Mittelmeer und Adria - Phys. Geographie, Ökologie, Belastung


Seminararbeit, 2001

11 Seiten, Note: 1,9


Leseprobe

INHALT

1. Mittelmeer
1.1. Allgemeine Kennziffern:
1.2 Genese des Mittelmeerbeckens
1.2.1 Grundsätzliche Genese:
1.2.2. Messinian-Salinitätskrise:
1.3. Strömungsdynamik:
1.4. Wasser- und Temperaturhaushalt:
1.5. Biologische Produktivität:
1.6. anthropogene Einflüsse:
1.6.1. Eutrophierung und Algenpest:
1.6.2. Einträge toxischer Schwermetalle und Chlorkohlenwasserstoffe:
1.6.3. Erdölverschmutzung und Ölpest:
1.6.4. Verschmutzung - Fazit:

2. Adria

3. Fauna und Flora

4. Literaturverweis

1. Mittelmeer

1.1. Allgemeine Kennziffern:

Das europäische Mittelmeer gehört als Rand- und Nebenmeer des Nordatlantiks zum Typ „interkontinentales Mittelmeer“. Es besitzt eine geographische Ausdehnung in Nord-Süd-Richtung von 46°n.Br. bis 30°n.Br. und in West-Ost-Richtung von 6°w.L. bis 35°ö.L. Damit beträgt die Nord-Süd-Erstreckung ca. 900 km zwischen Frankreich und Algerien bzw. maximal 1100 km zwischen der Strasse von Otranto (Albanien) und der libyschen Küste und die West-Ost-Erstreckung maximal 3800 km zwischen Gibraltar und der syrischen Küste. Das Mittelmeer nimmt so eine Fläche von rund 2,5 Mio. km2 Fläche ein, was in etwa 0,8 % der Weltmeeresfläche entspricht. Das Gesamtwasservolumen schwankt zwischen 3,7 – 4,3 Mio. km3 und die Wassertiefe beträgt im Mittel ca. 1500 m. Es kommen aber auch wesentlich größere Tiefen vor, wie beispielsweise maximal 5121 m westlich der Peloponnes. Es entfallen dabei ca. 30 % der Fläche und 50 % des Volumens auf Gebiete mit mittleren Wassertiefen zwischen 2000 und 3000 m, 20% der Fläche werden den Kontinentalschelfbereichen zugerechnet haben, d.h. es treten nur Tiefen von weniger als 200 m. Diese Bereiche machen aber nur 1,5 % des Gesamtwasservolumens aus.

Generell ist das Mittelmeer aufgrund seiner geologischen Struktur und Lage an mehreren aktiven Plattengrenzen hohen seismischen u. vulkanischen Aktivitäten ausgesetzt. Mit Ausnahme der Süd-Ost-Küste (Libyen, Ägypten) ist es fast ausschließlich von Gebirgen umgeben.

Eine Sonderstellung zu anderen Mittelmeeren besitzt das europäischen Mittelmeer durch seine dominanten Beckenstrukturen und durch seine hydrologische Abgeschlossenheit als „Fast-Binnenmeer“. Den einzigen Zugang zum offenen Nord-Atlantik besitzt es im Westen über die Strasse von Gibraltar, die mit einer Breite von 14 km, einer Länge von ca. 50 km und einer Tiefe von nur 284 m eine sehr hoch liegende, submarine Sattelschwelle darstellt durch die der Wasseraustausch mit dem Atlantik stark eingeschränkt wird.

Damit ist auch eine entsprechende Gezeitenanbindung nur schwach vorhanden. In der Strasse von Gibraltar noch recht ausgeprägt, so sind die Mitschwingungsgezeiten im Gesamtmittelmeer stark unterdrückt mit Ausnahme der nördlichen Adria und der nördlichen Ägäis. Der Tidenhub beträgt durchschnittlich meist nur 20-30 cm und ist somit kaum wahrnehmbar.

Es werden zwei dynamisch und genetisch miteinander in Verbindung stehende Hauptbecken unterschieden: das kleinere und jüngere westliche Becken mit einer Größe von 0,85 Mio. km2, einer maximalen Tiefe von 3000 bis 4000 m und einem durchschnittlichen Alter von ca. 25 Mio. Jahren und das tiefere und ältere östliche Becken mit einer Größe von 1,65 Mio. km2, maximal 4000 bis 5000 m Tiefe und einem Alter von ca. 70 Mio. Jahren. Beide Becken werden durch eine Reihe von Teilbecken, Trögen, Gräben, Schwellen, Rücken weiter untergliedert, so ist das europäische Mittelmeer ein aus vielen kleinen Teilmeeren zusammengesetztes Meer.

