Die Ostsee - Entstehung, anthropogene und klimabedingte Einflüsse


Hausarbeit (Hauptseminar), 2006

19 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorbemerkung

1. Die Entstehung der Ostsee sowie deren geologische Besonderheit

2. Der schwindende Salzgehalt der Ostsee und deren Folgen

3. Natürlich bedingte und anthropogene Einflüsse der Ostsee
3.1 Wirtschaft, Verkehr und ihre Auswirkungen auf das Ökosystem Ostsee
3.2 Verschmutzung, Eutrophierung, Off-Shore und der drohende Klimawandel

Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Vorbemerkung

Diese Arbeit behandelt die Ostsee in ihrer Entstehungsgeschichte, ihre Besonderheiten und Charakteristika sowie ihre heutigen anthropogenen und natürlichen Einflüsse.

Zunächst werde ich auf die geologische Entstehung des Ostseeraums näher eingehen, bevor ich mich den essenziellen Entstehungsphasen, beginnend ca. 13 000 Jahre vor unserer Zeit, widme. Im Anschluss daran gebe ich Aufschluss über anthropogene und natürliche Einflüsse, skizziere den Status quo der Ostsee, gebe Ausblicke und versuche Maßnahmen zur nachhaltigen Nutzung der Ostsee und ihrer Küstenlandschaft darzustellen.

Die Ostsee. Bei diesem Stichwort kommen uns zumeist Gedanken wie beispielsweise unberührte Natur, Fischreichtum, Strand, Sonne und nicht zuletzt Urlaubsgedanken in den Sinn. Doch trügt der Schein? Ist es wirklich noch gut um das größte Brackwassermeer der Erde bestellt? Und wenn ja, wie lange noch? Obgleich wir Menschen wissen, dass sich die, der Ostsee umgebenden, hoch industrialisierten Staaten wie Deutschland, Dänemark oder Schweden das Meer durch diverse Nutzungsmöglichkeiten intensiv zu nutzen machen. Solange es das Individuum nicht direkt beeinflusst, neigt es automatisch dazu, sich essenzielleren Problemen zu widmen. Doch das einst intakte Ökosystem Ostsee ist durch viele, vom Menschen verursachende, Faktoren im Laufe der Jahre stark beschädigt worden. Ungerührt und teilweise unwissend von den Folgen zerstörte man durch die zunehmende Industrialisierung der letzten Jahre und deren Abfälle die Umwelt in einem solchen Maße, dass ein sofortiges Eindämmen der Umweltbelastungen von Nöten wäre, um weitreichende Schäden für das einzigartige Ökosystem zu verhindern. Heute wissen wir, dass die Meere eine allgemein hohe Bedeutung für den ökologischen Kreislauf der Erde haben. Die Bedeutung für den Wasserhaushalt und Wärmehaushalt sowie den globalen Kohlenstoffdioxidkreislauf, aber auch die Bedeutung für den Menschen stehen hierbei wohl an vorderster Stelle. Um langfristig und nachhaltig die Ostsee nutzen zu können, bedarf es einem Umdenken in den Köpfen derjenigen, die bis heute verantwortungslos der Ostsee gegenüber getreten sind.

1. Die Entstehung der Ostsee sowie deren geologische Besonderheit

Betrachtet man die Ostsee in jeglicher Hinsicht, so stellt sie ein relativ junges Meer dar. Die Entstehungsphasen der Ostsee, welche im weiteren Verlauf dieser Arbeit von mir noch kurz beleuchtet werde, beginnen vor ca. 13 000 Jahren. Verglichen mit der Nordsee, welche rund 300 Mio. Jahre alt ist, ist die Ostsee eine durchaus junge und zudem auch geschichtlich weniger bedeutende geologische Erscheinung (vgl.: Froese, W., 2002).

