Jugend und neue Medien. Nutzen und Gefahren für Jugendliche


Hausarbeit, 2006

35 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition
2.1 Jugend
2.2 Neue Medien

3. Neue Medien
3.1 Mobiltelefon
3.1.1 SMS
3.1.2 Weitere Funktionen
3.2 Internet
3.2.1 E-Mail
3.2.2 Chat

4. Fazit

5. Literatur

1. Einleitung

In dieser Hausarbeit werde ich mich mit den Neue Medien und dem daraus resultieren Nutzen aber auch den Gefahren für Jugendliche beschäftigen.

Die Literatur zählt zu den Neue Medien das Mobiltelefon und das Internet, so dass ich diese beiden Medien genauer betrachten werde. Zu den „Klassischen Medien“ hingegen zählen unter anderem das Telefon oder der Fernseher. Der Prozess der Verbreitung eben dieser beiden Medien begann vor ca. 30 Jahren. So gehörte das Telefon beispielsweise erst seit den 80er Jahren zur Mediengrundausstattung von privaten Haushalten.[1]

Die starke Verbreitung von Computern und dem Internetzugang (unter Jugendlichen) begann in den 90er Jahren. So prognostizierte Rammert 1993, dass im Jahr 2000 der Computer zur Standardausrüstung in privaten Haushalten gehöre.[2] Und tatsächlich stieg die Zahl der internetfähigen Computer in privaten Haushalten von Ende der 90er Jahre (1997) bis zum Jahr 2003 von 4,1 Millionen Online-Nutzer auf 34,4 Millionen Nutzer an.[3] Gerade junge Menschen sind offen für neue Medien und nutzen diese verstärkt. So setzten auch in Schulen immer mehr Lehrer voraus, dass die Schüler nicht nur über Internetzugang verfügen, sondern auch damit umzugehen wissen.[4]

Ähnlich ist die Verbreitung des Handys verlaufen, wobei mehr Jugendliche über ein eigenes Handy verfügen, wie über einen Internetzugang zuhause. So stellte die JIM Studie 2005 fest, das 92% der Jugendlichen ein eigenes Handy besitzen.[5] Der Handybesitz hat in den letzten Jahren stark zugenommen, 1998 besaßen nur 8% der Jugendlichen ein eigenes Handy, 2002 waren es bereits 82%.[6]

Die erwähnten Neuen Medien, Internet und Handy, haben besonders bei Jugendlichen eine sehr starke Verbreitung gefunden. Sie werden als Status-Symbol angesehen, gelten als wichtig und sind unter Jugendlichen oftmals „das Gesprächsthema“. Auch selber bemerke ich, wie wichtig diese beiden Medien für mich geworden sind, auch wenn Studenten nicht mehr unter die Kategorie Jugendliche fallen. Jeder hat ein Handy und um beispielsweise eine kurze Frage zu stellen, wird schnell eine SMS geschrieben, lernt man neue Leute kennen werden als erstes die e-Mail Adressen und Handynummern ausgetauscht. Wer über kein Mobiltelefon verfügt wird schnell ausgeschlossen, weil die neusten Informationen fehlen. Da stellt sich dann schon manchmal die Frage, wie die Menschen vor 10 Jahren und Internet und Handy leben konnten.

Hier möchte ich nun speziell die Gruppe der Jugendlichen betrachten und wie sie mit den Neuen Medien umgehen. Gibt es Gefahren für diese Gruppe, die von den Möglichkeiten der Medien ausgehen, oder sind mehr Chancen gegeben?

Außerdem interessieren mich Unterschiede innerhalb der Gruppe der Jugendlichen. Nutzen Jugendliche mit unterschiedlicher Bildung die Medien gleich oder gibt es gravierende Unterschiede? Gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede oder altersmäßige innerhalb der Gruppe der Jugendlichen? Wer nutzt die neuen Medien am häufigsten und wie werden sie genutzt?

Um dies zu untersuchen habe ich meine Arbeit in drei Teile unterteilt. Als erstes werde ich „Jugend“ bzw. „Jugendliche“ und „Neue Medien“ definieren. Im zweiten Teil werde ich dann die Neuen Medien vorstellen und den Umgang der Jugendlichen mit jenen untersuchen.

Dabei gibt es zwei Untergruppen, einmal das Handy, wo speziell auch die SMS Nutzung betrachtet wird und die Internetnutzung, wo neben einem allgemeinen Teil insbesondere die Nutzung von E-Mails und Chatrooms untersucht werden soll. Als letztes werde ich ein kurzes Fazit ziehen und die Ergebnisse in Bezug auf die hier aufgeworfenen Fragen auswerten.

