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Bikulturelle Inkonsistenz - Das Problem der Identitätsfindung ausländischer Kinder und Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland

Title: Bikulturelle Inkonsistenz - Das Problem der Identitätsfindung ausländischer Kinder und Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland

Intermediate Examination Paper , 2006 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Kim-Christin Janßen (Author)

Psychology - Intelligence and Learning Psychology
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Einleitung

Wir leben heute in einem komplizierten sozialen Gefüge, welches durch verschiedene Kulturen innerhalb unserer Gesellschaft geprägt ist.

Ende 2003 lebten 7,3 Millionen Ausländer in Deutschland, was einem Anteil von 8,9 Prozent der Gesamtbevölkerung Deutschlands entspricht. Auch im Schulalltag stellen ausländische Kinder alles andere als eine Minderheit dar. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass diese Kinder in das deutsche Schulsystem optimal eingegliedert werden. Leider hapert es genau an diesem Punkt, denn ein Großteil der ausländischen Kinder kommt im deutschen Schulalltag einfach nicht mit. Angefangen bei der Grundschule häufen sich Defizite in fast allen schulischen Bereichen. Weiter möchte ich darstellen, was mögliche Ursachen für das Scheitern in der Schule sein können. Dieser Aspekt spielt hinsichtlich des Übergangs von der Grundschule auf eine weiterführende Schule eine große Rolle, da in der Grundschule die wichtigsten Bausteine für eine weitere Schullaufbahn gelegt werden.

Im Rahmen unseres Seminars „Fürs Leben lernen. Psychologie der schulischen Übertrittsauslese“ habe ich mich mit dem Thema der Identitätsfindung ausländischer Kinder und Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland beschäftigt. Dabei stellt sich mir die Frage, inwiefern sich das Problem des Bilingualismus und der kulturellen Inkonsistenz auf den schulischen Übertritt von der Grundschule auf eine weiterführende Schule auswirkt.

Welche Rolle spielt die Zweisprachigkeit oder auch doppelte Halbsprachlichkeit bei der Übertrittsauslese? Inwiefern sind jene Kinder benachteiligt, die über den Bilingualismus verfügen?

Zu betrachten sind dabei nicht nur die schulischen Leistungen in Gegenwart und Zukunft, sondern auch die Rolle des Kindes innerhalb einer Klassengemeinschaft. Wie kann sich ein Kind erneut in eine neue Klassengemeinschaft integrieren, wo es sich doch gerade erst in seiner Grundschulklasse eingelebt hat?

Da ich mir hinsichtlich beschriebener Problematiken gefragt habe, welche Chancen die ausländische Schulabgänger – ob mit oder ohne Abschluss - auf dem deutschen Arbeitsmarkt haben, werde ich am Ende dieser Arbeit einige Fakten über die Ausbildungs- und tatsächlichen Arbeitschancen auflisten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Kulturbegriff

2.1 Türkische Kultur

3. Das Problem der Identität

3.1 Begriffsdefinition

3.2 Die Suche nach der eigenen Identität ausländischer Kinder und Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland

4. Das Problem der Zweisprachigkeit bei Immingrantenkindern

4.1 Die Rolle der Muttersprache

4.2 Das Problem der Zweisprachigkeit

4.3 Förderungsmaßnahmen in der Bundesrepublik Deutschland

4.4 Defizite trotz Förderung

4.5 Mögliche Gründe für das Scheitern in der Schule

5. Die Betroffenheit ausländischer Kinder bei der Übertrittsauslese

6. Berufliche Integration ausländischer Schulabgänger in der Bundesrepublik Deutschland

7. Schluss:

8. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die psychologischen und sozialen Herausforderungen ausländischer Kinder und Jugendlicher bei der Identitätsfindung sowie deren Einfluss auf den schulischen Erfolg und die berufliche Integration in Deutschland. Dabei wird insbesondere der Zusammenhang zwischen Bilingualismus, kultureller Inkonsistenz und der schulischen Übertrittsauslese analysiert.

  • Bikulturelle Inkonsistenz und Identitätskrisen
  • Die Rolle der Zweisprachigkeit und doppelte Halbsprachlichkeit
  • Schulische Defizite und Fördermaßnahmen
  • Chancengleichheit bei der Übertrittsauslese
  • Berufliche Integrationsperspektiven

Auszug aus dem Buch

3.2 Die Suche nach der eigenen Identität ausländischer Kinder und Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland

Ausländische Kinder und Jugendliche stehen in einem Spannungsfeld zwischen zwei Kulturen, weshalb der Begriff der Identität hier eine wichtige Rolle spielt. Laut Weber geraten die Heranwachsenden oftmals in eine Identitätskrise, wenn sie zwischen zwei Kulturen stehen. Da sie von beiden Seiten beeinflusst werden, fühlen die Heranwachsenden sich eingeengt sowie hin- und hergerissen (Atabay, 1994).

Die beiden Nationalitäten, zwischen denen die Kinder schwanken – der Nationalität ihrer Herkunfstfamilie und der Deutschen – lösen sich bei Einreise nach Deutschland nicht ab, sondern überlagern sich (Haußer, 1983).

Hierfür wird der Begriff „Bikulturelle Inkonsistenz“ verwendet.

