Individuum und Gesellschaft in Death of a Salesman und All my sons


Hausarbeit (Hauptseminar), 2001
28 Seiten, Note: 2

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Inhaltsangaben
2.1. All my sons
2.2. Death of a Salesman

3. kurzer biographischer Abriss über das Leben von A. Miller

4. die amerikanische Nachkriegsgesellschaft
4.1. Die moderne Gesellschaft
4.1.1. Weltbild
4.1.2. Soziale Struktur
4.1.3. Erziehung
4.1.4. Struktur der Lebensplanung
4.1.5. Gefahren des Versagens
4.1.6. Bezug des Individuums zur Gesellschaft
4.1.7. Lebensführungskriterien
4.2. Entwicklung zur Massengesellschaft

5. Der Mythos des American Dream
5.1. Antithese zwischen Traum und Realität in “Death of a Salesman”
5.2. Der „Salesman“ im American Dream

6. Familiärer Einfluss auf das Individuum in gesellschaftsbezogener Hinsicht
6.1. Die Familie in der vorindustriellen Zeit
6.2. Veränderung der Familie als Sozialverband
6.3. Die Rolle der Familie in Arthur Millers Dramen

7. Das Individuum als Produkt und als Gestalter der Gesellschaft
7.1. Das Individuum als Träger sozialer Rollen
7.2. Konditionierung des Individuums durch die Gesellschaft
7.3. Verantwortung des Individuums gegenüber sich selbst und der Gesellschaft
7.4. Zwiespalt des Individuums

8. Die Problematik der Identitätsfindung und Identitätsverlust in Miller’s Stücken
8.1. Momente der Selbstverleugnung in All my sons
8.1.1. Joe Keller’s Selbstbetrug
8.1.2. Die Rolle von Kate Keller
8.1.3. Erhaltung der Individualität durch Einzigartigkeit : Chris Keller
8.2. Identitätsfindung und Identitätsverlust am Beispiel Willy Loman
8.2.1. Willy Lomans Normen und Werte
8.2.2. Willy Lomans Realitätsverlust
8.2.3. Identitätssuche durch Vorbilder
8.2.4. Unvereinbarkeit von Willys Werten

9. Endbemerkung

10. Bibliographie

1. Einleitung

Arthur Miller zählt zu einem der bedeutendsten Vertretern des amerikanischen Nachkriegstheaters. Miller will sich selbst als Gesellschafts- und Zeitkritiker verstanden wissen. Arthur Miller schwebt ein neues social drama vor, welches nicht nur die gesellschaftliche Unfreiheit und Determiniertheit des Subjekts analysiert und erkennt, sondern außerdem dazu in der Lage ist, zu hinterfragen:

Was ist eine mögliche Quelle für gesellschaftliche Wertestandards? Welche Formen des gesellschaftlichen Zusammenlebens sind dazu geeignet, ein Gefühl von Sinnerfülltheit und Selbstrespekt zu schaffen? Das dem griechischen Drama zugrundeliegende Menschenbild, in welchem das Individuum mit seiner sozialen Rolle einen festen Bestandteil der antiken polis darstellt- hilft Miller bei der Fundierung seines Humanismus. Der Mensch steht im Mittelpunkt.

In seinen social plays legt Miller sein Augenmerk vor allem auf die Gesellschaft als eine dynamische Entität und auf die Vielzahl von Individuen. Diese konstituieren eine Gesellschaft, in der sie agieren und auf der anderen Seite reagieren. Zur Existenz als Individuum gehört die Identität des Einzelnen. Auf die Problematik der Identitätsfindung und des Identitätverlustes wird am Beispiel der Protagonisten von All my sons und Death of a Salesman eingegangen. Bei dieser Untersuchung ist die Rolle der Familie nicht unerheblich, denn Miller bedient sich bei der Figurenkonstellation in vieler seiner Stücke einer Familie.

