Die Frauenbewegung in Taiwan am Beispiel von Diskriminierungen in der Zeitschrift Awakening von 1996 bis 2005


Magisterarbeit, 2006

108 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bedeutungen von Begriffen
2.1 Feminismus und Frauenbewegung
2.2 Gender Mainstream

3. Frauenbewegung im Westen und in China
3.1 Die Wege der Frauenbewegung im Westen
3.2 Die Anfänge der Frauenbewegung in der chinesischen Gesellschaft

4. Die Frauenbewegung in Taiwan
4.1 Das „Erwachen“ der Frauen in Taiwan
4.1.1 Von den Anfängen bis 1980
4.1.2 Die Zeitspanne von 1980 bis 1990
4.1.3 Die Frauenbewegung nach 1990
4.2 Die Awakening Foundation und die Zeitschrift Awakening
4.3 Probleme der Frauen in der taiwanesischen Gesellschaft im Diskurs über Diskriminierungen in der Zeitschrift Awakening von 1996 bis 2005
4.3.1 Die Stellung der Frauen in der Politik
4.3.2 Die Rechte der Frauen
4.3.3 Beschäftigungsverhältnisse und wirtschaftliche Situation von Frauen
4.3.4 Frauen und Gesundheit
4.3.5 Frauen und Sicherheit
4.3.6 Frauen und Medien
4.3.7 Frauen und Bildung
4.3.8 Frauen und ihr Umfeld
4.3.9 Unterdrückte Minderheiten und deren Menschenrechte.
4.4. Erfolge und deren Implikationen
4.5. Zusammenfassung

5. Zusammenhang von Tradition und gegenwärtiger Stellung der Frau in der taiwanesischen Gesellschaft?
5.1 Die Rolle der Frauen im kulturellen Kontext
5.2 Vergangene Formen der Diskriminierung?
5.3 Die untergeordnete Stellung der Frau in der traditionellen chinesischen Gesellschaft und Lü Xiulian´s Neuer Feminismus
5.4 Zusammenfassung

6. Fazit, Interview mit Ceng Zhaoyuan曾昭媛

Anhang

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die vorliegende Arbeit „Die Frauenbewegung in Taiwan am Beispiel von Diskriminierungen in der Zeitschrift Awakening von 1996 bis 2005“ ist der Versuch, einen Überblick über die Frauenbewegung und die Probleme der Frauen in Taiwan zu geben, um am Ende einen möglichen Zusammenhang zwischen den gegenwärtigen Problemen und den Diskriminierungen der Frauen in der chinesischen Vergangenheit herzustellen. Es sollen dabei nicht nur die Hintergründe dieser Entwicklung untersucht werden, sondern auch versucht werden, eine Antwort darauf zu finden, warum die Frauenbewegung in Taiwan erst spät Erfolge verzeichnen konnte. Ausgaben der Zeitschrift Awakening (funu xinzhi妇女新知) aus dem Zeitraum von 1995 bis 2005 dienen in diesem Zusammenhang als Quelle für Beispiele von Diskriminierungen. Literatur in deutscher, englischer und chinesischer Sprache aus den Bereichen Populärwissenschaft sowie der Forschung ergänzen diese Quelle. In den Kapiteln zur Frauenbewegung in Taiwan wurden überwiegend chinesische Quellen verwendet, zum Beispiel „die Geschichte der Befreiungsbewegung der Frauen in Taiwan“ von Wang Yake王雅各.[1]

Der Feminismus in Taiwan hat seine ganz spezifische Entwicklungsgeschichte und spielt bezüglich der gesellschaftlichen Veränderungen in Taiwan eine wichtige Rolle. Nachdem ich auf einige Begriffe, die in der späteren Analyse von Bedeutung sein werden, näher eingehe, erscheint es mir lohnenswert, Formen des Feminismus in der westlichen Gesellschaft der Entwicklung der Frauenbewegung in Taiwan gegenüberzustellen, um die Besonderheiten der Frauenbewegung in Taiwan deutlicher herausstellen zu können.

Nach der Machtübernahme durch die Kommunistische Partei Chinas und dem Rückzug der Guomindang nach Taiwan, gingen die Frauen in Taiwan und auf dem Festland getrennte Wege. Die Entwicklung der Liberalisierung geriet am Anfang des 20. Jahrhunderts in den Konflikt zwischen Kommunismus und Nationalismus, als die Guomindang versuchte, konfuzianische Werte zu erhalten. Während die Rolle der Frau unter den Kommunisten neu definiert wurde, wollte die Guomindang traditionelle Werte bewahren und sah die Hauptaufgabe der Frauen weiterhin in der Erfüllung der häuslichen Pflichten. In den 60er und 70er Jahren wurde der Modernisierungsprozess von der Guomindang vorangetrieben. Es wurden Arbeitsplätze für Frauen geschaffen, gleiche Löhne gesetzlich festgelegt, eine freie Wahl des Ehepartners, gleiche Scheidungsrechte und Erbschaftsansprüche garantiert. Ferner wurde der Schutz des Eigentums von verheirateten Frauen gesetzlich festgelegt. Die Realität blieb davon jedoch vorerst unberührt, aber mit dieser Maßnahme nahm man der Frauenbewegung damals wichtige kritische Ansatzpunkte.[2] Die Frauen- und Menschen-rechtlerin Lü Xiulian呂秀莲 kämpfte für mehr Freiheit und schrieb Artikel für das Formosa Magazin. Nach der Menschenrechtsdemonstration in Gaoxiong 1979 wurde sie jedoch zu zwölf Jahren Haft verurteilt.[3] Zu dieser Zeit gab es sehr wenige positive reale Veränderungen für die Frauen in der Gesellschaft und auch heute sind die Frauen von einer Situation der Gleichberechtigung, vor allem in der Privatsphäre, weit entfernt.

Die Zeitschrift Awakening stellt einen Wendepunkt in der Geschichte der Frauenbewegung auf Taiwan dar. Sie entstand 1982 auf Initiative von Li Yuanchen李 元貞und ihren Freunden, um das Selbstbewusstsein von Frauen zu stärken und sie zur Weiterentwicklung ihrer eigenen Persönlichkeit zu ermutigen. Die Zeitschrift ist ein Forum für Feministinnen aus der Region, lässt aber auch westliches Gedankengut einfließen.[4] Die vielen Beispiele von Diskrimi-nierungen in der Zeitschrift geben sowohl einen guten Überblick über die Probleme von Frauen, als auch über die Frauenbewegung an sich. Die Ausgaben dieser Zeitschrift von 1996 bis 2005 bieten jedoch lediglich eine Basis, die durch wissenschaftliche Arbeiten und Veröffentlichungen der taiwanesischen Regierung ergänzt werden.

Im letzten Abschnitt möchte ich versuchen, die Frauenbewegung im kulturellen und geschichtlichen Kontext zu betrachten, um einen etwas tieferen Einblick in die gegenwärtige Stellung der Frau in der taiwanesischen Gesellschaft zu erhalten. Ebenfalls werde ich auf den Zusammenhang von Konfuzianismus und Feminismus eingehen, den Christiane Zimmermann in ihrem Buch „Konfuzianismus und Feminismus in Taiwan“ ausführlich behandelt hat. Frauen hatten und haben in der chinesischen Gesellschaft einen niedrigeren Stand als Männer. Diese Ungleichstellung wurde im Konfuzianismus festgehalten und prägt die chinesische Gesellschaft bis heute. Frauen hatten in der chinesischen Gesellschaft lange eine untergeordnete Stellung und mussten viele Erniedrigungen ertragen. Oft lässt sich kein direkter Zusammenhang mit dem Konfuzianismus herstellen, jedoch hatte dieser auf die Stellung der Frau in der Gesellschaft großen Einfluss und wirkte auf diese Weise unterstützend für eine von Männern dominierten Gesellschaft. Der Prozess der Unterordnung der Frauen erreichte im 10. Jahrhundert seinen Höhenpunkt; zu dieser Zeit herrschte die Mode der „goldenen Lilien“, bei der den Frauen die Füße gebunden wurden. Das Binden der Füße verursachte nicht nur körperliche Qualen, sondern wirkte sich darüber hinaus destruktiv auf die Psyche der Frauen aus.

Als Wegbereiter der Gleichstellung von Frauen gilt Li Ruzhen李汝珍. Er stellte mit seinem Roman Jing Huayuan鏡花缘 (Flowers in the mirror) die gesellschaftliche Unterdrückung der Frauen in Frage.[5] Ausdruck der Ungleichstellung waren zum Beispiel: Kein Zugang zu Bildung und öffentlichen Ämtern, beziehungsweise Arbeitsplätzen allgemein, Ausschluss von Erbschaftsansprüchen, Kindermord (überwiegend bei Mädchen), Prostitution (oftmals aufgrund einer schlechten finanziellen Situation) oder der Behandlung der Frau im Hause des Ehemanns als Fremde.

Vor dem Hintergrund einer ungleichen Behandlung der Frauen, deren Wurzeln weit in die Geschichte Chinas zurückreichen, möchte ich versuchen, einen möglichen Zusammenhang mit den Problemen der Frauen heute zu erörtern. Lü Xiulian呂秀莲 stellt dazu den Konfuzianismus in den Mittelpunkt ihrer Betrachtung. Sie grenzt ihre Idee des neuen Feminismus von der allgemeinen ab, indem sie sagt, dass man erst Mensch ist und dann erst Mann oder Frau; und nicht der Mann ein Mensch ist und die Frau nur eine Frau, wie das Beziehungsverhältnis im Konfuzianismus oft interpretiert wird. Sie kämpft gegen Vorurteile und sieht dabei den Mann nicht als Feind, der in den USA verwendete Begriff des Feminismus geht ihr zu weit. Nach Meinung von Christine Zimmermann propagiert Lü呂 keinen neuen Feminismus, sondern einen neuen Humanismus. Auch vom amerikanischen Begriff der Frauenbewegung „Befreiungsbewegung“ (jiefang yundong 解放运动) will sich Lü呂 distanzieren. Ihr geht es nicht um eine Befreiung von den Männern und eine Bewegung will sie auch nicht auslösen, da diese meist nur von kurzer Dauer sind.[6]

Auch auf dem Festland gab es Schriftstellerinnen, die sich von amerikanischen Autoren missverstanden fühlten und sich nicht mit deren Feminismus identifizieren wollten. Vertreterinnen des Feminismus in westlichen Ländern übersehen oft die Vielzahl der Formen, die Feminismus annehmen kann und übertragen ihre Sicht des Feminismus auf China. Dagegen wollen Schriftstellerinnen wie Wang Anyi王安忆 oder Dai Qing戴晴 ihre Ideen nicht mit Begriffen des Feminismus aus dem Westen beschreiben lassen. Auch geht ihnen die Betonung der Unterschiede zu Männern zu weit: „According to their understanding, one of the premises of (western) feminism is to deny the distinction between men and women.“[7]

Sie ist sogar der Meinung, dass Frauen aufgrund ihres Geschlechts in gewissen Situationen bevorteilt behandelt werden. Zum Beispiel würden Schriftstellerinnen überdurchschnittlich bezahlt.[8] Ein weiteres Beispiel ist der Film „Oh, Cradle!“ (a, yaolan !啊,摇蓝!) von Huang Shuqin黄蜀芹. Ihr Film war nicht mit Blick auf männliche oder feministische Aspekte entstanden, genau dies wurde ihr jedoch von westlichen Frauenrechtlerinnen unterstellt. Die Unterschiede zwischen den Arten von Feminismus in den unterschiedlichen Nationen und Ethnizitäten beachten westliche Feministinnen nur unzureichend und dies hat statt Solidarität zu einem Konflikt geführt.[9] Dies spiegelt sich unter anderem in den Terminologien nüquan zhuyi (女权主义) und nüxing zhuyi (女性主义) wider. Der Begriff des Feminismus chinesischer Prägung schließt zum Beispiel den speziellen historischen und sozialen Hintergrund Chinas mit ein.[10]

Genauso wenig, wie sich Feminismus eindeutig definieren lässt, gibt es keinen universal gültigen Feminismus, der für jede Frauenbewegung auf der Welt der passende wäre. Die allgemeine Theorie des Feminismus kann in jeder Gesellschaft ihre ganz eigene Bedeutung haben. Der Fokus in dieser Arbeit liegt nicht in der Betrachtung der unterschiedlichen Theorien des Feminismus, sondern richtet sich auf die Frauenbewegung in Taiwan und soll einen etwas tieferen Einblick in die spezifischen Bestimmungsgrößen dieser Bewegung geben. Dies beinhaltet auch eine historische Betrachtung der Stellung der Frauen in der chinesischen Gesellschaft. Zum besseren Verständnis der nachfolgenden Ausführungen werden zunächst die Begriffe Feminismus, Frauenbewegung und Gender Mainstream erläutert.

