Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Sociology - Work, Education, Organisation

Strukturelle Kontinuität von Barnard bis Luhmann: Der Begriff des Systems in der Organisationssoziologie

Title: Strukturelle Kontinuität von Barnard bis Luhmann: Der Begriff des Systems in der Organisationssoziologie

Term Paper , 2006 , 13 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Martin Meyerhoff (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Chester Barnard hat mit seiner berühmten Definition einer Organisation als „System bewußt koordinierter Handlungen zweier oder mehr Personen“ den Begriff des Systems in die Organisationstheorie eingeführt. Herbert Simon und seine Anhänger haben die handlungstheoretische Theorie Barnards weiterentwickelt - und in ihren Arbeiten Barnards Systembegriff aufgegriffen, jedoch die Elemente des Systems „Organisation“ neu gefasst. Schließlich hat Niklas Luhmann die Ansätze von Barnard und Simon in sein kommunikationstheoretisches Theoriegebäude „sozialer Systeme“ integriert. Die Einführung des Systembegriffs in die Organisationswissenschaften stellte für die Disziplin in zweierlei Hinsicht eine Revolution dar: Zum Einen konnte man von diesem Zeitpunkt an Organisationen abstrakt fassen - und war nicht mehr an konkrete Organisationen wie zum Beispiel Firmen oder öffentliche Verwaltungen als Forschungs- und Denkobjekte gebunden. Zum anderen war dieser Begriff des Systems die Grundlage für Luhmanns später folgenden Versuch, die Organisationstheorien in „naturwissenschaftlichen“, exakten Begriffen zu beschreiben und so in ein Theoriegebäude zu integrieren, dass nicht nur Organisationen, sondern sämtliches soziales Handeln beinhaltet.
Ziel dieser Arbeit ist es, die strukturelle Kontinuität der drei Ansätze anhand des jeweils zentralen Begriffs des „Systems“ herauszustellen. Dazu werde ich erst drei zentrale Merkmale dieses Begriffes - Elemente, Verbindungen und Welt-/Umwelt-Unterscheidung - herausarbeiten, und dann zeigen, wie diese Struktur in den Arbeiten von Barnard, Simon und Luhmann ausgefüllt wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist ein System?

3. Barnards Anwendung des Begriffs System auf Organisationen

3.1 Elemente: Handlungen

3.2. Handlungen verbunden durch bewußte Koordination

3.3. Teil des Systems sind Handlungen – nicht Menschen

4. Herbert Simon: die Organisation als Entscheidungsmaschine

4.1. Elemente: Entscheidungen

4.2. Entscheidungsprämissen als Verbindungen

4.3. Nur die Entscheidung ist im System

5 Einbettung der Organisation als System in Luhmanns Systemtheorie

5.1. Elemente der Organisation bei Luhmann: Entscheidungen als Kommunikationen

5.2. Was verbindet die Entscheidungen zur Organisation? Autopoesis!

5.3. Die Unterscheidung zwischen System und Umwelt

6. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Ziel dieser Arbeit ist es, die strukturelle Kontinuität der Systembegriffe in den Theorien von Barnard, Simon und Luhmann aufzuzeigen. Dabei wird analysiert, wie die Autoren die Elemente eines Systems, deren Verbindungen sowie die Abgrenzung zur Umwelt definieren und weiterentwickeln.

  • Systembegriff in der Organisationssoziologie
  • Strukturelle Kontinuität von Barnard bis Luhmann
  • Theorie der Organisation als System
  • Methodik der Komplexitätsreduktion
  • Die Rolle von Entscheidungen und Kommunikation

Auszug aus dem Buch

3.1 Elemente: Handlungen

Für Barnard kann eine Organisation nicht als aus Personen bestehend definiert werden: Denn dann wäre schwierig zu erklären, wie eine Person mehreren Organisationen zugehörig sein kann, und wie Organisationen weiter bestehen, selbst wenn alle Mitglieder ausgetauscht sind. Die Elemente eines Systems, das eine Organisation ist, müssen laut Barnard sinnvollerweise Handlungen sein. Insofern kommen die Personen in seiner Definition nur mehr im Genitiv vor: Personen sind die Träger der Handlungen, die sie als „Mitwirkende“ den Organisationen „beisteuern“ („contribute“). Am Beispiel einer Studierenden, die verschiedene Seminare besucht, kann dies veranschaulicht werden: Die Studentin ist nicht Teil der einzelnen Seminare, verstanden als Organisation, sondern nur ihre Redebeiträge, ihr Verhalten im Seminar, ihr Zuspätkommen und ihr Zufrühgehen konstituieren die Organisation Seminar.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung des Systembegriffs von Barnard über Simon bis zu Luhmann ein und skizziert die Forschungsabsicht der Arbeit.

2. Was ist ein System?: Dieses Kapitel beleuchtet die etymologische Herkunft des Systembegriffs und definiert die drei für die Arbeit wesentlichen Merkmale: Elemente, Verbindungen und die System-Umwelt-Unterscheidung.

3. Barnards Anwendung des Begriffs System auf Organisationen: Hier wird Barnards Ansatz erläutert, nach dem Organisationen durch bewusste Koordination von Handlungen entstehen, wobei der Mensch als Individuum außerhalb des Systems steht.

4. Herbert Simon: die Organisation als Entscheidungsmaschine: Dieses Kapitel beschreibt Simons Weiterentwicklung, bei der Entscheidungen an die Stelle der Handlungen rücken und als Elemente eines Systems fungieren.

5 Einbettung der Organisation als System in Luhmanns Systemtheorie: Hier wird Luhmanns Radikalisierung des Ansatzes dargestellt, in der Organisationen als selbstreferentielle Kommunikationssysteme beschrieben werden, die sich durch Autopoesis reproduzieren.

6. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die theoretische Kontinuität der untersuchten Ansätze und deren zunehmenden Grad der Abstraktion.

Schlüsselwörter

Organisation, Systemtheorie, Chester Barnard, Herbert Simon, Niklas Luhmann, Handlungen, Entscheidungen, Kommunikation, Autopoesis, Komplexitätsreduktion, System-Umwelt-Differenz, Organisationssoziologie, Koordination, Entscheidungsprämissen, strukturelle Kontinuität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die strukturelle Kontinuität des Systembegriffs in den Werken von Chester Barnard, Herbert Simon und Niklas Luhmann im Kontext der Organisationssoziologie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Definitionen von Systemelementen, die Art der Verbindungen zwischen diesen Elementen und die Unterscheidung zwischen System und Umwelt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich die Systemtheorie über die drei Autoren hinweg entwickelt hat, wobei insbesondere die Transformation der Systemelemente von Handlungen zu Entscheidungen und Kommunikation analysiert wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, bei der die Konzepte der drei Autoren anhand der Kriterien Elemente, Verbindungen und Systemgrenzen komparativ gegenübergestellt werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die spezifischen Ansätze von Barnard (Handlungskoordination), Simon (Entscheidungsprämissen) und Luhmann (kommunikative Autopoesis).

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Neben dem zentralen Begriff des Systems sind es vor allem die Konzepte der Handlungen, Entscheidungen, Autopoesis und Komplexitätsreduktion.

Was unterscheidet Barnards Systemverständnis von dem Luhmanns?

Barnard betrachtet das System als analytisches Konstrukt, um menschliche Kooperation zu erklären, während Luhmann soziale Systeme als reale, autopoetische Einheiten begreift, die sich durch Kommunikation reproduzieren.

Warum spielt die Umweltkomplexität eine so große Rolle?

Alle drei Autoren sehen in der Reduzierung von Umweltkomplexität die zentrale Funktion von Organisationen, wobei jedoch die methodische Umsetzung – von der bewussten Koordination bis zur operativen Geschlossenheit – variiert.

Excerpt out of 13 pages  - scroll top

Details

Title
Strukturelle Kontinuität von Barnard bis Luhmann: Der Begriff des Systems in der Organisationssoziologie
College
University of Potsdam  (Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät)
Course
Klassiker der Verwaltungs- und Organisationssoziologie
Grade
1,3
Author
Martin Meyerhoff (Author)
Publication Year
2006
Pages
13
Catalog Number
V64600
ISBN (eBook)
9783638573733
ISBN (Book)
9783656785286
Language
German
Tags
Strukturelle Kontinuität Barnard Luhmann Begriff Systems Organisationssoziologie Klassiker Verwaltungs- Organisationssoziologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Meyerhoff (Author), 2006, Strukturelle Kontinuität von Barnard bis Luhmann: Der Begriff des Systems in der Organisationssoziologie , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64600
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  13  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint