Schlüsselqualifikationen nach D. Mertens - Konzept und Kritik


Hausarbeit, 2006
16 Seiten, Note: 2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Vorwort

2 Intention und Entstehung des Begriffs der Schlüsselqualifikationen

3 Das Konzept der Schlüsselqualifikationen nach Dieter Mertens
3.1 Grundthesen und Definitionen
3.2 Differenzierung der Qualifikationstypen
3.3 Umsetzung und Modifikation des Konzepts

4 Kritik von J. Zabeck am Konzept der Schlüsselqualifikationen
4.1 Begriffsanalyse
4.2 Neustrukturierung der Schlüsselqualifikationen
4.3 Qualifikationsmerkmale

5 Fazit

6 Literaturverzeichnis

1 Vorwort

Der Begriff der Schlüsselqualifikationen ist in der Berufsbildungsforschung weit verbreitet und deren Förderung eine zentrale Aufgabe für die gegenwärtige und zukünftige Ausbildung.

Die nachfolgende Arbeit beschreibt im ersten Teil die Ausgangspunkte und Intentionen des Begriffs sowie das von Dieter Mertens 1972 entwickelte Konzept der Schlüssel-qualifikationen. Der zweiten Teil der Ausarbeitung befasst sich mit der Kritik am vorgenannten Konzept in Anlehnung an den von J. Zabeck 1989 geschriebenen Aufsatz „ Schlüsselqualifikationen – Zur Kritik einer didaktischen Zielformel“.

2 Intention und Entstehung des Begriffs der Schlüsselqualifikationen

Der Begriff der Schlüsselqualifikation ist in der Berufsbildungsforschung weit verbreitet. Die heutige Begriffsdefinition geht auf eine vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesanstalt für Arbeit (IAB) entwickelte Flexibilitätsforschung zurück. Hintergrund der Forschungsarbeiten war unter anderem das sich rasch verändernde technische Umfeld in der Gesellschaft.[1] Die vorhandenen beruflichen Kenntnisse und Fertigkeiten werden zunehmend schneller von neuem Wissen überholt. Das bedeutet, dass in einem immer schnelleren Maße die erworbenen Arbeitsqualifikationen durch neue Inhalte ersetzt werden müssen. Die technischen Veränderungen und der Wandel von einer Produktions- zu einer Informations- und Dienstleistungsgesellschaft ziehen außerdem eine Veränderung der Arbeitsorganisation nach sich und haben damit die Anforderungen an jeden einzelnen Mitarbeiter nachhaltig verändert.

Als Beispiele können die Einführung neuer Arbeitsmethoden, gekennzeichnet durch mehr Selbständigkeit und weniger Anordnungen und Weisungen, genannt werden. Auch die Einführung neuer Arbeitsinhalte, welche durch die Verlagerung von körperlicher Arbeit hin zu geistiger Arbeit gekennzeichnet ist, wäre ein weiteres Beispiel. Weiterhin geht es um die Beschreibung neue Arbeitsziele, die sich durch flexibles reagieren auf veränderte Arbeitssituationen sowie das Lösen von Problemen beschreiben lassen. Auch der Einsatz neuer Arbeitsmittel verändert das Aufgabenumfeld nachhaltig, da die Anforderungen im technologisch anspruchvollen Bereichen sich weg von mechanischen Bedienungen hin zu komplexen Steuerungen und Programmierungen verändern. Durch diese sich schnell wandelnden Rahmenbedingungen wird deutlich, dass das vorhandene Fachwissen der Mitarbeiter ständig aktualisiert werden muss.[2]

Aufgrund der oben erwähnten Veränderungen und der Tatsache, dass sich der Arbeits-kräftebedarf weder global noch beruflich oder qualifikatorisch planen lässt, stellt sich die Frage, welche Qualifikationen sich am besten für die Lösung der vorgenannten Anforderungen geeignet sind.

Es werden demzufolge Qualifikationselemete gesucht, die im Bildungsprozess eine „aufschließende“ und vermittelnde Rolle spielen.

Im folgenden wird das Konzept der Schlüsselqualifikationen von Dieter Mertens beschrieben, welches 1972 erstmals auf der 3rd World Future Research Conference in Bukarest vorgestellt wurde.

3 Das Konzept der Schlüsselqualifikationen nach Dieter Mertens

3.1 Grundthesen und Definition

Das von Dieter Mertens entwickelte Konzept der Schlüsselqualifikationen wurden als „Thesen zur Schulung für eine moderne Gesellschaft“ 1974 erstmals in einer deutschsprachigen Version veröffentlicht. Der Ausgangspunkt bildet die Charakterisierung und die damit verbundenen Anforderungen an die modernen Gesellschaft. Eine moderne Gesellschaft sollte sich unter anderem durch einen hohen technischen Entwicklungsstand, wirtschaftliche Dynamik, Humanität und die Multi-Optionalität der Selbstverwirklichung auszeichnen. Um in der modernen Gesellschaft existieren zu können, sind nach der Vorstellung von Mertens sowohl die geistige Beweglichkeit und Anpassungsfähigkeit als auch eine Schulung zur Existenzbefähigung notwendig. Diese Schulung umfasst die Dimensionen der a) Entfaltung der Persönlichkeit, b) Fundierung der beruflichen Existenz, und c) das gesellschaftliche Verhalten. Diese drei Dimensionen sollen jedoch nicht getrennt voneinander sondern ganzheitlich und offen in der Bildungsplanung realisiert werden.[3]

Da Schulung im allgemeinen auf die Verbreitung von Faktenwissen ausgerichtet ist, diese aber aufgrund der schnellen Entwertung in der modernen Gesellschaft kaum Nutzen für den Mitarbeiter bringt, sucht Mertens nach einer weiteren Möglichkeiten, Bildungsziele zu formulieren. Dieses sieht er in allgemeinen Bildungszielen und Bildungselementen, denen er eine übergeordnete Bedeutung für die Lösung zukünftiger Aufgaben zuordnet. Danach soll die Leistungsfähigkeit nicht mehr als Speicher für Faktenwissen sondern als Schaltzentrale für intelligente Reaktionen ausgebildet werden. Damit formuliert Mertens den Schlüssel zur Lösung des sich einerseits ändernden Qualifikationsbedarfs und den andererseits unzulänglichen Qualifikationsprognosen[4].

[...]


[1]vergl.:Deutscher Bundestag:Bildungspolitik,1990

[2]vergl.:Bunk,G, Kaiser,M, Zedler,R.: Schlüsselqualifikationen, In: MittAB,1991

[3]3vergl.:Mertens,D.: Schlüsselqualifikationen, In: MittAB,1974, S.37

[4]4vergl.:ebenda S.38

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Schlüsselqualifikationen nach D. Mertens - Konzept und Kritik
Hochschule
Universität Osnabrück
Veranstaltung
Ausgewählte Komponenten des didaktischen Handlungsfeldes
Note
2
Autor
Jahr
2006
Seiten
16
Katalognummer
V64538
ISBN (eBook)
9783638573269
ISBN (Buch)
9783638759359
Dateigröße
523 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schlüsselqualifikationen, Mertens, Konzept, Kritik, Ausgewählte, Komponenten, Handlungsfeldes
Arbeit zitieren
Dirk Schmalfuß (Autor), 2006, Schlüsselqualifikationen nach D. Mertens - Konzept und Kritik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64538

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