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Der Genitivverfall - Ausprägungen und Konsequenzen

Title: Der Genitivverfall - Ausprägungen und Konsequenzen

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 41 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Susanne Elstner, geb. Spindler (Author)

Speech Science / Linguistics
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Rettet den Genitiv! Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod! Solchen und vielen anderen Sätzen der Warnung bzw. Aufrüttelung begegnet man in Zeitungen, Schulen und Universitäten. Der Genitiv erhält auf diese Weise nach und nach den Status einer vom Aussterben bedrohten Tier- oder Pflanzenart, bei deren Anblick man ganz erfürchtig wird, weil man weiß, dass es das letzte Mal sein könnte. Der Mensch scheint auf gewissen Gebieten dualistische Vorlieben zu haben. Zum einen liebt er den Fortschritt, zu dem ihn seine Neugierde treibt, andererseits liebt er auch das alte Traditionelle, weil er sozusagen sein Nachkomme ist. Ähnlich verhält es sich beim Genitiv. Er wird immer mehr zum Alten. In der gesprochenen Sprache ist er schon fast ausgestorben bzw. in seiner Verwendung oft markiert. In der Schriftsprache ist seiner Verwendung zwar noch ein Stück alltäglicher, aber auch hier sind Verfallserscheinungen zu sehen. Sein Verfall ist nicht aufzuhalten. Wir können nicht über den täglichen Fortschritt der Welt und Menschheit mit veralteten Vokabeln und grammatischen Konstruktionen reden. Es ist abzusehen, dass der Genitiv, wie z.B. im Englischen, irgendwann einmal ganz wegfällt und ins Fachgebiet der Diachronischen Sprachwissenschaft gehört. Die Ausarbeitung befasst sich vor allem mit den verschiedenen Formen des Wegfalls, betrachtet Ausnahmen, versucht sich an Prognosen für die Zukunft und gibt Ratschläge für den Umgang mit dem Sachverhalt im schulischen Bereich.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Auf den ersten Blick

1.1. Das Genitiv-„s“

1.1.1. Wegfall des Genitiv-„s“

1.1.2. Hinzutreten des Genitiv-„s“

1.2. Die Genitiv-Rektion

1.2.1. Verlust der Genitiv-Rektion

1.2.2. Hinzutreten einer Genitiv-Rektion

1.3. Veraltung

1.4. Ersatzkonstruktionen

2. Der Verlust des Genitiv-„s“

2.1. Die Appelsche Theorie

2.2. Zustimmung und Gegentheorien

2.3. Vermehrung des Genitiv-„s“ - eine Gegentheorie?

3. Die Genitiv-Rektion

3.1. Rückgang der Genitiv-Rektion bei Verben und Präpositionen

3.2. Zunahme von Genitiv-Rektion bei Dativ-Adpositionen

3.3. Ersatzkonstruktionen und Konkurrenzformen

4. Der Genitiv heute

5. Prognosen

6. Abschließende Gedanken

Zielsetzung & Themen

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht den historischen und gegenwärtigen Rückgang des Genitivs im Deutschen, analysiert die linguistischen Ursachen für den „s“-Wegfall sowie die Genitiv-Rektion und bewertet die Konsequenzen für den heutigen Sprachgebrauch sowie den Fremdsprachenunterricht.

  • Historische Entwicklung und aktueller Status des Genitivs.
  • Analyse des Wegfalls und der Zunahme des Genitiv-„s“.
  • Untersuchung der Genitiv-Rektion bei Verben und Präpositionen.
  • Ersatzkonstruktionen und deren grammatische Einordnung.
  • Didaktische Perspektiven für den Deutsch-als-Fremdsprache-Unterricht (DaF).

Auszug aus dem Buch

0. Einleitung

„Der formale Vorgang, der den Untergang des Genitivs begründet hat, ist die Abschwächung der vollen Endvokale im Ausgang der althochdeutschen Zeit. [...] Im Ausgang der mittelhochdeutschen Zeit vollziehen sich dann Umbildungen der nominalen Flexion, die einen weiteren Zusammenfall der Kasus herbeiführen“ (Behaghel 1923:§358). Dieser Untergang des Genitivs soll laut Behaghel durch den „s“-Wegfall auch äußerlich deutlich werden.

Ist der Genitiv aber wirklich dem Untergang geweiht? Was ist formal zu beobachten? Wie wird er ersetzt? Wie ist es um den Genitiv heute bestellt? Was sagt man ihm für die Zukunft voraus? Wie sollte man die so gewonnenen Erkenntnisse als Lehrkraft umsetzen? All diese Fragen sollen in der folgenden Arbeit behandelt werden. Auch soll untersucht werden, was es mit der scheinbaren Zunahme des „s“-Suffix bei Substantiven im Genitiv und mit dem Rektionswechsel hin zum Genitiv bei einigen Adpositionen auf sich hat. Auch die scheinbare Sonderposition von Eigennamen, Personennamen und eigennämlichen Bezeichnungen im genitivischen Bereich soll eigens untersucht werden.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Problematik des Genitivverfalls ein und definiert die zentralen Fragestellungen der Arbeit bezüglich formaler Beobachtungen und zukünftiger Entwicklungen.

