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Sklaverei im römischen Gallien (1. bis 3. Jhd n. Chr.)

Title: Sklaverei im römischen Gallien (1. bis 3. Jhd n. Chr.)

Intermediate Examination Paper , 2003 , 16 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Simon Ratz (Author)

World History - Early and Ancient History
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„Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaften ist die Geschichte von
Klassenkämpfen. Freier und Sklave, Patrizier und Plebejer, Baron und Leibeigener, Zunftbürger und Gesell, kurz, Unterdrücker und Unterdrückte standen in stetem bald offenem Kampf […].
In den früheren Epochen der Geschichte finden wir fast überall eine vollständige Gliederung der Gesellschaft in verschiedene Stände, eine mannigfaltige Abstufung der gesellschaftlichen Stellungen. Im alten Rom haben wir Patrizier, Ritter, Sklaven […] und noch dazu in fast jeder dieser Klassen wieder besondere Abstufungen.“
Wie man auch immer zu Marx und Engels stehen mag, so ist ihre Aussage, fast allen menschlichen Gesellschaften lag ein mehr oder minder hierarchischer Aufbau zugrunde, wohl wahr.
Um dieses räumlich und zeitlich bereits sehr komplexe Phänomen einzuengen, beschränke ich mich hier auf die römische Sklaverei im 1.-3. Jahrhundert nach Christus. Es soll nicht das vorrangige Ziel sein, das Verhältnis von Patrizier und Sklaven zu verdeutlichen. Vielmehr sollen hier die unterschiedlichen Formen der Sklaverei in der römischen Provinz Gallien herausgearbeitet werden.
Erst einmal soll der Rechtsstatus der Sklaven im Imperium erörtert werden. Eine Differenzierung zwischen Freien, Freigelassenen und Sklaven wird nötig sein. Die Griechen, zumindest Aristoteles, gingen davon aus, dass ein Sklave seine soziale Stellung von Natur aus besaß. Die Römer hingegen vertraten die Meinung, Sklaverei sei eine Erfindung der Zivilisation und von Natur aus seien alle Menschen gleich. Man muss folglich auch den Rechtsstatus der Sklaven klären, dem dann die Realität gegenüber gesetzt wird. Der eigenen Übersetzung ins Deutsche habe ich mithilfe von Fussnoten die englische Vorlage hinzugefügt. Nun stellt sich die Frage, worauf man sein Augenmerk zu richten hat, will man einen gallischen Sklaven, mit einem anderen gallischen Sklaven vergleichen. Eine Frage wird lauten müssen: Wie konnte man zum Sklaven werden? Weiterhin ist auch die Tätigkeit der Sklaven von Interesse. Denn eines kann man vorwegnehmen. Sklave war nicht gleich Sklave, auch falls die dem gleichen Herrn in ein und derselben Provinz dienten. Diese und eventuell auch andere Frage, die sich im Verlauf der Arbeit vielleicht noch herausstellen werden, sollen ein Bild davon zeichnen, wie differenziert das Sklaventum im römischen Gallien gewesen ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Rechtsstatus der Sklaven im Römischen Reich

3. Sklaverei in Gallien

3.1 Sklaverei in der Landwirtschaft

3.2 Das Töpferhandwerk und die Sklaverei

3.3 Sklaven im Hüttenwesen

3.4 Sklaven in Salzbergwerken und Marmorsteinbrüchen

4. Resumée

5. Quellen– und Literaturverzeichnis

6. Quellenanhang

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das differenzierte Sklaventum in der römischen Provinz Gallien im Zeitraum vom ersten bis zum dritten Jahrhundert nach Christus, mit dem Ziel, die unterschiedlichen Formen und Einsatzbereiche der Sklavenarbeit zu beleuchten.

  • Rechtsstatus von Sklaven im Römischen Reich
  • Sklavenarbeit in der gallischen Landwirtschaft
  • Rolle von Sklaven im Töpferhandwerk
  • Einsatz von Sklaven in Bergbau und Metallverarbeitung
  • Untersuchung epigraphischer und archäologischer Quellen

Auszug aus dem Buch

3.3 Sklaven im Hüttenwesen

Zu den ältesten und am meisten verbreiteten Produktionszweigen gehörte neben dem Töpferhandwerk das Hüttenwesen, vor allem die Gewinnung und Verarbeitung von Eisen. Seine Spuren (Bergwerke, Schmelzöfen, Schlacke, Erzeugnisse, Werkstätten, entsprechende Arbeitswerkzeuge und Vorrichtungen) findet man beinahe in jeder gallischen Gemeinde, wo es in römischer Zeit eine besondere Rolle spielte, Eisen zu gewinnen und zu verarbeiten, zur Deckung des Bedarfs der Rheinarmee. Einige Bergwerke waren im Privatbesitz und befanden sich auf dem Territorium der Landgüter, andere wiederum gehörten den Städten und den civitates. Außerdem gab es auch kaiserliche Bergwerke. Von alters her wurde in Gallien außer Eisen auch Silber und Gold gewonnen.