2. Definition

2.1 Jugend

Jugend wird allgemein als der Zeitraum zwischen 13 und 19 Jahren angesehen. Viele verbinden mit dem Begriff „Jugend“ Teenager sein, zur Schule gehen, etc.

Münchmeier schreibt im Soziologie-Lexikon, dass Jugend ein „Schonraum zur Selbstfindung und Selbsterprobung“[7] sei. Die Zeit der Jugend ist dadurch gekennzeichnet, dass man jung und damit meist noch Schüler ist. Durch längere Ausbildungszeiten und damit einer längeren Abhängigkeit von den Eltern spricht man von der Jugend nicht mehr von einer Übergangsphase, sondern von einer eigenständigen Lebensphase.[8] Eben diese Lebensphase lohnt sich nun zu untersuchen.

Durch die untersuchte Literatur und die in dieser Arbeit verwendeten Umfragen und Studien werde ich Jugend bzw. den Begriff Jugendliche für Personen von 12 bis 19 Jahren verwenden. In dieser Zeit sind die meisten Jugendlichen Schüler oder aber sie befinden sich in der Ausbildung. Häufig wohnen sie auch noch bei den Eltern und sind von diesen zumindest finanziell abhängig.

2.2 Neue Medien

Als Neue Medien werden, in der von mir verwendeten Literatur, das Mobiltelefon und das Internet bezeichnet. Beide Medien sind noch nicht lange für breite Bevölkerungsschichten zugänglich. Erst wurden sie in den Arbeitsalltag integriert, bevor sie auch in Privathaushalten Einzug erhielten.

Kommunikationswissenschaftler definieren neben dem Internet und dem Mobiltelefon auch den Digitalfernseher als neues Medium. Da dieses Medium aber noch keine starke Verbreitung speziell in der Gruppe der Jugendlichen gefunden hat, werde ich darauf in dieser Arbeit nicht weiter eingehen. Als klassische Medien werden der Brief, Rundfunk, Telefon und Fernseher gesehen.[9]

Seit den 80er Jahren breitete sich der Computer in privaten Haushalten langsam aus. So verfügten 1988 24,7% der privaten Haushalten über einen Computer, 1990 waren es bereits 31,5%. Allerdings schafften sich nicht alle Bevölkerungsschichten zu gleichen Teilen einen Computer an, dies waren vor allem Vier-Personen-Haushalte von Beamten und Angestellten, die über ein mittleres Einkommen verfügten. Der eigene Computer im Haushalt wird vor allem von der jüngeren und mittleren Generation vorangetrieben.[10]

Anders als manch einer befürchtet, verdrängten die Neuen Medien die klassischen Medien wie Fernseher oder Telefon nicht. Sie wurden und werden zusätzlich in den Alltag integriert und bekommen neuen Funktionen zugewiesen. So spielten viele, insbesondere männliche Jugendliche, lange Zeit am Computer alleine Computerspiele. Durch das nun verfügbare Internet werden die Spiele nun nicht mehr alleine, sondern mit verschiedenen anderen Jugendlichen aus allen Teilen der Welt online gespielt. Man spielt nicht mehr alleine gegen den Computer, sondern mit anderen zusammen und gegen andere.

Aber trotz der hohen Bedeutung der Neuen Medien, haben auch die klassischen Medien nicht an Bedeutung verloren. So nimmt der Fernseher weiterhin einen sehr wichtig Platz im Leben der Jugendlichen ein, ebenso wie das Hören von Musik.[11]

3. Neue Medien

Bei der Analyse der Neuen Medien werde ich mich auf verschiedenste Untersuchungen und Studien aus der vorhandenen Literatur beziehen. Eine der ausführlichsten Studien, auf die ich immer wieder, sowohl bei der Betrachtung des Internets als auch bei der Betrachtung des Mobiltelefons zurückgreifen werde ist, die JIM Studie von 2005. Darum hier ein paar allgemeine Daten über diese Erhebung. Die Ergebnisse der JIM Studie beziehen sich auf die Antworten von 1203 befragten Jugendlichen, wobei diese eine repräsentative Stichprobe von einer Grundgesamtheit von gut sieben Millionen Jugendlichen darstellen. Befragt wurde nur, wer einen Computer hat und diesen mindestens einmal im Monat nutzt.

Eine kurze Übersicht über die erhobenen Daten zeigt, das in 99% aller Haushalte ein Mobiltelefon vorhanden war, in 98% der Haushalte ein Laptop oder Computer und über einen Internetzugang verfügten 89% der befragten Haushalte. Dabei ist zu beachten, dass im Schnitt jeder Haushalt über 3,4 Mobiltelefone verfügt, so dass nicht nur die Jugendlichen eins besitzen sondern teilweise auch die Eltern. Die Haushalte verfügten im Schnitt über 2,1 Computer und über 1,3 Internetzugänge. Insgesamt gesehen ist die Ausstattung damit sehr gut.

