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Transformationspolitik, Institutionen und Korruption in osteuropäischen Ländern - Analyse anhand einer Einzelfallstudie (Bulgarien)

Title: Transformationspolitik, Institutionen und Korruption in osteuropäischen Ländern - Analyse anhand einer Einzelfallstudie (Bulgarien)

Seminar Paper , 2005 , 25 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Ljubomir Milev (Author)

Politics - Topic: Globalization, Political Economics
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Mit dem endgültigen Kollaps der kommunistischen Systeme Anfang der 1990er Jahre in den südosteuropäischen Ländern, sofern sie sozialistisch geprägt waren, setzten im generellen parallel dazu ablaufende ökonomische, politische und gesellschaftliche Transformationsprozesse ein, die die Umgestaltung der staatlichen, politischen und wirtschaftlichen Institutionen von zentralisierter Planwirtschaft hin zu funktionierender Marktwirtschaft, von einparteien-diktatorischen Systemen hin zu parlamentarischer Demokratie, aber auch von ständischen zu bürokratischen Strukturen und von ländlichen zu städtischen Gesellschaften zum Ziel hatten. In Bulgarien gestaltete sich dieser Transitionsprozess ähnlich wie in den anderen südosteuropäischen Staaten, jedoch wurde schon kurz nach der Wende aus oppositionellen Kreisen, in Berufung auf Geheimdienstquellen, auf eine mögliche, unkontrollierte Verlagerung politischer Einflussnahme von Vertretern der ehemaligen Nomenklatur in wirtschaftliche Bereiche hingewiesen. Diese vermutliche, andauernde Machttransformation führte im September 1993 auf der 263-sten Sitzung des bulgarischen Parlaments dazu, dass die Abgeordnete Velislava Dǎreva vom Redenerpult aus konstatierte, dass in den vorangegangenen Jahren die Korruption in der staatlichen Administration stetig zugenommen habe. Sie forderte deshalb das Parlament auf, eine Untersuchungskommission zu diesem Sachverhalt einzuberufen. Die kurz darauf ernannte Kommission bezog sich bei ihrer Prüfung primär auf die Chronologie und die Anatomie einzelner Fälle von Korruption, ohne explizit die Ursachen dafür zu hinterfragen.
Die Aufgabe dieser Hausarbeit wird es sein, anhand von Variablen eine mögliche Kausalität von Demokratisierung und Korruption zu analysieren und konkreter, sich auf die Fragestellung zu konzentrieren: In welchem Zusammenhang stehen institutionelle Transition und Korruption in der staatlichen Administration in Bulgarien? Wobei zu beachten ist, dass bei dem in der Fragestellung implementierten Kausalnexus, das zu erklärende Phänomen, also die Korruption in der staatlichen Administration in Bulgarien, als abhängige Variable betrachtet wird und die unabhängige Variable, also die institutionelle Transition im weitesten Sinne als Wandel von autoritäre in demokratische politische Systeme (hier ist der Staat mit Regierung nach Göhler gemeint) und Transition im engeren Sinne als „diejenige Phasen, in denen der Aufbau von sicheren Verfahren begonnen wird“ zu verstehen ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung und Fragestellung

II. Institutionen

1. Definition

2. Institutionen im totalitären Regime

3. Postkommunistische Institutionalisierung und konsolidierte Demokratie

III. Korruption

1. Definitionsansatz

2. Herangehensweise und Thematisierung

3. Funktionsweise

4. Zur institutionellen Korruption

5. Gründe für Korruption – allgemein und spezifisch

IV. Politische Prozesse, Administration und Korruption

V. Schlussbetrachtungen

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den kausalen Zusammenhang zwischen institutioneller Transition und Korruption in der staatlichen Administration Bulgariens im Zeitraum von 1989 bis 1993. Ziel ist es, durch eine Einzelfallanalyse aufzuzeigen, wie der Wandel von autoritären zu demokratischen Systemen das Entstehen und die Ausbreitung korruptiver Strukturen in der Verwaltung beeinflusst hat.

  • Analyse des institutionellen Vakuums während der Transformationsphase
  • Untersuchung der Funktionsweise von Korruption innerhalb politischer Triaden
  • Diskussion der Rolle von Nepotismus und Klientelismus bei der Ressourcenverteilung
  • Evaluierung des Einflusses von Schocktherapie und Globalisierung auf die Korruptionskontrolle
  • Fallbeispiele zu institutionellem Amtsmissbrauch in Bulgarien

Auszug aus dem Buch

3. Funktionsweise

Um die Mechanismen von politischer Korruption zu erläutern, muss vorab klargestellt werden, dass diese durch Vertuschung und Verheimlichung gekennzeichnet ist, und die Vorgehensweise bei der Durchführung eine kaum zurückzuverfolgende Reihenfolge von „Mimikry“ darstellt. Bei der Erklärung der Funktionsweise von Korruption bezieht sich die Wissenschaft grundsätzlich auf die Triade von Prinzipal, seinem Agenten und einem Klienten. Demnach ist der Klient der Bestechende, der Agent ist der Mittler, oder konkreter der Bestochene und der Prinzipal ist der Dienstherr. Wobei es sich, damit eine korrupte Handlung konstatiert werden kann, bei den letzteren zwei, um eine Vertragsverletzung handelt, bei der der Agent im Rahmen seiner Kompetenzen und Verantwortungen regelwidrig agiert.

Vereinfacht verdeutlicht handelt es sich bei der politischen Korruptionstriade um eine Situation, bei der ein Inhaber eines öffentlichen Amtes, der in der Absicht einen persönlichen Vorteil zu erlangen, Normen und Regeln verletzt, dadurch den Interessen Einzelner oder Mehrerer, denen er hierarchisch untergeordnet ist, schadet, um einer dritten Partei Vorteile zu verschaffen, wofür er selbst dann von dem Begünstigten entlohnt wird. Bei dieser Konstellation entsteht ein Zusammenwirken der einzelnen Elemente, das durch eine spezifische Beziehung zwischen Öffentlichem und Privatem charakterisiert ist, also eine „Osmose“ öffentlicher und privater Interessen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung und Fragestellung: Das Kapitel führt in die Transformationsprozesse in Bulgarien nach 1989 ein und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Kausalität von institutionellem Wandel und Korruption.

II. Institutionen: Hier werden theoretische Grundlagen zu Institutionen gelegt, ihr Status im totalitären Regime analysiert und die postkommunistische Institutionalisierung kritisch hinterfragt.

III. Korruption: Dieses Kapitel widmet sich der wissenschaftlichen Definition von Korruption, ihren Mechanismen sowie spezifischen und allgemeinen Ursachen im Transformationskontext.

IV. Politische Prozesse, Administration und Korruption: Der Autor verknüpft hier die theoretischen Überlegungen mit der politischen Praxis und belegt anhand von Fallbeispielen das Versagen administrativer Kontrolle.

V. Schlussbetrachtungen: Das Fazit fasst zusammen, dass die Transformationsphase durch ein institutionelles Vakuum geprägt war, welches Korruption in der staatlichen Verwaltung begünstigte.

Schlüsselwörter

Bulgarien, Korruption, Transformation, Institutionen, Demokratisierung, Administration, Nepotismus, Klientelismus, Systemwechsel, Amtsmissbrauch, Transition, Staatsapparat, Planwirtschaft, Marktwirtschaft, Machttransformation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Phänomen der Korruption in der staatlichen Administration Bulgariens während der turbulenten Transformationsjahre von 1989 bis 1993.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Wechselwirkung zwischen institutionellem Wandel, dem Aufbau demokratischer Strukturen und der gleichzeitigen Zunahme korruptiver Praktiken.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet: In welchem Zusammenhang stehen institutionelle Transition und Korruption in der staatlichen Administration in Bulgarien?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Einzelfallstudie, die qualitative Sekundärquellen und eine historische Längsschnittanalyse nutzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretische Einordnung von Korruptionsmodellen (Triade von Prinzipal, Agent, Klient) sowie deren praktische Anwendung auf den bulgarischen Staatsapparat.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Transformation, Systemwechsel, institutionelles Vakuum, Klientelismus, Nepotismus und administrative Korruption.

Was besagt das Konzept der "Eigenkorruption" in diesem Kontext?

Der Autor definiert Eigenkorruption als einen Zustand, in dem eine Person gleichzeitig in der Rolle des Bestechenden und des Bestochenen agiert, um sich öffentliche Güter anzueignen.

Welche Rolle spielten die "Schocktherapie" und die Globalisierung?

Diese Faktoren werden als Katalysatoren identifiziert, die durch Marktversagen und die Schwächung sozialer Sicherungssysteme die Korruptionsanfälligkeit in der Transitionsphase erhöhten.

Warum konnte sich der Staatsapparat laut dem Autor nicht selbst reformieren?

Da öffentliche Ressourcen und Entscheidungsgewalt in den Händen korrupter Netzwerke verblieben, fehlte der Anreiz sowie die institutionelle Kapazität zur Selbstkorrektur.

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Details

Title
Transformationspolitik, Institutionen und Korruption in osteuropäischen Ländern - Analyse anhand einer Einzelfallstudie (Bulgarien)
College
Free University of Berlin
Grade
1,0
Author
Ljubomir Milev (Author)
Publication Year
2005
Pages
25
Catalog Number
V64698
ISBN (eBook)
9783638574464
ISBN (Book)
9783656783961
Language
German
Tags
Transformationspolitik Institutionen Korruption Ländern Analyse Einzelfallstudie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ljubomir Milev (Author), 2005, Transformationspolitik, Institutionen und Korruption in osteuropäischen Ländern - Analyse anhand einer Einzelfallstudie (Bulgarien), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64698
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