2. Bedeutungen von Begriffen

Folgende Bemerkungen zu den Begriffen Feminismus, Frauenbewegung und Gender Mainstream sollen helfen, die nachfolgenden Kapitel besser zu verstehen. Es handelt sich hierbei nicht um eine ausführliche Betrachtung dieser Termini, sondern es wird lediglich auf einige Eigenheiten dieser Begriffe hingewiesen.

2.1 Feminismus und Frauenbewegung

Die Komplexität des Begriffs Feminismus lässt sich an der Vielzahl von Erscheinungsformen erkennen. Zum Beispiel Radikalfeminismus (Gleichheitsfeminismus), Dekonstruktivistischer Feminismus, Marxistischer Feminismus, Materialistischer Feminismus, Anarchistischer, Feminismus, Differenzfeminismus, Gynozentrischer Feminismus, Kultureller Feminismus, Individualfeminismus oder Militanter Feminismus. Ebenso gibt es verschiedene Definitionen, von denen ich hier die von Renate Wiggershaus wiedergeben möchte:

„Feminismus ist die Bezeichnung für die Theorie der Frauenbewegung, die sich gegen die gesellschaftliche Dominanz der Männer richtet und für die Gleichberechtigung der Frauen eintritt. Zu einer breiten, gesellschaftlichen Bewegung wurde der Feminismus Ende der sechziger Jahre. Unter Feminismus im weiteren Sinne werden Freiheits- und Gleichheitsbestrebungen von Frauen, das Vertreten ihrer Interessen und Rechte, verstanden.“[11]

Der Ausdruck Feminismus wurde bis in die 70er Jahre hinein in deutschen Wörterbüchern nur in der Bedeutung von "Verweichlichung" oder "Verweiblichung des Mannes" geführt. Die Ziele des Feminismus sind nach Stella Jaegher eine ungleiche Verteilung von bezahlten und unbezahlten Einkommen, gesellschaftlichem Reichtum und Zeit, den ungleichen Zugang zu Bildung und das Gefälle zwischen Männern und Frauen hinsichtlich der Definitionsmacht zu überwinden. Darüber hinaus kritisiert der Feminismus auch grundsätzlich eine Herrschaft, die zu Diskriminierung führt und will gleiche Rechte für alle, unabhängig vom Geschlecht oder Lebensform erreichen.[12]

Auch wenn die Begriffe Feminismus und Frauenbewegung nicht das gleiche bedeuten, lassen sie sich nur schwer voneinander trennen. Der Begriff Feminismus umfasst nach Ansicht von Paula-Irene Villa die Einsicht in strukturelle Ungleichgewichte der Geschlechter mit dem Ziel, diese Strukturen zu überwinden. Die Frauenbewegung hat das Ziel, die Stellung der Frauen in der Gesellschaft zu verändern. Während Feminismus eine Theorie ist, lässt sich die Frauenbewegung eher als Aktionen in der Praxis deuten. Keine der beiden kann einheitliche Grundsätze aufweisen, sowohl Feminismus als auch die Frauenbewegung beinhalten unterschiedliche Ideen. In der Praxis treten beide Formen oft gleichzeitig auf, da der Frauenbewegung oftmals feministische Ziele zugrunde liegen und sich auch die Mitglieder nicht ausschließlich der einen oder anderen Seite zuordnen lassen.[13]

Eine Möglichkeit der Unterscheidung nennt Rolf Löchel: „Ein Unterscheidungskriterium könnte sein, dass zwar sowohl Frauen als auch Männer Feministen sein können, jedoch nur Frauen Teil der Frauenbewegung.“[14]

2.2 Gender Mainstream

Gender Mainstream ist ein Konzept, das viele Regierungen in ihr politisches Programm aufgenommen haben und stellt ein wichtiges Instrument dar, die Gleichberechtigung der Geschlechter voranzutreiben. Definition von Gender Mainstream nach Barbara Stiegler:

