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Schopenhauer, Affektionen des Willens und des Leibes

Titre: Schopenhauer, Affektionen des Willens und des Leibes

Dossier / Travail , 2006 , 9 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Silke Eckerleben (Auteur)

Philosophie - Philosophie du XIXe siècle
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1. Einleitung

Im zweiten Buch seines Werkes „Die Welt als Wille und Vorstellung“ betrachtet Arthur Schopenhauer die Vorstellung nicht mehr auf abstrakte Weise, wie er es im ersten Buch getan hat, sondern untersucht sie auf ihren Inhalt, versucht die Bedeutung der Vorstellung, der Objekte, zu verstehen. Dieser Frage versucht er mit Hilfe der Mathematik und der Naturwissenschaften auf den Grund zu gehen. Das Problem hierbei ist allerdings, dass diese Wissenschaften immer nur Relationen zwischen Objekten angeben können. Sie können niemals die wirkliche Bedeutung der Objekte aufzeigen. Durch Beobachtungen können also Gesetzmäßigkeiten erkannt werden, jedoch der Grund für diese Gesetzmäßigkeiten bleibt verborgen, da der Mensch diesen Objekten nur gegenübersteht, ihr inneres Wesen also nicht begreifen kann. Nun ist jedem Menschen aber ein Objekt gegeben, dem er nicht bloß gegenübersteht, sondern mit dem er verbunden ist: das unmittelbare Objekt, der Leib. Dadurch ist der Mensch Teil dieser Welt als Vorstellung, betrachtet sie nicht nur von außen, sondern „wurzelt […] in jener Welt“ (S.156/157 ). Das erkennende Subjekt und der Leib bilden gemeinsam das Individuum. Dadurch besteht für den Menschen die Möglichkeit, sich die Bedeutung von Objekten zu erschließen, indem das Individuum die Bedeutung des eigenen Leibes enträtselt. Und dies zu tun ist er imstande aufgrund des Willens, der ihm „den Schlüssel zu seiner eigenen Erscheinung“ (S. 157) gibt. Dieser Wille drückt sich aus in jeder Bewegung des Individuums, die Bewegungen des Leibes sind der so genannte objektivierte, in Erscheinung getretene Wille.

Schopenhauer erklärt im Zweiten Buch, dass also nicht nur jede Bewegung des Leibes, sondern der ganze Leib selbst nichts anderes sei als objektivierter Wille. Daher verwendet er statt des Begriffs des unmittelbaren Objekts in diesem Buch den Begriff Objektität des Willens. Er behauptet weiter, dass nun auch die „auf bloße Reize erfolgenden, unwillkürlichen“ Bewegungen des Leibes als objektivierter Wille anzusehen seien. Dies erscheint auf den ersten Blick sehr fragwürdig, da dies ja keine Bewegungen sind, von denen ein Mensch sagen würde, dass er sie wirklich will, sondern dass sie einfach geschehen. Des Weiteren schließt er im Folgenden einige Eindrücke auf den Leib aus diesen Affektionen des Willens aus: [...]

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Begriff des Willens

3. Identität von Leib und Wille

4. Kritik

5. Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die philosophische Konsistenz von Arthur Schopenhauers Lehre über den Willen und den Leib. Das zentrale Ziel ist es zu analysieren, ob Schopenhauer seine eigene Prämisse der Identität von Leib und Wille konsequent durchhält oder ob er durch die Kategorisierung bestimmter Sinneseindrücke als "schwache Eindrücke" einen logischen Widerspruch innerhalb seines Systems erzeugt.

  • Analyse des Schopenhauerschen Willensbegriffs
  • Untersuchung der Identität von Körper und Wille
  • Kritische Würdigung der Abgrenzung von "objektiven Sinnen"
  • Reflexion über die Konsequenzen der Vollständigkeit des Willens
  • Diskussion terminologischer Probleme bei der Definition von Willkür

Auszug aus dem Buch

3. Identität von Leib und Wille

Leib und Wille sind also identisch, d.h. jeder Akt des Leibes ist immer zugleich auch Akt des Willens. Daraus folgt in logischer Konsequenz, dass auch alle Einwirkungen auf den Leib, wie zum Beispiel Schmerz, direkt auf den Willen einwirken.

Diese Identität von Leib und Willen, so Schopenhauer, könne niemals bewiesen werden, da es sich hierbei um eine unmittelbare, sogar die unmittelbarste, Wahrheit handle. Diese Tatsache sieht er allerdings als unproblematisch an: denn die Identität von Leib und Wille könne, wenn auch nicht bewiesen, so doch nachgewiesen werden, indem man sie aus dem unmittelbaren Bewusstsein zum Wissen der Vernunft erhebt und abstrahiert. Diese Identität als unmittelbarste Wahrheit nennt Schopenhauer die philosophische Wahrheit.

