Jeder Kaufmann ist zur Aufstellung eines Jahresabschlusses verpflichtet, welcher „unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage“ zu vermitteln hat. Diese Angaben erlauben es den Bilanzadressaten ihre Informationsbedürfnisse zu befriedigen und dienen zum Beispiel als Grundlage für Investitionsentscheidungen oder Kreditvergaben.
Den Unternehmen stehen allerdings unterschiedlichste Bilanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung um ihre bilanzpolitischen Ziele zu erreichen, was zur Folge hat, dass die im Jahresabschluss ausgewiesenen Werte nicht dem tatsächlichen Bild entsprechen müssen. Für die Bilanzadressaten bedeutet dies, dass ihre Entscheidungen auf falschen Angaben beruhen können.
Hier setzt die Bilanzanalyse an, deren Ziel es ist ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Unternehmung zu ermitteln, indem sie Unternehmensinformationen mithilfe von Kennzahlen und Kennzahlensystemen aufbereitet und auswertet. Die Bilanzanalyse teilt sich aufgrund der unterschiedlichen Informationsinteressen in finanzwirtschaftliche und erfolgswirtschaftliche Bilanzanalyse, wobei Letzteres vor allem für die Anteilseigner von Interesse ist und Auskunft über den Jahreserfolg erteilt.
„Das wesentliche Ziel der Erfolgsanalyse besteht in der Beurteilung der Ertragskraft des zu analysierenden Unternehmens“6, wobei unter Ertragskraft die Fähigkeit eines Unternehmens bezeichnet wird auch in Zukunft nachhaltig Gewinne zu generieren und dadurch zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit beizutragen. Die Ertragskraft ermöglicht somit den verschiedenen Stakeholdern Rückschlüsse für ihre Entscheidungen zu ziehen. So schließen beispielsweise Arbeitnehmervertreter von der Ertragskraft auf die Aussichten für zukünftige Lohn- und Gehaltsverhandlungen oder Konkurrenten auf den Erfolg zukünftiger Preiskämpfe.
Inhaltsverzeichnis
- Begriffsdefinition und Problemstellung der Arbeit
- Das Ergebnis nach DVFA zur Ermittlung der Ertragskraft eines Unternehmens
- Ergebnis je Aktie nach DVFA/SG
- Zielsetzung
- Bereinigungsgrundsätze
- Allgemeines Arbeitsschema
- Besonderheiten ausgewählter Branchen
- Cash-Earnings nach DVFA/SG
- Ermittlung des Cash-Earnings
- Bereinigungsgrundsätze
- Zusammenfassung und Fazit
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit analysiert die Ertragskraft eines Unternehmens anhand des Ergebnisses nach DVFA, einem wichtigen Kennzahlensystem für die Erfolgsanalyse. Das Ziel ist es, die Möglichkeiten zur Beurteilung der Ertragskraft eines Unternehmens durch die DVFA-Methoden aufzuzeigen und die Relevanz dieser Kennzahlen für verschiedene Stakeholder zu beleuchten.
- Begriffsdefinition und Problematik der Bilanzanalyse im Hinblick auf die Ertragskraft
- Das Ergebnis je Aktie nach DVFA/SG als Kennzahl zur Beurteilung der Ertragskraft
- Cash-Earnings nach DVFA/SG als weiteres Kennzahlensystem für die Ertragskraftanalyse
- Relevanz der DVFA-Kennzahlen für verschiedene Stakeholder
- Grenzen und Limitationen der DVFA-Methoden zur Beurteilung der Ertragskraft
Zusammenfassung der Kapitel
- Begriffsdefinition und Problemstellung der Arbeit: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung der Bilanzanalyse für die Beurteilung der Ertragskraft eines Unternehmens. Es wird die Problematik der unterschiedlichen Bilanzierungsmöglichkeiten und deren Einfluss auf die Aussagekraft der Bilanzzahlen beleuchtet.
- Das Ergebnis nach DVFA zur Ermittlung der Ertragskraft eines Unternehmens: Dieses Kapitel konzentriert sich auf das Ergebnis je Aktie nach DVFA/SG und die Methode der Cash-Earnings nach DVFA/SG. Es werden die Zielsetzung, die Bereinigungsgrundsätze und die Besonderheiten der Anwendung dieser Kennzahlen sowie deren Relevanz für verschiedene Stakeholder diskutiert.
Schlüsselwörter
Bilanzanalyse, Ertragskraft, Ergebnis je Aktie, Cash-Earnings, DVFA, SG, Bereinigungsgrundsätze, Stakeholder, Bilanzpolitik, Kennzahlen, Jahresabschluss, Bilanzadressaten.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Ziel der Bilanzanalyse nach DVFA?
Das Ziel der Bilanzanalyse nach DVFA ist es, ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Unternehmung zu ermitteln, indem Unternehmensinformationen mithilfe von Kennzahlen aufbereitet werden, um die wahre Ertragskraft zu beurteilen.
Was versteht man unter der Ertragskraft eines Unternehmens?
Unter Ertragskraft wird die Fähigkeit eines Unternehmens bezeichnet, auch in Zukunft nachhaltig Gewinne zu generieren und dadurch zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit beizutragen.
Welche Rolle spielt das Ergebnis je Aktie nach DVFA/SG?
Es dient als zentrale Kennzahl zur Beurteilung der Ertragskraft, indem es den Jahreserfolg um bilanzpolitische Einflüsse bereinigt und so eine bessere Vergleichbarkeit ermöglicht.
Was sind Cash-Earnings nach DVFA/SG?
Cash-Earnings sind ein Kennzahlensystem der Ertragskraftanalyse, das sich auf die zahlungswirksamen Erfolgsgrößen konzentriert und ebenfalls speziellen Bereinigungsgrundsätzen unterliegt.
Warum müssen Bilanzzahlen für die Analyse bereinigt werden?
Da Unternehmen unterschiedliche Bilanzierungsmöglichkeiten nutzen, um bilanzpolitische Ziele zu erreichen, entsprechen die ausgewiesenen Werte oft nicht dem tatsächlichen Bild. Bereinigungen neutralisieren diese Effekte.
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- Dipl.-Betriebswirt (FH) Matthias Lang (Author), 2005, Das Ergebnis nach DVFA zur Ermittlung der Ertragskraft eines Unternehmens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64265