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Weibliche Genitalverstümmelung (FGM) und Beschneidung: Wüstenblume und Schmerzenskinder von Waris Dirie

Title: Weibliche Genitalverstümmelung (FGM) und Beschneidung: Wüstenblume und Schmerzenskinder von Waris Dirie

Seminar Paper , 2006 , 18 Pages , Grade: 2

Autor:in: Bianca Lehner (Author)

Pedagogy - Intercultural Pedagogy
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„Wäre Genitalverstümmelung ein Männerproblem,
dann wäre alles längst erledigt.“

Ich habe dieses Thema gewählt, da ich mich heute noch gut an meine Gymnasialzeit erinnern kann. In der 8. Schulstufe behandelten wir im Zuge der Lektüre „Wüstenblume“ das Thema Beschneidung im Deutsch- Unterricht. Viele Jahre später kann ich es immer noch nicht begreifen, wie Menschen zu so etwas grausamen fähig sind. Es ist mir unverständlich wie jemand einem anderen Menschen, einem Kind, Mädchen, so große Schmerzen antun kann. Es macht mich traurig und wütend und deshalb ist es wichtig, dass in den Schulen, genauso wie es unsere Deutschprofessorin damals gemacht hat, bereits Aufklärungsarbeit stattfindet und wir für die Probleme anderer Länder und anderer Kulturen hellhörig werden, vor allem weil
die FGM heute nicht mehr nur ein Problem des afrikanischen Kontinents ist, sondern mittlerweile, durch die Einwanderung, auch in Europa verbreitet ist. Darüber hinaus sollte FGM in Europa als Folter erkannt werden und die Gesetzeslage dementsprechend hart gegen die Täter und Mittäter vorgehen.
Als Informationsquelle für die vorliegende Arbeit dienten mir in erster Linie die Bücher „Wüstenblume“ und „Schmerzenskinder“, sowie sämtliche auf der Homepage www.warisdirie-foundation.com veröffentliche Informationen. Waris Dirie öffnet mittels ihrer Autobiographie „Wüstenblume“ unsere Herzen für das
Anliegen dieser Frauen und Mädchen und motiviert uns dazu, uns gemeinsam mit ihr im Kampf gegen die Genitalverstümmelung einzusetzen. In ihrem dritten Buch „Schmerzenskinder“ führt sie uns deutlich vor Augen wie groß das Problem auch in Europa, in Österreich, ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Somalia

3. Das Leben von Waris Dirie

4. Die Beschneidung

Welche Folgen hat FGM?

5. Beschneidung in Europa

6. Rückblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der Problematik der weiblichen Genitalverstümmelung (FGM) auseinander, wobei das Leben und das Engagement von Waris Dirie als zentraler Ausgangspunkt dienen. Die Forschungsfrage untersucht dabei sowohl die kulturellen Hintergründe der Praxis als auch deren zunehmende Verbreitung und Wahrnehmung in westlichen Gesellschaften, insbesondere in Österreich.

  • Biografie und Lebensweg von Waris Dirie als Aktivistin.
  • Kulturelle und soziale Hintergründe der Genitalverstümmelung.
  • Gesundheitliche Langzeitfolgen der FGM für betroffene Mädchen und Frauen.
  • Rechtliche Situation und Präventionsmöglichkeiten in Europa.
  • Vergleich von Lebenswerten zwischen nomadischen Traditionen und westlichem Wohlstand.

Auszug aus dem Buch

Die Beschneidung

Liebe tut dreimal weh, bei der Beschneidung, bei der Vereinigung mit dem Mann und bei der Geburt der Kinder.

Die FGM (engl.: Female Genital Mutilation), MSF (Mutilations Sexuelles Feminines), weibliche Genitalverstümmelung, weibliche Zirkumzision, „khafd“ (arabisch) oder auch Beschneidung genannt, wird täglich an ca. 6 000 Mädchen vollzogen. Derzeit wird die Anzahl der weltweit verstümmelten Frauen laut UNO und laut der Weltgesundheitsorganisation WHO auf rund 150 Millionen geschätzt.

In ihrem Ursprung war die FGM ein Initiationsritus, der den Übergang der Mädchen ins Erwachsenenalter darstellte und mit einem großen Fest gefeiert wurde. „Noch heute glauben Frauen in Gegenden, in denen FGM praktiziert wird, sie seien erst nach der Verstümmelung eine richtige Frau - selbst wenn die Verstümmelung nicht mehr als Initiationsritus begangen wird.“ Obwohl die Religion oft als Motiv genannt wird, ist die Beschneidung nur in den schwachen Hadithen zu finden. Die sogenannten Hadithen sind zuerst durch Mundpropaganda weitergegeben und erst später aufgeschrieben worden. Wenn ein Zweifel an der Echtheit eines Hadith auftritt, da die Seriösität des Überlieferers nicht nachgewiesen werden kann, so spricht man von einem schwachen Hadith, der nicht als islamisches Recht gilt. Somit hat die Genitalverstümmelung also nichts mit dem Glauben zu tun. In vielen Kulturen ist die Beschneidung aber Voraussetzung für die Heirat, da unbeschnittene Frauen als unrein gelten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Autorin begründet ihre Themenwahl durch die persönliche Auseinandersetzung mit Waris Diries Autobiographien und betont die Notwendigkeit von Aufklärungsarbeit.

2. Somalia: Dieses Kapitel liefert geografische, politische und klimatische Daten über das Heimatland von Waris Dirie und beschreibt die nomadische Lebensweise.

3. Das Leben von Waris Dirie: Eine Zusammenfassung des Lebensweges von Waris Dirie, von ihrer Kindheit als Nomadin über ihre internationale Modelkarriere bis hin zu ihrem Einsatz als UN-Sonderbotschafterin.

4. Die Beschneidung: Es werden die Hintergründe, Mythen und die verschiedenen medizinischen Varianten der FGM detailliert erläutert.

Welche Folgen hat FGM?: Dieses Unterkapitel beschreibt die schwerwiegenden physischen und psychischen Langzeitschäden, unter denen betroffene Frauen leiden.

5. Beschneidung in Europa: Hier wird die Verbreitung der FGM in westlichen Ländern durch Migrationsbewegungen sowie die aktuelle Rechtslage in Österreich thematisiert.

6. Rückblick: Die Autorin reflektiert die kulturellen Unterschiede zwischen afrikanischen Werten und westlichem Lebensstil und plädiert für mehr soziale Integration und Sensibilität.

Schlüsselwörter

Weibliche Genitalverstümmelung, FGM, Waris Dirie, Somalia, Menschenrechte, Nomaden, Kindheit, Empowerment, Tradition, Gesundheit, Prävention, Österreich, Migration, Aufklärung, Schmerzenskinder.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung (FGM) vor dem Hintergrund der Lebensgeschichte der Aktivistin Waris Dirie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die kulturellen Wurzeln der FGM, die gesundheitlichen Folgen, der rechtliche Status in Europa sowie der soziokulturelle Vergleich zwischen dem Leben in Somalia und westlichen Gesellschaften.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Aufklärung über das Ausmaß der FGM und die Forderung nach einem konsequenten Schutz für betroffene Mädchen weltweit sowie innerhalb europäischer Einwanderergruppen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine literatur- und quellenbasierte Arbeit, die maßgeblich auf den autobiographischen Werken von Waris Dirie und Daten von Organisationen wie der WHO und der UNO basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Herkunft Somalias, die Biografie von Waris Dirie, die medizinische und soziologische Einordnung der FGM sowie eine Analyse der Situation in Europa.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Genitalverstümmelung, Menschenrechte, Tradition, interkultureller Vergleich und der engagierte Kampf gegen Gewalt an Frauen.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Religion bei FGM?

Die Arbeit stellt klar, dass FGM nicht als religiös gebotene Praxis begründet werden kann, da sie lediglich in sogenannten schwachen Hadithen auftaucht und als kulturell bedingte, patriarchale Kontrollform angesehen wird.

Welche Bedeutung hat der Verweis auf Österreich in der Arbeit?

Die Arbeit beleuchtet spezifisch die rechtliche Lage in Österreich nach 2001 und führt eine Studie an, die zeigt, dass die FGM auch innerhalb afrikanischer Migrantengruppen in Österreich weiterhin praktiziert wird.

Warum betont die Autorin die Bedeutung des Wassers?

Im Rückblick reflektiert die Autorin über ihre eigenen Erfahrungen mit Wasserknappheit und der Verschwendung in Industrienationen, um die Diskrepanz zwischen westlichem Wohlstand und den existenziellen Nöten in anderen Weltregionen aufzuzeigen.

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Details

Title
Weibliche Genitalverstümmelung (FGM) und Beschneidung: Wüstenblume und Schmerzenskinder von Waris Dirie
College
Klagenfurt University  (Erziehungswissenschaften)
Course
Erziehung und Sozialisation in Schwarzafrika
Grade
2
Author
Bianca Lehner (Author)
Publication Year
2006
Pages
18
Catalog Number
V64527
ISBN (eBook)
9783638573184
ISBN (Book)
9783638782678
Language
German
Tags
Waris Dirie Wüstenblume Erziehung Sozialisation Schwarzafrika
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bianca Lehner (Author), 2006, Weibliche Genitalverstümmelung (FGM) und Beschneidung: Wüstenblume und Schmerzenskinder von Waris Dirie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64527
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