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Prostitution in der römischen Antike

Title: Prostitution in der römischen Antike

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 30 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Matthias Kolodziej (Author)

World History - Early and Ancient History
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Die Forschung zur römischen Antike hat bis heute ein Bild geliefert, dass geprägt ist von den militärischen und politischen Leistungen der Römer, von ihrer Sittenstrenge, Vaterlandsliebe und von ihrer Genügsamkeit. Die neuere historische Forschung bewegt sich nun weg von der Geschichte der Kriege und der Großen hin zu sozial- und mentalitätsgeschichtlichen Betrachtungen. Das Bestreben ist es herauszufinden, wie die Menschen in bestimmten Zeiten unter bestimmten sozialen und politischen Einflüssen gelebt haben. Die Geschlechterforschung nimmt dabei einen bedeutenden Platz ein. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem in der Kultur-, Sozial-, Frauen- und Geschlechtergeschichte, in der Religions-, Kriminalitäts-, Wahrnehmungs- und Körpergeschichte, sowie in der Geschichte der Weltdeutungen und Imaginationen. Ansatz der Genderforschung ist es, die von Mann und Frau unterschiedlich erlebten Bedingungen der jeweiligen Zeit herauszuarbeiten. Dies soll auch in dieser Arbeit geschehen. Um die Stellung der Frau in der römischen Antike herauszuarbeiten, soll der Zugang über ein Themengebiet erfolgen, dass die Menschheit seit jeher begleitet. Es sollen sozialgeschichtliche Untersuchungen zur Prostitution in der römischen Antike vorgenommen werden. Das Forschungsfeld zur Prostitution ist dabei ein durchaus ernsthaftes. Aus dem Umgang mit der Sexualität und daraus folgend mit der Prostitution lassen sich Rückschlüsse über die Stellung der Frau zu dieser Zeit und über den Umgang mit ihr ziehen. Die Erforschung der Prostitution ist daher ein wichtiger Teilbereich der Sozial- und Mentalitätsgeschichte. Leider erfüllen eine Vielzahl der Veröffentlichungen zum Thema nicht die allgemeingültigen wissenschaftlichen Anforderungen, sondern sind aus kommerziellen Gründen verfasst. So hat sich der Wuppertaler Althistoriker Professor Karl-Wilhelm Weeber in zahlreichen Publikationen mit der Thematik befasst, hat sie jedoch teils stark populärwissenschaftlich dargestellt, was bereits an den Titeln und Überschriften seiner Werke deutlich wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Forschungsstand

2.1. Die Literaturlage

2.2. Die Quellenlage

3. Prostitution in der römischen Gesellschaft

3.1. Die Prostitution im römischen Recht

3.2. Die soziale Herkunft und die Lebenssituation Prostituierter

3.3. Behandlung der Prostitution in der antiken Literatur

4. Die Stellung der Frau in der römischen Antike

5. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Prostitution in der römischen Antike als sozio-historisches Phänomen, um daraus Rückschlüsse auf das antike Frauenbild und den Umgang mit Sexualität zu ziehen, wobei der Fokus auf dem Vergleich zur modernen gesellschaftlichen Wahrnehmung liegt.

  • Sozialgeschichtliche Analyse des römischen Prostitutionswesens
  • Rechtliche Rahmenbedingungen und Regulierung der Prostitution
  • Die soziale Herkunft und Lebensbedingungen von Prostituierten
  • Literarische Darstellung von Frauen und Prostitution in der Antike
  • Vergleichende Betrachtung des Frauenbildes zwischen Antike und Moderne

Auszug aus dem Buch

3.1. Die Prostitution im römischen Recht

In Rom gab es immer wieder Ansätze, die Prostitution zu regulieren, ohne dass man diese zu unterbinden versuchte. Eine entscheidende Maßnahme war die lex Iulia et Papia, die Prostituierten eine Heirat und damit einen sozialen Aufstieg unmöglich machte. Die lex Iulia de adulteriis hingegen begünstigte die Ausübung der Prostitution insofern, als sie den Verkehr mit Prostituierten von den Strafen für Ehebruch und stuprum ausnahm. Laut römischem Recht waren demnach weder Prostitution noch Zuhälterei ein sexuelles Delikt und wurden in der antiken Gesellschaft auch nicht als solches aufgefasst. Dennoch gab es nachteilige rechtliche Konsequenzen für diese Gewerbe.

Auf der einen Seite wurde die Prostitution als Notwendigkeit zur Wahrung der sozialen Ordnung betrachtet, und auf der anderen Seite wurden Frauen, die sich prostituierten, als Personen niedrigsten Ranges eingestuft. Es gab dabei keine Gesetzgebung zur Prostitution im eigentlichen Sinne, es gab jedoch zahlreiche Verfügungen, die die ökonomische Seite der Prostitution berührten, und somit für diejenigen von Bedeutung waren, die mit ihr Geld verdienten. Der Beruf der Prostitution wurde von römischen Juristen jedoch durchweg als ehrlos betrachtet, dies diente häufig als Begründung dafür, Prostituierte ungerecht zu behandeln.

