Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Pedagogy - Pedagogic Psychology

Essstörungen

Title: Essstörungen

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 29 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Anne-Sofie Held (Author)

Pedagogy - Pedagogic Psychology
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Immer häufiger wird in den Medien davon berichtet, die Prävalenzrate steigt und die Dunkelziffer wird extrem hoch geschätzt: Essstörungen scheinen immer mehr zu einem sozialen Problem zu werden, vor allem Jugendliche sind betroffen. Leider ist eine Essstörung keine Krankheit, die von heute auf morgen auftritt und die man Mithilfe einer geeigneten Therapie oder Medikamenten bekämpfen kann. Wie jede psychische Störung entwickeln sich auch Essstörungen im Laufe eines Lebens. Ein großes Problem hierbei ist, dass selbst engste Bezugspersonen lange Zeit nichts von der Erkrankung eines Betroffenen mitbekommen: alle, die ein gestörtes Verhältnis zum Essen entwickeln, tun alles dafür, ihr Verhalten zu verheimlichen. Es gibt allerdings einige Merkmale, die auf ein gestörtes Essverhalten hinweisen können. Bemerkt man solche Anzeichen, ist es für diejenigen meist jedoch schon zu spät - eine manifeste Essstörung ist hier oft schon eingetreten.
Als Grundlage dieser Ausarbeitung habe ich mir die Frage gestellt, ob präventive Arbeit in diesem Bereich einen weiteren Anstieg der Prävalenzrate verhindern kann und ob es sinnvoll ist, die Maßnahmen in Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe durchzuführen.
Eine detaillierte Beschreibung der Krankheitsbilder in Kapitel 2 soll einen klaren Überblick darüber schaffen, welches die jeweiligen Symptome sind und wie ein Tagesablauf von Betroffenen in den meisten Fällen aussieht. Die Folgen einer längeren Erkrankung zeigen die Probleme auf, mit denen Betroffene Tag für Tag zu kämpfen haben. Natürlich kommt nun die Frage auf, was denn eigentlich der Auslöser einer Essstörung ist. Eine klare Antwort kann man darauf nicht geben: die Ursachen sind individuell verschieden und es spielen immer viele Faktoren gemeinsam eine Rolle. Gerade deshalb ist es auch so schwierig, die Erkrankung zu behandeln.
In Kapitel 3 gehe ich auf die Frage ein, warum gerade Jugendliche zur größten Risikogruppe von Essstörungen gehören und welche Faktoren die Ursache dafür sind. Nun stellt man sich die Frage, ob Präventivprogramme überhaupt möglich und sinnvoll sind, wenn jede/r Essgestörte/r seine/ihre eigene Geschichte hat und verschiedene Menschen unterschiedlich auf mögliche Ursachen reagieren. Im 4. Kapitel möchte ich begründen, warum solche Maßnahmen durchaus sinnvoll sind und was speziell beim Thema Essstörungen beachtet werden muss.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Essstörungen

2.1 Hinweise auf eine Essstörung

2.2 Die verschiedenen Essstörungen

2.2.1 Anorexia Nervosa / Magersucht

2.2.2 Bulimia Nervosa / Bulimie (Ess-Brech-Sucht)

2.2.3 Latente Esssucht (Binge-Eating-Disorder, BED)

2.2.4 Atypische Essstörungen

2.3 Die Ursachen einer Essstörung

2.3.1 Biologische Faktoren

2.3.2 Individuelle Faktoren

2.3.3 Familiäre Faktoren

2.3.4 Soziokulturelle Faktoren

3. Jugendliche und ihr Körper

3.1 Der Schlankheitswahn unter Jugendlichen

3.2 Dicksein will niemand

3.3 Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen

3.4 Körperliche Veränderungen in der Pubertät

3.4.1 körperliche Veränderungen bei Mädchen in der Pubertät

3.4.2 körperliche Veränderungen bei Jungen in der Pubertät

3.5 Jugend und gestörtes Essverhalten

4. Die Notwendigkeit präventiver Maßnahmen

4.1 Prävention

4.2 Suchtprävention im Kinder- und Jugendalter

4.3 Prävention von Essstörungen

5. Prävention von Essstörungen als Aufgabe von Schule und Jugendhilfe

5.1 Schule als Arbeitsfeld

5.2 Jugendhilfe eröffnet Möglichkeiten

5.3 Kooperation von Schule und außerschulischer Jugendbildung – Möglichkeiten und Grenzen

6. Kooperation von Schule und Jugendhilfe - Praxisbeispiele

6.1 Anregungen für Workshops an Schulen

6.1.1 Essen, Essverhalten, Genießen – Der Esstyptest

6.1.2 „Ich mag mich – ich mag mich nicht“

6.2 Modellprojekte an Schulen

6.2.1 BODY & SENSE – Körper und Sinne erleben für 5./6.Klassen

6.2.2 "Spieglein, Spieglein..." Projekt zur Suchtprävention für Mädchen in Schulen und Freizeiteinrichtungen, am Beispiel von Essstörungen

6.2.3 Überlegungen zu einem Modellprojekt zur Vernetzung von Schule und Jugendhilfe an der GFS

7. Zusammenfassung und Ausblick

8. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die steigende Relevanz von Essstörungen bei Jugendlichen und analysiert, inwieweit präventive Maßnahmen in einer kooperativen Zusammenarbeit zwischen Schulen und der Jugendhilfe einen Anstieg der Prävalenzraten verhindern können.

  • Klinische Krankheitsbilder wie Anorexia und Bulimia nervosa
  • Psychologische und soziokulturelle Ursachen von Essstörungen
  • Der Einfluss des Schlankheitsideals auf die jugendliche Entwicklung
  • Bedeutung der Prävention im schulischen Kontext
  • Praxisbeispiele und Modelle zur Vernetzung von Schule und Jugendhilfe

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Schlankheitswahn unter Jugendlichen

Wie Menschen zu ihrem Körper stehen, ist immer von den Vorstellungen und Erwartungen der jeweiligen Gesellschaft, in der sie leben, abhängig. Seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts wird Schlankheit immer mehr mit Schönheit und Gesundheit gleichgesetzt, Dicksein hingegen wird nicht selten mit Hässlichkeit, Willens- und Leistungsschwäche in Verbindung gebracht. Stein-Hilbers und Becker beschreiben das Schlankheitsideal als „eine Art Lebensstil (...), der sich mit Attraktivität, Erfolg und Selbstbewusstsein verbindet“ (Stein-Hilbers/Becker 1996, S.12).

Models verkörpern dieses Ideal. Sie sind tagtäglich in den Medien zu sehen und ziehen immer wieder neidische Blicke auf sich. Sie scheinen uns zu verdeutlichen, dass gutes Aussehen zu Erfolg und Begehrtheit verhelfe. Dass die meisten dieser Menschen medizinisch gesehen untergewichtig sind, fällt dabei allerdings oft unter den Tisch.

Aber nicht nur das. Ganze Wirtschaftszweige profitieren von diesem Schlankheitswahn: Nahrungsmittelindustrie, Kosmetik- und Bekleidungsindustrie, Schönheitschirurgie, die Pharmazie mit ihren Schlankheitspillen, Fitnessstudios und vieles mehr. Die Werbung für solche Produkte wendet sich hauptsächlich an die kaufkräftigste Altergruppe (10-45 Jahre), da diese Gruppe laut wissenschaftlichen Untersuchungen (oft unbewusst) sexuelle Attraktivität anstrebt und auch unbewusst auf Körpermerkmale im Rahmen der Partnerwahl reagiert. Selbst wenn wir also von den Tricks der Werbeindustrie wissen, lassen wir uns trotzdem leicht in diesen Strom mit hineinziehen.

Pudel und Westenhöfer (1998) stellten fest, dass weniger als 15% der Bevölkerung in Bezug auf ihr Gewicht ihren selbst gewählten Idealvorstellungen entsprechen. Es ist also davon auszugehen, dass viele dieser Menschen sich immer wieder von neuem darum bemühen, dem ersehnten Ziel des Fitness- und Schönheitsideals wenigstens ein kleines Stück näher zu kommen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Zunahme von Essstörungen bei Jugendlichen und stellt die zentrale Forschungsfrage, ob präventive Maßnahmen durch eine Kooperation von Schule und Jugendhilfe wirksam entgegensteuern können.

2. Essstörungen: Es werden die verschiedenen Krankheitsbilder wie Anorexia Nervosa, Bulimia Nervosa, Binge-Eating-Disorder und atypische Essstörungen sowie deren biologische, individuelle, familiäre und soziokulturelle Ursachen detailliert beschrieben.

3. Jugendliche und ihr Körper: Dieses Kapitel beleuchtet den gesellschaftlich geprägten Schlankheitswahn, geschlechtsspezifische Unterschiede bei Essstörungen und die Auswirkungen pubertärer Veränderungen auf das Körperbild.

4. Die Notwendigkeit präventiver Maßnahmen: Es erfolgt eine Definition der drei Präventionsbereiche sowie eine theoretische Fundierung von Sucht- und Essstörungsprävention, unter besonderer Berücksichtigung der individuellen Geschichte von Betroffenen.

5. Prävention von Essstörungen als Aufgabe von Schule und Jugendhilfe: Hier werden Schulen als zentrales Arbeitsfeld evaluiert und die Möglichkeiten sowie institutionellen Grenzen einer Zusammenarbeit mit der Jugendhilfe kritisch hinterfragt.

6. Kooperation von Schule und Jugendhilfe - Praxisbeispiele: Das Kapitel liefert konkrete Anregungen für Workshops und stellt erfolgreiche Modellprojekte wie "BODY & SENSE" sowie Patenschaftssysteme zur Vernetzung dar.

7. Zusammenfassung und Ausblick: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass eine praktische, prozessorientierte Präventionsarbeit in enger Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendhilfe essenziell ist, um dem steigenden Problem der Essstörungen zu begegnen.

8. Literatur: Auflistung der verwendeten Fachliteratur und weiterführender Internetquellen.

Schlüsselwörter

Essstörungen, Anorexia nervosa, Bulimia nervosa, Binge-Eating-Disorder, Jugendalter, Prävention, Schulsozialarbeit, Jugendhilfe, Kooperation, Schlankheitswahn, Gesundheitsförderung, Körperbild, Lebenskompetenz, Essverhalten, Suchtprävention

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt das zunehmende Problem von Essstörungen bei Kindern und Jugendlichen sowie die Möglichkeiten, diesen durch präventive Maßnahmen im schulischen Umfeld entgegenzuwirken.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die medizinischen Definitionen von Essstörungen, die psychologischen und sozialen Ursachen der Erkrankungen sowie die Konzepte zur erfolgreichen Vernetzung von Schule und Jugendhilfe in der Präventionsarbeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Hauptfragestellung untersucht, ob präventive Ansätze in der Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften und der Jugendhilfe dazu beitragen können, den Anstieg der Prävalenzraten bei Essstörungen effektiv zu verringern.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer deskriptiven Auswertung bestehender Präventionskonzepte und Praxisbeispiele aus der Jugendhilfe.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Krankheitsbilder und Ursachen, eine Analyse der jugendlichen Körperwahrnehmung, die Notwendigkeit von Prävention sowie eine praxisnahe Darstellung von Kooperationsmodellen zwischen Schulen und Fachkräften.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Essstörungen, Jugendalter, Prävention, Kooperation, Jugendhilfe, Körperbild und Lebenskompetenz.

Warum reicht der normale Schulunterricht laut Autorin oft nicht für diese Prävention aus?

Laut der Autorin ist der Unterricht oft zu theoretisch und lehrplanorientiert. Ein so sensibles und persönliches Thema erfordert einen praktischen, individuumszentrierten und geschlechtsspezifischen Ansatz, den externe Fachkräfte besser leisten können.

Welche Rolle spielt die geschlechtsspezifische Trennung in den vorgestellten Projekten?

Aufgrund der hohen geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Entwicklung von Essstörungen betont die Arbeit, dass Mädchen- und Jungenarbeit strikt getrennt werden sollte, um passgenaue Unterstützung und bessere Erfolgschancen der Präventionsmaßnahmen zu gewährleisten.

Was zeichnet das Modellprojekt der Graf-Friedrich-Schule aus?

Das Projekt integriert ein Patenschaftssystem ("Schüler helfen Schülern"), bei dem ältere Schüler durch spezielle Schulungen zu Mentoren und Konfliktlotsen ausgebildet werden, um bei Neulingen frühzeitig negative Entwicklungen abzufangen und bei Bedarf den Kontakt zur Jugendhilfe herzustellen.

Excerpt out of 29 pages  - scroll top

Details

Title
Essstörungen
College
University of Bamberg
Course
Projektseminar Psychiatrie
Grade
1,7
Author
Anne-Sofie Held (Author)
Publication Year
2005
Pages
29
Catalog Number
V64445
ISBN (eBook)
9783638572644
ISBN (Book)
9783656793618
Language
German
Tags
Essstörungen Projektseminar Psychiatrie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anne-Sofie Held (Author), 2005, Essstörungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64445
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  29  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint