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Ernst Ludwig von Gerlach und der Konservativismus

Title: Ernst Ludwig von Gerlach und der Konservativismus

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 34 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Matthias Kolodziej (Author)

History of Germany - 1848, Empire, Imperialism
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Wenn man sich mit dem Konservatismus im 19. Jahrhundert beschäftigt, kommt man an den Brüdern von Gerlach nicht vorbei. Ernst Ludwig von Gerlach ist dabei wohl der am meisten umstrittene und gleichzeitigdermaßgebliche Vertreter des preußischen Altkonservatismus1. Er entstammte dem preußischen Beamtenadel, studierte Recht und Literatur. Gerlach kämpfte in den Befreiungskriegen und war Anhänger der politischen Romantik und der neupietistischen Erweckungsbewegung. Nach dem er in verschiedenen Städten als Jurist tätig war, bekleidete er ab 1844 das Amt des Präsidenten des Oberlandesgerichts Magdeburg. In den 1830er Jahren bemühte sich Gerlach um die Gründung einer konservativen Partei, jedoch erst unter dem Druck der Revolution gelang es ihm, eine solche zu etablieren, zuvor war er an der Gründung des „Vereins für König und Vaterland“ und seines Organs der „Neuen Preußischen Zeitung“ („Kreuzzeitung“), beteiligt. Zahlreiche weitere konservative Vereine warteten auf eine Parteigründung, gemeinsam war ihnen dabei die Angst vor dem Untergang des preußischen Vaterlandes.
In der folgenden Arbeit soll nun Gerlachs politisches Wirken in der Zeit von 1827 bis 1866 betrachtet werden. Neben Gerlachs Bedeutung für den Konservativismus spielt auch sein Verhältnis zu Otto von Bismarck eine wichtige Rolle in den Betrachtungen. Das Jahr 1827 markiert deshalb den Beginn unserer Betrachtungen, da es das Jahr ist, in dem Gerlach durch die Mitbegründung der „Evangelischen Kirchenzeitung“ von einer Privatperson zu einer öffentlichen Person wird. Es wird in der Forschung daher als das Jahr betrachtet, in dem er begann, politisch öffentlich aktiv zu werden. Die Betrachtungen enden mit dem Jahr 1866, in welchem es durch den berühmten und bis heute noch mehrfach veröffentlichten Kreuzzeitungsartikel „Krieg und Bundesreform“ zum Bruch mit Otto von Bismarck und seiner Politik kam. Auf Grund dieses Ereignisses folgte sehr schnell der Bruch innerhalb der konservativen Partei und es brach ein Kampf unter den Konservativen der Gerlachschen und der Bismarckschen Richtung aus.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gerlach als konservativer Politiker - die Anfänge seinespolitischen Handelns

2.1. Voraussetzungen und geistige Prägungen

2.2 Plattformen konservativen Gedankenguts – Entwicklungsschritte des Konservativismus

2.3. Gerlachs Einsichten in die Realpolitik – Resignation und Reaktion

2.4. Die Gründung der konservativen Partei

3. Die Koalition Gerlach – Bismarck

3.1. Gerlach und der Aufstieg Bismarcks

3.2. Die Entfremdung in der Revolution und der nachrevolutionären Zeit

3.3. Der Bruch – Punkte der Reibung zwischen beiden Protagonisten

4. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das politische Wirken von Ernst Ludwig von Gerlach zwischen 1827 und 1866 und analysiert dabei insbesondere sein komplexes Verhältnis zu Otto von Bismarck sowie seine Rolle innerhalb des preußischen Konservativismus.

  • Biografische Einordnung von Ernst Ludwig von Gerlach
  • Entwicklung des preußischen Konservativismus im 19. Jahrhundert
  • Die politische Zusammenarbeit und spätere Entfremdung von Gerlach und Bismarck
  • Der Einfluss religiöser Überzeugungen auf das politische Handeln
  • Die organisatorische Formierung der konservativen Bewegung

Auszug aus dem Buch

2.1. Voraussetzungen und geistige Prägungen

Ernst Ludwig von Gerlach, 1795 in einer preußischen Beamtenadelsfamilie geboren, erfuhr sein „geistiges Erwachen“ in einer Zeit, in der das geistige und politische Klima über Jahrzehnte hinweg durch tief greifende Veränderungen und Umwälzungen geprägt war. Liberale und demokratische Kräfte hofften auf einen gewissen sozialen Fortschritt und politische Emanzipation, die Führungseliten in allen deutschen Ländern hingegen sahen ihre bisherige unangefochtene Stellung massiv bedroht. Das Selbstbewusstsein des Bürgertums verstärkte sich mit dem Fortlauf der beginnenden Industrialisierung ebenso stetig wie die Soziale Frage. Es forderte nun verstärkt politisches Mitspracherecht. Das Spannungsverhältnis zwischen den emanzipatorischen Kräften und den alten Führungsschichten in Staat und Gesellschaft kann daher als das Charakteristikum der Zeit bis zur Revolution 1848/49 bezeichnet werden. In diesem Klima, in dem nun eben der Bevölkerungskreis, dem Gerlach angehörte, bedroht war, beschritt Gerlach seinen Lebensweg, er muss stets vor diesem Hintergrund betrachtet werden.