In der amerikanischen Gesellschaft spielt insbesondere der Mythos des American Dream eine wichtige Rolle. Auch Miller greift diesen Mythos in seinen Dramen auf, jedoch verdeutlicht er in seiner Rolle als Gesellschaftskritiker auch dessen Schattenseiten.

Der Schwerpunkt dieser Arbeit soll auf einer soziologischen, psychologischen und gesellschaftskritischen Betrachtung der Stücke All my sons und Death of a Salesman liegen.

2. Inhaltsangaben

2.1. All my sons

Oberflächlich kann die Handlung von All my sons einfach wiedergegeben werden. Das Stück erzählt die Geschichte eines erfolgreichen Geschäftsmanns im Mittleren Westen, welcher Flugzeugteile herstellt. Der Geschäftsmann Joe Keller verschickt wissentlich fehlerhafte Zylinderköpfe, welche für die US-Army während des Zweiten Weltkriegs bestimmt sind. Einundzwanzig amerikanische Piloten sterben, als durch die beschädigten Zylinderköpfe Flugzeuge zum Absturz gebracht werden. Joe Keller wird von der Gerichtsbarkeit verschont und ist darauf bedacht, sein Leben in aller Normalität weiterzuleben, als ob dieses Verbrechen nie begangen worden wäre. Die Harmonie innerhalb der Familie ist gewährleistet, bis sein Sohn Chris selbst unter Druck gerät, als er dem Bruder seiner Verlobten Rechenschaft über seine Rolle bezüglich der dubiosen Geschäfte im Betrieb seines Vaters ablegen soll. Chris, welcher selbst tapfer im Krieg gekämpft hatte, hat eine von seinem Vater abweichende Auffassung bezüglich der Verantwortung, welches das Individuum für die Gesellschaft tragen muß. Nach einigen beeindruckenden Szenen mit emotionsgeladenen Debatten über die Beziehung des Individuums zur Gesellschaft belastet Chris schließlich seinen Vater und überzeugt diesen von seiner Schuld und fordert ihn dazu heraus, Verantwortung für seine Taten zu tragen. Bis sein Sohn ihn jedoch dazu zwingt, sein Fehlverhalten einzugestehen, hält Keller vehement an seiner Unschuld fest und rechtfertigt sein unsoziales Verhalten damit, daß er die Firma vor dem Untergang bewahrt und seiner Familie das Überleben gesichert hätte. Letztlich gelingt es Chris, seinen Vater davon zu überzeugen, daß er der Gesellschaft gegenüber auch Pflichten habe. Keller erkennt letztendlich, daß seine Taten Konsequenzen haben und daß das Tragen von Verantwortung über die Familie hinausgeht. Keller will dieser für ihn unakzeptablen Situation entkommen und jagt sich am Ende eine Kugel in seinen Kopf. Das Stück endet mit einem entsetzten Chris, welcher seine eigene Komplizenschaft bezogen auf die Selbstzerstörung seines Vaters erkennt. Kellers Tod am Ende des Stücks offenbart unsoziales Verhalten, begründet im Privatismus der amerikanischen Gesellschaft (Centola, 51).

2.2. Death of a Salesman

Willy Loman, seit 36 Jahren reisender Handelsvertreter, ist ausgebrannt. Seine Verkaufsstrategien funktionieren nicht mehr, die Kunden lachen nur noch über ihn und seine Sprüche. Auf Anordnung arbeitet er seit fünf Wochen nur mehr auf Provisionsbasis: Eine Erniedrigung und finanzielle Katastrophe, denn Loman kommt immer häufiger ohne einen einzigen unterschriebenen Vertrag nach Hause.
Die selbstaufopfernden Versuche seiner Frau Linda, ihn seelisch und moralisch aufzubauen, nimmt er nicht wahr, so sehr ist er mit seiner 'ruhmreichen' Vergangenheit, seinen Träumen und Illusionen beschäftigt. Dazu gehört auch die Idee, seine Söhne würden eines Tages erfolgreich werden. In Wahrheit steuern beide auf die dreißig zu und wohnen noch zu Hause. Happy, ein kleiner Angestellter, ist ein Schönredner und Schürzenjäger. Biff ist ein hoffnungsloser Idealist, der gegen ein System rebelliert, in welchem er keinen Platz gefunden hat. Willy, der Vater, drängt seinen Sohn Biff so lange, bis dieser sich auf eine Stelle als Verkäufer bewirbt. Jedoch scheitert dieser schon im Vorstellungsgespräch und erkennt, daß er niemals das sein wird, was sein Vater von ihm erwartet. Es kommt zu einem Familienstreit, in welchem Biff seinen Vater und alles, was dieser gewesen ist, demontiert. Am Ende dieser Abrechnung, allein vor den Trümmern seines Lebens stehend, bleibt Willy Loman nur eines: sich wieder auf die Reise zu machen - die unwiderruflich letzte Reise. Die „tragische Intention“ Millers ist die Tatsache, daß jemand bereit ist, sein Leben zu beenden, um sein Verständnis von persönlicher Würde zu wahren. In Death of a Salesman wird eindrucksvoll Kritik am American Dream geübt. Willy Loman wird als tragischer Held und Opfer dargestellt. Für Miller ist das Drama ein Indikator der Gesellschaft, es hat eine politische Aufgabe.

3. Kurzer biographischer Abriss über das Leben von A. Miller

Arthur Miller wurde am 17. Oktober 1915 als Spross einer New Yorker Industriellenfamilie geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Brooklyn und Harlem. Während seiner Studienzeit an der Universität Michigan, wo er Publizistik, englische Sprache und Literatur studierte, wurde er 1938 mit mehreren Preisen für seine Komödie The Grass Still Grows ausgezeichnet.

In den dreißiger Jahren mußte er sich durch den großen Börsenkrach als Hafen- und Landarbeiter über Wasser halten. Diese Erfahrungen bildeten Schlüsselerlebnisse für sein Leben und Schreiben, welches sich in dem Stück The Man Who Had All the Luck 1944 äußerten, wofür er den Theatre Guild Award erhielt. Ein erster finanzieller Erfolg stellte sich mit dem Roman Focus (1945) ein, welcher auch auf seinen Erfahrungen der 30er Jahre basierte. Miller, selbst jüdischer Herkunft, verarbeitete darin den zeitgenössischen Kontext der Judenverfolgungen in Deutschland zur Zeit des Nationalsozialismus und attackierte allgemein das Phänomen des Antisemitismus. Zwei Jahre später wählte der New York Drama Critics Circle das Stück Death of a Salesman zum besten Bühnenstück des Jahres. Das zentrale Thema des Dramas, die Korruption menschlichen Daseins und sozialer Beziehungen in einer profitorientierten Gesellschaft, blieb auch zukünftig im Mittelpunkt seines Interesses. In einer ungewöhnlichen Mischung von Umgangssprache und poetisierter Kunstsprache enttarnt es den Mythos des American Dream am Beispiel eines durchschnittlichen Familienvaters, der angesichts seines beruflichen Scheiterns auch der Brüchigkeit seiner übrigen Lebensverhältnisse gewahr wird.

[...]

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Individuum und Gesellschaft in Death of a Salesman und All my sons
Hochschule
Universität zu Köln  (Englisches Seminar Uni Köln)
Veranstaltung
Arthur Miller
Note
2
Autor
Jahr
2001
Seiten
28
Katalognummer
V6419
ISBN (eBook)
9783638139885
Dateigröße
591 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Individuum, Gesellschaft, Death, Salesman, Arthur, Miller
Arbeit zitieren
Silke Nufer (Autor), 2001, Individuum und Gesellschaft in Death of a Salesman und All my sons, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6419

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