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Oralität und Literalität

Titel: Oralität und Literalität

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2005 , 29 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Sybille Kleinschmitt (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Eine kurze, aber hilfreiche Abhandlung über die Entstehung und Entwicklung von Schrift und literalen Kulturen - von den ersten Höhlenmalereien bis zur E-mail und Emoticons. Ideal für Studierende der Germanistik im Grundstudium.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Orale Kulturen

III. Entwicklungsgeschichte der Schrift

III. 1. 2.) Definitionen

III. 2.) Piktographische Schriftsysteme

III. 3.) Das phonetische Schriftsystem

IV. Platos Schriftkritik im „Phaidros“

IV. 1.) Kritikpunkte

VI. 2.) Erläuterungen

V. Die Bedeutung der Schrift

VI. Die Schrift im Wandel der Zeiten (Typographische Schriftsysteme)

VI. 1.) Der Gutenberg-Druck

VI. 2.) Digitalisierung von Schrift

VI. 3.) Das elektronische Zeitalter

VI. 3.1.) E-mail

VII. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den fundamentalen Wandel der menschlichen Kommunikation und Bewusstseinsentwicklung durch den Übergang von oralen Kulturen hin zur Literalität. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Auswirkungen unterschiedlicher Medientechniken – von der Schrift über den Buchdruck bis hin zur Digitalisierung – auf die kognitiven Fähigkeiten, die soziale Organisation und das kulturelle Gedächtnis.

  • Merkmale und Mnemotechniken oraler Gesellschaften
  • Die historische Evolution der Schriftsysteme (Piktogramme, Logogramme, Phonetik)
  • Platos medienphilosophische Kritik an der Schrift
  • Die gesellschaftsverändernde Wirkung des Gutenberg-Drucks
  • Digitalisierung und das elektronische Zeitalter

Auszug aus dem Buch

III. 3.) Das phonetische Schriftsystem

„Im eigentlichen Sinne kann erst von Schrift gesprochen werden, wenn die Verknüpfung von Zeichen und visueller Gestalt zurücktritt und die Beziehung zur sprachlichen Bezeichnung des Gegenstandes dominant wird. Dies ist dann der Fall, wenn Schriftzeichen beginnen, Phoneme zu repräsentieren, also die menschliche Rede selbst, ihr Klang, notiert wird.“8

Der Schritt, der für die Schriftentwicklung entscheidend war, ist die Einführung von Phonogrammen: ein Bildzeichen stellt nur noch einen einzigen, bestimmten Lautwert dar, ungeachtet der sonstigen Bedeutung des Bildes. Buchstaben werden im Baukastenprinzip zu Wörtern zusammengesetzt. Diese geniale Vereinfachung setzt zwar eine höhere Abstraktionsleistung des Gehirns voraus, reduziert aber den Lautzeichensatz enorm.

Zwischen 2000 und 1500 v. Chr. entstand in Phönizien ein Schriftsystem mit Phonogrammen, das aber keine Vokale enthielt. Zwischen dem 8. und 9. Jahrhundert v. Chr. übernahmen die Griechen die phönizische Konsonantenschrift und erweiterten sie um Vokale. So wurde es zum ersten Mal möglich, Sprache vollständig schriftlich abzubilden; d.h. es erfolgte die totale Transformation des Wortes aus dem Klang ins Sichtbare. Es stellt eine überragende Kulturleistung dar, Phoneme auf eine Art zu sortieren, dass sie in einem Zeichensystem bestehend aus zwanzig bis dreißig Zeichen repräsentiert werden können und eindeutig lesbar sind.

Die ersten zwei Buchstaben des griechischen Schriftsystems heißen Alpha und Beta und bilden den Ursprung des heutigen Wortes Alphabet.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung steckt den Rahmen der Arbeit ab, indem sie die behandelten Themen von der Oralität über die Entwicklungsgeschichte der Schrift bis hin zur E-Mail und Analphabetismus skizziert.

II. Orale Kulturen: Dieses Kapitel erläutert die Besonderheiten mündlicher Überlieferung, die Rolle des Gedächtnisses und die Bedeutung von Mnemotechniken für den Wissenserhalt in Gesellschaften ohne Schrift.

