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Vergleichende Quelleninterpretation zum Aufstand des Spartacus - Appian, Bürgerkriege I, 116f.; Plutarch, Crassus 8f. und Florus II, 8,1 ff.

Title: Vergleichende Quelleninterpretation zum Aufstand des Spartacus - Appian, Bürgerkriege I, 116f.; Plutarch, Crassus 8f. und Florus II, 8,1 ff.

Seminar Paper , 2004 , 17 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Matthias Kolodziej (Author)

World History - Early and Ancient History
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Vor gut zweitausend Jahren, ca. 73 v. Chr., erhoben sich im Römischen Reich, nicht zum ersten Mal, die Sklaven. Nun jedoch in einem vorher nicht gekannten Ausmaß. Insgesamt werden wohl mehr als 120.000 Menschen unterschiedlicher sozialer Schichten beteiligt gewesen sein. Tausende fanden jedoch bis zum Jahre 71 v.Chr., dem Jahr der Beendigung der Aufstände durch ein zuletzt von Licinius Crassus geführtes römisches Heer, den Tod. Ihr Ziel war es, sich aus den menschenverachtenden Umständen der Sklaverei zu befreien. Der Triumph des römischen Heeres fand seinen Ausdruck in der brutalen Kreuzigung von 6000 gefangenen Aufständischen entlang der Via Appian. Die Quellen, aus denen wir unsere Kenntnisse ziehen können, sind sehr dünn, die bekanntesten Berichte finden wir in der Darstellung der römischen Bürgerkriege des Historikers Appian 1 , er lebte zur Zeit Hadrians. Die zweite bedeutende Quelle ist die Crassus-Vita des Plutarch aus der Zeit Trajans 2 . Einen zusammenhängenden Bericht über die Ereignisse findet sich bei dem Schriftsteller Florus in seiner Darstellung der römischen Kriege 3 . Allen drei Quellen haftet jedoch der Makel an, dass sie nicht zeitgenössisch sind. Eine bedeutende Quelle aus dieser Zeit sind die Historien des Sallust, sie sind jedoch nahezu vollständig verloren gegangen und nur noch sehr fragmentarisch verfügbar. Auch aus Ciceros zweiter Rede gegen Verres lassen sich Hinweise zu den Aufständen finden, soweit sie Sizilien betreffen. In der folgenden Arbeit sollen nun die zuerst genannten Quellen, die des Appian, des Plutarch und des Florus, in Auszügen behandelt werden. Es werden zunächst die Autoren, ihr Werk und ihr Leben soweit bekannt vorgestellt. Im Anschluss werden die drei Auszüge zur besseren Vergleichbarkeit in möglichst gleiche thematische Sinnabschnitte untergliedert. Im vierten Teil sollen die herausgearbeiteten Schwerpunkte der jeweiligen antiken Darstellung nach Gesichtspunkten des Inhalts, der Tendenz und der Form miteinander verglichen und interpretiert werden, die Interpretation folgt dann jedoch nicht der Gliederung sondern den thematischen Schwerpunkten. Dabei sollen die Aussagen der antiken Autoren, die in den Einzelheiten sehr unterschiedlich sind, durch Ergebnisse der Geschichtswissenschaft kritisch überprüft und ergänzt werden. Dabei kann, im Gegensatz zu einer herkömmlichen Quelleninterpretation, nicht so feingliedrig vorgegangen werden, da diese Arbeit einem vorgegebenen Rahmen folgen muss. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Leben und Werk der Autoren

2.1. Plutarch

2.2. Appian

2.3. Florus

3. Zu Aufbau und Gliederung der Quellenauszüge

3.1. Plutarch, Crassus 8f.

3.2. Appian, Bürgerkriege I, 116f.

3.3. Florus II, 8,1 ff.

4. Vergleichende Interpretation der Quellenauszüge

4.1. Zur Bezeichnung der Ereignisse

4.2. Zu den Lebensumständen der Gladiatoren und zur Person des Spartacus

4.3. Ausbruch und Bewaffnung der Gladiatoren

4.4. Die Belagerung des Vesuvs und die Reaktion Roms

4.5. Die Vergrößerung des Heeres

5. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, den historischen Spartacus-Aufstand (73-71 v. Chr.) durch eine vergleichende Analyse der antiken Quellen von Plutarch, Appian und Florus zu untersuchen. Im Zentrum steht die kritische Interpretation der unterschiedlichen Darstellungen, um die Ereignisse, die Person Spartacus sowie die römische Reaktion auf die Erhebung besser einordnen zu können, wobei die Subjektivität der antiken Autoren berücksichtigt wird.

  • Biografische Einordnung der antiken Geschichtsschreiber Plutarch, Appian und Florus.
  • Vergleichende Analyse der Darstellung von Aufstand, Ursachen und militärischem Verlauf.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der antiken Terminologie (Krieg vs. Aufstand).
  • Untersuchung der sozialen und politischen Hintergründe der Gladiatorenrevolte.
  • Reflektion der antiken Geschichtsschreibung hinsichtlich ihrer Zuverlässigkeit und Intention.

