. Jahreszeiten und Krankheiten

1.4. Das wechselhafte „Gesicht“ der Walz

1.5. Obrigkeiten, Militärdienst und Räuber

1.6. Die Art, sich fortzubewegen

1.7. Arbeitslosigkeit und die Folgen

2. Die Walz eines Buchbindergesellen

2.1. Vorbemerkung II

2.2. Einige Wanderstationen und Erlebnisse des Gesellen

3. Schlußbemerkungen

3.1. Verläßlichkeit der Autobiographie Henß‘ und Bezüge zu dem in Sekundärquellen Dargestellten

3.2. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Lebensumstände und Erfahrungen von Handwerksgesellen auf der Walz während der Frühen Neuzeit. Ziel ist es, einen allgemeinen Überblick über die Bedingungen der Wanderschaft zu geben und anhand der Autobiographie des Buchbindergesellen Adam Henß zu prüfen, inwieweit diese Primärquelle ein authentisches Bild der damaligen Lebensrealität vermittelt.

  • Lebensbedingungen und soziale Situation auf der Wanderschaft
  • Gefahren wie Krankheiten, Obrigkeiten und Militärzwang
  • Methoden der Fortbewegung und Unterbringung (Herbergen)
  • Analyse und Verläßlichkeit handwerklicher Autobiographien des 18. Jahrhunderts

Auszug aus dem Buch

1.1 Die Walz als Bildungserlebnis

Die Walz war für viele Gesellen eine Bildungsreise, wobei sie jedoch selten von neu erlernten Fähigkeiten, technischem Wissen über besondere Produktions- und Vertriebsformen oder Traditionen des Handwerks an den von ihnen bewanderten Orten erzählten - so berichtete zum Beispiel kein Wagenbauergeselle über technische Erfindungen im Wagenbau und kein Drechsler über neu erfundene Maschinen. Das kann unter anderem auch daran liegen, daß fremde Moden, insofern es sich nicht um kunsthandwerkliche Produkte handelte, nur selten dem lokalen Geschmack entsprachen. Es war für den Wandernden daher eher von Bedeutung, seine schon in den Lehrjahren erlangten Fähigkeiten während der Wanderjahre für den heimischen Markt zu festigen und zu verbessern.

Paul Löbe erinnert sich beim Erzählen über seine Wanderzeit vor allem an Landschaften, Städte, Menschen und Sehenswürdigkeiten. Arbeit oder gar das Arbeiten in seinem Beruf erwähnt er fast überhaupt nicht. Somit kann die Annahme entstehen, daß „Reiseimpressionen“, wie das Kennenlernen der Wälder, der Berge und des Meeres, die Bewanderung fremder Gegenden und die Kenntnis berühmter Sehenswürdigkeiten und Wahrzeichen einer Stadt von größerer Bedeutung waren als das Erlernen neuer Fähigkeiten im eigenen Handwerk.

Doch wer nun schlußfolgert, daß das Leben auf der Walz ein rein Vergnügliches war, der irrt. Die verschiedensten Schwierigkeiten und Hindernisse erwarteten den Gesellen, und das Wandern war in Wahrheit ein oft sehr mühevolles, zuweilen gefährliches und auf jeden Fall gesundheitsschädigendes Unterfangen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Das Leben auf der Walz: Dieses Kapitel erläutert die allgemeinen Rahmenbedingungen der Wanderschaft, einschließlich der sozialen Praxis, gesundheitlicher Risiken und der ständigen Konfrontation mit Obrigkeit und Gefahren.

2. Die Walz eines Buchbindergesellen: Hier wird die spezifische Autobiographie von Adam Henß analysiert, um seine individuellen Erfahrungen zwischen 1795 und 1804 nachzuvollziehen.

3. Schlußbemerkungen: Der letzte Teil reflektiert die Verlässlichkeit persönlicher Lebensberichte als historische Quellen und zieht ein abschließendes Fazit über den Nutzen der Walz für die persönliche Entwicklung der Gesellen.

Schlüsselwörter

Handwerk, Walz, Wanderjahre, Frühe Neuzeit, Handwerksgeselle, Bildungsreise, Sozialgeschichte, Autobiographie, Adam Henß, Arbeitsmigration, Zunftwesen, Vagabundentum, Wanderschaft, Handwerksherberge, Lebensbedingungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beleuchtet das Leben und die Erfahrungen von Handwerksgesellen auf der Walz während der Frühen Neuzeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen soziale Bedingungen, Gefahren wie Krankheiten oder Militärdienst, die Bedeutung der Walz als Bildungserfahrung sowie die Authentizität zeitgenössischer Selbstzeugnisse.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel besteht darin, die Lebensumstände auf der Wanderschaft allgemein zu skizzieren und die Verlässlichkeit der Autobiographie von Adam Henß im Vergleich mit Sekundärquellen zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer inhaltlichen Auswertung von Primär- und Sekundärquellen zur Gesellenwanderung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine Darstellung der Walz-Bedingungen und eine detaillierte Fallstudie zur Biografie des Buchbindergesellen Adam Henß.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Handwerk, Walz, Frühe Neuzeit, Sozialgeschichte, Lebensbedingungen und die Analyse von autobiografischen Zeugnissen.

Warum konnte sich der Buchbindergeselle Adam Henß der Einziehung zum Militär entziehen?

Er wurde bei den Musterungen durch die Polizei in Wien als zu klein eingestuft und galt somit als militäruntauglich.

Warum ist die Autobiographie von Adam Henß für die Forschung von besonderem Interesse?

Sie bietet einen seltenen, detaillierten Einblick in das Erleben eines gebildeten Handwerksgesellen, wenngleich sie als individueller Bericht nicht als Repräsentant für alle Gesellen gelten kann.

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Details

Title
Unterwegs in der Frühen Neuzeit - als Handwerker - Leben und Erfahrung auf der Wanderschaft
College
Free University of Berlin  (Friedrich-Meinecke-Institut)
Course
Proseminar Unterwegs in der Frühen Neuzeit - als Handwerker
Grade
2,5
Author
Nadine Bliedtner (Author)
Publication Year
2001
Pages
18
Catalog Number
V6396
ISBN (eBook)
9783638139779
ISBN (Book)
9783638864343
Language
German
Tags
Unterwegs Frühen Neuzeit Handwerker Leben Erfahrung Wanderschaft Proseminar Unterwegs Frühen Neuzeit Handwerker
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nadine Bliedtner (Author), 2001, Unterwegs in der Frühen Neuzeit - als Handwerker - Leben und Erfahrung auf der Wanderschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6396
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