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Der identitätsorientierte Deutschunterricht

Title: Der identitätsorientierte Deutschunterricht

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Markus Schlupf (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
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1. Einleitung

Seit den 70er Jahren rückt der Schüler als Person und dessen „Ichfindung“ wieder zunehmend in das Blickfeld der didaktischen Diskussion, sodass man die Situation als „schülerorientierte Phase der Deutschdidaktik“ ansehen kann.1Unter identitätsorientiertem Deutschunterricht versteht man das Schreiben als Medium der Ich - Entwicklung.2Der Schüler wird aufgefordert sein „Ich“ und die ihn bestimmenden Gefühle und Konflikte verdeckt oder offen durch Schreiben darzulegen. Hierbei wird von einer neue Form der Aufsatzdidaktik gesprochen: Die „Förderung von Selbstfindung und Identitätsbildung“ stehen in dieser Unterrichtsform im Zentrum aller didaktischen Überlegungen.3Unter den Vertretern dieses Unterrichts besteht allerdings Uneinigkeit, ob sie als „Revolution“ der Aufsatzdidaktik alle anderen Formen des Schreibens verdrängt, oder ob sie nur als Ergänzung zum „gewöhnlichen“ Aussatzunterricht zum Einsatz dienen soll.4Der Streit braucht hier jedoch nicht thematisiert zu werden, da diese Arbeit sich damit befasst, ob identitätsorientierter Unterricht überhaupt sinnvoll ist. Im Folgenden wird daher nur auf den namhaftesten Vertreter dieser Konzeption -KasparH. Spinner-eingegangen, der diese Form des Schreibens lediglich als Ergänzung zum „normalen“ Aufsatzunterricht ansieht (Ein Beispiel für den „normalen“ Aufsatzunterricht wäre das Schreiben als Einübung des poetischen Schreibstils oder das Schreiben als Medium der Interaktion).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. WAS IST „IDENTITÄT“?

2.1. G. H. Mead, amerikanischer Sozialphilosoph

2.2. Wolfgang Welsch, Vertreter der postmodernen Theorie

2.3. Die narrative Identität

2.4. Erik Erikson, amerikanischer Psychoanalytiker

2.5. Jürgen Habermas, deutscher Soziologe und Philosoph

3. DER IDENTITÄTSORIENTIERTE UNTERRICHT (NACH K.H. SPINNER)

4. KRITIK

5. VORTEILE DES IDENTITÄTSORIENTIERTEN UNTERRICHTS

6. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die pädagogische Sinnhaftigkeit und Umsetzung des identitätsorientierten Deutschunterrichts, wobei insbesondere das Konzept von Kaspar H. Spinner analysiert wird, um zu klären, inwiefern Schreiben als Medium der Ich-Entwicklung dienen kann.

  • Grundlagen des Identitätsbegriffs nach verschiedenen sozialwissenschaftlichen Theorien
  • Methodische Ansätze des identitätsorientierten Schreibunterrichts
  • Kritische Auseinandersetzung mit der "Therapeutisierung" des Unterrichts
  • Potenziale zur Förderung von Selbstfindung und Sozialkompetenz
  • Bedeutung eines vertrauensvollen Klassenklimas für den Lernerfolg

Auszug aus dem Buch

2.1. G. H. Mead, amerikanischer Sozialphilosoph

G. H. Mead beschreibt das „ICH“ als die „Antwort des Einzelnen auf die Haltungen der anderen ihm gegenüber“, wobei die Haltungen anderer das organisierte „ich“ bilden, man aus deren Perspektive auf sich selbst blickt und demzufolge versucht sich selbst von außen zu betrachten. Ermöglicht wird dies durch die Verwendung von allgemeingültigen Gesten, die für sich und den anderen identische Bedeutung haben. Diesen Aspekt bezeichnet Mead als das „ME“ („verinnerlichte Fremderwartung“); das „ME“ ist demnach Voraussetzung für die Selbstwahrnehmung des Menschen.

Die zweite Komponente wird von Mead als „I“ („spontan-reaktiver Selbstausdruck“) bezeichnet. Dieses entspricht der Kontrollinstanz, die ablehnend oder zustimmend auf die gesellschaftlichen Erwartungen reagiert. Das „I“ löst Reaktionen des Individuums gegenüber einer Person oder Gruppe aus, die nicht vorhersehbar sind. Im Nachhinein geht diese Handlung wiederum als Erinnerung und Erfahrung in den Bereich des „I“ über.

Beide Instanzen stehen in einer gewissen Abhängigkeit zueinander; sie existieren nicht getrennt voneinander. Die Identitätsbildung erfolgt -so Mead- in einem „stetigen, dialogisch, d.h. sprachlich vermittelten Wechselspiel“. Krappmann entwickelte dieses Modell weiter und sieht darin eine „Identitätsbalance“ zwischen den beiden Polen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Darstellung der schülerorientierten Didaktik und die Einführung von Schreiben als Medium zur Identitätsbildung.

2. WAS IST „IDENTITÄT“?: Theoretische Fundierung des Identitätsbegriffs durch verschiedene soziologische und psychologische Ansätze.

3. DER IDENTITÄTSORIENTIERTE UNTERRICHT (NACH K.H. SPINNER): Vorstellung der praktischen Anwendung von Spinners Ansatz im Deutschunterricht.

4. KRITIK: Auseinandersetzung mit der fachdidaktischen Kritik hinsichtlich einer therapeutischen Überforderung der Lehrkräfte.

5. VORTEILE DES IDENTITÄTSORIENTIERTEN UNTERRICHTS: Erörterung der positiven Wirkungen auf die Persönlichkeitsreife und soziale Kompetenz der Schüler.

6. FAZIT: Zusammenfassende Einschätzung der notwendigen Rahmenbedingungen für einen gelingenden, identitätsorientierten Unterricht.

Schlüsselwörter

Identität, Deutschunterricht, Ich-Entwicklung, Kaspar H. Spinner, personalisiertes Schreiben, G.H. Mead, Adoleszenz, Selbstfindung, Sozialisation, Pädagogik, Schreibdidaktik, Identitätsbalance, Klassenklima.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die didaktische Konzeption des identitätsorientierten Deutschunterrichts und prüft dessen Bedeutung für die Selbstfindung der Schüler.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf theoretischen Identitätsmodellen, der schreibdidaktischen Umsetzung nach Spinner und der kritischen Reflexion über Chancen und Risiken.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu analysieren, ob der identitätsorientierte Unterricht sinnvoll ist und unter welchen Bedingungen er erfolgreich in den Schulalltag integriert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die zentrale theoretische Ansätze von Soziologen und Didaktikern zusammenführt und kritisch bewertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in den Identitätsbegriff, die spezifische Methode nach Spinner sowie eine Gegenüberstellung von Kritik und Vorteilen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Identität, Ich-Entwicklung, Schreibdidaktik und schülerorientierter Unterricht beschreiben.

Wie unterscheidet Mead das „ME“ vom „I“?

Das „ME“ ist die verinnerlichte Erwartungshaltung der sozialen Umwelt, während das „I“ die spontane, individuelle Kontrollinstanz und Antwort auf diese Einflüsse darstellt.

Warum kritisieren manche Didaktiker das "personale Schreiben"?

Kritiker warnen vor einer "Therapeutisierung" der Schule, da sie befürchten, dass Lehrkräfte ohne therapeutische Qualifikation die psychischen Entwicklungsprozesse der Schüler unangemessen beeinflussen könnten.

Welche Rolle spielt die Atmosphäre im Klassenzimmer?

Ein vertrauensvolles, freies und soziales Klima wird als Grundvoraussetzung genannt, damit Schüler ohne Zwang bereit sind, persönliche Themen in den Schreibprozess einzubringen.

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Details

Title
Der identitätsorientierte Deutschunterricht
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (EWF - Nürnberg - Deutschdidaktik)
Grade
1,3
Author
Markus Schlupf (Author)
Publication Year
2006
Pages
22
Catalog Number
V64795
ISBN (eBook)
9783638575195
ISBN (Book)
9783656381365
Language
German
Tags
Deutschunterricht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Schlupf (Author), 2006, Der identitätsorientierte Deutschunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64795
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