Asset-Backed-Securities-Transaktionen als Finanzierungsalternative für den deutschen Mittelstand


Seminararbeit, 2006

29 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Asset-Backed-Securities-Transaktionen
2.1 Grundkonzeption
2.1.1 Begriffsdefinition
2.1.2 Transaktionsablauf
2.1.3 Umsetzung im Mittelstand
2.2 Nutzenpotentiale aus Sicht des Mittelstands
2.2.1 Bilanzstrukturpolitische Aspekte
2.2.2 Rating Aspekte
2.3 Nachteile aus Sicht des Mittelstands
2.3.1 Qualitative Problemfelder
2.3.2 Quantitative Problemfelder

3 Kritische Würdigung und Ausblick

Anhang

Literaturverzeichnis

Erklärung

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Klassifikation von ABS nach Art der verbrieften

Forderungen ….. …

Abbildung 2: Struktur einer ABS-Transaktion ….

Abbildung 3: Sellerstruktur einer ABS-Transaktion …

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Mehr als 99 Prozent aller Unternehmen gehören hierzulande der Gruppe der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) an (Vgl. KfW Bankengruppe u.a., 2006, S. V). Dem Mittelstand[1] kommt – wie in fast allen Ländern der Welt – auch im Wirtschaftsraum der Bundesrepublik Deutschland eine herausragende Rolle zu. Dabei beschäftigt der Mittelstand 79 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer; stellt 82 Prozent der Ausbildungsplätze und erwirtschaftet 49 Prozent der Bruttowertschöpfung aller Unternehmen (Vgl. Institut für Mittelstandsforschung, 2004, S. 5).

Vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen Bedeutung des Mittelstandes, ist die Finanzierung kleiner und mittlerer Unternehmen von besonderem Interesse. Traditionell stützt sich diese in Deutschland auf zwei Grundpfeiler: auf die Innenfinanzierung aus einbehaltenen Gewinnen und Abschreibungen sowie auf die Außenfinanzierung aus Bankkrediten (Vgl. KfW Bankengruppe u.a, 2006, S. XIV).

Seit Beginn des Wandels der Finanzmärkte Mitte der 90er Jahre haben sich die Rahmenbedingungen für Bankkredite durch ein geändertes Vergabeverhalten der Kreditinstitute verschoben. Stärkere Berücksichtigung der individuellen Kreditrisiken sowie die Verbesserung des Risikomanagements der Banken (intensiviert durch die Debatte um Basel II) stellen erhöhte Anforderungen an den Kreditnehmer. Für den Mittelstand bedeutet dies unter anderem, dass die Unternehmen deutlich transparenter werden müssen.

Der sich vollziehende Wandel wird von vielen KMU als neue Hürde bei der Kreditvergabe wahrgenommen; sie reagieren hierauf oftmals mit Kreditverweigerung[2] (Vgl. KfW Bankengruppe u.a, 2006, S. XIV). Tatsächlich ging das Kreditvergabevolumen 2004 zurück, nachdem es bereits 2003 stagnierte (Vgl. Deutsche Bundesbank, 2005, S.15). Daher stellt sich für viele mittelständische Unternehmen die Frage nach alternativen Finanzierungsquellen. Der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Fischer belegt diese These in seinem Aufsatz „Alternativen zum Bankkredit“ wie folgt:

„In Theorie und Praxis der Unternehmensfinanzierung werden derzeit sämtliche Finanzierungsformen daraufhin überprüft, inwieweit sie für die Finanzierung von KMU geeignet sind. (…) Allen Lösungsansätzen gemeinsam ist der Versuch, Instrumente, die bisher nur großen Unternehmen (…) vorbehalten waren, so zu modifizieren (…), dass sie auch für KMU als zweckmäßige Finanzierungsalternativen in Betracht kommen.“ (Fischer, 2004, S. 110)

Im Folgenden wird diese Arbeit „Asset-Backed-Securities-Transaktionen“[3] (ABS-Transaktionen) hinsichtlich ihrer Eignung als ein mögliches Finanzierungsinstrument für den Mittelstand analysieren. Ziel ist es zu eruieren, welche Anforderungen Mittelständler bei der Umsetzung einer ABS-Transaktion erfüllen müssen und welche Nutzenpotentiale aus einer solchen Transaktion gezogen werden können.

Hierzu ist es zunächst erforderlich, die Grundkonzeption einer ABS-Transaktion aufzuzeigen um anschließend mittelstandsspezifische Gesichtspunkte zu erörtern.

Im abschließenden Teil dieser Arbeit wird eine kritische Würdigung aller erörterten Aspekte vorgenommen und ein Ausblick in die weitere Entwicklung von ABS-Transaktionen gegeben.

2 Asset-Backed-Securities-Transaktionen

ABS-Transaktionen sind komplexe Finanzgebilde, woraus kritische Rechtsbeziehungen resultieren. Bevor mittelstandsspezifische Nutzen- und Risikokomponenten erörtert werden, soll zunächst eine theoretische Betrachtung der Transaktionsstruktur erfolgen.

2.1 Grundkonzeption

Im Zentrum der Transaktionsstruktur steht ein Beziehungsdreieck aus Originator (Forderungsverkäufer), Zweckgesellschaft und Investoren. Die wechselseitigen Bindungen der Beteiligten sollen anhand der Funktionsweise von ABS-Transaktionen erläutert werden. Hierzu ist die definitorische Abklärung einiger Kernbegriffe unerlässlich.

2.1.1 Begriffsdefinition

Die Substitution von Bankkrediten durch Wertpapiere wird kurz als Securitisa-tion bezeichnet; die Verbriefung von Vermögenswerten (z.B. Forderungen) als Asset Securitisation. (Vgl. Gabler Wirtschaftslexikon, S. 2641, Spalte 1). Im Detail liegt dieser Arbeit folgende Ausführung der Definition zugrunde: Asset Securitisation ist der Prozess der Strukturierung und Begebung von Wertpapieren, die durch Forderungen besichert sind und deren Zins-, und Tilgungszahlungen von den Cashflows (des verbrieften Forderungsportfolios) getragen werden. Dabei werden illiquide Forderungsbestände in handelbare Kapitalmarktinstrumente umgewandelt, welche dann als Asset-Backed-Securities[4] bezeichnet werden (Vgl. Everling, 1994, S. 679; Jobst, 2002, S.3).

Eine ABS-Transaktion stellt folglich den komplexen Vorgang einer Asset Securitisation dar, der einem bestimmten Ablaufschema folgt (wie im folgenden Kapitel dargestellt).

ABS-Transaktionen können in verschiedene Kategorien unterteilt werden:

i. Je nach Art des Risikotransfers können True-Sale-ABS-Transaktionen[5] und synthetische ABS-Transaktionen[6] unterschieden werden.
ii. Je nach Art der verbrieften Forderungen (Underlying) können Mortgage- Backed-Securities (MBS), ABS im engeren Sinn und Collateralized Debt Obligations (CDOs) unterschieden werden (siehe Abbildung 1).

Abbildung 1: Klassifikation von ABS nach Art der verbrieften Forderungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Schmeisser, 2006, S. 36

2.1.2 Transaktionsablauf

Eine ABS-Transaktion hat ihren Ausgang in dem Bestreben eines Unternehmens (Originator) die eigene Finanzierung durch Verbriefung von Vermögenswerten[7], die regelmäßige Cashflows erwarten lassen, zu sichern. Die zur Verbriefung geeigneten Vermögenswerte werden in einen (Asset-)Pool gebündelt und an eine eigens gegründete Zweckgesellschaft (Special Purpose Vehicle, SPV) gegen Zahlung eines Kaufpreises übertragen. Das SPV beauftragt nach Ankauf des Pools ein Konsortium mit der Platzierung einer durch den erworbenen Assetpool unterlegten Emission. Die Verkaufserlöse leitet die Zweckgesellschaft als Kaufpreis für den Assetpool an den Originator weiter, der so die gewünschte Liquidität erhält (Vgl. Glüder und Bechtold, 2004, S. 18-21).

Damit sind die wesentlichen Aufgaben der Zweckgesellschaft bereits beschrieben. Theoretisch könnte diese weitere Funktionen übernehmen, da sie jedoch vorwiegend als rechtliches Konstrukt zur Trennung der Vermögenswerte vom Originator aus bilanz- und insolvenzrechtlicher Sicht fungiert, werden diese Aufgaben anderen Akteuren übertragen.[8] Die Verwaltungsaufgabe, d.h. das Forderungsmanagement und die Weiterleitung von Zins- und Tilgungszahlungen an einen Treuhänder, übernimmt der Service-Agent. Dabei ist der Service-Agent oft der Originator selbst[9], sodass der Forderungsverkauf für den Kunden des Originators nicht ersichtlich ist. Aus diesem Grund, wählen mittelständische Betriebe gerne diese Option, da sie regelmäßig eine enge Bindung an ihre Kunden haben und fürchten, diese durch einen Forderungsverkauf zu verärgern (Vgl. Menzel, 2005, S. 49).

[...]


[1] Eine Definition des Begriffs Mittelstand erfolgt häufig mit Hilfe von quantitativen und qualitativen Merkmalen. Es sei hierzu auf den Anhang und das Institut für Mittelstandsforschung (SMEs in Germany, 2004) verwiesen.

[2] Dies betrifft vor allem kleine Unternehmen.

[3] Vgl. Kapitel 2.1 für die Definition und ausführliche Beschreibung von ABS-Transaktionen.

[4] Deutsche Übersetzung: durch Aktiva besicherte Wertpapiere.

[5] Bei True-Sale-ABS-Transaktionen geht das komplette rechtliche und wirtschaftliche Eigentum der Forderungen auf eine rechtlich selbstständige Zweckgesellschaft über.

[6] Bei synthetischen ABS-Transaktionen verbleibt das Eigentum der Forderungen beim Originator. Meist wird nur das Kreditrisiko auf die Investoren mittels Credit Default Swaps übertragen (Vgl. Pracht, 2005, S. 14).

[7] Beispielsweise Forderungen aus Lieferungen und Leistungen oder Leasingforderungen.

[8] SPVs haben aus Kostengründen meist nur ein Minimum an Betriebsmitteln und keine eigenen Mitarbeiter. Sie werden aus steuerlichen Gründen oftmals auf sog. Off-Shore-Standorten gegründet.

[9] Es handelt sich hierbei um eine sog. stille Zession.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Asset-Backed-Securities-Transaktionen als Finanzierungsalternative für den deutschen Mittelstand
Hochschule
Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg  (GSO Business School)
Note
1,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
29
Katalognummer
V64044
ISBN (eBook)
9783638569460
ISBN (Buch)
9783638688703
Dateigröße
878 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Seminararbeit beschreibt ABS-Transaktionen sowohl allgemein als auch KMU-spezifisch.
Schlagworte
Asset-Backed-Securities-Transaktionen, Finanzierungsalternative, Mittelstand
Arbeit zitieren
Matthias Bauer (Autor), 2006, Asset-Backed-Securities-Transaktionen als Finanzierungsalternative für den deutschen Mittelstand, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64044

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