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Typisierung afrikanischer Politiksysteme unter besonderer Berücksichtigung der Determinante Ungleichheit

Title: Typisierung afrikanischer Politiksysteme unter besonderer Berücksichtigung der Determinante Ungleichheit

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 35 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anne-Christin Sievers (Author)

Business economics - Economic and Social History
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Summary Excerpt Details

Die Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Ungleichheit und Politikregime ist wohl eine der kontrovers diskutierten Fragen, die in der Forschung zu verschiedensten Theorien und vielfältigen Analysen geführt hat. Gerade für Afrika als Kontinent, auf dem die Ungleichheit zwischen Arm und Reich die extremsten Ausmaße annimmt und auf dem vor allem in den neunziger Jahren viele Politikregime eine Transformation hin zur Demokratie erfahren haben, gewinnt die Frage nach dem Zusammenhang zwischen gleicher Ressourcenverteilung und Demokratie eine besondere Relevanz. Aus diesem Grund beschäftigt sich die vorliegende Forschungsarbeit mit der Typisierung afrikanischer Politiksysteme unter besonderer Berücksichtigung der Determinante Ungleichheit. Es soll für den afrikanischen Kontext untersucht werden, ob eine ungleiche Verteilung von Ressourcen die Chance auf Demokratie in einem Land erhöht, verringert oder diese gar nicht beeinflusst. Dabei werden nicht nur übliche Maße zur Erfassung von Ungleichheit wie der Gini-Koeffizient der Einkommensverteilung berücksichtigt, sondern auch weitere alternative ökonomische Ungleichheitsmaße, Ungleichheitsmaße der Verteilung von Bildungsressourcen sowie des biologischen Lebensstandards in die Analyse mit einbezogen. Als erstes stellt der Aufsatz die Diskussion über den Zusammenhang zwischen Ungleichheit und Politikregime in der Forschung dar. Hierbei werden verschiedene Theorien und Ansätze vorgestellt sowie ihre Thesen und Argumentationsstrukturen herausgearbeitet. Als zweites soll die Modellkonzeption des Aufsatzes transparent gemacht werden, die an die Forschungskontroverse anknüpft und für den afrikanischen Kontext die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Ungleichheit und Politikregime zu klären sucht. Es werden sowohl die zentralen Fragestellungen und die Vorgehensweise der Arbeit erläutert, als auch die Operationalisierung der abhängigen Variable Politikregime, der unabhängigen (Un)Gleichheitsmaße und der unabhängigen Kontrollvariablen vorgestellt. Als drittes werden die Ergebnisse der deskriptiven Statistik, der bivariaten und der multivariaten binär-logistischen Regressionsanalyse präsentiert. Aus der Interpretation wird deutlich, dass sich der Gini-Koeffizient für den afrikanischen Kontext als nicht sehr geeignetes Ungleichheitsmaß erweist. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Forschungskontroverse: Welchen Einfluss hat Ungleichheit auf das Politikregime?

3 Eigene Modellkonzeption

3.1 Vorgehensweise und zentrale Fragestellungen

3.2 Abhängige Variable: Politikregime

3.3 Unabhängige Variablen: (Un-)Gleichheitsmaße

3.3.1 Ökonomische (Un-)Gleichheitsmaße: Gini-Koeffizient und Family Farms

3.3.2 Gleichheitsmaß der Verteilung von Bildungsressourcen: Index of Knowledge Distribution

3.3.3 Ungleichheitsmaß des biologischen Lebensstandards: Variationskoeffizient der Körpergrößen

3.4 Unabhängige Kontrollvariablen

4 Ergebnisse der Analyse und Regressionen

4.1 Ergebnisse der deskriptiven Statistik

4.2 Ergebnisse der bivariaten Regressionen

4.3 Ergebnisse der multiplen Regressionen und Schätzmodelle

5 Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher sowie sozialer Ungleichheit und der Stabilität von Politikregimen im afrikanischen Kontext. Ziel ist es, durch die Analyse verschiedener Ungleichheitsmaße zu klären, ob eine egalitäre Verteilung von Ressourcen die Wahrscheinlichkeit einer Demokratisierung erhöht oder verringert.

