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Chancen und Grenzen des Bibliodramas im Religionsunterricht

Title: Chancen und Grenzen des Bibliodramas im Religionsunterricht

Examination Thesis , 2005 , 88 Pages , Grade: 2,5

Autor:in: Anja Schick (Author)

Theology - Religion (For Pre-University Students)
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Als mir vor einigen Monaten zum ersten Mal der Begriff „Bibliodrama“ begegnete, war ich zunächst neugierig, was hinter diesem Begriff stecken möge. Je mehr ich mich mit dem Thema beschäftigte, desto faszinierender fand ich diese Methode, mit biblischen Texten umzugehen. Nachdem ich schließlich auch selbst an einem Bibliodrama teilgenommen hatte, stellte sich mir die Frage, ob so etwas nicht auch im Religionsunterricht durchführbar wäre. In dieser Arbeit möchte ich daher der Frage nachgehen, welche Chancen das Bibliodrama im Religionsunterricht haben könnte und welche neuen Lernchancen es für die Schüler eröffnet. Allerdings bin ich mir auch bewusst, dass diese Methode Grenzen hat, und dass diese Grenzen im Unterricht vermutlich enger gesteckt sind als beispielsweise in der Gemeindearbeit. Im ersten Teil dieser Arbeit gehe ich allgemein auf die Methoden und Ziele der biblischen Didaktik, sowie auf Theorie und Praxis des Bibliodramas ein. Im zweiten Teil untersuche ich die Möglichkeiten des Bibliodramas im schulischen Religionsunterricht anhand einzelner Bespiele für verschiedene Altersstufen. Im dritten und letzten Teil schließlich fasse ich die Ergebnisse der Arbeit zusammen. Noch eine Anmerkung zu dieser Arbeit: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit benutze ich hier vorwiegend die männliche Person, damit sind aber selbstverständlich auch weibliche Personen gemeint. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Biblische Didaktik und Bibliodrama

1. Biblische Didaktik

1. 1 Aufgaben und Ziele der biblischen Didaktik

1. 2 Überblick über verschiedene Methoden

2. Die Herkunft des Bibliodramas

2. 1 Ursprünge im Psychodrama

2. 2 Ursprünge in der „Themenzentrierten Interaktion“

2. 3 Die Entstehung des Bibliodramas

3. Das Bibliodrama in der Praxis

3. 1 Verschiedene Durchführungsmöglichkeiten eines Bibliodramas

3. 2 Das Bibliodrama aus wissenschaftlich-theologischer Perspektive

II. Bibliodrama im Religionsunterricht

1. Vorüberlegungen zur speziellen Situation in der Schule

2. Orientierungsstufe (Klasse 5-6)

2. 1 Entwicklungspsychologische Gesichtspunkte

2. 2 Bei welchen Lehrplaneinheiten käme ein Bibliodrama in Frage?

2. 3 Textauswahl

2. 4 Exegetische Überlegungen

2. 5 Ziele

2. 6 Beispiel für die Durchführung

2. 7 Mögliche Schwierigkeiten

2. 8 Beispiele zur Erschließung von Symbolen

3. Mittelstufe (Klasse 7-10)

3. 1 Entwicklungspsychologische Gesichtspunkte

3. 2 Bei welchen Lehrplaneinheiten käme ein Bibliodrama in Frage?

3. 3 Textauswahl

3. 4 Exegetische Überlegungen

3. 5 Ziele

3. 6 Beispiel für Durchführung

3. 7 Mögliche Schwierigkeiten

4. Kursstufe (Klasse 11-12)

4. 1 Entwicklungspsychologische Gesichtspunkte

4. 2 Bei welchen Lehrplaneinheiten käme ein Bibliodrama in Frage?

4. 3 Textauswahl

4. 4 Exegetische Überlegungen

4. 5 Ziele

4. 6 Beispiel für die Durchführung

4. 7 Mögliche Schwierigkeiten

III. Fazit

1. Unterschiede zwischen den Alterstufen

2. Vor- und Nachteile des Bibliodramas als bibeldidaktische Methode

2. 1 Vorteile des Bibliodramas

2. 2 Nachteile des Bibliodramas

2. 3 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial und die Grenzen des Bibliodramas als bibeldidaktische Methode im schulischen Religionsunterricht, mit dem zentralen Ziel, Schülern unterschiedlicher Altersstufen einen persönlichen und lebendigen Zugang zur Bibel zu ermöglichen.

  • Methodische Grundlagen der biblischen Didaktik und die Herkunft des Bibliodramas aus Psychodrama und TZI.
  • Anpassung der Bibliodramapraxis an die Entwicklungspsychologie der Orientierungs-, Mittel- und Kursstufe.
  • Herausforderungen und didaktische Möglichkeiten, wie die Integration exegetischer Arbeit und interreligiöser Lernprozesse.
  • Abwägung von Vor- und Nachteilen des Bibliodramas im Kontext schulischer Rahmenbedingungen und Notendruck.

Auszug aus dem Buch

2. 2 Ursprünge in der „Themenzentrierten Interaktion“

In den fünfziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts wurde von der Psychotherapeutin Ruth Cohn die Themenzentrierte Interaktion (TZI) entwickelt. Ihren Ursprung hat die TZI in der Psychoanalyse, aber auch ganz speziell in der Biographie Cohns:

1912 als Jüdin in Berlin geboren erlebte sie als Studentin die Machtergreifung der Nationalsozialisten und floh bereits am 31. März 1933 in die Schweiz, wo sie ihr Psychologie-Studium fortsetzte. 1941 emigrierte sie schließlich in die USA. Die Erfahrung, wie schnell Menschen in einer mächtigen Gruppe bereit sind, Schwächere zu unterdrücken und sogar zu töten, hat sie stark geprägt. Im Zuge ihrer Arbeit schöpfte sie die Hoffnung, mit psychoanalytischen und psychodynamischen Methoden gegen diese Feindseligkeiten ankämpfen zu können, musste jedoch auch feststellen, dass sie auf diese Weise nur einzelne Menschen erreichen konnte. Die Themenzentrierte Interaktion entwickelte sich daher als Versuch einer „humanisierenden Pädagogik“.

Grundlegend für die TZI sind vier Faktoren: Die einzelne Person (das „Ich“), die Interaktion der Personen untereinander (das „Wir“), das Thema (das „Es“), mit dem sich die Personen beschäftigen, und schließlich der „Globe“, das Umfeld und die konkrete Situation, in der sich die Personen befinden. Diese vier Faktoren finden sich auch in nebenstehender Graphik wieder: Da die drei Faktoren „Ich“, „Wir“ und „Es“ von gleicher Wichtigkeit sind und denselben Stellenwert haben, stellt man sie als Ecken eines gleichseitigen Dreiecks dar. Der „Globe“, der alles umgibt, wird durch eine Kugel, oder – zur Vereinfachung der Darstellung – durch den Umkreis dieses Dreiecks dargestellt.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Biblische Didaktik und Bibliodrama: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Wurzeln des Bibliodramas in der biblischen Didaktik sowie dessen Ursprünge im Psychodrama und in der Themenzentrierten Interaktion (TZI).

II. Bibliodrama im Religionsunterricht: Hier werden die spezifischen Herausforderungen und didaktischen Vorgehensweisen für die Orientierungs-, Mittel- und Kursstufe detailliert erörtert, inklusive praktischer Beispiele.

III. Fazit: Das Fazit reflektiert die Unterschiede in der Anwendung zwischen den Altersstufen und bewertet kritisch die Vor- und Nachteile des Bibliodramas als bibeldidaktische Unterrichtsmethode.

Schlüsselwörter

Bibliodrama, Religionsunterricht, Bibeldidaktik, Psychodrama, Themenzentrierte Interaktion, TZI, Schulpraxis, Rollenspiel, Texterschließung, Schöpfungsgeschichte, Exegese, Interreligiöses Lernen, Altersstufen, Didaktik, Lebensweltorientierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Hausarbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht, inwieweit das Bibliodrama als innovative Methode geeignet ist, um biblische Texte im Religionsunterricht an Gymnasien lebendig und erfahrungsorientiert zu vermitteln.

Welche wissenschaftlichen Disziplinen bilden den theoretischen Hintergrund?

Neben der biblischen Didaktik zieht die Arbeit Erkenntnisse aus der Entwicklungspsychologie, dem Psychodrama nach Moreno sowie der Themenzentrierten Interaktion (TZI) nach Ruth Cohn heran.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Chancen und Grenzen des Bibliodramas auszuloten und praxisnahe Konzepte zu entwickeln, wie Schüler durch diese Methode einen persönlichen Zugang zur Bibel finden können.

Welche methodischen Ansätze werden für den Unterricht vorgeschlagen?

Die Arbeit schlägt je nach Altersstufe unterschiedliche methodische Schritte vor, von spielerischen Einstiegen über Rollenspiele bis hin zu Diskussionen und gestalterischen Arbeiten wie dem Töpfern.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung und eine praktische Untersuchung des Bibliodramas in der schulischen Anwendung, unterteilt in Orientierungs-, Mittel- und Kursstufe.

Welche zentralen Schlüsselwörter definieren das Werk?

Die wichtigsten Begriffe umfassen Bibliodrama, Bibeldidaktik, Psychodrama, TZI, Schulpraxis, Rollenspiel und interreligiöses Lernen.

Wie unterscheidet sich die Anwendung des Bibliodramas in der Orientierungs- von der Kursstufe?

Während in der Orientierungsstufe der spielerische und phantasievolle Zugang zur Identifikation mit den Texten im Vordergrund steht, werden in der Kursstufe eine stärkere exegetische Fundierung und die Reflexion von Menschenbildern erwartet.

Welche Rolle spielt die Exegese bei der Vorbereitung eines Bibliodramas?

Die Autorin argumentiert, dass eine exegetische Vorbereitung unerlässlich ist, um eine zu einseitige oder oberflächliche Interpretation biblischer Texte durch die Gruppe zu vermeiden und dem Text gerecht zu werden.

Wie geht die Autorin mit dem Thema interreligiöses Bibliodrama um?

Anhand des Beispiels der Opferung Isaaks (bzw. Ismaels) in Bibel und Koran zeigt sie, wie Bibliodrama als Brücke zur interkulturellen und interreligiösen Kompetenzförderung zwischen christlichen und muslimischen Schülern dienen kann.

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Details

Title
Chancen und Grenzen des Bibliodramas im Religionsunterricht
College
University of Heidelberg
Grade
2,5
Author
Anja Schick (Author)
Publication Year
2005
Pages
88
Catalog Number
V64241
ISBN (eBook)
9783638571135
ISBN (Book)
9783656783749
Language
German
Tags
Chancen Grenzen Bibliodramas Religionsunterricht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anja Schick (Author), 2005, Chancen und Grenzen des Bibliodramas im Religionsunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64241
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