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Hexen. Die Hintergründe zur Entwicklung des Hexentums

Title: Hexen. Die Hintergründe zur Entwicklung des Hexentums

Diploma Thesis , 2005 , 133 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Dana Sadler (Author)

Sociology - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Die allgemeine Vorstellung von Hexen beschränkt sich zumeist auf das sagenumwobene Bild einer alten Frau mit langer Nase, Buckel und Warzen, die kleine Kinder frisst und eine schwarze Katze hat. Aber auch die grausamen Zeiten der Hexenverfolgung, eine kollektive Hysterie, die sich um 1500 in ganz Europa ausbreitete und Tausenden von Frauen und Kindern, aber auch Männern und sogar schwarzen Katzen das Leben kostete, sind mit dem Begriff der Hexe unmittelbar verbunden.

In meiner Diplomarbeit werde ich auf die Hintergründe des Hexentums eingehen und dessen Entwicklung von Beginn der Menschheit an bis hin zur Neuzeit betrachten. Ein Hauptaugenmerk werde ich dabei auf gesellschaftliche Umstände richten, die zu der jeweiligen Entwicklung, wie beispielsweise der Hexenverfolgung, führten. Im Rahmen meiner Diplomarbeit möchte ich möchte ich folgende Fragen beantworten:
•Ist das Hexentum eine Religion?
•Wie kam es zu dem dunklen Kapitel der Hexenverfolgungen?
•Verschwand das Hexentum nach Ende der Hexenverfolgungen aus dem gesellschaftlichen Leben?
•Wie kam es zu einer Wiederbelebung bzw. fand diese statt?
•Warum ist das Hexentum heute wieder aktuell?
Die Arbeit gliedert sich in drei Abschnitte:
der I. Abschnitt (Kapitel 2 und 3) beschäftigt sich mit dem Grundlagen des Hexentums und den damit verbundenen magischen Praktiken,
im II. Abschnitt (Kapitel 4 bis 6) durchleuchte ich den geschichtlichen Hintergrund der Hexenverfolgungen und die damit verbundenen gesellschaftlichen Ereignisse Abschnitt III (Kapitel 8) widmet sich dem modernen Hexentum.
Bevor der zeitliche Ablauf der Entwicklungsstadien des Hexentum näher beleuchtet werden kann, müssen im zweiten Kapitel zunächst einige wichtige Begriffe, die in engem Zusammenhang mit der Thematik stehen, definiert werden. Im dritten Kapitel zeige ich den Begriff des Hexenglaubens und die damit verbunden Bräuche auf. Diese Feste werden von allen Menschen, die sich selbst mit dem Hexenglauben in Verbindung bringen, begangen und geehrt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

I. Abschnitt

2. Begriffsklärungen

3. Was ist das Hexentum?

3.1 Der Hexenglaube

3.2 Bräuche, Sabbate und deren Bedeutung in der christianisierten Welt

3.2.1 Samhain

3.2.2 Mittwinter

3.2.3 Imbolc

3.2.4 Frühjahrstagundnachtgleiche

3.2.5 Beltane

3.2.6 Mittsommer

3.2.7 Lammas

3.2.8 Herbsttagundnachtgleiche

3.3 Werkzeug und Symbole des Hexenkultes

3.3.1 Instrumente

3.3.2 Symbole

3.3.3 Hexen und ihre Raschdrogen

3.4 Fazit zum ersten Abschnitt

II. Abschnitt

4. Hexenverfolgung

4.1 Hexenjagd in Europa

4.1.1 Was ist Hexerei?

4.1.2 Das Ausmaß der Hexenjagd

4.2 Die Geistlichen Grundlagen

4.2.1 Der Hexensabbat aus christlicher Sicht

4.3 Die rechtlichen Grundlagen

4.3.1 Die Folter

4.3.2 Die weltliche Gerichtsbarkeit der Hexerei

4.3.3 lokale Gerichte

4.4 Der Einfluss der Reformation auf die Hexenverfolgung

4.4.1 Die Angst vor dem Teufel

4.4.2 Persönliche Heiligkeit, Schuld und Hexerei

4.4.3 Der Kampf gegen Aberglauben, Heidentum und Magie

4.5 Das Gesellschaftliche Umfeld der Hexenverfolgung

5. Das Ende der Hexenjagden

6. Hexenprozesse und Hexenwahn in Deutschland

6.1 Hexenverfolgungen in Sachsen

6.2 Beispiele von Hexenprozessen aus Sachsen

6.2.1 Ein Hartensteiner Hexenprozess

6.2.2 Der Zauberer von Bernsdorf

6.3 Fazit zum zweiten Abschnitt

III. Abschnitt

7. Fortleben und Wiederaufleben des Hexenglaubens

7.1 Neue Hexenverfolgungen

8. Das moderne Hexentum

8.1 Kritische Sichtweise des Hexenglaubens

8.1.1 Hexenglaube als Protestbewegung

8.1.2 Hexenglaube als neue Religion

8.1.2.1 Einordnung des Hexentums in das Theoretische System einer Religion

8.1.2.2 Das Hexentum aus Sicht der Religionssoziologie

9. Conclusio

10. Quellen

Zielsetzung & Themen

Die Diplomarbeit untersucht die historische und soziale Entwicklung des Hexentums von seinen Ursprüngen bis zur heutigen Neuzeit. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf den gesellschaftlichen Umständen und religiösen Hintergründen, die zur Hexenverfolgung führten, sowie auf der Transformation des Hexenbildes hin zu einem modernen Verständnis als Religion oder Protestbewegung.

  • Historische Entwicklung des Hexenglaubens und der Hexenverfolgung in Europa.
  • Analyse der rechtlichen, geistlichen und gesellschaftlichen Ursachen des Hexenwahns.
  • Betrachtung von regionalen Hexenprozessen am Beispiel von Sachsen.
  • Untersuchung des modernen Hexentums im Kontext der Religionssoziologie und des New-Age-Gedankens.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Einordnung des modernen Hexentums als Religion oder Protestbewegung.

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Hexenglaube

Das Wort Hexenglaube wirkt auf viele Menschen beängstigend und auf andere wiederum verwirrend. In der Volksmeinung sind Hexen alte und furchtbar hässliche Weiber, die kleine Kinder fressen, auf Besen reiten oder gar bösartige Teufelskultanhänger, die obszöne Riten praktizieren. Moderne Hexen, so glaubt man, seien übrig gebliebene Mitglieder der Hippie-Bewegung aus den Siebzigern, die immer wieder neue Mitlieder in ihren exzentrischen Club rekrutieren. Doch die Würden und der ernste Sinn einer wahren Religion fehlen.

Diese These wird wie folgt widerlegt: „Der Hexenglaube ist jedoch eine Religion, vielleicht die älteste in der westlichen Welt. Ihre Ursprünge reichen weiter zurück als Christentum, Judentum und Islam, weiter auch als Buddhismus und Hinduismus, und sie ist anders als alle anderen ‚so genannten’ großen Religionen. Die alte Religion, wie wir sie nennen, steht in ihrem Geiste den Traditionen der amerikanischen Eingeborenen oder dem Schamanismus der Arktis näher.“ (Starhawk 1992: 13)

Die Hexenreligion gründet nicht auf Dogmen oder Glaubensregeln, wie beispielsweise bei den Christen die Bibel oder bei den Muslimen der Koran. Der Hexenglaube bezieht seine Lehren und Glaubensgrundsätze aus der Natur und von den Elementen. Seine Inspiration zieht er aus den Bewegungen von Sonne, Mond und Sternen, aus dem Flug der Vögel, dem langsamen Wachsen der Bäume und dem Wandel der Jahreszeiten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema und Definition der Forschungsfragen hinsichtlich des Hexentums und dessen gesellschaftlicher Relevanz.

2. Begriffsklärungen: Definition zentraler Begriffe wie Religion, Magie, Aberglaube und Hexe, um das theoretische Fundament für die weitere Untersuchung zu legen.

3. Was ist das Hexentum?: Untersuchung des Hexenglaubens, der Bräuche (Sabbate), der Werkzeuge und Symbole sowie der Rolle von Rauschdrogen.

4. Hexenverfolgung: Detaillierte Analyse des historischen Hintergrunds, der geistlichen und rechtlichen Ursachen sowie des Einflusses der Reformation auf die Hexenjagd.

5. Das Ende der Hexenjagden: Erörterung der Gründe für den Rückgang und das Ende der großen Hexenverfolgungswellen.

6. Hexenprozesse und Hexenwahn in Deutschland: Spezifische Analyse der Hexenverfolgungen in Deutschland mit Fokus auf Sachsen und konkreten Prozessbeispielen.

7. Fortleben und Wiederaufleben des Hexenglaubens: Betrachtung der Kontinuität des Hexenglaubens über das 18. Jahrhundert hinaus bis hin zur modernen Wiederbelebung.

8. Das moderne Hexentum: Analyse des zeitgenössischen Hexentums, dessen kritische Rezeption und Einordnung als neue Religion oder Protestbewegung.

9. Conclusio: Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse und Beantwortung der eingangs formulierten Forschungsfragen.

10. Quellen: Auflistung der verwendeten Literatur und Internetquellen.

Schlüsselwörter

Hexentum, Hexenverfolgung, Religion, Magie, Heidentum, Aberglaube, Hexenprozesse, Soziologie, Christentum, Reformation, Wicca, New Age, Brauchtum, Symbolik, Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit befasst sich mit der Entwicklung des Hexentums von der Frühzeit bis zur Moderne. Dabei wird der Wandel von der mythischen Hexe über die verfolgte "Hexe" während der Hexenprozesse bis hin zum modernen, selbstbewussten Hexentum als Religion oder Protestbewegung analysiert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die Definition von Begriffen wie Hexerei und Magie, die historischen Hintergründe der Hexenverfolgungen in Europa (insbesondere in Deutschland/Sachsen) sowie die soziologische Einordnung des modernen Hexentums im Kontext der New-Age-Bewegung.

Welches primäre Ziel oder welche Forschungsfrage verfolgt die Arbeit?

Die Arbeit untersucht, ob das Hexentum als Religion klassifiziert werden kann, warum die Hexenverfolgungen in ihrem historischen Ausmaß stattfanden, und warum das Interesse am Hexentum in der heutigen Gesellschaft wieder zunimmt.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Autorin nutzt eine historisch-soziologische Analyse. Dabei stützt sie sich auf die Definitionen renommierter Soziologen wie Max Weber, Émile Durkheim und Niklas Luhmann sowie auf historische Fachliteratur, um das Phänomen Hexentum zu dekonstruieren und in heutige gesellschaftliche Strukturen einzuordnen.

Welche Inhalte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil behandelt im ersten Abschnitt die theoretischen Grundlagen und Bräuche des Hexentums, im zweiten Abschnitt die dunkle Geschichte der Hexenverfolgung mit Fokus auf deren rechtliche, geistliche und gesellschaftliche Ursachen, und im dritten Abschnitt die Wiederbelebung des Hexentums im 20. Jahrhundert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Hexenverfolgung, Religion, Magie, Heidentum, Soziologie, Wicca, New Age und Hexenprozesse charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die "moderne Hexe" von der frühneuzeitlichen Vorstellung?

Während die frühneuzeitliche "Hexe" ein Konstrukt war, das als Sündenbock für gesellschaftliche Ängste diente (oftmals alte, arme Frauen), begreifen sich moderne Hexen als Menschen, die ihre Identität bewusst wählen, naturverbunden leben und sich selbst als "weise Frauen" oder religiöse Akteure definieren.

Welche Rolle spielt die Region Sachsen in der Arbeit?

Sachsen dient der Autorin als regionales Fallbeispiel, um zu verdeutlichen, dass Hexenprozesse nicht einheitlich stattfanden, sondern lokale juristische Eigenheiten aufwiesen. Besonders die Prozesse von Hartenstein und Bernsdorf werden hierfür herangezogen.

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Details

Title
Hexen. Die Hintergründe zur Entwicklung des Hexentums
College
Technical University of Chemnitz
Grade
2,7
Author
Dana Sadler (Author)
Publication Year
2005
Pages
133
Catalog Number
V64274
ISBN (eBook)
9783638571425
ISBN (Book)
9783656774594
Language
German
Tags
Hexen Entwicklung Hexentums
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dana Sadler (Author), 2005, Hexen. Die Hintergründe zur Entwicklung des Hexentums, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64274
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