  • Typisierung afrikanischer Politiksysteme nach der dritten Demokratisierungswelle.
  • Empirische Überprüfung des Einflusses von Einkommens- und Bildungsungleichheit auf das Politikregime.
  • Evaluierung alternativer Messgrößen für Ungleichheit in Entwicklungsländern (u.a. Family Farms, Humankapital, anthropometrische Daten).
  • Einsatz binär-logistischer Regressionsanalysen für 38 afrikanische Länder im Zeitraum 1960–2003.

Auszug aus dem Buch

3.2 Abhängige Variable: Politikregime

Als abhängige Variable für die Regressionsanalyse dient das Politikregime, das über den Polity2-Index des PolityIV Datensatzes operationalisiert ist. Das PolityIV Projekt der Universität von Maryland/USA beschäftigt sich mit der Klassifizierung von Politikregimes verschiedener Länder weltweit zum Zweck der komparativen, quantitativen Analyse. Laut des PolityIV Projektes vereinigen Demokratien drei voneinander unabhängige, grundlegende Elemente: Erstens die Existenz von Institutionen und Verfahren, durch die die Bürger ihre Präferenzen für alternative Politiken und Machthaber effektiv zum Ausdruck bringen können; zweitens die Existenz von institutionalisierten Regulierungen und Beschränkungen der Machtausübung durch die Exekutive; und drittens die Garantierung von Freiheitsrechten aller Bürger im Alltag sowie bei der Ausübung ihres politischen Engagements. Im Gegensatz dazu zeichnen sich Diktaturen durch die Beschränkung oder Unterdrückung von politischem Wettbewerb und politischer Partizipation aus. Die Regierungschefs werden innerhalb der politischen Elite gewählt und sehen sich in ihrer Machtausübung mit nur sehr geringen institutionellen Beschränkungen konfrontiert. Der Polity2-Index bildet sich aus der Differenz des Autokratieindizes (0 – 10) und des Demokratieindizes (0 – 10), die Auskunft über die generelle Offenheit bzw. Geschlossenheit politischer Institutionen geben. Er umfasst eine Skala von -10 bis +10, wobei -10 als absolute Diktatur und +10 als absolute Demokratie definiert ist.

Im Folgenden wurde der Polity2-Index binär rekodiert. Die Skala -10 bis 0 wurde als Diktatur klassifiziert und ihr der Wert 0 zugewiesen. Die Skala +1 bis +10 wurde als Demokratie bezeichnet und mit dem Wert 1 kodiert. Die binäre Kodierung der abhängigen Variable bietet den Vorteil, dass sie die statistische Methode der binär-logistischen Regression ermöglicht.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die kontroverse Forschung zum Zusammenhang zwischen Ungleichheit und Politikregimen dar und erläutert die Zielsetzung der Untersuchung im afrikanischen Kontext.

2 Forschungskontroverse: Welchen Einfluss hat Ungleichheit auf das Politikregime?: Dieses Kapitel kontrastiert theoretische Ansätze der Modernisierungstheorie und der Spieltheorie bzw. des Rational-Choice-Ansatzes hinsichtlich der Auswirkungen von Ungleichheit auf Demokratisierungsprozesse.

3 Eigene Modellkonzeption: Hier werden die Vorgehensweise, die Operationalisierung der Politikregime und die Auswahl der unabhängigen Ungleichheits- sowie Kontrollvariablen für das Schätzmodell vorgestellt.

4 Ergebnisse der Analyse und Regressionen: Dieses Kapitel präsentiert die deskriptive Statistik der afrikanischen Politiksysteme sowie die Ergebnisse der bivariaten und multiplen binär-logistischen Regressionsanalysen.