1.2 Genese des Mittelmeerbeckens

1.2.1 Grundsätzliche Genese:

Nach dem geodynamischen Modell der Plattentektonik ist das heutige Mittelmeer bereits sehr früh, schon vor dem Paläozoikum (vor 570 Mio. a) auf einer Schwächezone des alten Superkontinents Pangäa angelegt, an der späteren Nahtstelle zwischen Afrika und Eurasien. Der Prozess der Plattendivergenz und des Seafloor-Spreading trennte seit dem Paläozoikum die Teilkontinente Afrika und Eurasien voneinander und es entstand das „Ur-Urmittelmeer“, die „Paläotethys“. Im Jura und in der Unterkreide (vor 170 bis 100 Mio. Jahren) nahm die Paläotethys den Raum zwischen den beiden bis dahin auseinander driftenden Kontinenten ein, als Verbindung zwischen Atlantik im Westen und Indischer Ozean im Osten. Dann an der Wende zwischen Unter- und Oberkreide (vor ca. 100 Mio. Jahren) kehrte sich die Plattendivergenz um und es begann ein langsames Aufeinanderzurücken der afrikanischen und eurasischen Platten, das in einer Kollision zum Beginn des Tertiärs (vor ca. 50 Mio. Jahren) gipfelte. Damit wurde auch die Verbindung zum Indischen Ozean endgültig geschlossen und die Verbindung zum Atlantik auf mehrere kleine Meeresarme ähnlich der heutigen „Strasse von Gibraltar“ beschränkt. Die Paläotethys wird somit zum fast abgeschlossenen, interkontinentalen „Urmittelmeer“, der „Urtethys“. Im mittleren Miozän (vor 20 Mio. Jahren) dann fand eine Trennung in eine westliche marine „Tethys“ und in eine östliche brackige „Paratethys“ statt. Beim Zudriften der afrikanischen Platte auf die starrere eurasische Platte kam es zur Subduktion des ozeanischen Teils der afrikanischen Platte unter die eurasische. Bei der nachfolgenden Kollision der kontinentalen Lithosphärenplatten wurden deren Ränder in Form riesiger Schollen und Decken übereinander geschoben, es entstanden die alpinotypen Kollisionsgebirge des zirkummediterranen Kettengebirgssystems. Bei der immer weiter fortschreitenden Subduktion wurden zudem Subduktions- und Hotspot-Vulkane angelegt. In diesem Stadium hatte das europäische Mittelmeer in groben Umrissen bereits seine aktuelle Gestalt erreicht.

1.2.2. Messinian-Salinitätskrise:

Gegen Ende des Tertiärs (vor 6 Mio.a) sank der Wasserspiegel der Weltmeere um ca. 50 m ab. Für das europäische Mittelmeer wurde damit der Zustrom des Wassers aus dem Atlantik für ca. 1 Mio. a unterbrochen. Die Erdkruste am westlichen Ende des Mittelmeeres hob sich und versperrte damit die zwei existierenden Meeresarme, die sich in etwa im heutigen Andalusien und in Marokko befanden und die damals die Verbindung zum Atlantik als wichtigste Wasserzufuhr bildeten. Unter einem subtropisch-randtropischen Strahlungsklima mit hoher Verdunstungskraft hing nun der Weiterbestand des Mittelmeeres vom Gleichgewicht zwischen Eintrag durch Flüsse und Regen, der Verdunstung, sowie immer geringer werdendem Nachfluss aus dem Atlantik ab. In mehreren Stufen – man geht von bis zu 40 alternierende Phasen aus - trocknete das Mittelmeer immer mehr aus und hinterließ bis zu 2000 m mächtige Evaporitlagen aus Sulfat, Gips, Kalium- oder Steinsalzen. Dieser Prozess dauerte nur ca. 1000-1500 Jahre um 4 Mio. km3 Wasser zu verdunsten. Es bildeten sich große trockengefallene Salztonebenen und vereinzelt kleinere Salzseen mit extrem lebensfeindlichen Bedingungen und deshalb nur wenigen Spezialisten.

[...]

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Details

Titel
Mittelmeer und Adria - Phys. Geographie, Ökologie, Belastung
Hochschule
Universität Potsdam  (Institut für Geoökologie)
Veranstaltung
Landschaftspraktikum Kroatien/ Insel Cres
Note
1,9
Autor
Jahr
2001
Seiten
11
Katalognummer
V6472
ISBN (eBook)
9783638140348
Dateigröße
475 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mittelmeer, Adria, Meeresverschmutzung, Meeresbiologie, Ökologie, Biologische Produktivität, Strömungsdynamik, Algenpest, Ölpest
Arbeit zitieren
Andre Terwei (Autor), 2001, Mittelmeer und Adria - Phys. Geographie, Ökologie, Belastung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6472

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