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Psychosexuelle Entwicklung nach Freud

Title: Psychosexuelle Entwicklung nach Freud

Seminar Paper , 2006 , 13 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Katja Rommel (Author)

Psychology - Developmental Psychology
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Summary Excerpt Details

Sigmund Freuds Theorie der psychosexuellen Entwicklung bildet die psychische Entfaltung des Menschen in Abhängigkeit von seiner sexuellen Reifung ab und bildet den Angelpunkt der Psychoanalyse. Instanzenlehre und Bewusstseinstopologie, das Triebkonzept, Neurosenlehre und -behandlung sind auf dem Hintergrund der psychosexuellen Entwicklungstheorie zu verstehen.
Freud unterteilt den psychosexuelle Entwicklungsverlauf in fünf Phasen. Zunächst ist das Sexualstreben des Kindes an bestimmte erogene Zonen des eigenen Körpers gebunden: in der oralen Phase (bis zum Ende des 1. Lj.) an den Mund und die Nahrungsaufnahme; in der analen Phase (2. – 3. Lj.) an den After und das Absetzen bzw. Zurückhalten von Stuhl; in der phallischen Phase (4. – 5. Lj.) an das Geschlechtsteil. Das zuvor autoerotische Sexualstreben ist nun erstmals, in der Konstellation des Ödipuskomplexes, auf eine andere Person - den gegengeschlechtlichen Elternteil - gerichtet. Die Auseinandersetzung mit dem Ödipuskomplex stellt die Weichen für die weitere Charakterentwicklung. Nach einer Ruhephase der sexuellen Entwicklung in der Latenzphase (6. – 12. Lj.) wird in der genitalen Phase (13. – 18. Lj.) die psychosexuelle Reife erreicht.
Das Gelingen oder Misslingen von Lösungen früher Grundkonflikte ist entscheidend für die weitere psychische Entwicklung und die psychische Gesundheit überhaupt. Werden Bedürfnisse einzelner psychosexueller Entwicklungsphasen nicht angemessen, sondern in zu geringem oder zu hohem Maße befriedigt, so kann es nach psychoanalytischer Vorstellung zu einer Fixierung auf die für die entsprechende Phase typische Triebbefriedigung kommen: Die Triebobjekte und die Befriedigungsformen des Triebes bleiben dann auch im Erwachsenenalter, jenseits der Phasengrenzen, infantil, und in Konfliktlagen können typische regressive Verhaltensweisen auftreten.
Als Phasenlehre und wegen ihrer mangelnden empirischen Absicherung nicht unumstritten, kommt Freuds Theorie der psychosexuellen Entwicklung auch außerhalb ihres psychoanalytischen Kontextes eine große Bedeutung zu, da sie das Menschenbild der Humanwissenschaften und der (abendländischen) Gesellschaft revolutioniert hat.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die psychischen Instanzen

2.1 Störungen

3. Die Phasenlehre

3.1 Die orale Phase (Geburt bis ca. Ende des 1. Lebensjahres)

3.2 Die anale Phase (ca. 2. – ca. 3. Lebensjahr)

3.3 Die phallische Phase (ca. 4. – ca. 5. Lebensjahr) und der Ödipuskomplex

3.4 Die Latenzphase (ca. 6. – ca. 12. Lebensjahr)

3.5 Die genitale Phase (ca. 13. bis ca. 18. Lebensjahr)

3.6 Diskussion

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Darstellung und Diskussion des Phasenmodells der psychosexuellen Entwicklung nach Sigmund Freud. Es wird untersucht, wie das Zusammenspiel der psychischen Instanzen ES, ICH und ÜBER-ICH sowie die libidinöse Besetzung spezifischer erogener Zonen die Persönlichkeitsentwicklung und potenzielle Störungsbilder beeinflussen.

  • Psychoanalytische Instanzenlehre (ES, ICH, ÜBER-ICH)
  • Phasenmodell der menschlichen Entwicklung
  • Bedeutung des Ödipuskomplexes für die Identitätsbildung
  • Ätiologie psychischer Störungen durch Fixierungen und Regressionen

Auszug aus dem Buch

3.1 Die orale Phase (Geburt bis ca. Ende des 1. Lebensjahres)

Die erste prägenitale erogene Körperzone ist der Theorie der psychosexuellen Entwicklung zu Folge der Mund, genauer: die sensorischen Nervenendungen der Lippen und der Zunge (vgl. Zimbardo/Gerrig 1999, 532; vgl. auch Davison/Neale 1996, 37). Lustempfindung entsteht durch das Aufnehmen der Nahrung und den Hautkontakt beim Stillen.

Freud stellt fest, dass bereits der bloße Akt des rhythmischen Saugens und Lutschens mit Funktionslust erfüllt sei, denn das Sexualziel bestehe in der „Einverleibung des Objektes“ (Freud: Drei Abhandlungen V 2000, 103). Aufgrund dieser generalisierten Funktionslust wird der Mund in dieser Phase zum Explorationsorgan schlechthin, wird das Belutschen von Objekten - Daumen, Zehen, Spielsachen etc.- zur typischen Handlung des Säuglings.

Mit dem Zahnen wird das Lutschen zum Beißen, und es entstehen erste aggressive Impulse, die in der anschließenden analen Phase, bei der sadistische Verhaltenskomponenten mit zum Tragen kommen, noch stärker werden (vgl. Mönks et al. 1996, 20).

