Die literarische Beziehung zwischen den beiden Werken "Der Ackermann aus Böhmen" und dem alttschechischen "Tkadlecek"


Hausarbeit, 2005

17 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsangabe

I. Einleitung
1.1 Historischer Entstehungshintergrund der Werke
1.2 Kurze Inhaltsangabe des ’Tkadleček’
1.3 Kurze Inhaltsangabe des 'Ackermann aus Böhmen'

II. Untersuchung der Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Werke
2.1 Gemeinsamkeiten der beiden Werke
2.2 Unterschiede der beiden Werke

III. Verschiedene Hypothesen der Zusammenhänge beider Werke
3.1 Kniescheks Hypothese der genealogischen Priorität des 'Ackermann'
3.2 Urbaneks Hypothese der Priorität des ’Tkadleček’
3.3 Die Hypothese einer gemeinsamen Quelle

IV. Schlussfolgerung

V. Literaturverzeichnis

VI. Ehrenwörtliche Erklärung

I. Einleitung:

„Der Ackermann hat sich, wie schon ein erster Blick auf die Überlieferung in 16 Handschriften und 15 Drucken zeigt, in den hundert Jahren zwischen 1450 und 1550 offensichtlicher Beliebtheit erfreut. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts gehörte er zu den meistgeschätzten deutschsprachigen Texten nicht primär pragmatischen Charakters.“1

Auch wurde im 20. Jahrhundert von keinem mittelalterlichen deutschsprachigen Text so viele kritische Ausgaben veröffentlicht und zu keinem solch gegensätzliche textkritische Darstellungen gegeben wie zu Johannes von Tepls 'der Ackermann'. Wenn man sich genauer mit dem Werk seiner Entstehungsgeschichte und den Quellen befasst, stößt man zwangsläufig auf das tschechische Streitgespräch ’Tkadleček’, welches auf den ersten Blick starke Ähnlichkeiten und Bezüge zu dem deutschen 'Ackermann' aufweist. Man fragt sich somit, ob diese beiden Werke in Beziehung zueinander stehen und wenn das der Fall ist, welche Art der Beziehung das ist.

In meiner Hausarbeit zum Thema 'die literarische Beziehung zwischen den beiden Werken der Ackermann aus Böhmen und dem alttschechische 'Tkadleček’ möchte ich versuchen die beiden Werke miteinander in Beziehung zu setzen. Die folgende Hausarbeit stützt sich auf die Frage ob es eine gemeinsame Quelle des 'Ackermanns aus Böhmen' und des 'Tkadleček' gibt? Oder ob eines der Werke eine Bearbeitung des anderen ist, oder ob die Möglichkeit besteht, dass beide Werke aus der Feder des gleichen Autors stammen?

Um diesen Fragen nachzugehen, möchte ich die Hausarbeit beginnen, indem ich eine prägnante inhaltliche Zusammenfassung der Werke anführe, sowie ihren Entstehungshintergrund aufzeige, um einen besseren Überblick über die hier behandelte Thematik zu verschaffen. Als zweiten Schritt werde ich versuchen die beiden Werke nach ihren Gemeinsamkeiten und Unterschieden zu analysieren, um eine fundierte Basis für die bestehenden Hypothesen der Zusammenhänge der beiden Werke zu schaffen, welche ich um die Analyse abzuschließen auf ihre Haltbarkeit prüfen werde. In der Schlussfolgerung werde ich meine Hausarbeit abrunden und auf die anfängliche Fragestellung Antwort geben.

1.1 Historischer Entstehungshintergrund der Werke

Das Mittelalter bezeichnet eine Epoche in der europäischen Geschichte zwischen der Antike und der Neuzeit, die christliche, antike und keltische, germanische und slawische Entwicklungen zusammenführt. „Die Bezeichnung 'medium aevum' wurde von den italienischen Humanisten geprägt.“1

Im Groben ordnet man das Mittelalter in die Zeit von 500- 1500 n. Chr. ein.

Grundzüge des Mittelalters sind die nach Ständen geordnete Gesellschaft, die gläubig christliche Geisteshaltung in Literatur, Kunst und Wissenschaft, Latein oder Griechisch als gemeinsame Kultur- und Bildungssprache, die Idee der Einheit der christlichen Kirche und ein recht einheitliches Weltbild. Sowohl das Werk 'der Ackermann aus Böhmen', welches circa 1400 entstanden ist, als auch das Werk ’Tkadleček’ entstanden um 1407, zählen zu den Werken des späten Mittelalters. Das Spätmittelalter ist die Zeit des aufsteigenden Bürgertums der Städte und der Geldwirtschaft. In dieser Zeit steigt die Hanse zur Handelsmacht auf. Seit etwa 1280 bis einige Jahrzehnte nach 'der großen Pest' um 1350 macht die europäische Geschichte einige krisenhafte Entwicklungen durch, die zu einem starken Bevölkerungsrückgang durch Pest usw. führt, aber auch zu starken Veränderungen der Gesellschaftsstruktur, die allmählich zur Neuzeit überleitet.2 Im Mittelalter sind Kenntnisse der Rhetorik vermittelt worden, die in der Renaissance neue Blüte erfahren haben und sich auch im Ackermann wiederfinden.

1.2 Kurze Inhaltsangabe des Tkadlecek

Tkadleček ist alttschechisch und bedeutet soviel wie der Weberlein. Das Werk ist nach 1407 entstanden und hat einen unbekannten Verfasser. Man vermutete, dass Ludvik aus Hradec an der Elbe der Verfasser ist, die neuere Forschung bezweifelt dies allerdings. Die Literatur wurde ohne Titel überliefert und bekam durch J. Dobrovsky seinen Namen Tkadleček. Das im Streitgespräch verfasste Werk handelt von einem Weber, der mit dem personifizierten Unglück hadert, weil er seine Liebste die Ofenheizerin Adlicka Pernikarka an einen anderen verloren hat, der diese auch heiratet. Gestritten wird um die Willensfreiheit des Menschen und darum, wie weit diese Freiheit durch den Willen Gottes eingeschränkt ist.

Der Weber argumentiert emotional, man kann ihn als eine Personifizierung des menschlichen Gefühls gegenüber dem Unglück als der Verkörperung der Vernunft sehen. Das Unglück bleibt in der Auseinandersetzung Sieger, weil der Weber auf dessen letzte Rede keine Antwort mehr findet. Obwohl es jede Verantwortung für die Untreue der Geliebten von sich weist, sagt das Unglück auch, dass ihm eine gewisse Macht von Gott verliehen ist. Es beruft sich auf Gottes unerforschlichen Ratschluss und rät dem Weber, sich mehr der himmlischen Liebe anzuvertrauen.1

1.3 Kurze Inhaltsangabe des Ackermanns aus Böhmen:

Das Werk 'der Ackermann aus Böhmen' wurde von Johannes von Tepl um 1399 verfasst. Es handelt sich um ein dialogisches Prosastreitgespräch zwischen dem Ackermann, der seine junge, geliebte Frau Magarethe bei der Geburt ihres gemeinsamen Kindes verloren hat, und dem Tod, welchen der Ackermann deswegen verurteilt. Das Streitgespräch wird in Form eines Mittelalterlichen Prozesses ausgetragen. „Der Ackermann verteidigt das Recht des Menschen auf das Leben und die Schönheit des Lebens.“1

„Mit überlegenem, eiskaltem Spott weist der Tod die im jammernden oder leidenschaftlich verfluchenden Ton vorgetragenen Anklagen des Ackermanns zurück, der schließlich ruhiger wird, einlenkt und Rat, Hilfe und Ersatz begehrt. Jetzt nimmt der Tod ganz die Haltung eines weisen, begütigenden Lehrers stoischer und augustinischer Weltverachtung an: »Alle irdische lieb muss zu leide werden: leit ist liebes ende, der freuden ende trauren ist, nach lust unlust kumet, willens ende ist unwille. Zu solichem ende laufen alle lebendige ding.« Er zeigt dem Ackermann die Nichtigkeit des Lebens und den eitlen Lauf der Welt, weist ihn auf das vergebliche Streben der Wissenschaften und Künste hin und entgegnet ihm – der die Ehre und Würde des Menschen als Ebenbild und erhabenste Schöpfung Gottes verteidigt und das Glück der Ehe, die Veredelung des Mannes durch die geliebte Frau preist –, dass der Mensch durchaus entbehrlich im großen Plan der Schöpfung sei und dass das Idealbild der Ehe durchaus nicht der Wirklichkeit entspreche.“2

II. Untersuchung der Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Werke

2.1 Gemeinsamkeiten der beiden Werke

[...]


1 Kiening, Christian: Schwierige Modernität, Der >Ackerman< des Johannes von Tepl und die Ambiguität historischen Wandels, Tübingen: Max Niemeyer Verlag 1998, Seite 35

1 Gehrke, Hildegrunde: Göppinger Arbeiten zur Germanistik. Die Begriffe „Mittelalter“, „Humanismus“, und „Renaissance“ in den Interpretationen des „Ackermann aus Böhmen“. Hg. v. Ullrich Müller, Franz Hundsnurscher und Cornelius Sommer. Nr. 708. Göppingen: Kümmerle Verlag 2004.


2 http://de.wikipedia.org/wiki/Mittelalter (21. Juli 2005)

1 Vgl: CD ROM, Kindlers Neues Literatur Lexikon, Hg. v. Dr. Walter Jens, Reinbeck bei Hamburg: Kindler Verlag GmbH 1996.

1 Frenzel, Herbert A. und Elisabeth: Daten deutscher Dichtung. Chronologischer Abriss der deutschen Literaturgeschichte, Band 1 München: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH& Co. KG 2004.

2 CD ROM, Kindlers Neues Literatur Lexikon, Hg. v. Dr. Walter Jens, Reinbeck bei Hamburg: Kindler Verlag GmbH 1996.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die literarische Beziehung zwischen den beiden Werken "Der Ackermann aus Böhmen" und dem alttschechischen "Tkadlecek"
Hochschule
Universität Mannheim  (Germanistische Seminar)
Veranstaltung
Der Ackermann aus Böhmen
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
17
Katalognummer
V64532
ISBN (eBook)
9783638573221
ISBN (Buch)
9783638886536
Dateigröße
512 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Beziehung, Werken, Ackermann, Böhmen, Tkadlecek, Ackermann, Böhmen
Arbeit zitieren
Tamara Schaub (Autor:in), 2005, Die literarische Beziehung zwischen den beiden Werken "Der Ackermann aus Böhmen" und dem alttschechischen "Tkadlecek", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64532

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