Da es in dieser Arbeit aber um den Umgang der Jugendlichen mit den Neuen Medien geht, sind diese Daten zwar generell interessant, aber nicht so relevant, wie der Eigenbesitz der Jugendlichen von Neuen Medien. 92% der Jugendlichen bezeichnen ein Handy als ihr eigen, 57% haben einen eigenen Computer und 35% einen eigenen Internetzugang.[12] Während Jugendliche am häufigsten über ein eigenes Handy verfügen, sieht man an den erhobenen Daten, dass sie sich den Computer und / oder den Internetzugang zumindest teilweise mit Geschwistern oder den Eltern teilen müssen.

Die Anschaffungskosten für einen Computer und einen Internetzugang sind auch bedeutend höher als die Kosten für ein Handy, insbesondere wenn, wie die meisten noch nicht volljährigen Jugendliche, mit einem Prepaid-Handy telefonieren und damit die Kosten unter Kontrolle gehalten werden können.

So werde ich mich nun auch als erstes mit dem Umgang des Mobiltelefon bei Jugendlichen beschäftigen.

3.1 Mobiltelefon

Im Jahr 2000 waren in Deutschland rund 20 Millionen Mobiltelefone im Umlauf[13], zwei Jahre später hatte sich die Zahl schon mehr als verdoppelt, es waren über 55 Millionen Mobiltelefone in Gebrauch.[14]

Ende der 80er Jahre lag die Verbreitung der mobilen Kommunikation in Deutschland bei gerade mal 0,35% und selbst in den skandinavischen Ländern, die in Sachen mobile Kommunikation eine Vorreiterrolle einnehmen, besaßen nur 5% der Bevölkerung ein Mobiltelefon. Die starke Verbreitung des Mobiltelefons begann 1992, wobei jedoch gerade in der Anfangszeit eher Angehörige höherer Status- und Einkommensgruppen und Selbstständige über ein Mobiltelefon verfügten. Es verhalf zu größerer Mobilität und Erreichbarkeit, die Kommunikation wurde vereinfacht.13

Die Gruppe der Jugendlichen entdeckte das Mobiltelefon als „ihr Medium“ erst Ende der 90er Jahre. Lag der Besitz eines Mobiltelefons 1998 noch bei 8% in ihrer Gruppe, so hatte sich der Wert innerhalb von vier Jahren verzehnfacht (82%). Besonders Jugendliche ab 12 Jahren legen Wert auf Medien die als „in“ gelten. Das war in den Jahren 2000 und 2001 insbesondere das Mobiltelefon, womit sich die hohen Zuwächse erklären. Aber nicht nur einfach der Besitz eines Mobiltelefons ist wichtig, es muss häufig auch das Neuste, Teuerste, etc. sein um bei den Freunden mithalten zu können.

[...]


[1] Logemann, Feldhaus, 2002b

[2] Rammert, 1993

[3] Logemann, 2004

[4] Hoffmann, 2003

[5] JIM Studie, 2005

[6] Feldhaus, 2004b

[7] Zit.: Münchmeier, 1991; S. 286

[8] Münchmeier, 1991

[9] Logemann, Feldhaus, 2002a

[10] Rammert, 1993

[11] JIM Studie, 2005

[12] JIM Studie, 2005

[13] Burkart, 2000

[14] Logemann, Feldhaus, 2002a

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten

Details

Titel
Jugend und neue Medien. Nutzen und Gefahren für Jugendliche
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg  (Institut für Soziologie)
Veranstaltung
Neuere theoretische Ansätze und Theorien zur Lebensphase Jugend
Note
1,7
Autor
Jahr
2006
Seiten
35
Katalognummer
V64673
ISBN (eBook)
9783638574266
ISBN (Buch)
9783638691130
Dateigröße
525 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
In der Arbeit werden die Nutzen und Gefahren von neue Medien (Mobiltelefon und Internet) für Jugendlich untersucht. Dabei wird auf die familäre Situation ebenso eingegangen, wie auf den Stellungswert der neuen Medien in den Peer-Groups.
Schlagworte
Jugend, Medien, Nutzen, Gefahren, Jugendliche, Neuere, Ansätze, Theorien, Lebensphase
Arbeit zitieren
Diplom-Sozialwissenschaftlerin Manuela Kulick (Autor), 2006, Jugend und neue Medien. Nutzen und Gefahren für Jugendliche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64673

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