Im Folgenden erläutert Schopenhauer die willkürlichen Bewegungen des Leibes, in denen sich der Wille am leichtesten erkennen lässt. Diese willkürlichen Aktionen des Leibes haben immer auch ein Motiv. Dieses Motiv allerdings ist stets gebunden an Zeit, Ort und Umstände. Die willkürlichen Bewegungen des Leibes sind also nie unbedingt, wir können nicht sagen, ob wir zu einem anderen Zeitpunkt, an einem anderen Ort dasselbe gewollt hätten. Diese Tatsache macht deutlich, dass allein durch die Betrachtung der Motive der Bedeutung des Willens nicht beizukommen ist. Die Aktionen des Leibes sind immer nur einzelne Erscheinungen des Willens, geben aber keinen Aufschluss über den Willen selbst. Der unabhängige Wille also muss noch einen anderen Grund haben als die Motivation. Die Frage nach diesem Grund allerdings könne nicht beantwortet werden, da „nur die Erscheinung des Willens dem Satz vom Grunde unterworfen“ (S.166) sei, der Wille selbst jedoch nicht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, inwieweit Schopenhauers Theorie des objektivierten Willens durch die Einbeziehung des Leibes als unmittelbares Objekt begründet wird.

2. Der Begriff des Willens: In diesem Kapitel wird definiert, wie Schopenhauer den Begriff des Willens im Gegensatz zum allgemeinen Sprachgebrauch als das "Ding an sich" verwendet.

3. Identität von Leib und Wille: Hier wird dargelegt, dass jede Aktion des Leibes zwingend als eine Objektivierung des Willens zu betrachten ist.

4. Kritik: Das Kapitel hinterfragt kritisch Schopenhauers Ausnahme, dass bestimmte Sinneseindrücke den Willen nicht berühren sollen, und deckt logische Inkonsistenzen auf.

5. Schluss: Der Schluss resümiert, dass Schopenhauer an den Konsequenzen seiner eigenen Definition gescheitert ist, da er bei der Ausnahme "schwacher Eindrücke" in eine herkömmliche Willensauffassung zurückfällt.

Schlüsselwörter

Schopenhauer, Wille, Vorstellung, Leib, Objektität, unmittelbares Objekt, Philosophie, Metaphysik, Willkür, Reflexe, Sinneseindrücke, Identität, Ding an sich, Kausalität, Erkenntnistheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die philosophische Konsistenz von Schopenhauers Theorie in seinem Hauptwerk "Die Welt als Wille und Vorstellung", speziell das Verhältnis von Willen und Leib.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind der Begriff des Willens, die Identität von Leib und Wille sowie die Problematik der Affektionen durch äußere Eindrücke.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, ob Schopenhauer seine eigene Lehre, dass der Leib vollständig als Objektivation des Willens gilt, konsequent durchhält oder ob er durch Ausnahmen logische Widersprüche produziert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische Textanalyse und kritische Argumentationsprüfung basierend auf Schopenhauers Originalwerk.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Definition des Willens, die ontologische Identität von Leib und Wille sowie eine detaillierte Kritik an Schopenhauers Ausklammerung der sogenannten "schwachen Eindrücke".

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wille, Leib, Objektität, Ding an sich und die philosophische Wahrheit nach Schopenhauer.

Warum hält die Autorin Schopenhauers Unterscheidung zwischen willkürlichen und unwillkürlichen Bewegungen für problematisch?

Die Autorin argumentiert, dass Schopenhauer durch den Begriff "Willkür" auf eine umgangssprachliche Definition zurückfällt, die eigentlich seinem philosophischen System des umfassenden Willens widerspricht.

Was kritisiert die Autorin an Schopenhauers "schwachen Eindrücken"?

Sie kritisiert, dass dies einen Zirkelschluss darstellt, da Schopenhauer bereits voraussetzt, dass diese Eindrücke den Willen nicht berühren, obwohl sie nach seiner eigenen Theorie als körperliche Affektionen zwangsläufig den Willen berühren müssten.

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Résumé des informations

Titre
Schopenhauer, Affektionen des Willens und des Leibes
Université
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald
Note
1,3
Auteur
Silke Eckerleben (Auteur)
Année de publication
2006
Pages
9
N° de catalogue
V64905
ISBN (ebook)
9783638575997
ISBN (Livre)
9783656770763
Langue
allemand
mots-clé
Schopenhauer Affektionen Willens Leibes
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Citation du texte
Silke Eckerleben (Auteur), 2006, Schopenhauer, Affektionen des Willens und des Leibes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64905
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Extrait de  9  pages
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