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Der Satz vom ausgeschlossenen Widerspruch. Mit einem Versuch widersprüchliche Aussagen gemeinsam zu erfüllen

Title: Der Satz vom ausgeschlossenen Widerspruch. Mit einem Versuch widersprüchliche Aussagen gemeinsam zu erfüllen

Term Paper , 2002 , 19 Pages , Grade: 1

Autor:in: Andreas Topp (Author)

Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
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Der Satz vom auszuschließenden Widerspruch ist seit der Antike in der Philsophie stille Übereinkunft, wie z.B. in Platos Dialogen, oder problematisierte Fragestellung, wie bereits bei Aristoteles, der sich mit Belegen für den Ausschluss des Widerspruchs beschäftigte.
In einem ersten Teil beschäftigt sich diese Arbeit mit Begriff und Definition des Satzes und klärt die Einwände gegen den Aussschluss.
In einem zweiten Teil wird ein Argumentationsweg versucht, einen Sachverhalt in der Wirklichkeit nachzuweisen, für den der Widerspruch gilt. Die Argumentation stützt sich auf Fritz Riemanns Grundformen der Angst, ein psychologisches Werk, das von den Antinomien des Lebens handelt, wie Riemann sie betitelt.
Im nächsten Schritt soll eine der beiden Antinomien durch ein literarisches Beispiel von Fjodor M. Dostojewski, Aufzeichnungen aus dem Kellerloch, belegt werden. Dabei gilt besondere Aufmerksamkeit, die Gleichzeitigkeit der sich widersprechenden Aussagen zu erfüllen.
In formal-logische Hinsicht wird die kontradiktorische Gültigkeit des Satzes nicht angezweifelt.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Satz vom ausgeschlossenen Widerspruch

1. Definition des Satzes vom Widerspruch

2. Klärung der Einwände gegen den Ausschluss des Widerspruchs

3. Riemanns Grundformen der Angst

1. Die Ängste und Antinomien des Lebens

2. Formalisierung der Antinomien

4. Dostojewskis Kellerloch

1. Der Mensch aus dem Kellerloch und die Grundformen der Angst

2. Formalisierung des Widerspruches

5. Zusammenfassung

1. Der Ausschluss des Widerspruchs

2. Der Wille zur Freiheit des Denkens

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretische Gültigkeit des Satzes vom ausgeschlossenen Widerspruch und unternimmt den Versuch, menschliche Verhaltensweisen – konkret anhand von Fritz Riemanns „Grundformen der Angst“ und Fjodor Dostojewskis „Aufzeichnungen aus dem Kellerloch“ – auf ihre widersprüchlichen Strukturen hin zu analysieren und zu formalisieren.

  • Grundlagen des Satzes vom ausgeschlossenen Widerspruch
  • Logische Analyse und Einwandbehandlung nach Aristoteles und Strawson
  • Die Psychologie der Antinomien nach Fritz Riemann
  • Literarische Manifestation paradoxer Lebensforderungen bei Dostojewski
  • Formalisierung menschlicher Widersprüchlichkeit in der sozialen Interaktion

Auszug aus dem Buch

4.1. Der Mensch aus dem Kellerloch und die Grundformen der Angst

„Damals war ich erst 24 Jahre alt. Mein Leben war auch schon damals düster, ungeordnet und einsam bis zur Menschenscheu.“ Er pflegt keine gesellschaftlichen Kontakte und vermeidet sogar jeden Blickkontakt, selbst in der Kanzlei, in der er arbeitet. Er glaubt gar, er habe einen niederträchtigen Ausdruck und versucht ihn zu verbergen, ungezwungen zu erscheinen, und „...möglichst viel Edelmut auszudrücken.“ Er zeigt einen schon krankhaften Trieb, sich zu individualisieren. Er hebt sich weit über seine Kollegen und spricht ihnen jegliche Fähigkeit ab, ihn verstehen zu können. „Ich war entwickelt bis zum krankhaften“, und, „Sie aber waren alle stumpfsinnig und glichen einander wie die Hammel einer Herde.“ Dieses „entwickelt“ lässt sich auf den Stand seiner Individuation beziehen, die ihn von den anderen isoliert und so zur Grundangst vor der Selbstwerdung führt. „Bald will ich überhaupt nicht reden, bald werde ich nicht nur gesprächig, sondern sogar zutraulich.“ Es ist die Eingespanntheit, die Riemann beschreibt. Die Angst vor der Abhängigkeit treibt ihn in die Individuation. Dann treibt ihn die Angst vor der Isolierung in menschliche Gesellschaft, um sich öffnen zu können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische und philosophische Bedeutung des Satzes vom Widerspruch ein und erläutert die methodische Vorgehensweise, die psychologische Theorien mit literarischer Analyse verbindet.

2. Der Satz vom ausgeschlossenen Widerspruch: Dieses Kapitel definiert den logischen Satz des Widerspruchs formal und diskutiert klassische Einwände hinsichtlich der Zeitlichkeit und Mehrdeutigkeit von Prädikaten.

3. Riemanns Grundformen der Angst: Hier werden die menschlichen Lebensgrundlagen als paradoxe Forderungen – namentlich Individuation versus Selbstaufgabe sowie Dauer versus Wandel – psychologisch hergeleitet und formalisiert.

4. Dostojewskis Kellerloch: Anhand des literarischen Protagonisten wird aufgezeigt, wie sich die theoretischen Antinomien in einem konkreten, widersprüchlichen Verhalten innerhalb einer sozialen Situation manifestieren.

5. Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert, dass das menschliche Verhalten zwar eine hohe Widersprüchlichkeit aufweist, diese jedoch nicht die formale Gültigkeit des logischen Satzes vom ausgeschlossenen Widerspruch aufhebt.

Schlüsselwörter

Satz vom Widerspruch, Logik, Fritz Riemann, Grundformen der Angst, Dostojewski, Aufzeichnungen aus dem Kellerloch, Individuation, Antinomie, Selbstaufgabe, formale Logik, philosophische Propädeutik, soziale Interaktion, Widersprüchlichkeit, menschliches Verhalten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob der klassische Satz vom ausgeschlossenen Widerspruch aus der Logik auch auf komplexe psychologische und soziale Phänomene des menschlichen Lebens angewendet werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit verknüpft formale Logik mit Psychologie und Literaturwissenschaft, wobei die Themenfelder Widerspruchsfreiheit, menschliche Ängste und existenzielle Antinomien im Mittelpunkt stehen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Argumentationsweg zu prüfen, ob sich ein Widerspruch in der Wirklichkeit nachweisen lässt, und dabei zu klären, ob menschliche Handlungen als "erfüllter Widerspruch" logisch formalisiert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine deduktiv-analytische Methode, indem sie philosophische Definitionen durch psychologische Werkmodelle (Riemann) ergänzt und diese an einem literarischen Fallbeispiel (Dostojewski) konkretisiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die formale Logikdefinition, die psychologische Fundierung der Angst-Antinomien sowie die Fallanalyse eines Protagonisten, der zwischen Abgrenzung und gesellschaftlicher Einordnung schwankt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie logische Kontradiktion, Antinomien des Lebens, psychologische Angstforschung und literarische Selbstzergliederung beschreiben.

Wie trägt Dostojewskis Erzähler zur Argumentation bei?

Der Protagonist dient als lebendes Beispiel für die „Eingespanntheit“ des Menschen, da sein zwanghaftes Verhalten – zwischen Isolation und dem Wunsch nach sozialer Anerkennung – die paradoxen Forderungen der menschlichen Existenz illustriert.

Warum bleibt der Satz vom Widerspruch nach Ansicht des Autors gültig?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass menschliche Widersprüche zwar in der psychologischen Realität bestehen, aber nicht den logischen Status eines formalsprachlichen Widerspruchs erreichen, da das logische Denken ein notwendiges Gebot zur Wissensgewinnung bleibt.

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Details

Title
Der Satz vom ausgeschlossenen Widerspruch. Mit einem Versuch widersprüchliche Aussagen gemeinsam zu erfüllen
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Philosophie)
Course
Logisch-semantische Propädeutik
Grade
1
Author
Andreas Topp (Author)
Publication Year
2002
Pages
19
Catalog Number
V6406
ISBN (eBook)
9783638139847
Language
German
Tags
Satz vom Widerspruch Logik Fritz Riemann Grundformen der Angst
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Topp (Author), 2002, Der Satz vom ausgeschlossenen Widerspruch. Mit einem Versuch widersprüchliche Aussagen gemeinsam zu erfüllen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6406
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