“Gender Mainstream besteht in der (Re-)Organisation, Verbesserung, Entwicklung und Evaluation von Entscheidungsprozessen in allen Politikbereichen und Arbeitsbereichen einer Organisation. Das Ziel von Gender Mainstreaming ist es, in alle Entscheidungsprozesse die Perspektive der Geschlechterverhältnisse einzubeziehen und alle Entscheidungsprozesse für die Gleichstellung der Geschlechter nutzbar zu machen.”[15]

Der Begriff „Mainstreaming“ soll ausdrücken, dass ein bestimmtes Handeln (hier: ein „gender“ bewusstes Entscheidungsverhalten) Bestandteil des normalen Handlungsmusters einer Organisation und ihrer Akteurinnen und Akteure wird. Nach Stella Jaegher lässt sich der Begriff „Gender " nur umschreiben, da es im Deutschen keine direkte Entsprechung dafür gibt. Im Deutschen wird er meistens mit „Geschlecht“ übersetzt. Die englische Sprache unterscheidet jedoch zwischen „sex" als biologischem Unterscheidungskriterium und „gender" für die Bezeichnung gesellschaftlich konstruierter Geschlechterdifferenzen und -verhältnisse. Der Begriff „doing gender“ hebt zum Beispiel hervor, dass Geschlecht getan werden muss, weil man es nicht einfach ein für alle mal hat, das heißt, dass sich das „gender“ einer Person erst durch deren Handeln erschließt.15

Nach der UNO-Weltfrauenkonferenz in Peking im Jahre 1995 wurde die Umsetzung von Gender Mainstreaming von vielen Regierungen in deren Programme aufgenommen. Die teilnehmenden Staaten verpflichteten sich, die Gleichstellungsperspektive in alle Politikfelder systematisch einzubeziehen und der UNO regelmäßig über den Fortgang der Umsetzung zu berichten. Auch im Vertrag der Europäischen Union ist Gender Mainstreaming verankert. Im Artikel 2 und 3 des EG Vertrags wird die Forderung der Gleichstellung der Frauen und Männer als Kernaufgabe der Gemeinschaft definiert.[16] Eine tatsächliche Chancengleichheit von Frauen und Männern kann nur dann erreicht werden, wenn bei allen politischen und administrativen Entscheidungen die Geschlechterperspektive berücksichtigt wird. Der Grundsatz des Gender Mainstreaming Konzeptes lautet: Es gibt keine geschlechtsneutrale Politik.

Die Ziele des Gender Mainstream zielen in erster Linie auf Probleme in der öffentlichen Sphäre. Deshalb fordern einige Frauenrechtlerinnen eine Ausdehnung des Konzepts der Staatsverantwortlichkeit, um auch gegen die Gewalt von Männern gegen Frauen auf der privaten Ebene vorzugehen.[17]

3. Frauenbewegung im Westen und in China

In diesem Abschnitt möchte ich auszugsweise Elemente des Feminismus beziehungsweise der Frauenbewegung im Westen und China wiedergeben. Für den Leser könnte es hilfreich sein, einige Gesichtspunkte der Frauenbewegung im Westen und erst anschließend die Entwicklung der Frauenbewegung im chinesischen Kulturkreis zu betrachten. Die folgenden Teile sind nicht als ein Vergleich von unterschiedlichen Entwicklungen aufgebaut, sondern sollen lediglich dem besseren Verständnis des nachfolgenden Diskurses dienen.

Die Frauenbewegung im Westen setzte verstärkt Mitte des 20. Jahrhunderts ein, aber es gab bereits Mitte des 19. Jahrhunderts erste Ansätze. In Taiwan begann die Frauenbewegung hingegen erst nach 1980 erste Erfolge zu erzielen. Außer dieses zeitlichen Unterschiedes könnte darüber hinaus eine unterschiedliche Ausgangslage eine langsamere Entwicklung in Taiwan zur Folge gehabt haben. Um einen etwas tieferen Einblick in die jeweiligen Ausgangsniveaus der Stellung der Frauen in den jeweiligen Gesellschaften zu erhalten, ist es notwendig die Rolle der Frau in der Gesellschaft vor dem Einsetzen der Frauenbewegung zu betrachten. Dies ist das Ziel der folgenden Abschnitte. Auf die Hintergründe der Frauenrolle in China wird jedoch am Ende der Arbeit im Kapitel fünf näher eingegangen.

