Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Geography / Earth Science - Physical Geography, Geomorphology, Environmental Studies

Ökosystem Fließgewässer

Title: Ökosystem Fließgewässer

Seminar Paper , 1997 , 12 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Diplom Geograph Stefan Gärtner (Author)

Geography / Earth Science - Physical Geography, Geomorphology, Environmental Studies
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Hydrologisch / Geologisch gesehen ist ein Fließgewässer ein in langgestreckten, einseitig geöffneten Hohlformen der Landoberfläche, fließender natürlicher Wasserlauf, welcher die umgrenzenden Flächen des Festlandes mit natürlichem Gefälle entwässert. Für die Limnologie stellt ein Fließgewässer einen Lebensraum für spezifische Organismengemeinschaften dar, welche in ihrer Zusammensetzung den ökologischen Zusammenhang mit der Umwelt widerspiegeln.
Ein Fließgewässer ist ein offenes Ökosystem, da es in enger Verbindung zu den Landökosystemen steht, d.h., daß der Energie- und Stoffhaushalt von Fließgewässern in einer Wechselwirkung mit terrestrischen Ökosystemen steht. Die in ein Gewässer eingetragenen organischen Nährstoffe werden vom Gewässer weitergeführt, an anderer Stelle in anorganisches Material umgesetzt und an wieder anderer Stelle erneut von Pflanzen aufgenommen. Endpunkt dieser Kreisläufe ist das Meer.
Ziel des Referates soll es sein, die unterschiedlichen Faktoren wie geomorphologische Dynamik, klimatische Verhältnisse, geologische Strukturen und die sich daraus entwickelnden biologischen Strukturen im Ökosystem "Fließgewässer" zu erklären.
Ein typisches Fließgewässer läßt sich in eine Quellregion, Oberlauf, Mittellauf, Unterlauf und eine Mündungsregion gliedern. Diese Gliederung kommt zustande, da sich auch die ökologischen Faktoren in diesen Regionen kontinuierlich ändern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Strömung

3. Erosion, Transport und Sedimentation

4. Wärme- und Sauerstoffhaushalt

5. Biotope und Biozönosen der Fließgewässer

6. Biozönotische Gliederung eines Flußlaufes

6.1. Rhithral- Salmonidenregion

6.2. Potamal- Cyprinidenregion

7. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Ökosystem „Fließgewässer“ und analysiert das Zusammenspiel zwischen physikalischen, geomorphologischen Faktoren und der daraus resultierenden biologischen Besiedlung in verschiedenen Flussabschnitten.

  • Geomorphologische Dynamik und Strömung als ökologische Schlüsselfaktoren
  • Einfluss von Wärme- und Sauerstoffhaushalt auf die Lebensvorgänge
  • Strukturelle Gliederung der Lebensgemeinschaften (Neuston, Plankton, Benthos)
  • Biozönotische Differenzierung entlang des Längsprofils (Rhithral vs. Potamal)
  • Anpassungsstrategien der Fauna an wechselnde Strömungsverhältnisse

Auszug aus dem Buch

2. Strömung:

Der beherrschende ökologische Faktor in einem Fließgewässer ist die Strömung. Die Strömung ist somit ein kontrollierender und limitierender Faktor für das Ökosystem „Fließgewässer“. Ihre Geschwindigkeit nimmt zu mit größer werdendem Gefälle, aber auch mit zunehmender Abflußmenge. Die Abflußmenge ist abhängig von dem Wasser, welches dem Fließgewässer durch Niederschlag, Grundwasser und Nebenflüsse zugeführt wird. Eine Vergrößerung des Gewässerquerschnitts hat eine Strömungsgeschwindigkeitsabnahme zur Folge bei gleich bleibender Abflußmenge. Im Durchschnitt nimmt die Strömungsgeschwindigkeit eines Fließgewässers von der Quelle bis zur Mündung hin ab, da auch das Gefälle zur Mündung hin flacher wird. In einem Fließgewässer gibt es aber jeweils örtlich beträchtliche Geschwindigkeitsschwankungen, die zum Beispiel durch die jahreszeitlich wechselnde Abflußmenge oder durch Veränderungen im Flußquerschnitt hervorgerufen werden.

In Bezug auf die Ausbildung bestimmter Lebensgemeinschaften, ist die Durchschnittsgeschwindigkeit der Strömung von großer Bedeutung. So gibt es in einem Fließgewässer stark strömende und auch schwach strömende Bereiche. Mit größer werdender Tiefe nimmt die Strömungsgeschwindigkeit durch die Wirkung der Reibung ab, je rauher die Gewässersohle ist. Im Grenzbereich zur Sohle ist sie gleich null. Auch zum Ufer hin verringert sich die Strömungsgeschwindigkeit. Die größte Geschwindigkeit befindet sich demnach im Bereich der größten Wassertiefe, dem Stromstrich. Das Wasser in einem Fließgewässer fließt in der Regel turbulent. Nur in Bereichen geringer Strömungsgeschwindigkeit kann es laminar fließen. Solche Bereiche findet man zum Beispiel auch im Oberlauf an der Grenzschicht zu grobkörnigem Sohlensubstrat. Hinter solchen grobkörnigen Sohlensubstraten, wie zum Beispiel Steinen oder Baumwurzeln, entstehen Stillwasserbereiche (Totwasserräume und/oder leeseitige Kanten) die um so größer sind, je größer das Substrat ist. Die Strömung ist in diesen Bereichen so weit herabgesetzt, daß sie fast völlig ihre Bedeutung verliert. Diese Zonen sind bevorzugte Lebensräume, da sie Schutz vor der Abdrift bieten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Definition des Fließgewässers als offenes Ökosystem und Erläuterung der hydrologischen sowie geologischen Grundlagen.