Gründe für das junge Alter der Ostsee ergeben sich aus den frühen Stadien der Erdgeschichte, welche wichtige Einflüsse für die spätere Entwicklung der Ostsee darstellen. Der Ostseeraum hatte während der Kreidezeit bzw. des Trias’ immer wiederkehrende marine Flutungen, doch bestand wie heute noch keine Trennung zwischen Nordsee und Ostsee. Initial dieser Isolierung waren die Gletscher der Elster- und vor allem der Saalekaltzeit (ca. 125 000 a vor heute), die mit der Entstehung von Jütland sowie der schleswig-holsteinischen Geest einen Keil zwischen beide heute bestehenden Meere trieb (vgl.: Liedtke & Marcinek, 2002).

Die Fläche der heutigen Ostsee erstreckt sich über 412.000 km2 bei einem Volumen von 21.700 km3 (Liedtke & Marcinek, 2002). Die maximale Tiefe von 462 m (Landsorttief) steht der mittleren Tiefe von 52 m gegenüber, was morphologische Besonderheiten erkennen lässt auf die ich im folgenden zu sprechen komme (vgl.: Liedtke & Marcinek, 2002).

Insgesamt gesehen ist die Ostsee ein verhältnismäßig flaches Meer und erstreckt sich über eine Nord-Süd-Ausdehnung von ca. 1300 km sowie von West nach Ost noch über ca. 1000 km (vgl.: Liedtke & Marcinek, 2002). Zwei kontinentale Krustenteile trennen die Ostsee morphologisch gesehen voneinander. Einerseits existiert die im Südwesten liegende, jüngere und instabile westeuropäische Plattform, zum anderen die im Norden, Osten und Südosten liegende ältere bzw. präkambrische stabile Osteuropäische Platte. Teil dieser Plattform ist der Baltische Schild, welcher explizit erwähnt werden muss, da er den tieferen geologischen Untergrund im mittleren und nördlichen Ostseegebiet bildet und infolge dessen an sehr mächtige und intensiv gestörte Sedimentkomplexe des nördlichen Mitteleuropas grenzt. Die geologische Entwicklung des Ostseeraums bis zum Tertiär vollzog sich basierend auf mächtigen Plattenverschiebungen im Altpaläozoikum. Die uns bekannten Urkontinente Gondwana und Baltica kollidierten miteinander, wodurch der zwischen beiden Kontinentalplatten befindliche Urozean, Tornquistozean, geschlossen wurde (siehe Abb.1). Als Folge dessen, kam es während der kaledonischen Gebirgsbildung im Altpaläozoikumzu, einer gewaltigen Gesteinsaufschiebung aus dem Baltischen Schild.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Im weiteren Verlauf der erdgeschichtlichen Entwicklung zerbrochen die Gesteinsformationen und es bildete sich eine tiefgreifende Störungszone heraus. Parallelverlaufend und in den Zeitraum des Jungpaläozoikums einzuordnen, folgte ein Komplex von Bruchstörungen, welcher in nord-westlicher Richtung ausgeprägt war. Resultat dieser gewaltigen Brüche war die Tornquistzone, benannt nach dem nicht mehr vorhandenen Urozean, während des Mesozoikums. Nachvollzogen kann die Ausdehnung dieser Störungszone anhand der weiten Ausläufer angefangen auf Nordjütland über den Kattegat, Schonen und Bornholm bis in das nordöstliche Gebiet der Insel Rügen. Einer Versetzung unterlegen, verläuft die Kilometerbreite Zone weiter in südöstlicher Richtung bis zu den Sudeten und deren Ausläufern, bis ans schwarze Meer reichend. Die Tornquistzone kreuzend, aus nordnordöstlicher kommend und in südsüdwestlicher Richtung verlaufend, erstreckt sich eine weitere Störzone. Diese, hauptsächlich während des Tertiärs, entstandene Bruchzone, die Zeugnis der jüngsten Gebirgsbildung in Europa ist (Alpidische Gebirgsbildung), wird durch die im Quatär auftretenden jüngeren Krustenbewegungen abgelöst. Während des Pleistozäns begann sich das Weichseleis, in den Hochebenen des heutigen Schweden und Norwegen, auszubreiten. Der bereits geologisch-tektonische geprägte Untergrund hatte zur Folge, dass das aus Norden vorrückende Eis durch die Strukturen weitgehend in seiner weiteren Dynamik beeinflusst wurde (vgl.: Liedtke, 1992). Der Beginn der Vergletscherung setzte mit dem Beginn des Quatärs ein und fand ihren Höhepunkt mit dem Ende dieses Zeitalters. Ein folgenreicher Vorgang für die noch heute anhaltende Umwandlung ist eine Folge der Druckentlastung basierend auf dem fortwährenden Abschmelzen des skandinavischen Inlandeises. Dies hatte zur Auswirkung, dass es zu isostatischen Ausgleichsbewegungen (Senkung des südlichen Ostseeraumes, Hebung Skandinaviens) kam.

Die vor ca. 13.000 Jahren einsetzende Entwicklungsgeschichte der Ostsee kann in fünf Phasen gegliedert werden. Die Bildung des Baltischen Eissee, welcher durch das Abtauen des Weichseleises entstanden ist, hatte zur Folge, dass aufgrund keines vorhandenen natürlichen Abfluss’, die Süßwassermassen des Gletschereises aufgestaut wurden. Eine Senkung des Wasserspiegels erfolgte erst infolge der Flutung der Mittelschwedischen Senke auf das damalige Meeresspiegelniveau von 25-30 m (vgl.: Lambeck, 1999).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Durch diese geschaffene Anbindung zum salzhaltigen Weltmeer, kam es zum Austausch von Süß- und Salwasser. Diese Phase der Entstehung der Ostsee wird als Yoldia Phase bezeichnet, benannt nach der dickschaligen Islandmuschel Yoldia arctica, und dauerte bis ca. 9500 Jahre vor unserer Zeit (vgl.: Reinicke, R., 2003). Die andauernden isostatischen Ausgleichsbewegungen des Baltischen Schildes trugen jedoch wiederum dazu bei, dass sich die bestehende Verbindung zum Meer bald wieder schloss und die Folge eine erneute Aussüßung war. Das Meer wurde durch die Trockenlegung der Mittelschwedischen Senke daraufhin wieder zum See, welches den Namen Ancylus-See trägt (abstammend von der charakteristischen Süßwasserschnecke Ancylus fluviatilis) (vgl.: Froese, 2005). Diese Phase dauert ca. 1000 Jahre an, und prägte den Zeitraum zwischen 9000 und 8000 Jahren vor unserer Zeit.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Aufgrund weiterer Transgressionen kam es in Folge der Zeit immer wieder zum Absenken und Aufstauen des Wassers. So kam es ca. vor 9000 Jahren zu einem Abfluss über den Kattegat. Das Nordseewasser Belte und Sund wurde geflutet. Innerhalb von 500 Jahren senkte sich der Meeressspiegel um ca. 10 m und stellt somit, verglichen mit den Senkungen anderer Phasen, eine relativ rasche Herabsetzung des Meeresspiegels dar. Die zweite Phase des Ancylus-Sees dauerte bis ca. 8000 Jahre vor unserer Zeit an und charakterisiert, bedingt durch global eustatische Prozesse, einen schnellen Anstieg des Meeresspiegels. Der See wurde wieder zum Meer – Litorina-Meer.

[...]

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Details

Titel
Die Ostsee - Entstehung, anthropogene und klimabedingte Einflüsse
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald  (Geographisches Institut)
Autor
Jahr
2006
Seiten
19
Katalognummer
V64841
ISBN (eBook)
9783638575485
ISBN (Buch)
9783638773799
Dateigröße
823 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ostsee, Entstehung, Einflüsse
Arbeit zitieren
Alexander Schmidt (Autor), 2006, Die Ostsee - Entstehung, anthropogene und klimabedingte Einflüsse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64841

Kommentare

  • Gast am 28.3.2008

    nett.

    mir gefällt die arbeit. Sie hat mir sehr geholfen^^

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Titel: Die Ostsee - Entstehung, anthropogene und klimabedingte Einflüsse



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