Ernst Ludwig von Gerlach kam dem Wunsch seines Vaters nach und studierte in Berlin Rechtswissenschaften, hier lernte er seinen späteren engen Freund Friedrich Carl von Savigny kennen. Er wurde in dieser Zeit durch Persönlichkeiten wie Schleiermacher, Brentano, oder Haller geprägt und beeinflusst. Vor allem das Hauptwerk Hallers: „Restauration der Staatswissenschaften“ legte nach Ansicht von Julius H. Schoeps und Hans-Christof Kraus die Grundlagen für Gerlachs späteres politisches Denken und Handeln. Haller arbeitet hier bewusst antimoderne Theorien aus, mit denen die Folgen der Französischen Revolution überwunden werden sollen. Diese Theorien stießen in den Kreisen des jungen Berliner Adels um die Gerlachs auf Bewunderung und Begeisterung. Mit der Auffassung, dass Rechtsverhältnisse und Besitz naturgegebene Tatsachen seien, wurde Haller zu einem der wichtigsten Ideologen der um ihre traditionellen Privilegien fürchtenden Schichten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert das Leben von Ernst Ludwig von Gerlach als bedeutenden Vertreter des preußischen Altkonservatismus und stellt den Untersuchungszeitraum von 1827 bis 1866 vor.

2. Gerlach als konservativer Politiker - die Anfänge seinespolitischen Handelns: Dieses Kapitel behandelt Gerlachs geistige Prägungen durch Romantik und Pietismus sowie seine ersten Versuche, den Konservatismus organisatorisch zu festigen und politisch wirksam zu machen.

3. Die Koalition Gerlach – Bismarck: Hier wird das gemeinsame Handeln sowie die zunehmende Entfremdung und der endgültige Bruch zwischen Gerlach und Bismarck im Kontext der preußischen Politik analysiert.

4. Schlussbemerkungen: Das Fazit fasst die symbolische Bedeutung von Gerlach und Bismarck für den Wandel des preußischen Konservatismus zusammen und reflektiert Gerlachs dogmatisches Festhalten an seinen Idealen.

Schlüsselwörter

Ernst Ludwig von Gerlach, Konservativismus, Otto von Bismarck, Preußen, 19. Jahrhundert, Pietismus, Revolution 1848, Kreuzzeitung, Politische Parteien, Gottesgnadentum, Realpolitik, Altkonservatismus, Systemtheokratie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert das politische Leben und Wirken von Ernst Ludwig von Gerlach im 19. Jahrhundert und beleuchtet dessen Verhältnis zum preußischen Konservativismus.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die religiösen und politischen Grundlagen des Gerlachschen Konservatismus, die Gründung der konservativen Partei und der Prozess der Entfremdung von Otto von Bismarck.

Welches Ziel verfolgt die Untersuchung?

Ziel ist es, die Entwicklung von Gerlachs politischer Einstellung und sein Wirken als „Systemtheokrat“ im Kontext der Umbrüche des 19. Jahrhunderts zu verdeutlichen.

Welche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer wissenschaftlichen Auswertung von Forschungsliteratur, zeitgenössischen Quellen wie Tagebüchern, Briefen und den von Gerlach mitgegründeten Zeitungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Anfänge von Gerlachs politischem Wirken, den Aufbau konservativer Strukturen und eine detaillierte Betrachtung der Koalition sowie des Bruchs mit Bismarck.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Konservativismus, Preußen, Pietismus, Realpolitik, Revolution 1848 und Systemtheokratie.

Warum war der „Hallische Kirchenstreit“ so wichtig für Gerlach?

Gerlach erkannte durch diesen Skandal die enorme Macht der Presse und der Öffentlichkeit, was seine spätere Arbeit als Publizist maßgeblich beeinflusste.

Was unterscheidet Gerlachs Auffassung von Politik von der Bismarcks?

Während Gerlach als „Systemtheokrat“ an moralischen und religiösen Prinzipien festhielt, war Bismarck ein „Realpolitiker“, für den der Erfolg und die Anpassung an veränderte Machtverhältnisse entscheidend waren.

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Details

Title
Ernst Ludwig von Gerlach und der Konservativismus
College
Otto-von-Guericke-University Magdeburg  (Institut für Geschichte)
Course
Politische Parteien in Mitteldeutschland von ihrer Entstehung bis zum Ende des Kaiserreiches
Grade
2,0
Author
Matthias Kolodziej (Author)
Publication Year
2005
Pages
34
Catalog Number
V64098
ISBN (eBook)
9783638569910
ISBN (Book)
9783656789567
Language
German
Tags
Ernst Ludwig Gerlach Konservativismus Hauptseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Kolodziej (Author), 2005, Ernst Ludwig von Gerlach und der Konservativismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64098
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