1. ENTWICKLUNG DER JUGENDHILFE UND VORSTELLUNG DER TRÄGER DER FREIEN JUGENDHILFE - INSBESONDERE DIE WOHLFAHRTSVERBÄNDE
Wenn wir uns mit den Trägern der Jugendhilfe beschäftigen, so sollten wir unseren Blick nicht nur auf die Gegenwart und Zukunft beschränken. Um ein zusammenhängendes Verständnis über die Bedeutung der Jugendhilfe und deren Trägerschaft zu erlangen, ist es ebenso wichtig, Kenntnisse über die geschichtliche Entwicklung zu haben. Wir werden bei der Betrachtung der Entwicklung der Jugendhilfe und ihrer Träger weit ausholen müssen, damit wir auch einen Einblick in die gesellschaftlichen Hintergründe, die zu dieser Entwicklung beigetragen haben, gewähren können. Uns geht es nicht nur darum, die wichtigsten Meilensteine der Jugendhilfegeschichte zu nennen, sondern auch darum, den Kontext aufzuzeigen, in welchem die Meilensteine eingebettet sind. Sicherlich ist diese Größenform der Betrachtung für eine Seminararbeit im Rahmen eines Rechtsseminars nicht unbedingt erforderlich, da hier die Schwerpunkte eher auf Gesetzestexte und deren Auslegungen liegen, jedoch halten wir dieses Thema für höchst interessant und möchten ihm deshalb einen breiten Raum gewähren. Wem unsere Ausführungen über die Wurzeln der Jugendhilfe zu weitatmig erscheinen oder schon bekannt sind, bitten wir, das Lesen an der Stelle fortzusetzen, wo wir näher auf die Entstehung der heutigen freien Träger eingehen. Hier wird auch eine Erläuterung der Aufgaben der einzelnen Verbände vorgenommen.
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Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG
1. ENTWICKLUNG DER JUGENDHILFE UND VORSTELLUNG DER TRÄGER DER FREIEN JUGENDHILFE - INSBESONDERE DIE WOHLFAHRTSVERBÄNDE
Die historischen Wurzeln der Jugendhilfe
Das Diakonische Werk EKD
Deutscher Caritasverband
Die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland
Die Arbeiterwohlfahrt
Der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband
Das Deutsche Rote Kreuz
Zusammenfassende Worte zu den Verbänden der Wohlfahrtspflege
Jugendverbände
Alternative Gruppen, Initiativen, Selbsthilfen
2. VOM SUBSIDIARITÄTS-PRINZIP ZUR PARTNERSCHAFT
3. RECHTSFORMEN UND ORGANISATIONSSTRUKTUREN DER TRÄGER DER FREIEN JUGENDHILFE
Betrachtung der Träger der freien Jugendhilfe
Die rechtlichen Grundlagen der Freien Träger und deren Bedeutung
- Merkmale der Freiheit
- Pluralität der Wertorientierungen
- Vielfalt von Anbietern
Wer kann Träger der freien Jugendhilfe sein und wer nicht?
Anerkannte Träger der freien Jugendhilfe
Ausnahmesituation: Jugendverbände
Bereits erteilte Anerkennungen gelten weiter fort
Die Voraussetzungen für die Anerkennung nach §75 Abs. 1 KJHG
- Tätigkeit auf dem Gebiet der Jugendhilfe
- Verfolgung gemeinnütziger Ziele
- Fähigkeit, einen nicht unwesentlichen Beitrag zu leisten
- Gewährleistung für eine den Zielen des Grundgesetzes förderliche Arbeit
Das Anerkennungsverfahren
Wer ist zuständig für die Anerkennung?
Der Anerkennungsantrag
Schlußbemerkungen zum Thema Anerkennung
Erlaubnis für den Betrieb einer Einrichtung
- Zuständige Behörde
- Die örtliche Prüfung
- Welche Unterlagen sind dem Antrag beizufügen?
Meldepflichten §47 KJHG
Untersagung der Tätigkeit
SCHLUßWORT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit befasst sich mit den Strukturen, rechtlichen Grundlagen und Anerkennungsverfahren von Trägern der freien Jugendhilfe in Deutschland. Das Ziel der Arbeit ist es, einen fundierten Überblick über die Bedeutung, die historische Entwicklung sowie die organisatorischen Rahmenbedingungen freier Träger im Kontext des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (KJHG) zu vermitteln.
- Historische Entwicklung der Jugendhilfe und Rolle der Wohlfahrtsverbände.
- Übergang vom Subsidiaritätsprinzip zur Partnerschaft zwischen freien und öffentlichen Trägern.
- Rechtliche Voraussetzungen und Anerkennungsverfahren für Träger der freien Jugendhilfe.
- Betriebserlaubnisse und aufsichtsrechtliche Rahmenbedingungen für Einrichtungen der Jugendhilfe.
- Zusammenarbeit und Rollenverteilung zwischen den Akteuren der dualen Jugendhilfe.
Auszug aus dem Buch
Die historischen Wurzeln der Jugendhilfe
Mittelalter: Eine organisierte staatliche Hilfe für Kinder und Jugendliche existierte zu dieser Zeit noch nicht. Die Erwachsenen hatten noch kein Verantwortungsbewußtsein bezüglich der Zukunft ihrer Kinder. Hier war der Tod eines Kindes nichts Außergewöhnliches. Die hohe Kindersterblichkeit war der Grund dafür, daß sich eine intensive Bindung zu dem einzelnem Kinde kaum entwickelte. Alles “Lebenswichtige” lernten die Kinder und Jugendlichen durch ihre Teilhabe am Erwachsenenleben. Eine Trennung von Kinderwelt und Erwachsenenwelt, so wie wir sie heute kennen, gab es im Mittelalter noch nicht. Die Erfindung des Buchdrucks und der Literalität machten es notwendig, daß Kinder die Schulen besuchten. Durch die entstandenen Schulen wurden die Kinder aus der Lebenswelt der Erwachsenen herausgenommen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. ENTWICKLUNG DER JUGENDHILFE UND VORSTELLUNG DER TRÄGER DER FREIEN JUGENDHILFE - INSBESONDERE DIE WOHLFAHRTSVERBÄNDE: Dieses Kapitel erläutert die geschichtliche Entwicklung der Jugendhilfe und stellt die bedeutenden Wohlfahrtsverbände sowie alternative Trägergruppen vor.
2. VOM SUBSIDIARITÄTS-PRINZIP ZUR PARTNERSCHAFT: Hier wird der historische und rechtliche Wandel von einem starren Subsidiaritätsprinzip hin zu einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und freien Trägern im Rahmen des KJHG thematisiert.
3. RECHTSFORMEN UND ORGANISATIONSSTRUKTUREN DER TRÄGER DER FREIEN JUGENDHILFE: Dieses Hauptkapitel analysiert detailliert die rechtlichen Rahmenbedingungen, Anerkennungsvoraussetzungen, das Antragsverfahren und die Anforderungen an Betriebserlaubnisse für freie Träger.
Schlüsselwörter
Jugendhilfe, Freie Träger, Wohlfahrtsverbände, KJHG, Subsidiaritätsprinzip, Anerkennungsverfahren, Gemeinnützigkeit, Betriebserlaubnis, Trägerstruktur, Soziale Arbeit, Jugendverbände, Selbsthilfegruppen, öffentliche Jugendhilfe, Partnerschaft, Rechtsgrundlagen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine fundierte Einführung in das komplexe System der freien Jugendhilfe in Deutschland, insbesondere unter Berücksichtigung der gesetzlichen Bestimmungen des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (KJHG).
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung, den verschiedenen Trägertypen, der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit der öffentlichen Hand sowie den rechtlichen Anforderungen für Träger und Einrichtungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Lesern ein Verständnis für die Rollen und Strukturen freier Träger zu vermitteln und die gesetzlichen Vorgaben für Anerkennung und Betrieb von Einrichtungen transparent zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch orientierte Seminararbeit, die auf einer fundierten Auswertung relevanter Fachliteratur, Gesetzestexte sowie aktueller Informationsquellen aus der Zeit der Erstellung basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich intensiv den rechtlichen Grundlagen der Träger, den spezifischen Kriterien für eine offizielle Anerkennung nach § 75 KJHG sowie den regulatorischen Voraussetzungen für die Erteilung einer Betriebserlaubnis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Jugendhilfe, KJHG, freie Träger, Anerkennungsverfahren, Subsidiaritätsprinzip, Wohlfahrtsverbände und Betriebserlaubnis.
Warum ist die Anerkennung für einen freien Träger so bedeutend?
Eine Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe bringt rechtliche Vorteile mit sich, wie etwa Vorrang bei der Leistungserbringung gegenüber gleichartigen Maßnahmen öffentlicher Träger, ein Vorschlagsrecht in Ausschüssen sowie die Möglichkeit einer dauerhaften Förderung.
Wann kann die Betriebserlaubnis für eine Einrichtung untersagt werden?
Die zuständige Behörde kann die weitere Tätigkeit untersagen oder die Erlaubnis widerrufen, wenn Tatsachen vorliegen, die belegen, dass das Wohl der betreuten Kinder und Jugendlichen gefährdet ist oder das Personal nicht die erforderliche fachliche und persönliche Eignung besitzt.
- Arbeit zitieren
- Dana Bochmann (Autor:in), 1999, Freie Träger der Jugendhilfe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6452