Je unähnlicher die neue Umgebung im Vergleich zu der alten ist, desto mehr verlangt sie von den Einwanderern an Veränderungen und Anpassung ab (Montada, 2002).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass ausländische Kinder im deutschen Schulalltag signifikante Defizite aufweisen, und hinterfragt den Einfluss von Bilingualismus und kultureller Inkonsistenz auf den schulischen Übertritt.

2. Der Kulturbegriff: Es werden verschiedene Definitionen von Kultur sowie das Konzept der kulturellen Transmission erläutert und mit den patriarchalen Strukturen der türkischen Kultur kontrastiert.

3. Das Problem der Identität: Dieses Kapitel definiert den psychologischen Identitätsbegriff und analysiert die Identitätskrisen, die durch das Spannungsfeld zwischen zwei Kulturen und die daraus resultierende bikulturelle Inkonsistenz entstehen.

4. Das Problem der Zweisprachigkeit bei Immingrantenkindern: Es wird die Bedeutung der Muttersprache diskutiert und das Phänomen der doppelten Halbsprachlichkeit als sprachliche Barriere im deutschen Bildungssystem sowie die schulischen Förderansätze untersucht.

5. Die Betroffenheit ausländischer Kinder bei der Übertrittsauslese: Das Kapitel beleuchtet, wie sprachliche Defizite und die Orientierung an rein schulischen Leistungen ausländische Kinder bei der Selektion für weiterführende Schulen benachteiligen.

6. Berufliche Integration ausländischer Schulabgänger in der Bundesrepublik Deutschland: Es werden Daten zur sektoralen Verteilung und Qualifikation türkischstämmiger Jugendlicher sowie deren Chancen auf dem Arbeitsmarkt im Vergleich zu deutschen Schulabgängern dargelegt.

7. Schluss: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass strukturelle Chancenungleichheit und Diskriminierung den schulischen und beruflichen Erfolg ausländischer Jugendlicher maßgeblich einschränken.

8. Literatur: Verzeichnis der verwendeten Quellen.

Schlüsselwörter

Bikulturelle Inkonsistenz, Identitätsfindung, Identitätskrise, Zweisprachigkeit, doppelte Halbsprachlichkeit, Migration, schulische Integration, Übertrittsauslese, Migrantenkinder, Bildungsbenachteiligung, kulturelle Transmission, türkische Kultur, berufliche Integration, Schulsystem, Diskriminierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Hausarbeit primär?

Die Arbeit analysiert die spezifischen Schwierigkeiten, mit denen ausländische Kinder und Jugendliche bei ihrer Identitätsfindung in Deutschland konfrontiert sind, und wie diese mit schulischen Misserfolgen und beruflicher Ausgrenzung zusammenhängen.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?

Zentrale Themen sind der Kulturbegriff, das Problem der bikulturellen Identität, die Herausforderungen durch Zweisprachigkeit (Halbsprachlichkeit) sowie die strukturelle Benachteiligung im deutschen Schul- und Ausbildungssektor.

Was ist die zentrale Forschungsfrage des Textes?

Die Arbeit geht der Frage nach, inwiefern sich das Problem des Bilingualismus und der kulturellen Inkonsistenz negativ auf den schulischen Übertritt von der Grundschule auf eine weiterführende Schule auswirkt.

Welche wissenschaftliche Methodik liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf psychologischer und soziologischer Fachliteratur (z. B. Erikson, Montada, Atabay) sowie statistischen Daten des Statistischen Bundesamtes basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit ausführlich behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit den psychologischen Mechanismen der Identitätsbildung, den Mängeln bei der sprachlichen Förderung in Übergangs- oder Regelklassen und den Auswirkungen der Übertrittsauslese auf die Bildungsbiografie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind insbesondere die bikulturelle Inkonsistenz, die doppelte Halbsprachlichkeit, die Übertrittsauslese und die Chancenungleichheit am Arbeitsmarkt.

Welche Rolle spielt die „doppelte Halbsprachlichkeit“ bei der Übertrittsauslese?

Sie gilt als großes Problem, da die betroffenen Kinder oft in beiden Sprachen über keine ausreichende Kompetenz verfügen, um den hohen Anforderungen des deutschen Fachunterrichts (insbesondere im Fach Deutsch) zu genügen, was ihre schulische Leistung und damit die Übertrittsempfehlung mindert.

Warum fällt laut der Autorin der Übergang in das Berufsleben oft schwer?

Neben geringeren schulischen Qualifikationen weist die Autorin darauf hin, dass selbst bei gleicher Qualifikation im deutschen Arbeitsmarkt häufig deutsche Schulabgänger bevorzugt werden, was zu einer fortgesetzten Benachteiligung führt.

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Details

Title
Bikulturelle Inkonsistenz - Das Problem der Identitätsfindung ausländischer Kinder und Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland
College
University of Flensburg  (Institut für Psychologie)
Grade
1,0
Author
Kim-Christin Janßen (Author)
Publication Year
2006
Pages
24
Catalog Number
V64402
ISBN (eBook)
9783638572316
ISBN (Book)
9783638670005
Language
German
Tags
Bikulturelle Inkonsistenz Problem Identitätsfindung Kinder Jugendlicher Bundesrepublik Deutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kim-Christin Janßen (Author), 2006, Bikulturelle Inkonsistenz - Das Problem der Identitätsfindung ausländischer Kinder und Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64402
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