2. Strömung: Analyse der Strömung als entscheidendem ökologischem Faktor, der sowohl die Lebensbedingungen als auch die Besiedlungsstrukturen maßgeblich kontrolliert.

3. Erosion, Transport und Sedimentation: Darstellung der morphologischen Prozesse, die durch die Fließgeschwindigkeit bestimmt werden und das Erscheinungsbild des Gewässers prägen.

4. Wärme- und Sauerstoffhaushalt: Untersuchung physikalischer Parameter und deren Einfluss auf den Stoffwechsel und die jahreszeitliche Dynamik innerhalb des Gewässerkörpers.

5. Biotope und Biozönosen der Fließgewässer: Kategorisierung der Lebensgemeinschaften nach ihrer ökologischen Nische sowie Anpassungsformen der Flora und Fauna.

6. Biozönotische Gliederung eines Flußlaufes: Einteilung des Flussverlaufs in verschiedene Regionen basierend auf Leitfischarten und abiotischen Faktoren.

6.1. Rhithral- Salmonidenregion: Beschreibung der kühlen, sauerstoffreichen Bedingungen des Oberlaufs und der charakteristischen Salmonidenfauna.

6.2. Potamal- Cyprinidenregion: Analyse des Tieflandflusses mit seinen spezifischen Ablagerungsbedingungen und einer darauf spezialisierten Cyprinidenfauna.

7. Literatur: Auflistung der verwendeten wissenschaftlichen Fachliteratur.

Schlüsselwörter

Fließgewässer, Ökosystem, Strömung, Sedimentation, Biozönose, Rhithral, Potamal, Salmoniden, Cypriniden, Anpassung, Sauerstoffhaushalt, Benthos, Gewässerökologie, Stoffhaushalt, Drift.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den ökologischen Grundlagen von Fließgewässern, wobei der Schwerpunkt auf der Wechselwirkung zwischen abiotischen Faktoren und der biologischen Besiedlung liegt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den zentralen Themen gehören die Strömungsdynamik, Erosions- und Sedimentationsprozesse, der Wärme- und Sauerstoffhaushalt sowie die biozönotische Gliederung in verschiedene Flussregionen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die unterschiedlichen geomorphologischen und klimatischen Faktoren zu erläutern, die die biologischen Strukturen im Ökosystem „Fließgewässer“ vom Oberlauf bis zur Mündung prägen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine limnologische und fischereibiologische Analyse, um die verschiedenen Gewässerregionen anhand von Leitfischarten und abiotischen Parametern zu gliedern.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die physikalisch-chemischen Faktoren (Strömung, Erosion, Temperatur, Sauerstoff) und die darauf aufbauende biologische Besiedlung, unterteilt in Benthos, Plankton und fischereibiologische Regionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Fließgewässer, Strömungsdynamik, Biozönose, Rhithral, Potamal und Anpassungsstrategien der aquatischen Fauna charakterisiert.

Warum ist die Strömung als limitierender Faktor für Organismen so entscheidend?

Die Strömung beeinflusst die Substratbeschaffenheit, die Nahrungsdrift und erfordert spezielle morphologische Anpassungen wie Saugnäpfe oder abgeflachte Körper, um ein Abdriften der Tiere zu verhindern.

Was unterscheidet das Rhithral vom Potamal in Bezug auf die Besiedlung?

Das Rhithral ist durch niedrige Temperaturen und hohe Fließgeschwindigkeiten geprägt, was Salmoniden begünstigt, während das Potamal durch langsamere Strömungen, höhere Temperaturen und Sedimentation gekennzeichnet ist, was Cypriniden als Lebensraum dient.

Excerpt out of 12 pages  - scroll top

Details

Title
Ökosystem Fließgewässer
College
University of Bonn  (Institut für Städtebau, Bodenordnung und Kulturtechnik)
Grade
2,0
Author
Diplom Geograph Stefan Gärtner (Author)
Publication Year
1997
Pages
12
Catalog Number
V6468
ISBN (eBook)
9783638140300
ISBN (Book)
9783638826631
Language
German
Tags
Fließgewässer Limnologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom Geograph Stefan Gärtner (Author), 1997, Ökosystem Fließgewässer, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6468
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  12  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint