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Stereotypen oder Propaganda - Analyse eines Amerikabildes aus der Zeit des Nationalsozialismus

Titel: Stereotypen oder Propaganda - Analyse eines Amerikabildes aus der Zeit des Nationalsozialismus

Seminararbeit , 2003 , 17 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Tobias Herbst (Autor:in)

Amerikanistik - Kultur und Landeskunde
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

„Frühjahr 1935. Über die weiten amerikanischen Ebenen fegt der Staubsturm. Nach der Uhr ist es Mittag, aber überall brennen die elektrischen Lampen, die Sonne ist zu einer bläulich roten Scheibe geworden, die keine Leuchtkraft hat. Der Staub dringt in alle Ritzen und knirscht in den Zähnen der Menschen und Tiere. Niemand kann sich vor die Tür wagen, es wäre sein Tod.
Der Blick reicht keine hundert Meter weit, und auch drinnen in den Häusern schützt man sich durch nasse Tücher vor Nase und Mund vor den schrecklichen Wirkungen der allerfeinsten Staubteilchen. Die Landstrassen sind verlassen, die Eisenbahnzüge schleichen nur noch vorwärts. Das Vieh ist verstört, weil es nicht begreift, was plötzlich in der Natur vorgeht. Die kleinen Kinder und die an Lungenentzündung erkrankten Erwachsenen, die sich nicht rechtzeitig in volle Sicherheit bringen konnten, sterben schnell dahin.
Das ist schlimmer als ein Tornado, als sengende Hitze und eisige Winterskälte, das ist das Furchtbarste was die Menschen in Amerika je erlebt haben. Wenn der Wind sich legt, ist die Gefahr noch längst nicht vorüber, denn dann senkt sich immer noch der Staub tagelang hernieder und tötet alles ungeschützte Leben. Das ist die Strafe für menschliche Gier und Geldsucht.“
Dieses Zitat aus dem Buch „Amerika alt und neu - Geschichten aus USA“ über den Zusammenhang zwischen den Naturgewalten und dem Schicksal einiger amerikanischer Einwohner zeugt von einer kritischen Einstellung des Autors gegenüber den USA und stammt aus der Zeit des Dritten Reiches. Die Natur „rächt“ sich an seinen Einwohnern für „das Unrecht“, welches sie, in diesem Fall durch den Kriegseintritt im ersten Weltkrieg, begangen haben. Die Vereinigten Staaten von Amerika waren über einige Jahrhunderte von verschiedenen, meist jedoch mehr negativen als positiven Stereotypen gekennzeichnet.
Reiseberichte, genauso wie Briefe von europäischen Auswanderern, als auch Werbebroschüren amerikanischer Bürger verbreiteten in Europa seit der Entdeckung der „Neuen Welt“ umfangreiche, aber auch unterschiedliche Bilder über „das Land der unbegrenzten Möglichkeiten“.
Während der Zeit des Nationalsozialismus jedoch lässt sich verhältnismäßig wenig Literatur über die USA finden. Das hängt natürlich zum einen mit der immer weiter voranschreitenden Pressezensur zusammen, und außerdem stimmte der ‚American way of life’ überhaupt nicht mit der Ideologie der Nationalsozialisten überein.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2.1 Erläuterung und Definition des Begriffs „Stereotyp“

2.2 Vorstellung des Buches: „Amerika – alt und neu, Geschichten aus USA.“

2.3 Analyse des Amerikabildes dieses Buches

3. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, das in dem Buch „Amerika – alt und neu, Geschichten aus USA“ aus dem Jahr 1938 vermittelte Amerikabild kritisch zu untersuchen und zu analysieren, ob es sich dabei um tradierte Stereotypen oder um gezielte nationalsozialistische Propagandamittel handelt.

  • Wissenschaftliche Definition und Einordnung des Begriffs „Stereotyp“.
  • Vorstellung des historischen Quellenwerks im Kontext der Zeit des Nationalsozialismus.
  • Analyse der Darstellung der USA als „Rohstoffmacht“ und wirtschaftlicher Akteur.
  • Untersuchung der kritischen Sichtweise auf den amerikanischen „New Deal“.
  • Bewertung der Darstellung der US-Rolle im Ersten Weltkrieg aus deutscher NS-Perspektive.

Auszug aus dem Buch

2.3 Analyse des Amerikabildes dieses Buches

In diesem Kapitel soll nun genauer auf das spezielle Amerikabild dieses Buches eingegangen und anhand von Textpassagen diskutiert werden. Dabei wird hier verstärkt das dritte Kapitel des Buches „Weltmacht USA“ analysiert, denn dort werden die Vereinigten Staaten am umfangreichsten charakterisiert. Angefangen von der „Rohstoffmacht USA“ und weitergeleitet über die „Umwertung aller Werte“ wird abschließend die „Roosevelt-Revolution“ präsentiert.

Eingangs wird die überwältigend große Rohstoffproduktion der Vereinigten Staaten hervorgehoben. Es wird aufgeführt, dass die USA 50 % aller Steinkohlenvorräte, 20 % aller Eisenerz- und 16 % aller Erdölvorräte der Welt besitzen. Weiterhin werden die USA als das mächtigste Wirtschaftsterritorium der Welt beschrieben, denn:

„kein Land (…) vereinigt in gleicher Weise so viel günstige und sich organisch ergänzende Vorraussetzungen für die Entfaltung seiner Wirtschaft wie die Vereinigten Staaten, deren Territorium sich über verschiedene Klimate und Wachstumszonen zwischen zwei Ozeanen erstreckt.“

Doch obwohl die USA einen großen Teil der Rohstoffe selber fördern könnten, wird darauf hingewiesen, dass sie trotzdem vom ausländischen Markt abhängig seien, da ihnen bestimmte Rohmaterialien und Ernährungsstoffe fehlten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik ein, präsentiert das zu untersuchende Buch und formuliert die zentrale Fragestellung bezüglich der Natur des Amerikabildes während der NS-Zeit.

2.1 Erläuterung und Definition des Begriffs „Stereotyp“: Dieser Abschnitt bietet eine sozialpsychologische Definition von Stereotypen als änderungsresistente, wertende Bilder einer fiktiven Welt.

2.2 Vorstellung des Buches: „Amerika – alt und neu, Geschichten aus USA.“: Hier wird der Aufbau und der Inhalt des untersuchten Werkes strukturell vorgestellt, um den Rahmen für die anschließende Analyse zu setzen.

2.3 Analyse des Amerikabildes dieses Buches: Dieses Kernkapitel untersucht anhand ausgewählter Textpassagen, wie das Buch die USA charakterisiert und wo sich propagandistische Tendenzen zeigen.

3. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass das Buch eine Mischung aus altbekannten Stereotypen und spezifischer NS-Propaganda darstellt.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Amerikabild, Stereotypen, Propaganda, Roosevelt-Revolution, USA, New Deal, Wirtschaftsmacht, Erste Weltkrieg, Weltwirtschaftskrise, Drittes Reich, Geschichtsanalyse, Raubwirtschaft, Vorurteile, Fremdwahrnehmung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Amerikabild, das in einem populären deutschen Buch aus dem Jahr 1938 vermittelt wurde, und untersucht, ob dieses Bild von historischen Vorurteilen oder NS-Propaganda geprägt ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Im Zentrum stehen die Begriffe „Stereotyp“ und „Propaganda“, die wirtschaftliche Rolle der USA sowie die ideologische Sichtweise auf den amerikanischen „New Deal“ und den Ersten Weltkrieg.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, das Amerikabild des Buches „Amerika – alt und neu“ zu dekonstruieren und zu klären, inwieweit es sich um eine sachliche Analyse oder um gezielte ideologische Stimmungsmache gegen die USA handelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine inhaltsanalytische Methode, bei der gezielt Passagen des Quellentextes auf ihre wertende Rhetorik und historische Einordnung hin geprüft werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Definition von Stereotypen, die Vorstellung des Buches und eine detaillierte textbasierte Analyse, insbesondere des Kapitels „Weltmacht USA“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Nationalsozialismus, Propaganda, Stereotypen, New Deal, Roosevelt und das Amerikabild der 1930er Jahre.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Obersten Gerichtshofs im Buch?

Das Buch stellt den Obersten Gerichtshof als eine verhindernde Institution dar, was der Autor der Arbeit als Beleg für eine erkennbare Antipathie des Buchautors interpretiert.

Warum spielt der Erste Weltkrieg eine zentrale Rolle in der Analyse?

Der Autor des Buches nutzt den Kriegseintritt der USA als Argumentationsgrundlage, um die USA als gewinnsüchtige „Raubwirtschaft“ darzustellen, was typisch für die NS-Propagandarhetorik war.

Inwieweit lässt sich eine klare Grenze zwischen Stereotyp und Propaganda ziehen?

Nach Ansicht des Autors der Arbeit ist eine eindeutige Trennung kaum möglich, da die Grenzen zwischen festgefahrenen Vorurteilen und gezielter politischer Agitation in diesem Kontext fließend sind.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Stereotypen oder Propaganda - Analyse eines Amerikabildes aus der Zeit des Nationalsozialismus
Hochschule
Universität Kassel
Veranstaltung
Anglistik / Amerikanistik - British & American Studies -
Note
2,0
Autor
Tobias Herbst (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
17
Katalognummer
V64408
ISBN (eBook)
9783638572354
ISBN (Buch)
9783656785545
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stereotypen Propaganda Analyse Amerikabildes Zeit Nationalsozialismus Anglistik Amerikanistik British American Studies
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tobias Herbst (Autor:in), 2003, Stereotypen oder Propaganda - Analyse eines Amerikabildes aus der Zeit des Nationalsozialismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64408
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  17  Seiten
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