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Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft: Imperialismus

Title: Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft: Imperialismus

Seminar Paper , 2002 , 19 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Andrea Friemann (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Das Hauptwerk "Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft" etabliert Hannah Arendt als bedeutende gesellschafts- und politikwissenschaftliche Theoretikerin. Ihrer Meinung nach stellt die totale Herrschaft eine der wichtigsten Tatsachen der modernen Geschichte und eine wesentlich neue Staatsform dar. In diesem Werk versucht sie zu verstehen und gedanklich zu durchdringen, worauf die meisten mit Verdrängung reagieren: die unglaublichen Greuel des Nationalsozialismus und des Stalinismus. Dabei werden beide Systeme als verwandte Herrschaftstypen und Folgeerscheinungen von Antisemitismus, völkischem Nationalismus und Imperialismus betrachtet. Entsprechend folgt der Untersuchung des Antisemitismus als erstem Buch, die des Imperialismus und anschließend analysiert sie im dritten Buch die Charakteristika der Totalen Herrschaft. Im Zustand des Misstrauens gegenüber der Vergangenheit, der Ablehnung der Gegenwart, in der die alte Gesellschaftsordnung zerfällt, worauf Desorientierung, zerstörte Sozialstrukturen und die Atomisierung der Gesellschaft folgen, ist die Ideologie die Reaktion auf die Angst vor einer unberechenbaren, anarchischen Zukunft. Sie beschreibt das Bedürfnis des modernen atomisierten Menschen nach Zugehörigkeit, das mittels "wissenschaftlicher Beweise" und einer Ideologie bedient wird.
Dem Aufbau des Buches "Imperialismus" wird bei der vorliegenden Rezension nicht gefolgt. Ziel des Aufsatzes ist vielmehr den Imperialismusbegriff bei Hannah Arendt, dessen Entstehungsbedingungen und besondere Merkmale herauszuarbeiten. Entsprechend wird nach einer kurzen Einordnung ihres Verständnisses von "Imperialismus" in den ersten zwei Kapiteln die politische Emanzipation der Bourgeoisie und das Bündnis zwischen Kapital und Mob besprochen. Anschließend werden als Charakteristika die vorimperialistische Entwicklung des Rassebegriffs, der völkische Nationalismus und die Bürokratie näher betrachtet. Der letzte Abschnitt ist dem Vorwort von 1967 gewidmet, in dem Arendt ein über den kolonialen Imperialismus hinausgehendes Verständnis anspricht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Bibliographie

Einleitung

Der Imperialismusbegriff bei Hannah Arendt PS: Moderne Imperialismustheorien

Die Entstehungsbedingungen des Imperialismus

Die politische Emanzipation der Bourgeoise

Das Bündnis zwischen Kapital und Mob

Die Charakteristika des Imperialismus

Die vorimperialistische Entwicklung des Rassebegriffs

Die Bürokratie

Der völkische Nationalismus

Der Imperialismusbegriff im Vorwort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Rezension zielt darauf ab, den Imperialismusbegriff von Hannah Arendt sowie dessen Entstehungsbedingungen und besondere Merkmale anhand ihres Hauptwerkes herauszuarbeiten. Dabei wird untersucht, wie Arendt die Zusammenhänge zwischen ökonomischen Krisen, der Rolle des Mobs und der Entstehung totalitärer Herrschaftsformen analysiert.

  • Politische Emanzipation der Bourgeoisie und die Rolle des Kapitals
  • Das Bündnis zwischen Kapital und Mob als Basis für imperialistische Expansion
  • Die Entwicklung des Rassebegriffs als Ideologie des Imperialismus
  • Die Rolle der Bürokratie in den eroberten Gebieten
  • Völkischer Nationalismus und seine Verbindung zu totalitären Vorläufern

Auszug aus dem Buch

Die politische Emanzipation der Bourgeoise

Bei der Untersuchung der Entstehungsbedingungen des kontinentalen Imperialismus unterscheidet man zwischen machttheoretischen und politökonomischen Theorien. Bei den machttheoretischen Theorien entsteht Imperialismus als Folge des Nationalstaats und der Herrschaftsstabilisierung in seinem Inneren. Während bei den politökonomischen Theorien von den Problemen der Kapitalverwertung imperialer Staaten ausgegangen wird. Arendt betrachtet vorrangig die politökonomischen Theorien, deren frühzeitige Entdeckung sie Hobson zuschreibt, dem Hilferding und Lenin später folgten. [a.a.O., S. 302]

Die ökonomischen Entstehungsbedingungen des kontinentalen Imperialismus liegen bereits vor dem Jahre 1884, das allgemein als der Beginn europäischer Imperialpolitik angesehen wird. Die Sache begann völlig unpolitisch mit einer tiefgehenden Wirtschaftskrise Ende der sechziger Jahre des 19. Jahrhunderts, die ausgehend von England die gesamte Ökonomie Europas erfasste. Der Imperialismus entstand, als die Industrialisierung der kapitalistisch bewirtschafteten Länder Europas sich bis an die eigenen Landesgrenzen ausgebreitet hatte und es sich herausstellte, dass diese Landesgrenzen nicht nur einer weiteren Expansion im Wege stehen würden, sondern damit den gesamten Industrialisierungsprozess aufs schwerste bedrohen könnten.

Zusammenfassung der Kapitel

Bibliographie: Auflistung der verwendeten Primärquelle von Hannah Arendt.

Einleitung: Biografischer Überblick über Hannah Arendt und ihre Bedeutung als politische Theoretikerin, insbesondere im Hinblick auf den Totalitarismus.

Der Imperialismusbegriff bei Hannah Arendt PS: Moderne Imperialismustheorien: Hinführung zum Verständnis des Imperialismus als Epoche, die durch Machtpolitik jenseits nationaler Grenzen geprägt ist.

Die Entstehungsbedingungen des Imperialismus: Analyse der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ursachen, die zur imperialen Expansion führten.

Die politische Emanzipation der Bourgeoise: Untersuchung der Rolle von Kapital und ökonomischen Interessen beim Übergang zum Imperialismus.

Das Bündnis zwischen Kapital und Mob: Beschreibung der Allianz zwischen ruinierter Bourgeoisie und deklassierten Schichten als Motor imperialer Bestrebungen.

Die Charakteristika des Imperialismus: Darstellung der ideologischen Werkzeuge, die zur Aufrechterhaltung imperialer Herrschaft dienten.

Die vorimperialistische Entwicklung des Rassebegriffs: Erläuterung, wie rassistische Ideologien als politische Waffe in Europa und den Kolonien geformt wurden.

Die Bürokratie: Analyse der Verwaltung der eroberten Gebiete durch eine Beamtenschaft, die sich der demokratischen Kontrolle entzog.

Der völkische Nationalismus: Untersuchung der Panbewegungen als radikale Vorläufer des Totalitarismus.

Der Imperialismusbegriff im Vorwort: Kritische Reflexion von Arendt über die Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg und das Verhältnis der Supermächte.

Schlüsselwörter

Hannah Arendt, Imperialismus, Totalitarismus, Bourgeoisie, Kapital, Mob, Rassebegriff, Bürokratie, völkischer Nationalismus, Expansion, Nationalstaat, Ideologie, politische Herrschaft, Rassismus, Machtpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Hannah Arendts Imperialismustheorie, insbesondere die Entstehungsbedingungen und die ideologischen Merkmale, die zur Formung totalitärer Herrschaft führten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die ökonomischen Hintergründe des Imperialismus, das Bündnis zwischen Kapital und Mob sowie die Rolle von Rassismus und Bürokratie in der Kolonialpolitik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Herausarbeitung der spezifischen Imperialismus-Definition Arendts und die Analyse der Mechanismen, durch die koloniale Expansion politisch und ideologisch legitimiert wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die auf Basis von Arendts Werk „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“ eine Rezension und Zusammenfassung der wichtigsten Thesen erstellt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Entstehungsbedingungen (Bourgeoisie, Kapital, Mob) sowie der Charakteristika (Rassebegriff, Bürokratie, völkischer Nationalismus) des Imperialismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Imperialismus, Arendt, Kapital, Bürokratie, Rassebegriff, Mob und Totalitarismus.

Wie definiert Arendt das Bündnis zwischen Kapital und Mob?

Arendt sieht darin eine Allianz zwischen dem überflüssig gewordenen Kapital der Finanziers und den deklassierten Menschen (dem „Mob“), die sich als parasitäres Paradies etablierte.

Warum spielt die Bürokratie laut Arendt eine entscheidende Rolle im Imperialismus?

Die Bürokratie ermöglichte die Verwaltung eroberter Gebiete mittels Verordnungen statt Gesetzen, was zur Entmachtung der Beherrschten und zur Unterdrückung führte.

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Details

Title
Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft: Imperialismus
College
Free University of Berlin  (Osteuropa-Institut / FB Politik)
Course
PS Moderne Imperialismustheorien
Grade
1,7
Author
Andrea Friemann (Author)
Publication Year
2002
Pages
19
Catalog Number
V6471
ISBN (eBook)
9783638140331
ISBN (Book)
9783638786973
Language
German
Tags
Rezension Hannah Arendt Imperialismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andrea Friemann (Author), 2002, Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft: Imperialismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6471
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