1. Auf den ersten Blick: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den Rückgang des Genitivs in der Hochsprache und erläutert die bisherigen Ausprägungsformen des Genitivs sowie die ersten Anzeichen für dessen Rückzug.

2. Der Verlust des Genitiv-„s“: Hier werden Theorien zum Wegfall der „s“-Endung diskutiert, insbesondere das Werk von Elsbeth Appel sowie zustimmende und kritische Ansätze anderer Sprachwissenschaftler.

3. Die Genitiv-Rektion: Dieses Kapitel behandelt den Rückgang der Genitiv-Rektion bei Verben und Präpositionen sowie die konträre Zunahme bei bestimmten Dativ-Adpositionen und notwendige Ersatzformen.

4. Der Genitiv heute: Eine Bestandsaufnahme des Genitivs in der Gegenwartssprache, die dessen funktionale Rolle als bloßer Junktor und das komplexe Abhängigkeitsverhältnis bei der Kasuszuweisung beschreibt.

5. Prognosen: Die verschiedenen linguistischen Prognosen zur zukünftigen Entwicklung des Genitivs, vom Verschwinden der Kasusflexion bis hin zur Beibehaltung als syntaktisches Werkzeug, werden gegenübergestellt.

6. Abschließende Gedanken: Das Fazit ordnet den Genitivwandel als Teil eines natürlichen Sprachprozesses ein und appelliert an Lehrkräfte, diesen Wandel im Unterricht sachgerecht zu berücksichtigen.

Schlüsselwörter

Genitiv, Genitivverfall, Sprachwandel, Flexionsendung, Genitiv-Rektion, Ersatzkonstruktionen, Kasusmarkierung, Appelsche Theorie, Sprachökonomie, Adpositionen, Nominalflexion, DaF-Unterricht, Syntaktische Struktur, Sprachwissenschaft, Kasusabbau.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Phänomen des Genitivverfalls im Deutschen, untersucht die linguistischen Hintergründe für den Wegfall von Flexionsendungen und die veränderte Rektion bei Verben und Präpositionen.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind der Wegfall des Genitiv-„s“, der Wandel der Genitiv-Rektion, die Rolle von Ersatzkonstruktionen sowie die zukünftigen Prognosen zur Entwicklung der Kasusflexion.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die natürlichen Ursachen hinter dem scheinbaren Sprachverfall aufzuzeigen und Strategien für einen modernen Umgang mit diesen Strukturen, insbesondere im Deutschunterricht, zu entwickeln.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer intensiven Literaturanalyse, bei der führende Theorien (wie die von Appel, Behaghel, Gallmann oder Dürscheid) kritisch diskutiert und miteinander verglichen werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der „s“-Endung, die Untersuchung der Rektionsveränderungen bei Verben und Dativ-Adpositionen sowie eine Bewertung der gebräuchlichen Ersatzkonstruktionen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Genitivverfall, Rektionswechsel, analytischer Genitiv, Sprachökonomie, Kasusmarkierung und die Rolle der Adpositionen im heutigen Sprachsystem.

Warum ist der "s"-Wegfall bei Eigennamen laut Appel kein bloßer Verfall?

Appel argumentiert, dass Eigennamen bei Artikelnichtsetzung oder spezifischen Kontexten eine „Nennfunktion“ erfüllen, bei der das Fehlen des „s“ eine bewusste sprachliche Gestaltung darstellt und keine Verfallserscheinung.

Warum empfiehlt die Autorin, Genitiv-Interpretationen aus dem Unterricht zu verbannen?

Sie stützt sich auf die Ansicht, dass die starren Kategorisierungen (wie possessivus, objektivus etc.) für Lerner nutzlos sind, da sie nicht an die Form gebunden sind und den Lernprozess unnötig erschweren.

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Details

Title
Der Genitivverfall - Ausprägungen und Konsequenzen
College
http://www.uni-jena.de/  (Institur für germanistische Sprachwissenschaft)
Course
Hauptseminar: "Nomen und Pronomen"
Grade
2,0
Author
Susanne Elstner, geb. Spindler (Author)
Publication Year
2003
Pages
41
Catalog Number
V64649
ISBN (eBook)
9783638574044
ISBN (Book)
9783638646826
Language
German
Tags
Genitivverfall Ausprägungen Konsequenzen Hauptseminar Nomen Pronomen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Susanne Elstner, geb. Spindler (Author), 2003, Der Genitivverfall - Ausprägungen und Konsequenzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64649
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