Die orale Entwicklungsphase ist gekennzeichnet vom emotional prägenden Erlebnis der Abhängigkeit (vgl. Hoffmann/Hochapfel 1995, 34) und von jenen Konflikten, die im Zusammenhang mit der Entwöhnung auftreten können (vgl. Zimbardo/Gerrig 1999, 532).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in Freuds psychoanalytisches Paradigma ein und erläutert die Bedeutung der psychosexuellen Entwicklung für das menschliche Verhalten.

2. Die psychischen Instanzen: Dieses Kapitel erläutert das Zusammenspiel von ES, ICH und ÜBER-ICH als Grundlage der Triebdynamik und der Persönlichkeitsstruktur.

2.1 Störungen: Es wird dargelegt, wie Fixierungen oder Regressionen aufgrund unzureichend gelöster Entwicklungskonflikte zu neurotischen Störungen führen können.

3. Die Phasenlehre: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Phasenmodells von der Geburt bis zur Reife dargestellt.

3.1 Die orale Phase (Geburt bis ca. Ende des 1. Lebensjahres): Das Kapitel behandelt die Mundregion als primäres Organ der Lustgewinnung und die zentrale Bedeutung früher Abhängigkeitserfahrungen.

3.2 Die anale Phase (ca. 2. – ca. 3. Lebensjahr): Im Fokus steht die Sauberkeitserziehung sowie der ambivalente Konflikt zwischen Kontrolle und Hingabe.

3.3 Die phallische Phase (ca. 4. – ca. 5. Lebensjahr) und der Ödipuskomplex: Dieses Kapitel thematisiert die Entdeckung der Genitalität und den zentralen Konflikt des Ödipuskomplexes sowie die Kastrationsangst.

3.4 Die Latenzphase (ca. 6. – ca. 12. Lebensjahr): Die Phase der scheinbaren Unterbrechung der sexuellen Entwicklung wird als Zeit der Verdrängung und Abwehrmechanismen beschrieben.

3.5 Die genitale Phase (ca. 13. bis ca. 18. Lebensjahr): Die Pubertät markiert den Abschluss der Entwicklung, in der sich das sexuelle Interesse auf andere Personen richtet.

3.6 Diskussion: Eine kritische Auseinandersetzung mit Freuds Thesen unter Berücksichtigung empirischer Mängel und ihrer wissenschaftsgeschichtlichen Bedeutung.

4. Zusammenfassung: Die Kernaussagen zur psychosexuellen Entwicklung und deren Relevanz für das Verständnis der Persönlichkeit werden resümiert.

Schlüsselwörter

Sigmund Freud, Psychoanalyse, psychosexuelle Entwicklung, Phasenmodell, ES, ICH, ÜBER-ICH, Libido, Ödipuskomplex, Fixierung, Regression, Triebdynamik, Kastrationsangst, Penisneid, Infantil-genitale Phase.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Theorie der psychosexuellen Entwicklung nach Sigmund Freud und deren zentraler Rolle im psychoanalytischen Paradigma.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Themen umfassen die Struktur des psychischen Apparats, die Phasenlehre der kindlichen Entwicklung und die Genese von Persönlichkeitsstörungen durch Triebkonflikte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, das Phasenmodell Freuds in seinen wesentlichen Zügen darzustellen und seine wissenschaftliche Bedeutung sowie Kritikpunkte zu diskutieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Zusammenfassung von Freuds zentralen Schriften sowie einer Diskussion auf Basis fachpsychologischer Sekundärliteratur.

Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung der psychischen Instanzen, die detaillierte Beschreibung der fünf Entwicklungsphasen und eine abschließende Diskussion der Theorie.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Libido, Ödipuskomplex, Fixierung, Triebdynamik und das psychische Instanzenmodell.

Wie definiert Freud die orale Phase?

In der oralen Phase ist der Mund als sensorisches Organ die primäre Zone der Lustgewinnung, wobei das rhythmische Saugen und Beißen eine zentrale Rolle spielt.

Warum spielt der Ödipuskomplex in der phallischen Phase eine so wichtige Rolle?

Er markiert laut Freud einen zentralen Entwicklungskonflikt, dessen erfolgreiche Überwindung durch Identifikation mit dem gleichgeschlechtlichen Elternteil die Voraussetzung für die Geschlechtsidentität ist.

Welche Kritik wird an Freuds Modell geäußert?

Kritisiert werden vor allem die mangelnde empirische Absicherung, die Starrheit der Phasenlehre sowie die Vernachlässigung von Sozial- und Umweltfaktoren zugunsten rein sexueller Reifungsprozesse.

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Details

Title
Psychosexuelle Entwicklung nach Freud
College
Fresenius University of Applied Sciences Idstein  (Fachbereich Logopädie)
Course
Psychologie
Grade
1,3
Author
Katja Rommel (Author)
Publication Year
2006
Pages
13
Catalog Number
V64826
ISBN (eBook)
9783638575423
ISBN (Book)
9783638816311
Language
German
Tags
Psychosexuelle Entwicklung Freud Psychologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katja Rommel (Author), 2006, Psychosexuelle Entwicklung nach Freud, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64826
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