Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Politics - Miscellaneous

Das Politikfeld Gentechnologie: Eine Analyse am Beispiel der Entscheidung zum Import embryonaler Stammzellen

Title: Das Politikfeld Gentechnologie: Eine Analyse am Beispiel der Entscheidung zum Import embryonaler Stammzellen

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 27 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Simone Schroth (Author)

Politics - Miscellaneous
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Befasst man sich im Rahmen der Politikwissenschaft mit dem Thema Gentechnologiepolitik, so stellt man schnell fest, dass dies vor allem eine Thematik der unterschiedlichsten Positionen und Interessen ist. Und da hinter allen Positionen und Interessen immer Menschen stehen, gelangt man unweigerlich auch zu den Akteuren im Bereich der Gentechnologie . Betrachtet man diese Akteure, Positionen und Interessen näher, so ist man bereits mittendrin in der Analyse des Politikfelds Gentechnologie.

Seit Anfang der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts beschäftigt sich die Politikwissenschaft in Deutschland verstärkt mit der Analyse der einzelnen Politikfelder. Diese Hinwendung zur Politikfeldanalyse ist Ausdruck des wachsenden Interesses der Politikwissenschaft an der inhaltlichen Dimension von Politik (policy). Die Politikfeldanalyse kann daher als deutsches Pendant zu den angelsächsischen Policy Studies bzw. Policy Analysis verstanden werden. Die zentrale Fragestellung der Politikfeldanalyse lässt sich nach wie vor am treffendsten mit den Worten von Thomas R. Dye formulieren:

,,Policy analysis is finding out what governments do, why they do it, and what difference it makes".

Die deutsche Definition gestaltet sich entsprechend: Hier wird die Politikfeldanalyse als politikwissenschaftliches Teilgebiet beschrieben, das sich mit der Untersuchung konkreter, materieller Politikbereiche (Umwelt-, Haushalts-, Sozial-, Technologiepolitik etc.) beschäftigt und untersucht, was Regierungen und Verwaltungen tun (das Regierungshandeln), welche Gründe und Absichten sie verfolgen und was sie konkret bewirken und verändern können. Ziel dieser Studien ist es, aus der Politik praktische Erkenntnisse und theoretisches Wissen zu schöpfen und beides in Form von Politikberatung weiterzugeben. Wie oben bereits angedeutet, stehen im Mittelpunkt der Politikfeldanalyse die Akteure, also die an politischen Entscheidungen beteiligten Personen, Organisationen, Parteien, Interessengruppen, Firmen, Kirchen, Verbände etc., sowie deren Positionen und Interessen. Zudem richtet die Politikfeldanalyse ihr Augenmerk auf die Beziehungsgeflechte zwischen den politischen Akteuren, die als Koalitionen bzw. politische Netzwerke bezeichnet werden.

Alle genannten Aspekte der Politikfeldanalyse werden im folgenden zunächst bezüglich des Politikfeldes Gentechnologie im allgemeinen, im zweiten Schritt speziell hinsichtlich der Entscheidung zum Import embryonaler Stammzellen näher beleuchtet.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I) Einleitung: Politikfeldanalyse und Gentechnologiepolitik

II) Das Politikfeld Gentechnologie – die Grundstrukturen

II.1) Die Akteure

II.2) Die Positionen

II.3) Die Koalitionen

III) Die Entscheidung zum Import embryonaler Stammzellen – eine Analyse

III.1) Der Hintergrund: Embryonale Stammzellen

III.2) Die Entscheidung vom 30. Januar 2002: Akteure, Positionen und Koalitionen

IV) Der Einfluss universitärer Akteure auf die Entscheidung am Beispiel der Koalition der Hirnforscher Brüstle und Wiestler mit der DFG

IV.1) Die Akteure Brüstle und Wiestler und ihre Positionen

IV.2) Die Koalition mit der DFG

V) Fazit: Die Stammzellen-Entscheidung – ein Ausgleich der Interessen aller Akteure ?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das Politikfeld der Gentechnologie in Deutschland zu analysieren, wobei der Fokus auf dem spezifischen Entscheidungsverfahren zum Import embryonaler Stammzellen liegt. Untersucht wird, wie politische Akteure, Wissenschaftler und Interessengruppen agieren, welche Koalitionen sie bilden und wie diese Prozesse die gesetzliche Regulierungsentscheidung vom 30. Januar 2002 beeinflusst haben.

  • Grundlagen und Akteursstruktur des Gentechnologie-Konflikts
  • Positionierungen politischer Parteien und gesellschaftlicher Gruppen
  • Prozessanalyse der politischen Debatte um den Import embryonaler Stammzellen
  • Rolle von Netzwerken wie der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)
  • Bewertung des gesetzlichen Kompromisses aus politikwissenschaftlicher Perspektive

Auszug aus dem Buch

III.1) Der Hintergrund: Embryonale Stammzellen

Bevor es um die einzelnen Aspekte des Entscheidungsverfahrens zum Import embryonaler Stammzellen geht, kurz einige Worte zum Hintergrund: Mit Stammzellen hoffen Mediziner, in Zukunft schwere Krankheiten heilen und die Funktion verschlissener Organe wieder herstellen zu können. Jeder Organismus enthält Stammzellen. Sie sind Ursprungszellen, die noch nicht auf eine bestimmte Funktion spezialisiert sind und sich somit noch in verschiedene Zelltypen entwickeln können.

Es wird unterschieden zwischen embryonalen und adulten (erwachsenen) Stammzellen. Embryonale Stammzellen können sich nach aktuellem Wissensstand unentwegt weiter teilen und im Körper noch zu mehr als 200 verschiedenen Gewebesorten heranwachsen. Sie werden daher als pluripotent bezeichnet. Aus diesen Stammzellen kann nach heutigem Wissen jedoch kein Baby mehr entstehen. Die Zellen werden unter anderem mit Hilfe von überzähligen Embryonen gewonnen, die bei einer künstlichen Befruchtung entstanden sind und nicht mehr für eine Schwangerschaft benötigt werden. Der Embryo stirbt bei der Entnahme der Stammzellen.

Zusammenfassung der Kapitel

I) Einleitung: Politikfeldanalyse und Gentechnologiepolitik: Einführung in die Politikfeldanalyse und deren Relevanz für das Themenfeld Gentechnologie unter besonderer Berücksichtigung der Akteurskonstellationen.

II) Das Politikfeld Gentechnologie – die Grundstrukturen: Analyse der Akteursgruppen, ihrer gegensätzlichen Positionen sowie der sich formierenden Koalitionen und Netzwerke innerhalb des Gentechnik-Konflikts.

III) Die Entscheidung zum Import embryonaler Stammzellen – eine Analyse: Darstellung des Hintergrunds zur Stammzellforschung sowie der komplexen Entscheidungsfindung des Bundestags vom 30. Januar 2002.

IV) Der Einfluss universitärer Akteure auf die Entscheidung am Beispiel der Koalition der Hirnforscher Brüstle und Wiestler mit der DFG: Detaillierte Untersuchung der aktiven Einflussnahme universitätsnaher Akteure auf den politischen Meinungsbildungsprozess.

V) Fazit: Die Stammzellen-Entscheidung – ein Ausgleich der Interessen aller Akteure ?: Zusammenfassende Bewertung der Entscheidung als politischer Kompromiss und kritische Reflektion der verbleibenden ethischen Fragestellungen.

Schlüsselwörter

Gentechnologiepolitik, Politikfeldanalyse, Stammzellenforschung, Embryonenschutz, Bundestagsentscheidung, Koalitionen, Akteure, DFG, Oliver Brüstle, Ethik, Forschungspolitik, Gesetzgebung, Interessenvertretung, Gentechnikkonflikt, Stammzell-Import.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das politische Feld der Gentechnologie in Deutschland anhand des konkreten Falls der Debatte um den Import embryonaler Stammzellen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Rollenverteilung zwischen Befürwortern und Kritikern, der Einfluss von Forschungsgruppen auf die Gesetzgebung sowie die ethischen Dimensionen der Stammzellforschung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die politische Entscheidungsfindung und die wirksamen Koalitionen, die zu der gesetzlichen Regelung vom 30. Januar 2002 geführt haben, nachvollziehbar zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt Ansätze der Politikfeldanalyse, um die Interaktionen zwischen Akteuren, ihre Positionen und die Bildung politischer Netzwerke systematisch aufzuarbeiten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Struktur des Gentechnikkonflikts, den spezifischen Argumenten der Akteure (Parteien, Kirchen, Gewerkschaften, DFG) und dem Prozess der fraktionsübergreifenden Antragsstellung im Bundestag.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Politikfeldanalyse, Stammzellen, ethische Abwägung, lobbyistische Einflüsse und die politische Steuerung der Biotechnologie.

Welche Rolle spielt die DFG in diesem Prozess?

Die DFG agiert als einflussreicher Akteur, der durch eigene Stellungnahmen und die Unterstützung spezifischer Forschungsprojekte (z.B. von Brüstle/Wiestler) aktiv auf die politische Agenda einwirkt.

Warum wird der Fall Brüstle/Wiestler gesondert betrachtet?

Dieser Fall illustriert exemplarisch, wie universitäre Akteure als organisierte Koalition durch Medienpräsenz und fachliche Expertise in den politischen Prozess eingreifen konnten, um ihre Forschungsinteressen zu legitimieren.

Excerpt out of 27 pages  - scroll top

Details

Title
Das Politikfeld Gentechnologie: Eine Analyse am Beispiel der Entscheidung zum Import embryonaler Stammzellen
College
University of Hagen  (Politikwissenschaft)
Course
Gesellschaft - Technik - Politik: Perspektiven der Technikgesellschaft
Grade
sehr gut
Author
Simone Schroth (Author)
Publication Year
2002
Pages
27
Catalog Number
V6402
ISBN (eBook)
9783638139816
Language
German
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Simone Schroth (Author), 2002, Das Politikfeld Gentechnologie: Eine Analyse am Beispiel der Entscheidung zum Import embryonaler Stammzellen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6402
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint