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Das Drama 'Des Teufels General' als Film (1955) und als Theaterinszenierung (1996)

Title: Das Drama 'Des Teufels General' als Film (1955) und als Theaterinszenierung (1996)

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 24 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Bianca Stärk (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Einleitung

Des Teufels General ist ein Drama in drei Akten, das 1942 von Carl Zuckmayer im Exil geschrieben wurde. Anstoß für die Figur des General Harras war das Schicksal von Zuckmayers Freund, dem deutschen Fliegergeneral Ernst Udet, der Selbstmord beging. Dies wurde jedoch von den Nationalsozialisten als Unfall vertuscht. Die Uraufführung von Des Teufels General in Zürich im Jahr 1946 mit Gustav Knuth in der Rolle des Harras war ein großer Erfolg in den ersten Nachkriegsjahren. Die Menschen sahen sich mit ihrer Vergangenheit konfrontiert und viele konnten sich mit dem jungen Hartmann identifizieren, dessen Glaube an den Nationalsozialismus durch das Beobachten eines Vertilgungskommandos in Polen tief erschüttert wird. Das Stück beinhaltet keine klare Schwarz-Weiß- Malerei, abgesehen von dem BDM-Mädchen Pützchen, das allzu sehr dem Bild eines ‚Herrenmenschen’ gleicht. Trotzdem wurde das Drama nicht immer begeistert aufgenommen. Vor allem die Gestalt des Widerstandskämpfers Oderbruch, der das Leben von Freunden und Landsleuten aufs Spiel setzt um das Regime zu schädigen, wurde kontrovers diskutiert. Das veranlasste Zuckmayer dazu, in Absprache mit dem Regisseur Helmut Käutner, die Figur Oderbruch in der Verfilmung des Dramas weniger problematisch darzustellen.

Im Jahr 1996 griff der Theaterintendant Frank Castorf Zuckmayers Drama wieder auf und versuchte den Mythos vom missbrauchten deutschen Soldaten auszuhebeln. Durch einen Geschlechter- und Rollentausch trieb er das Stück ins Groteske. In einer dreistündigen Inszenierung fand der Zuschauer sich fern der Heimat in einem Raumschiff oder auf dem Mond wieder1, von wo aus er die Erde und die Kriegsgeschehnisse nur noch auf einer großen Leinwand verfolgen konnte. Castorf versuchte das Drama durch eine Neuinszenierung auch in der heutigen Zeit interessant zu machen. Diese Inszenierung bewegt sich in ihrer ästhetischen und inhaltlichen Ausprägung über den Erkenntnishorizont des Entstehungsjahres 1942 und des Jahres 1955, in welchem der Film erschien, hinaus.

Im Folgenden werden der Film von Helmut Käutner und die Inszenierung von Frank Castorf genauer in Augenschein genommen und einige Unterschiede des Films und der Theaterinszenierung erarbeitet. Zusätzlich wird auch Zuckmayers Drama zur Verdeutlichung der Veränderungen in den Vergleich mit einbezogen. Die Basis für den Vergleich liefern einige Erkenntnisse aus der Medientheorie zur Unterscheidung der zwei Medien Theater und Film. Zusätzlich wird noch auf die Absichten des Autors Carl Zuckmayer eingegangen, die teilweise die Konstruktion des Dramas an sich erklären, ebenso wie deren Umsetzung im Film.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 UNTERSCHIEDE THEATER UND FILM ALLGEMEIN

3 ZUCKMAYERS INTENTIONEN

3.1 GENERAL HARRAS

3.2 ODERBRUCH

3.3 HARTMANN

4 KÄUTNERS FILM DES TEUFELS GENERAL (1955)

4.1 DIE GESTAPOHAFT VON HARRAS

4.2 DIE FIGUR ODERBRUCH

4.3 KLEINERE ÄNDERUNGEN

5 CASTORFS THEATERINSZENIERUNG DES TEUFELS GENERAL (1996)

5.1 GENERALIN HARRAS?

5.2 DIE VERFREMDUNG

6 FILM UND THEATERSTÜCK IM VERGLEICH

7 SCHLUSSBETRACHTUNG

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die unterschiedliche mediale Umsetzung von Carl Zuckmayers Drama "Des Teufels General" im Film von Helmut Käutner (1955) und in der Theaterinszenierung von Frank Castorf (1996), um den Wandel in der Interpretation der NS-Vergangenheit und der Schuldfrage aufzuzeigen.

  • Medientheoretische Grundlagen zur Unterscheidung von Theater und Film
  • Analyse der ursprünglichen Absichten von Carl Zuckmayer
  • Vergleich der Charakterdarstellung und moralischen Gewichtung in Drama, Film und Inszenierung
  • Untersuchung von Brechts Verfremdungseffekt bei Frank Castorf
  • Debatte um Schuld, Opferstatus und Identifikation in der Nachkriegsgesellschaft

Auszug aus dem Buch

3.2 Oderbruch

Die anhaltende Diskussion um die umstrittene Figur ‚Oderbruch’ veranlasste Zuckmayer zu wiederholter Auseinandersetzung mit dieser Figur. In einer öffentlichen Diskussion 1948 in München wurde er gefragt, „[...] ob denn unter der Parole, dass der Zweck die Mittel heilige, Hunderte von Kameraden in den Tod geschickt werden dürfen?“ Zuckmayers Antwort darauf war:

Oderbruch will ja nicht das herbeiführen, was wir jetzt in Deutschland haben. Er will, dass es einfach aufhört. Er ist kein finsterer Verschwörer, oder der Widerstand schlechthin. Er lebt in der Verzweiflung eines Menschen, der gegen sein eigenes Volk und selbst gegen seine besten Freunde kämpfen muß, weil er sieht, daß der Sieg seines Volkes die Permanenz des Bösen wäre.

Später bekannte jedoch auch Zuckmayer: „Ich habe selbst immer wieder mit ihm gekämpft, und er mit mir, [...]. Trotzdem konnte ich selbst mich nie mit Oderbruchs Handlungsweise abfinden, obwohl sie mir zwangsläufig erschien.“ Diese Unfähigkeit aufseiten Zuckmayers sich mit seiner eigenen Figur zu identifizieren ist einer der Gründe, warum Oderbruch für viele Kritiker und Kriegsteilnehmer nicht überzeugend wirkte.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Einführung in das Drama und seine Rezeption sowie Zielsetzung der Arbeit unter Berücksichtigung von Film und Theater.

2 UNTERSCHIEDE THEATER UND FILM ALLGEMEIN: Theoretische Abgrenzung der beiden Medien hinsichtlich Unmittelbarkeit, Nähe zum Publikum und Wirkung auf die Sinne.

3 ZUCKMAYERS INTENTIONEN: Untersuchung der vom Autor beabsichtigten Symbolik der Tragik in der Figur des General Harras, Oderbruch und Hartmann.

4 KÄUTNERS FILM DES TEUFELS GENERAL (1955): Analyse der filmischen Anpassungen, insbesondere der Gestapohaft-Sequenz und der Schuldentlastung der Figur Oderbruch.

5 CASTORFS THEATERINSZENIERUNG DES TEUFELS GENERAL (1996): Betrachtung der modernen, provokanten Inszenierung, inklusive Rollentausch und Verfremdungseffekt.

6 FILM UND THEATERSTÜCK IM VERGLEICH: Kritische Gegenüberstellung der unmittelbaren Wirkung der Inszenierung mit der realitätsnahen, aber distanzierten Filmversion.

7 SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassende Einschätzung zur zeitlosen Relevanz des Stücks und den Schwierigkeiten einer moralischen Lösung.

Schlüsselwörter

Carl Zuckmayer, Des Teufels General, General Harras, Oderbruch, Helmut Käutner, Frank Castorf, Theaterinszenierung, Film, Nationalsozialismus, Schuldfrage, Verfremdung, Brecht, Widerstand, deutsche Nachkriegsgeschichte, Geschlechtertausch.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie Carl Zuckmayers Drama "Des Teufels General" in zwei verschiedenen Medien – dem Film von 1955 und einer Theaterinszenierung von 1996 – interpretiert und dargestellt wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Medientheorie (Theater vs. Film), die Auseinandersetzung mit der Schuld des deutschen Volkes während der NS-Zeit und die künstlerische Demontage von Heldenmythen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich durch unterschiedliche Inszenierungen und filmische Mittel der Blick auf die moralische Schuld des Protagonisten Harras und des Widerstandskämpfers Oderbruch verändert hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literatur- und medienwissenschaftliche Analyse angewandt, die das Drama mit den jeweiligen filmischen und theatralen Adaptionen unter Einbezug von Zitaten des Autors und zeitgenössischer Kritik vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Unterschiede von Film und Theater dargelegt, gefolgt von der Analyse der ursprünglichen Autorenintentionen und den konkreten inhaltlichen Änderungen in Käutners Film und Castorfs Inszenierung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte umfassen neben dem Dramentitel auch Begriffe wie "Schuldfrage", "Verfremdung", "NS-Diktatur" und die Namen der zentralen Akteure des Stücks sowie der Regisseure.

Warum wurde im Film die Figur Oderbruch verändert?

Die Figur wurde verändert, um Oderbruchs Handlungen weniger problematisch erscheinen zu lassen, da die ursprüngliche Darstellung im Drama bei vielen Zuschauern auf Unverständnis stieß.

Welche Rolle spielt der Geschlechtertausch bei Frank Castorf?

Castorf nutzt den Geschlechtertausch und die Besetzung von Harras durch eine Frau, um Stereotype zu zerstören, die Identifikation des Zuschauers zu unterbinden und die "gefährliche" Identifikationssoße der 50er Jahre zu dekonstruieren.

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Details

Title
Das Drama 'Des Teufels General' als Film (1955) und als Theaterinszenierung (1996)
College
University of Cologne  (Institut für deutsche Sprache und Literatur )
Course
Prosa zwischen 1945 und 1960
Grade
2,0
Author
Bianca Stärk (Author)
Publication Year
2005
Pages
24
Catalog Number
V64264
ISBN (eBook)
9783638571333
ISBN (Book)
9783638735759
Language
German
Tags
Drama Teufels General Film Theaterinszenierung Prosa
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bianca Stärk (Author), 2005, Das Drama 'Des Teufels General' als Film (1955) und als Theaterinszenierung (1996), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64264
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