III. Entwicklungsgeschichte der Schrift: Hier wird der Weg von einfachen Piktogrammen über Logogramme bis hin zur Entwicklung phonetischer Schriftsysteme und deren Abstraktionsleistung dargestellt.

IV. Platos Schriftkritik im „Phaidros“: Dieses Kapitel analysiert Platos philosophische Bedenken gegenüber der Schrift, insbesondere hinsichtlich der drohenden Vergesslichkeit und der fehlenden Interaktivität schriftlicher Texte.

V. Die Bedeutung der Schrift: Hier wird untersucht, wie die Schrift durch die externe Speicherung von Wissen Distanz zwischen Urheber und Rezipient schafft und somit eine nachträgliche, analytische Betrachtung von Gedanken ermöglicht.

VI. Die Schrift im Wandel der Zeiten (Typographische Schriftsysteme): Dieser Abschnitt behandelt die mediale Revolution durch den Buchdruck, die Digitalisierung und das elektronische Zeitalter, welche die gesellschaftlichen Kommunikationsstrukturen grundlegend transformiert haben.

VII. Schluss: Der Schlussteil widmet sich dem Problem des Analphabetismus in einer schriftorientierten Informationsgesellschaft und beleuchtet dessen sozioökonomische Konsequenzen.

Schlüsselwörter

Oralität, Literalität, Schriftgeschichte, Piktogramm, Phonetik, Platon, Phaidros, Buchdruck, Gutenberg, Digitalisierung, Medientheorie, Marshall McLuhan, Alphabetisierung, Analphabetismus, Informationsgesellschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht die medientheoretischen und gesellschaftlichen Auswirkungen des Übergangs von der Mündlichkeit (Oralität) zur Schriftlichkeit (Literalität) und deren Evolution bis in das digitale Zeitalter.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?

Die Schwerpunkte liegen auf der mentalen Struktur oraler Kulturen, der Evolution von Schriftsystemen, der antiken Schriftkritik durch Plato, der technologischen Revolution durch den Buchdruck sowie der modernen Digitalisierung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit analysiert, wie Medientechnologien das menschliche Denken, die Speicherung von Wissen und die gesellschaftliche Organisation über die Jahrtausende hinweg verändert haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin nutzt eine medientheoretische Literaturanalyse, wobei sie sich intensiv auf bekannte Medientheoretiker wie Eric Havelock, Jack Goody, Walter J. Ong und Marshall McLuhan bezieht.

Welche Inhalte werden schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Genese der Schrift, die philosophische Auseinandersetzung mit dem Medium Schrift (Plato), die Auswirkungen der Buchdruckerpresse als Massenmedium sowie die Besonderheiten elektronischer Kommunikation wie E-Mails detailliert beschrieben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Die zentralen Begriffe sind Oralität, Literalität, Medientheorie, Gutenberg-Galaxis, Alphabetisierung, Analphabetismus und epistemische Transformation.

Welche spezifische Rolle spielt der "Phaidros" in der Argumentation?

Das Werk dient als historischer Beleg für die frühe philosophische Medienkritik, da Plato dort die Schrift als "seelenloses Abbild der Sprache" bezeichnet und der mündlichen Interaktion als Wissensvermittlung den Vorzug gibt.

Wie unterscheidet die Arbeit den Gutenberg-Druck von früheren Verfahren?

Die Arbeit hebt hervor, dass der Gutenberg-Druck durch die Verwendung beweglicher Lettern und die Ölfarbentechnik eine Massenproduktion ermöglichte, die den Zugang zu Wissen demokratisierte und die allgemeine Alphabetisierung förderte.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Oralität und Literalität
Hochschule
Universität Karlsruhe (TH)  (Literaturwissenschaft)
Veranstaltung
Sprachwissenschaft: Vom Leib zum Buch
Note
1,7
Autor
Sybille Kleinschmitt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
29
Katalognummer
V64160
ISBN (eBook)
9783638570442
ISBN (Buch)
9783638669757
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Oralität Literalität Sprachwissenschaft Leib Buch
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sybille Kleinschmitt (Autor:in), 2005, Oralität und Literalität, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64160
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Leseprobe aus  29  Seiten
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