In den Inschriften steht bestenfalls etwas über Sklaven, die in der Administration (oder als Hilfsarbeiter) arbeiteten. Aus dem Gebiet der Rutener (Aquitania) ist eine Inschrift erhalten, die Zmaragdus, dem Verwalter der Erzgruben des Kaisers Tiberius, gewidmet ist: Zmaragdo vil(l)ico quaest(ori) magistro ex decurion(um) decr(eto) familiae Ti(berii) Caesaris quae est in m(etal)is. Der Text weist darauf hin, dass in den Bergwerken die Sklavenfamilia des Tiberius beschäftigt gewesen ist. Zmaragdus hatte neben seiner Funktion als vilicus auch den Posten des quaestor und magister der familia inne. Diese waren in einem Kollegium organisiert. Die besagte Ehreninschrift wurde ihm wegen eines Dekurionendekrets des familia-Kollegiums gesetzt. Ein Grabstein aus Nemausus (Gallia Narbonensis) enthält eine andere Inschrift eines Sklaven, der in den einer Stadtgemeinde gehörenden Erzgruben arbeitete: D. M. Primionis ferrariar(um servi) Vitalis contuber(nalis).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Problematik der römischen Sklaverei ein und definiert den zeitlichen sowie räumlichen Rahmen der Untersuchung auf Gallien zwischen dem ersten und dritten Jahrhundert.

2. Rechtsstatus der Sklaven im Römischen Reich: Dieses Kapitel erörtert die juristische Klassifikation von Sklaven, Freien und Freigelassenen anhand der Institutionen von Justinian und beleuchtet das Spannungsfeld zwischen Naturrecht und künstlicher Institution.

3. Sklaverei in Gallien: Hier wird der allgemeine epigraphische Befund zur Sklavenhaltung in verschiedenen gallischen Gebieten dargestellt, um eine Grundlage für die spezifische Betrachtung der Wirtschaftsfelder zu schaffen.

3.1 Sklaverei in der Landwirtschaft: Der Fokus liegt auf der Ausbeutung von Sklaven in ländlichen Gebieten, gestützt durch Inschriften, die auf die Rolle von Verwaltern (actores) in römischen Landgütern hinweisen.

3.2 Das Töpferhandwerk und die Sklaverei: Das Kapitel untersucht die soziale Zusammensetzung der Arbeitskräfte in der gallischen Keramikproduktion und differenziert zwischen freier Arbeit und Sklavenarbeit in den verschiedenen Regionen.

3.3 Sklaven im Hüttenwesen: Es wird die Bedeutung von Sklaven in der Metallgewinnung und -verarbeitung dargelegt, wobei besonderes Augenmerk auf die organisatorische Einbindung in Kollegien gelegt wird.

3.4 Sklaven in Salzbergwerken und Marmorsteinbrüchen: Diese Analyse widmet sich der Sklavenarbeit in der Rohstoffgewinnung und belegt durch Weihinschriften die Existenz von Berufskorporationen unter den Arbeitern.

4. Resumée: Das Resumée fasst die Ergebnisse zur sozialen Struktur des Sklaventums und dessen unterschiedlicher Ausprägung in den gallischen Provinzen zusammen.

5. Quellen– und Literaturverzeichnis: Dies stellt die bibliographische Basis der Arbeit dar, inklusive epigraphischer Sammlungen und wissenschaftlicher Sekundärliteratur.

6. Quellenanhang: Der Anhang bietet ergänzendes Material zu den in der Arbeit herangezogenen historischen Quellen.

Schlüsselwörter

Sklaverei, römisches Gallien, Rechtsstatus, Epigraphik, Landwirtschaft, Töpferhandwerk, Hüttenwesen, Marmorsteinbrüche, Freigelassene, Sozialgeschichte, römische Provinz, Arbeitsweise, Institutionen, Wirtschaft, Antike

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der sozialen und wirtschaftlichen Rolle von Sklaven in der römischen Provinz Gallien während des ersten bis dritten Jahrhunderts nach Christus.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der rechtliche Status von Sklaven im römischen Imperium sowie ihre spezifischen Einsatzbereiche in der gallischen Landwirtschaft, im Handwerk und im Bergbau.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Hauptziel ist es, ein differenziertes Bild des Sklaventums in Gallien zu zeichnen und zu zeigen, dass "Sklave nicht gleich Sklave" war, sondern je nach Tätigkeit und Region unterschiedliche Bedingungen herrschten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf die Auswertung epigraphischer Zeugnisse (Inschriften) sowie archäologischer Funde und setzt diese in den Kontext historischer Rechtsquellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die unterschiedlichen Wirtschaftszweige analysiert, in denen Sklaven eingesetzt wurden, darunter die Landwirtschaft, das Töpferhandwerk, das Hüttenwesen sowie Salz- und Marmorbergwerke.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Sklaverei, römisches Gallien, Rechtsstatus, soziale Schichtung, epigraphische Quellen und Produktionsweise.

Welche Rolle spielt das Naturrecht für die Argumentation des Autors?

Das Naturrecht dient als theoretischer Gegenpol zur juristischen Realität, um aufzuzeigen, wie die Römer das Phänomen der Sklaverei ideologisch rechtfertigten oder einordneten.

Warum wird der Süden Galliens gesondert betrachtet?

Der Süden Galliens wird gesondert betrachtet, da er stärker unter römisch-italischem Einfluss stand, was sich in einer intensiveren und organisatorisch anders geprägten Sklavenhaltung äußerte.

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Details

Title
Sklaverei im römischen Gallien (1. bis 3. Jhd n. Chr.)
College
RWTH Aachen University
Grade
2,3
Author
Simon Ratz (Author)
Publication Year
2003
Pages
16
Catalog Number
V64778
ISBN (eBook)
9783638575072
ISBN (Book)
9783656812920
Language
German
Tags
Sklaverei Gallien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Simon Ratz (Author), 2003, Sklaverei im römischen Gallien (1. bis 3. Jhd n. Chr.), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64778
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