5 Schluss: Die Arbeit fasst hier die wichtigsten empirischen Ergebnisse zusammen und leitet daraus Politikempfehlungen sowie Ansätze für zukünftige Forschungsfragen ab.

Schlüsselwörter

Demokratisierung, Afrikanische Politiksysteme, Ungleichheit, Gini-Koeffizient, Family Farms, Index of Knowledge Distribution, Politikregime, Binär-logistische Regression, Bildungsressourcen, Humankapital, Anthropometrische Daten, Körpergrößen, Politische Partizipation, Entwicklungsländer, Ressourcenverteilung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss die ungleiche Verteilung von ökonomischen Ressourcen, Bildungsressourcen und biologischen Lebensstandards auf die Etablierung oder Stabilität von demokratischen bzw. diktatorischen Politikregimen in afrikanischen Ländern südlich der Sahara hat.

Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, unter Verwendung verschiedener Ungleichheitsmaße und eines speziell konzipierten Schätzmodells zu klären, ob eine egalitäre Ressourcenverteilung die Chance auf Demokratie in einem afrikanischen Land tatsächlich erhöht, wie es von bestimmten theoretischen Modellen postuliert wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Demokratisierungswellen, die theoretische Debatte zwischen Modernisierungs- und Rational-Choice-Ansätzen, die Qualität der Datenerfassung in Entwicklungsländern sowie der Einfluss sozioökonomischer Variablen auf die politische Stabilität.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin nutzt zur statistischen Analyse eine binär-logistische Regressionsmethode, um Panel-Datensätze von 38 afrikanischen Ländern im Zeitraum 1960 bis 2003 auszuwerten und die Hypothesen empirisch zu prüfen.

Was wird im Hauptteil des Buches behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Konzeption des eigenen Modells, der Operationalisierung der abhängigen Variable (Polity2-Index) und der detaillierten Vorstellung unabhängiger Variablen wie dem Gini-Koeffizienten, Family Farms, dem Knowledge Distribution Index und dem Variationskoeffizienten der Körpergrößen sowie deren statistischer Auswertung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Demokratisierung, Politikregime, Ungleichheitsmaße, afrikanische Wirtschaftsgeschichte, Humankapital und binär-logistische Regression beschreiben.

Warum wird der Gini-Koeffizient im afrikanischen Kontext kritisiert?

Die Autorin weist darauf hin, dass der Gini-Koeffizient aufgrund schlechter Datenlage und der Nichterfassung des informellen sowie agrarischen Sektors, die gerade in Afrika eine enorme Rolle spielen, nur sehr eingeschränkte Aussagekraft für die dortige Ungleichheit besitzt.

Welche Erkenntnis liefert der "Index of Knowledge Distribution" in der Analyse?

Die Ergebnisse zeigen, dass eine egalitäre Verteilung von Bildungsressourcen signifikant positiv mit der Wahrscheinlichkeit korreliert, dass ein Land demokratisch ist, was den Bildungssektor als wichtigen Hebel für politische Partizipation und Good Governance identifiziert.

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Details

Title
Typisierung afrikanischer Politiksysteme unter besonderer Berücksichtigung der Determinante Ungleichheit
College
University of Tubingen  (Seminar für Wirtschaftswissenschaften. Abteilung Wirtschaftsgeschichte)
Course
Wirtschaftsgeschichte Afrikas, Asiens und Europas. Historische Trends und heutige Entwicklung
Grade
1,0
Author
Anne-Christin Sievers (Author)
Publication Year
2006
Pages
35
Catalog Number
V64889
ISBN (eBook)
9783638575850
ISBN (Book)
9783656790921
Language
German
Tags
Typisierung Politiksysteme Berücksichtigung Determinante Ungleichheit Wirtschaftsgeschichte Historische Trends Entwicklung Afrika Statistik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anne-Christin Sievers (Author), 2006, Typisierung afrikanischer Politiksysteme unter besonderer Berücksichtigung der Determinante Ungleichheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64889
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