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Die Karlsbader Beschlüsse von 1819

Ende der Nationalbewegung?

Título: Die Karlsbader Beschlüsse von 1819

Trabajo , 2002 , 26 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Ralf Geissler (Autor)

Historia de Europa - Tiempos modernos, absolutismo, industrialización
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Am 23. März 1819 ermordete der Student Karl Ludwig Sand in Mannheim den Schriftsteller und russischen Staatsrat August von Kotzebue. Es war ein politischer Mord – obgleich Kotzebue kein bedeutender Politiker war.

Kotzebue war Schriftsteller und Diplomat und rechtfertigte als solcher die europäische Restaurationspolitik und verhöhnte in seinem selbst gegründeten Literarischen Wochenblatt die nach nationaler Einheit strebenden deutschen Burschenschaften. Kotzebue verteidigte die lose Staatengemeinschaft im Deutschen Bund und ihre aristokratischen Herrscher. Sein Name stand Synonym für die Reaktion. Deswegen mussten die Herrschenden in seiner Ermordung einen Anschlag auf die restaurierte Ordnung sehen.
Den maßgeblichen Entwickler dieser Ordnung, Clemens Wenzel Fürst von Metternich, kam das Attentat nicht ungelegen. Der österreichische Staatsmann hatte seit dem Ende des Wiener Kongresses 1815 immer wieder vor den Burschenschaften und den freien Universitäten gewarnt: Aus ihrer Mitte drohe die Revolution, welche die nach seiner Ansicht legitimen Aristokraten verjagen wolle. Das Attentat des Studenten Sand gab Metternich nun offenbar Recht. Der Fürst benutzte den Mord, um die bürgerliche Opposition zu kriminalisieren und sie endgültig in ihre Schranken zu weisen. Er setzte die Karlsbader Beschlüsse durch – ein Regelwerk aus vier Gesetzen, welches die Rufe nach Pressefreiheit, nationaler Einheit und parlamentarischer Mitbestimmung endgültig unterdrücken sollte. Die vorliegende Arbeit wird die Entstehung der Karlsbader Beschlüsse nachzeichnen. Ein weiteres Kapitel wird sich mit ihrem Inhalt beschäftigen und der letzte Teil geht der Frage nach, inwieweit Metternich sein Ziel erreichte, die nationale Bewegung mundtot zu machen. Quellenbasis meiner Arbeit sind die „Dokumente zur Deutschen Verfassungsgeschichte“ in der Edition von Ernst Rudolf Huber und die „Wichtigen Urkunden für den Rechtszustand der deutschen Nation“ aus der Edition von Karl Theodor Welcker. Letztere Sammlung beinhaltet sämtliche Karlsbader Protokolle sowie deren Beilagen aus dem Nachlass des Staatsrechtlers Johann Ludwig Klüber und ist nach Einschätzung des Historikers Eberhard Büssem trotz geringer editorischer Ungenauigkeiten „die grundlegende Dokumentation geblieben“2. Basis meiner Ausarbeitung war weiterhin die von Eberhard Büssem verfasste Monographie über die Karlsbader Beschlüsse.
[...]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entstehung der Karlsbader Beschlüsse

2.1 Verfassungsfragen und Wartburgfest

2.2 Aachener Kongress und erste Pläne

3. Die Konferenz von Karlsbad und ihre Beschlüsse

3.1 Teilnehmer und Einstimmung

3.2 Die Beschlüsse

3.2.1 Bundes-Universitätsgesetz

3.2.2 Bundes-Preßgesetz

3.2.3 Bundes-Untersuchungsgesetz

3.2.4 Exekutions-Ordnung

3.3 Der Bundestagsbeschluss

4. Folgen

4.1. Nationalismus unterdrückt durch nationalstaatliche Methoden

4.2 Die gezähmte Presse

4.3 Die überwachten Universitäten

4.4 Verfolgte Demagogen

5. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entstehung, den Inhalt und die weitreichenden gesellschaftspolitischen Folgen der Karlsbader Beschlüsse von 1819, mit denen Metternich die bürgerliche Opposition im Deutschen Bund unterdrückte. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern diese Maßnahmen die nationale Bewegung effektiv mundtot machen konnten.

  • Analyse der politischen Hintergründe und Ursachen für die Entstehung der Beschlüsse.
  • Detaillierte Untersuchung der vier Kernbereiche: Universitätsgesetz, Pressegesetz, Untersuchungsgesetz und Exekutions-Ordnung.
  • Untersuchung der repressiven Maßnahmen gegen Presse und Universitäten.
  • Betrachtung der Demagogenverfolgungen und ihrer Auswirkungen auf die Opposition.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Am 23. März 1819 ermordete der Student Karl Ludwig Sand in Mannheim den Schriftsteller und russischen Staatsrat August von Kotzebue. Es war ein politischer Mord – obgleich Kotzebue kein bedeutender Politiker war.

Kotzebue war Schriftsteller und Diplomat und rechtfertigte als solcher die europäische Restaurationspolitik und verhöhnte in seinem selbst gegründeten Literarischen Wochenblatt die nach nationaler Einheit strebenden deutschen Burschenschaften. Kotzebue verteidigte die lose Staatengemeinschaft im Deutschen Bund und ihre aristokratischen Herrscher. Sein Name stand Synonym für die Reaktion. Deswegen mussten die Herrschenden in seiner Ermordung einen Anschlag auf die restaurierte Ordnung sehen.

Den maßgeblichen Entwickler dieser Ordnung, Clemens Wenzel Fürst von Metternich, kam das Attentat nicht ungelegen. Der österreichische Staatsmann hatte seit dem Ende des Wiener Kongresses 1815 immer wieder vor den Burschenschaften und den freien Universitäten gewarnt: Aus ihrer Mitte drohe die Revolution, welche die nach seiner Ansicht legitimen Aristokraten verjagen wolle. Das Attentat des Studenten Sand gab Metternich nun offenbar Recht. Der Fürst benutzte den Mord, um die bürgerliche Opposition zu kriminalisieren und sie endgültig in ihre Schranken zu weisen. Er setzte die Karlsbader Beschlüsse durch – ein Regelwerk aus vier Gesetzen, welches die Rufe nach Pressefreiheit, nationaler Einheit und parlamentarischer Mitbestimmung endgültig unterdrücken sollte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert den Anlass der Karlsbader Beschlüsse, namentlich den Mord an August von Kotzebue durch Karl Ludwig Sand, und legt die Fragestellung der Arbeit dar.

2. Entstehung der Karlsbader Beschlüsse: Hier werden die politischen Rahmenbedingungen, wie der Wiener Kongress, das Wartburgfest und der Aachener Kongress, als Faktoren für die zunehmende Repression analysiert.

3. Die Konferenz von Karlsbad und ihre Beschlüsse: Dieses Kapitel beschreibt den Ablauf der Geheimkonferenz in Karlsbad und erläutert detailliert die vier verabschiedeten Bundesgesetze.

4. Folgen: Dieser Hauptteil analysiert die Auswirkungen der Beschlüsse auf die Pressefreiheit, die Autonomie der Universitäten und die Verfolgung von politisch andersdenkenden Akteuren.

5. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz über das Unterdrückungssystem Metternichs und kommt zu dem Schluss, dass die Beschlüsse die Bewegung zwar schwächten, sie jedoch nicht dauerhaft vernichten konnten.

Schlüsselwörter

Karlsbader Beschlüsse, Metternich, Deutscher Bund, Restauration, Zensur, Pressefreiheit, Burschenschaften, Universitäten, Demagogenverfolgung, politische Repression, 1819, Revolution, Biedermeier, nationale Einheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit behandelt die Entstehung und Umsetzung der Karlsbader Beschlüsse von 1819 als Mittel der Unterdrückung bürgerlich-liberaler Bestrebungen im Deutschen Bund.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Zensur der Presse, die Überwachung von Universitäten, die Unterdrückung der Burschenschaften sowie die polizeiliche Verfolgung vermeintlicher Demagogen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu untersuchen, wie Metternich das Attentat auf Kotzebue nutzte, um die nationale Bewegung zu bekämpfen und ob sein Ziel der vollständigen Neutralisierung der Opposition erreicht wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf die Auswertung historischer Quellen und Urkunden sowie die Analyse einschlägiger wissenschaftlicher Fachliteratur zur Epoche der Restauration.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden der Ablauf der Karlsbader Konferenz sowie die vier zentralen Bundesgesetze im Detail analysiert und deren Auswirkungen auf das gesellschaftliche und politische Leben untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind insbesondere: Karlsbader Beschlüsse, Metternich, Zensur, Demagogenverfolgung und Restauration.

Warum empfand Metternich gerade die Universitäten als Gefahr?

Er sah in den Universitäten und den dort aktiven Burschenschaften die Hauptträger des nationalen Einheitsgedankens, die seiner Ansicht nach den Umsturz der bestehenden aristokratischen Ordnung planten.

Was genau war der "Teutsche Beobachter" und warum wurde er verboten?

Der "Teutsche Beobachter" war ein in Württemberg erscheinendes Blatt, das als zu liberal galt. Das Verbot durch den Bund war ein Exempel zur Abschreckung anderer liberaler Zeitungen und zur Stärkung der Zensur.

Final del extracto de 26 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Karlsbader Beschlüsse von 1819
Subtítulo
Ende der Nationalbewegung?
Universidad
University of Leipzig  (Historisches Seminar)
Curso
Entstehung nationalen Bewusstseins in Deutschland
Calificación
1,3
Autor
Ralf Geissler (Autor)
Año de publicación
2002
Páginas
26
No. de catálogo
V6466
ISBN (Ebook)
9783638140287
ISBN (Libro)
9783656571346
Idioma
Alemán
Etiqueta
Karlsbader Beschlüsse Metternich Wiener Kongress Demagogen Wartburgfest Nationalbewegung Burschenschaft Attentat Zensur
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Ralf Geissler (Autor), 2002, Die Karlsbader Beschlüsse von 1819, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6466
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