Die Kreolisierung der französischen Sprache im amerikanisch-karibischen Raum


Hausarbeit, 2006

20 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung
1. Die Kreolisierung der französischen Sprache
1.1 Der Einzug der französischen Sprache in den amerikanischen – karibischen Raum.
1.2 Der Prozess des Entstehens der französischen Kreolsprachen
1.3 Die Verbreitung der französischen Kreolsprachen

2.3.1. Diskussion zweier Theorien zur Verbreitung der französisch Kreolsprachen
2. Das System der französischen Kreolsprachen
2.1 Phonetik und Phonologie
2.1.1 Vokalsystem
2.1.2 Konsonantensystem
2.2 Die Nasalisierung

3. Der Wortschatz der französischen Kreolsprachen
3.1 Das Inventar der Wortschatzes
3.2 Bedeutungsveränderungen
3.3 Neologismen

4. Bemerkung zu Morphologie und Syntax

5. Schlusswort

6. Bibliographie

1. Einleitung

In dieser Hausarbeit veranschauliche ich die Entwicklung der französischen Kreolsprachen auch anhand einiger historischer Gegebenheiten. Weiter gehe ich in einer synchronischen Betrachtung auf die Sprache ein und stelle eine Diskussion zur Entstehung der französischen Kreolsprachen dar. Ich arbeite vorwiegend an dem Beispiel der Kreolsprache, wie sie auf Haiti gesprochen wird werde allerdings auch Aspekte anderer Varietäten dieser Sprache anführen wie sie auf den französischen Antillen gegeben sind.

Die Etymologie des Wortes Kreole (oder: kreolisch) gibt bereits erste Hinweise auf den Modus in welchem die Sprache entstanden ist. Ihm liegt das lateinische ‚creare’ (dt.: erzeugen, ernähren, aufziehen, erziehen) zugrunde, welches später über das Spanische zu ‚criollo’ und somit zum französischen ‚créole’ wurde.

Jedoch bezeichnete man mit ‚Kreole’ bzw. ‚kreolisch’ nicht von jeher eine Sprache. Die älteste überlieferte Bedeutung aus dem Jahre 1567 bezeichnet einen in Peru geborenen Spanier. (zitiert in Lavallé, 1980: „[…] criollos que son estos acá an nacido.“ und in José de Acosta, 1590 : « [...] algunos criollos como allá llaman a los nacidos de espanoles en Indias. ») Die Intension dieser Bezeichnung weitete sich schnell aus. Garcilaso de la Vega el Inca beschrieb bereits 1605 mit ‚criollo’ alle in den Kolonien geborenen schwarzen Sklaven.

( aus „La Florida del Inca“: “Los negros llaman criollos a los hijos de espanol y espanola y a los hijos de negro y negra que nacen en India [...] ») Schließlich bezeichnete man damit alles in den Kolonien Geborene und Einheimische, was nicht vom europäischen Festland importiert wurde. Je nach Region, gilt jedoch auch diese Definition nicht als universelle. Die Bedeutung im gebiet der Antillen, sollte „auf der Insel geborener Weißer europäischer Abstammung“ sein, auf Réunion „jeden auf der Insel geborenen europäischer oder afrikanischer Abstammung, nicht aber Inder und Chinesen“ bezeichnen und auf den Seychellen und Mauritius „ dunkelhäutige Mischlinge und afrikanische Nachfahren“

Als Kreolsprachen bezeichnet man „ehemalige Pidginsprachen, die inzwischen als voll ausgebaute und vereinzelt auch standardisierte Muttersprachen fungieren, wobei die funktionellen und grammatischen Beschränkungen, Vereinfachungen und Reduktionen des Pidgin [( d.h.: „eine aus einer sprachlichen Notsituation geborenen Mischsprache[…]“[1])] beseitigt sind.“[2]

Die Literatur welche in dieser Hausarbeit Einzug gefunden hat geht bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts zurück, in welcher für den heutigen Begriff „Afroamerikaner“, welcher einen Menschen einer dunkelhäutigen Bevölkerungsgruppe bezeichnet, oft als „Neger“ geschrieben wird. Wenn ich von „Schwarzen“ schreibe, will ich im Voraus betonen, dass ich bei der Verwendung der Bezeichnung „Schwarz“ keinesfalls rassistisches Gedankengut ausdrücke, um einer vermeintlich negativen Konnotation dieser Bezeichnung entgegenzuwirken.

Bei der Verwendung dieser vereinfachten Bezeichnung drücke schlicht ich eine ethnologische Zugehörigkeit aus.

2. Die Kreolisierung der französischen Sprache

2.1. Die auf dem Französischen basierenden Kreolsprachen werden in zwei voneinander weit entfernten Gebieten gesprochen. Das eine im amerikanisch – karibischen Raum, welcher „sich von Louisiana im Norden über Haiti und die Kleinen Antillen bis hin nach französisch Guyana im Süden erstreckt“[1] das andere im indischen Ozean, welches die Insel Réunion, Mauritius, Rodrigues und die Seychellen einschließt.

Die französische Kolonialisierung begann Anfang des 17. Jahrhunderts in Amerika. Frankreich beanspruchte das heutige Kanada, das komplette Zentralgebiet der Vereinigten Staaten sowie einige der karibischen Inseln. Durch die Anwesenheit der Franzosen erfuhren die in Besitz genommenen Gebiete einen ersten sprachlichen Wandel zum Französischen. Die weißen Kolonialherren waren den sich in der Minderheit befindlichen schwarzen Einheimischen nicht nur in Zahl sondern ebenso in kapitalistischem Gedankengut überlegen. Aus diesem Grund sollte es zu einer schnellen landwirtschaftlich – industriellen Entwicklung kommen. Die gewinnbringenden Exportgüter waren Zucker, Kaffee und Gewürze. Mit der Kultivierung der Kolonien begann der Sklavenhandel. Man schiffte Sklaven aus Afrika ein. Ein interessanter Aspekt hierbei ist, dass man darauf bedacht war niemals Arbeitssklaven gleicher Stammesherkunft unter dem Befehl des gleichen Gutsherren arbeiten zu lassen. Der Zweck war das Vermeiden eines Bündnisses stammesgleicher Arbeitssklaven und eine möglicherweise daraus resultierende Überlegenheit gegenüber ihrem Gutsherren. Das Errichten von Behausungen sowie das Kultivieren landwirtschaftlicher Nutzflächen nahmen Zeit in Anspruch.

2.2. Durch das Arbeitsverhältnis musste nun auch ein „Code“ gefunden werden, auf welchem eine Kommunikation, zwischen Franzosen und Arbeitersklaven funktionieren konnte. Hier spiegelt sich nun die Vorrangstellung der Franzosen wieder. Die autochthone Bevölkerung war schon bald restlos vernichtet worden, da sie sich als arbeitsschwach zeigte und sich den Weißen widersetzte. Hinzu kamen die aus Europa mitgebrachten Krankheiten, welchen die Einheimischen wenn sie sich ansteckten oft erlagen. Somit war eine Eingeborenensprache nie dominant geworden und die einzig gesprochene Sprache zunächst die Französische[2]. Diese adaptierten die Sklaven durch das Leben in den Familien, sowie durch die Arbeit an der Seite der Franzosen auf dem Feld.

[...]


[1] Hadumod Bußmann, „Lexikon der Sprachwissenschaft“, Stuttgart 2002, S. 518/519

[2] Hadumod Bußmann, „Lexikon der Sprachwissenschaft“, Stuttgart 2002, S. 384

[1] Stein, „Kreolisch und Französisch“, Tübingen 1984, S.12

[2] „[…] l’unique langue en usage est le francais.“ Aus, Chaudenson, „Les créoles“, Paris 1995, S.64

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Die Kreolisierung der französischen Sprache im amerikanisch-karibischen Raum
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Veranstaltung
Französische Sprachgeschichte
Note
2,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
20
Katalognummer
V64185
ISBN (eBook)
9783638570633
ISBN (Buch)
9783638767507
Dateigröße
574 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kreolisierung, Sprache, Raum, Französische, Sprachgeschichte
Arbeit zitieren
Simon Maiwald (Autor), 2006, Die Kreolisierung der französischen Sprache im amerikanisch-karibischen Raum, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64185

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