Im römischen Recht wurde dabei versucht, Prostitution von anderen Formen des außerehelichen Geschlechtsverkehrs abzugrenzen. Vor allem von denjenigen, die in der römischen Gesellschaft als unakzeptabel galten und seit Augustus auch ungesetzlich waren, wie stuprum, den unzüchtigen Geschlechtsverkehr mit freien, anständigen und unverheiratete Frauen, oder von Personen männlichen Geschlechts untereinander sowie adulterium, den Ehebruch, den verheiratete Frauen begingen, die außerehelichen Geschlechtsverkehr hatten. Der römische Jurist Ulpian hat dazu versucht, die zeitgenössischen Rechts- und Moralvorstellungen in eine Definition von Prostitution münden zu lassen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert den Fokus auf sozial- und mentalitätsgeschichtliche Forschung zur römischen Antike sowie die Zielsetzung, durch die Untersuchung der Prostitution ein differenzierteres Bild des antiken Frauenbildes zu gewinnen.

2. Der Forschungsstand: Dieser Abschnitt gibt einen Überblick über die bisherige, teils moralisch geprägte Literatur und würdigt neuere wissenschaftliche Ansätze, insbesondere die Arbeit von Eva Bettina Stumpp, als Grundlage.

3. Prostitution in der römischen Gesellschaft: Das Kapitel analysiert die rechtliche Einordnung, die soziale Herkunft der Prostituierten sowie ihre Darstellung in der antiken Literatur und beleuchtet die ökonomischen Interessen des Staates.

4. Die Stellung der Frau in der römischen Antike: Hier wird untersucht, wie sich die rechtliche und gesellschaftliche Stellung der Frau innerhalb der Familie und in der Öffentlichkeit gestaltete und inwieweit das Frauenbild von männlich dominierten Normen geprägt war.

5. Schlussbemerkungen: Die Arbeit resümiert, dass die Prostitution fester Bestandteil der römischen Kultur war, warnt jedoch davor, allein aus literarischen Quellen ein pauschales Bild von Sittenlosigkeit oder einem allgemein frauenfeindlichen Frauenbild abzuleiten.

Schlüsselwörter

Prostitution, römische Antike, Frauenbild, Sozialgeschichte, Rechtsgeschichte, Sexualität, Geschlechterforschung, Sklaven, römische Gesellschaft, Moralvorstellungen, Antike Literatur, Genderforschung, Prostituiertensteuer, Eherecht, Kaisertum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der sozialen und rechtlichen Rolle der Prostitution in der römischen Antike und deren Einfluss auf das damalige Frauenbild.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder umfassen den rechtlichen Status der Prostitution, die soziale Herkunft der betroffenen Frauen, die literarische Darstellung des Themas sowie die allgemeine Stellung der Frau in der römischen Gesellschaft.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, ob sich das Frauenbild der römischen Antike grundlegend vom heutigen unterscheidet und ob man aus dem Umgang mit der Prostitution Rückschlüsse auf die Stellung der Frau ziehen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer kritischen Analyse antiker Rechtsquellen, Papyri, archäologischer Funde sowie einer literaturwissenschaftlichen Auswertung antiker Autoren unter Berücksichtigung moderner sozialgeschichtlicher Forschung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die rechtliche Einordnung (einschließlich der Ehegesetze des Augustus), die Lebensrealität von Prostituierten, deren soziale Herkunft (oft Armut oder Sklavenstatus) sowie die reflektierte Auswertung literarischer Zeugnisse.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den prägenden Begriffen gehören Prostitution, Sozialgeschichte, römisches Recht, Frauenbild, antike Moralvorstellungen und Geschlechterrollen.

Welche Bedeutung hatte die Prostitution für das römische Recht?

Prostitution war im römischen Recht an sich kein Straftatbestand, wurde jedoch als ehrloses Gewerbe eingestuft, was weitreichende Konsequenzen für die betroffenen Personen hatte, etwa beim Ausschluss von der Ehe mit freien Bürgern.

Wie unterschied sich die Stellung der Frau in der Familie von der in der Öffentlichkeit?

Die Arbeit verdeutlicht, dass Frauen innerhalb der häuslichen Gemeinschaft oft eine selbständige Stellung einnahmen, während ihre Partizipation im öffentlichen Leben zwar möglich, aber durch patriarchale Strukturen und den gesellschaftlichen Status limitiert war.

Was ist das Hauptergebnis zur literarischen Darstellung?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass antike Literatur oft einen einseitigen, elitären und männlichen Blick auf Frauen und Prostituierte widerspiegelt, weshalb sie nicht als alleinige Quelle für ein realistisches Frauenbild herangezogen werden sollte.

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Details

Title
Prostitution in der römischen Antike
College
Otto-von-Guericke-University Magdeburg  (Institut für Geschichte)
Course
Hauptseminar 'Frauen in der römischen Antike'
Grade
2,0
Author
Matthias Kolodziej (Author)
Publication Year
2006
Pages
30
Catalog Number
V64097
ISBN (eBook)
9783638569903
ISBN (Book)
9783656814450
Language
German
Tags
Prostitution Antike Hauptseminar Antike”
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Kolodziej (Author), 2006, Prostitution in der römischen Antike, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64097
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