Auszug aus dem Buch

4.1. Zur Bezeichnung der Ereignisse

Die Ereignisse werden in den drei Quellen jeweils unterschiedlich bezeichnet. Plutarch bezeichnet sie als “Aufstand der Gladiatoren”, er weist aber darauf hin, dass es Autoren gibt, die die Ereignisse auch als Spartacuskrieg bezeichnen. Damit nimmt er eine relativ wertneutrale Position ein, er versucht zwar, seiner römischen Leserschaft gerecht zu werden, wahrt aber durch die Doppelbezeichnung zumindest auch die Position eines Außenstehenden um seinen griechischen Lesern gerecht zu werden. Im weiteren Verlauf von Plutarchs Beschreibungen nimmt die Frage nach der Bezeichnung keinen weiteren Raum ein. Die Frage, ob Krieg oder Aufstand, war aus seiner griechischen Sicht einfach nicht wichtig. Für ihn war klar, dass es sich um etwas Schlimmes handeln musste, waren doch tausende Tote zu beklagen. Deshalb trafen aus seiner Sicht beide Bezeichnungen zu.

Einen ganz anderen Stellenwert nimmt die Frage jedoch bei Florus, dem Preiser Roms, ein. Für ihn ist es eindeutig ein Krieg, er weiß nur nicht, wie er diesen Krieg bezeichnen soll. Sein Problem, der Krieg wurde von Sklaven geführt, denen er zwar den Status von Menschen, und nicht wie zu dieser Zeit üblich den eines Dings bzw. einer Sache zubilligte, diese gehörten jedoch der niedrigsten Art von Menschen an. Diese Menschen gehörten ja reichen Römern, und die Römer konnten nicht gegen ihr Eigentum Krieg führen, noch dazu, da die Sklaven von Gladiatoren angeführt wurden. So lässt Florus die Frage nach der genauen Bezeichnung im betreffenden Auszug offen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des historischen Kontextes des Sklavenaufstandes und der quellenkritischen Herangehensweise an die antiken Autoren.

2. Leben und Werk der Autoren: Detaillierte biografische Analyse der Historiker Plutarch, Appian und Florus sowie Einordnung ihrer Werke in den historischen Kontext.

3. Zu Aufbau und Gliederung der Quellenauszüge: Strukturierte Darstellung der zu untersuchenden Textpassagen der drei antiken Autoren zur Vorbereitung des Vergleichs.

4. Vergleichende Interpretation der Quellenauszüge: Kernstück der Arbeit, das die Berichte der Autoren zu verschiedenen Aspekten wie Bezeichnungen, Lebensumstände, Ausbruch, Belagerung und Heeresvergrößerung gegenüberstellt und kritisch bewertet.

5. Zusammenfassung und Ausblick: Resümee über die mangelnde gesicherte Überlieferung der Ereignisse und ein kurzer Exkurs über die moderne Rezeption von Spartacus als Symbolfigur.

Schlüsselwörter

Spartacus, Sklavenaufstand, römische Republik, Plutarch, Appian, Florus, Quellenauswertung, antike Geschichtsschreibung, Bürgerkriege, Gladiatoren, historische Interpretation, Aufstandsrezeption, römische Geschichte, soziale Bewegungen, Crassus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert den historischen Sklavenaufstand unter Spartacus im ersten Jahrhundert v. Chr. auf Basis der drei zentralen antiken Quellen von Plutarch, Appian und Florus.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit behandelt die antike Darstellung der Ereignisse, die Rolle von Spartacus, die Motivationen der Sklaven sowie die militärische Reaktion des römischen Staates.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist eine kritische, vergleichende Interpretation der antiken Texte, um Unterschiede in der Darstellung aufzudecken und zu verstehen, wie subjektive Intentionen der Autoren die Geschichtsschreibung beeinflussten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es handelt sich um eine vergleichende Quelleninterpretation, die die Berichte der antiken Autoren in thematische Kategorien untergliedert und durch moderne geschichtswissenschaftliche Erkenntnisse ergänzt.

Welche Inhalte stehen im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung der Autoren und eine thematische Gegenüberstellung von Aspekten wie der Bezeichnung des Ereignisses, der Entstehung des Aufstands und dem römischen Vorgehen.

Was zeichnet die Schlüsselwörter der Arbeit aus?

Die Keywords fokussieren auf die Akteure, die antiken Historiker, die Art der Untersuchung und den historischen Kontext des antiken Rom.

Wie bewertet der Autor die Zuverlässigkeit der antiken Quellen?

Der Autor betont, dass alle drei Quellen nicht zeitgenössisch sind und eine hohe Subjektivität aufweisen, weshalb eine abschließende Rekonstruktion der Ereignisse aus rein antiken Texten kaum möglich ist.

Warum spielt die Bezeichnung "Krieg" oder "Aufstand" für die Autoren eine Rolle?

Die Terminologie spiegelt die politische und ideologische Haltung der jeweiligen Autoren wider, etwa bei Florus, der Schwierigkeiten hatte, den Kampf von Sklaven gegen ihre Eigentümer als legitimen "Krieg" zu bezeichnen.

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Details

Title
Vergleichende Quelleninterpretation zum Aufstand des Spartacus - Appian, Bürgerkriege I, 116f.; Plutarch, Crassus 8f. und Florus II, 8,1 ff.
College
Otto-von-Guericke-University Magdeburg  (Institut für Geschichte)
Course
Proseminar
Grade
2,0
Author
Matthias Kolodziej (Author)
Publication Year
2004
Pages
17
Catalog Number
V64126
ISBN (eBook)
9783638570138
ISBN (Book)
9783656804963
Language
German
Tags
Vergleichende Quelleninterpretation Aufstand Spartacus Appian Bürgerkriege Plutarch Crassus Florus Proseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Kolodziej (Author), 2004, Vergleichende Quelleninterpretation zum Aufstand des Spartacus - Appian, Bürgerkriege I, 116f.; Plutarch, Crassus 8f. und Florus II, 8,1 ff., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64126
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