Typische Bestandteile eines ein- bzw. zweisprachigen (lernerbezogenen) Wörterbuchartikels


Seminararbeit, 2006

20 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ein- und zweisprachige Wörterbücher

3. Aufbau der Wörterbücher in Makro- und Mikrostruktur
3.1 Makrostruktur der Wörterbücher
3.2 Mikrostruktur der Wörterbücher

4. Übersicht über die Bauteile des Wörterbuchartikels

5. Lemma
5.1 Grammatische Angaben
5.2 Ausspracheangaben
5.3 Etymologische Angaben

6. Diasystematische Markierung

7. Definition

8. Äquivalenz

9. Syntagmatik

10. Paradigmatische Angaben

11. Funktion von Wörterbüchern

12. Hin- und Herübersetzungswörterbücher

13. Schlussbetrachtung

14. Literatur- und Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Lernwörterbücher sind für viele Personengruppen unentbehrlich, zum Beispiel für Schüler, Studenten, Lehrer und für fremdspracheninteressierte Laien. Schon die Auswahl des richtigen Wörterbuches ist für den Benutzer entscheidend. Außerdem muss er die Benutzung des Wörterbuchs beherrschen, um mit ihm effizient arbeiten zu können. Aufbau und Struktur von Wörterbuchartikeln sind daher generell für den Benutzer von Bedeutung. Darum soll es in der vorliegenden Arbeit gehen, wenn die typischen Bestandteile eines ein- bzw. zweisprachigen lernerbezogenen Wörterbuchartikels beschrieben werden.

In dem zweisprachigen Wörterbuch „Langenscheidts Großes Schulwörterbuch“ der Sprachrichtung Deutsch - Englisch findet der Lerner unter dem Begriff „Maus“ den folgenden Eintrag:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1-1: Wörterbucheintrag „Maus“ (Langenscheidts Großes Schulwörterbuch Deutsch – Englisch 1996:712)

Der entsprechende Eintrag in Langenscheidts Großem Schulwörterbuch Englisch – Deutsch lautet folgendermaßen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1-2: Wörterbucheintrag „mouse“ (Langenscheidts Großes Schulwörterbuch Englisch – Deutsch 1996:708)

Bereits auf den ersten Blick findet man in diesen Einträgen immer wiederkehrende, typische Bestandteile wie zum Beispiel Abkürzungen oder Aussprachehilfen, Definitionen, Übersetzungen und Beispiele, die dem Benutzer nützliche Informationen liefern. Um die genauere Analyse dieser Bestandteile soll es in der vorliegenden Arbeit gehen.

2. Ein- und zweisprachige Wörterbücher

Personen, die eine Fremdsprache erlernen, beziehungsweise mit dieser arbeiten wollen, greifen dabei hauptsächlich auf ein- oder zweisprachige Wörterbücher zurück, die im Prinzip ähnlich strukturiert sind. Zweisprachige Wörterbücher wie zum Beispiel Langenscheidts Großes Schulwörterbuch bieten zu jedem ausgangssprachlichen Eintrag mindestens eine zielsprachige Entsprechung, das Äquivalent. Sie werden daher Äquivalenzwörterbücher genannt.

Einsprachige Wörterbücher, zum Beispiel Le Petit Robert Langue Française, enthalten zu jedem Eintrag mindestens eine Definition der Bedeutung und werden Definitionswörterbücher genannt.

3. Aufbau der Wörterbücher in Makro- und Mikrostruktur

Wörterbücher lassen sich inhaltlich in Makro- und Mikrostruktur gliedern. Unter der

Makrostruktur verstehen wir die systematisch geordnete Folge von Wörterbucheinträgen, genannt Lemmata, Singular Lemma. Für diese gibt es verschiedene Ordnungsstrukturen. Die wichtigste und häufigste ist die alphabetische Reihenfolge der Lemmata.

Der Komplex aus Lemma und den dazugehörigen Informationen bildet die Mikrostruktur:

Lemma x + Information über Lemma x = Mikrostruktur (vgl. Hausmann 1977:4)

Aus der Gesamtheit der Mikrostrukturen ergibt sich die Makrostruktur des Wörterbuchs:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3-1: Schema Makro- und Mikrostruktur nach Hausmann (Hausmann 1977:4)

3.1 Makrostruktur der Wörterbücher

Die meisten Wörterbücher haben ein alphabetisches Ordnungsprinzip der Lemmata. Ein weiteres Ordnungsprinzip ist die Einteilung in Sachgruppen und Themen. Nach der Menge ihrer Lemmata unterscheidet man extensive Wörterbücher mit mehr als 30.000 Wörtern von selektiven Wörterbüchern mit weniger als 30.000 Wörtern (vgl. Hausmann 1977:5). Weiterhin konzentrieren sich manche Wörterbücher auf bestimmte Bereiche des Wortschatzes, wie zum Beispiel die Fremd- und die Fachwörterbücher. Enzyklopädien wiederum bieten eine möglichst vollständige und strukturierte Darstellung des Wissens zu einem bestimmten Thema.

3.2 Mikrostruktur der Wörterbücher

Nach Hausmann besteht der wichtigste Unterschied in der Mikrostruktur zwischen dem einsprachigen Wörterbuch, das zu jedem Eintrag eine Definition mit oder ohne Beispiel enthält (Definitionswörterbuch) und dem zweisprachigen Wörterbuch, das für jedes Lemma ein zielsprachiges Äquivalent, die Übersetzung, liefert (Äquivalenzwörterbuch).

Die Makrostruktur wird sekundär in der Mikrostruktur in Form von Untereinträgen fortgesetzt, zum Beispiel durch Synonyme oder durch Grundwort und Ableitungen (vgl. Hausmann 1977:6). In Aussprachewörterbüchern ist die Mikrostruktur sehr kurz, in orthographischen Wörterbüchern fehlt sie ganz. Der Rechtschreibeduden zum Beispiel weist nur eine äußerst knappe Mikrostruktur auf, weil der Benutzer nur an der Orthographie der Lemmata interessiert ist.

4. Übersicht über die Bauteile des Wörterbuchartikels

Der klassische Bausatz des Wörterbuchartikels besteht nach Hausmann aus drei Komponenten:

Lemma, Definition und Beispiel (vgl. Hausmann 1977:6)

In zweisprachigen Wörterbüchern wird dieser Bausatz zu folgendem Schema abgewandelt:

Lemma, Übersetzung (Äquivalent), Beispiel, Übersetzung des Beispiels

Fumeur – Raucher. Grand fumeur - starker Raucher

Das Beispiel setzt das Lemma (hier: „Fumeur“) in eine für dieses Wort typische Beziehung zu anderen Worten („Grand fumeur“), die syntaktische Verbindung (vgl. Hausmann 1977:7). So wird dem Rezipienten die richtige Verwendung des Wortes verdeutlicht, das heißt das gemeinsame Miteinandervorkommen mit anderen Worten im Satz. Die für jedes Wort charakteristischen Eigenschaften nennt man syntagmatische Charakteristika (vgl. Hausmann 1977:70).

Ein weiterer Bestandteil des Wörterbuchartikels – vor allem in den Definitionswörterbüchern – sind die paradigmatischen Beziehungen des Lemmas, das heißt, seine „Form- oder Bedeutungsbeziehungen“ im System der Sprache, wie zum Beispiel Worte mit gleicher, gegensätzlicher oder in anderer Weise verwandter Bedeutung oder gleicher oder ähnlicher Aussprache (vgl. Hausmann 1977:7).

Weitere Angaben betreffen das Lemma selber, wie Grammatik, Aussprache, Etymologie (das heißt Geschichte des Wortes) und allgemeine Angaben, die zum Beispiel die geographische Verbreitung oder die fachsprachliche Zugehörigkeit betreffen. Diese allgemeinen Angaben werden als diasystematische Markierung bezeichnet. Damit ergibt sich für einsprachige Wörterbücher folgender Bausatz:

Lemma, Definition, Syntagmatik, Paradigmatik

5. Lemma

Die Lemmata, das heißt die Wörterbucheinträge, bestehen aus Einzelwörtern, Wortzusammensetzungen („pomme de terre“), eventuell Prä- und Suffixartikeln (anti-, -ard), Eigennamen und eventuell Abkürzungen. Es werden verschiedene Schreibweisen eines Lemmas angegeben, ebenfalls verschiedene Bedeutungen bei gleicher Schreibweise (zum Beispiel kann das französische Wort „vol“ sowohl Flug als auch Diebstahl bedeuten).

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Typische Bestandteile eines ein- bzw. zweisprachigen (lernerbezogenen) Wörterbuchartikels
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Seminar für Übersetzen und Dolmetschen)
Veranstaltung
Lexikografie und Terminologie
Note
2,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
20
Katalognummer
V64385
ISBN (eBook)
9783638572194
ISBN (Buch)
9783638922302
Dateigröße
578 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Typische, Bestandteile, Wörterbuchartikels, Lexikografie, Terminologie
Arbeit zitieren
Marius Müller-Falcke (Autor), 2006, Typische Bestandteile eines ein- bzw. zweisprachigen (lernerbezogenen) Wörterbuchartikels, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64385

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