3.1 Die Wege der Frauenbewegung im Westen

Frauen hatten in den westlichen Ländern lange Zeit eine untergeordnete Stellung und erlangten erst im 20. Jahrhundert mehr Rechte. Der Theologe Demosthenes Savramis verweist auf die Stärke der Frauen in der Urgesellschaft und in weniger entwickelten Völkern. Anschließend nennt er die Urangst der Männer vor dem anderen Geschlecht als Ursache für die Entfremdung der Geschlechter und das Entstehen einer Vorherrschaft des männlichen Geschlechts.[18] Den Höhepunkt der Erniedrigung der Frau durch den Mann in der christlichen Welt stellt die Hexenverfolgung dar. Die Überlegenheit des Mannes in der christlichen Lehre geht auf die Interpretation von Texten über die Erschaffung des Paradieses zurück, wonach die Frau aus einer Rippe des Mannes erschaffen wurde. Dies wurde einerseits als Beweis angeführt, dass die Frau nur ein Abbild des Mannes ist, andererseits gibt es auch Interpretationen, die darstellen, dass dem Mann ein Teil seiner Vollkommenheit entnommen wurde und die Frau nicht ausschließlich aus der Rippe, sondern Gott die Frau noch aus anderen Stoffen geschaffen hat.[19] Die untergeordnete Rolle der Frau in der christlichen Lehre wird ferner gestützt durch die Theorien von Martin Luther und Thomas von Aquin[20], was folgende Zitate von Thomas von Aquin verdeutlichen: „Das männliche Geschlecht steht höher als das weibliche“, oder „das Weib ist ein verfehlter Mann.“[21] Neben dem Einfluss der Kirche gibt es zahlreiche Persönlichkeiten, die eine Überlegenheit des männlichen Geschlechts über die Frau propagiert haben und großen Einfluss auf die Meinungsbildung in den westlichen Gesellschaften hatten. Jean-Jacques Rousseau deutet die Frauenrolle derart, dass die Frau dem Mann gefallen und sich unterwerfen muss.[22] Theodor Friedrich behauptet, die Führung des Staates obliege der Eigenheit des Mannes und der Wirkungsbereich der Frau sei das Haus[23] und auch Hitler reduziert die Bestimmung der Frau auf die Fortpflanzung und Erhaltung der Rasse.[24] Patriarchalische Gesellschaften entstanden in der ganzen Welt, zum Beispiel Griechenland, (Süd-) Italien, Ländern Südamerikas oder den arabischen Ländern.[25]

Nachfolgend werde ich die Stellung der Frau exemplarisch anhand einiger Beispiele in den Ländern Niederlande, Deutschland und den USA aufzeigen.

In den Niederlanden entschuldigten sich weibliche Schriftstellerinnen noch im 18. Jahrhundert bei ihren Lesern dafür, wenn sie einen Roman schrieben und versicherten dem Leser, dass sie ihre Pflichten als Frau nicht vernachlässigt hätten.[26] Die Befreiungsbewegung der Frauen in den Niederlanden entstand in den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts. Die Vorstände dieser Bewegung waren jedoch alle Männer.26 Erste Forderungen waren eine anständige Arbeit und Unterricht für Frauen. Das Wahlrecht erlangten die Frauen im Jahre 1913 und erste Gesetze, die eine Verbesserung der Arbeitssituation der Frauen herbeiführen sollte, wurden 1889 eingeführt.[27]

Während der Zeit des ersten Weltkriegs kämpften die Frauen in der KPD in Deutschland für eine Gleichbehandlung von Frauen und Männern in Arbeitsverhältnissen, da diese nämlich härter arbeiten mussten als ihre männlichen Genossen.[28] Die KPD war jedoch die einzige Partei, die den Grundsatz der Gleichstellung der Frau anerkannte. Aber auch sie konnte ihre politischen Anträge nicht umsetzen, da die sozialdemokratische Reichtagsfraktion die Anträge ablehnte oder langwierigen Prozeduren unterwarf.[29] Zu dieser Zeit waren Frauen überwiegend im Haushalt tätig und finanziell von ihren Männern abhängig. Sie waren nicht in Organisationen vertreten, weil sie keine Zeit dafür hatten, wurden jedoch außerhalb der politischen Organisationen tätig und organisierten spontan Protestaktionen. Sie stürmten zum Beispiel bei einer Teuerungswelle Lebensmittelläden oder forderten vor den Fabriken, in denen ihre Männer arbeiteten, höhere Löhne. In der Zeit des Nazi Regimes wurden den Frauen viele ihrer Rechte entzogen, die sie während der Weimarer Republik erlangt hatten und in der Folge kam es zu Massenentlassungen von Frauen.[30] Selbst nach vielen Jahrzehnten der Frauenbewegung existierte auf dem Arbeitsmarkt ein Ungleichgewicht zwischen beschäftigten Männern und Frauen.[31] Und auch im privaten Bereich waren die Frauen von dem Ziel der Gleichberechtigung weit entfernt. Nach einer Schätzung der Beratungsstellen für vergewaltigte Frauen wurde in Deutschland im Jahr 1993 jede dritte Frau mindestens einmal im Leben vergewaltigt. Davon seien die Täter bei fast 80 Prozent Bekannte der Opfer.[32]

Auch wenn die Gesetze den Frauen in den USA der 50er Jahre eine Gleichberechtigung garantierten, wurde ihnen diese im privaten Bereich lange Zeit verwehrt. In einem Unterrichtsbuch der Gymnasien wurde sehr detailliert beschrieben, wie eine Frau ihrem Mann einen angenehmen Arbeitsabend bereiten kann. Zum Beispiel: „Don't complain if he's late for dinner. Count this as minor compared with what he might have gone through that day… Listen to him: You may have a dozen things to tell him, but the moment of his arrival is not the time. Let him talk first… The goal: Try to make your home a place of peace and order where your husband can relax.“[33] Viele Frauen befanden sich in einer Situation, in der sie finanziell vom Ehemann abhängig waren. Wirtschaftliche Unabhängigkeit ist jedoch ein wichtiger Bestandteil für das Verhältnis von Mann und Frau. Daher ist es für die Gleichberechtigung der Geschlechter wichtig zu wissen, welche Gründe, beziehungsweise Hürden existieren, die es Frauen erschweren, finanziell unabhängig zu werden.

In den USA hat sich der Anteil von arbeitenden unverheirateten Frauen und verheirateten Frauen im Zeitraum von 1900 bis 2000 bis auf 10 Prozent angeglichen. Während im Jahre 1900 lediglich 10 Prozent der verheirateten Frauen arbeiteten, ist der Anteil stetig auf 60 Prozent im Jahre 2000 angestiegen. Der Anteil von unverheirateten Frauen stieg im gleichen Zeitraum von 40 auf 70 Prozent. Zu einem großen Anteil ist der Anstieg auf einen höheren Anteil von Frauen in Schulen und Universitäten zurückzuführen.[34] Ein weiterer Unterschied liegt in der Art der Beschäftigung von Frauen. Im gesamten 20. Jahrhundert verrichteten Frauen Arbeiten mit niedrigen Qualifikationsanforderungen. Dazu gehörten Verkäuferinnen, Sekretärinnen und Büroassistentinnen. Entsprechend waren auch die Einkommen von Frauen im Vergleich zu den Einkommen der Männer sehr gering.[35] Trotz dieser Angleichungen vergrößerten sich Einkommensunterschiede von Männern und Frauen im 20. Jahrhundert. Das durchschnittliche Einkommen von Männern betrug im Jahre 2000 24000 US Dollar und das der Frauen 16 000 US Dollar (1940: 9 000 und 6 000 US Dollar).[36]

Die Feminismusbewegung in den USA hatte ihren Höhepunkt in den Jahren nach 1990, in denen die Mitgliederzahlen von Frauenrechtsorganisationen stark anstiegen. Die Mitgliederzahl der „Emily´s List“ stieg innerhalb weniger Jahre von 3500 auf 22000 an.[37] Viele Frauen wollten sich dennoch nicht mit der Frauenrechtsbewegung identifizieren, obwohl sie die Verbesserungen, die der Feminismus für die Frauen gebracht hat, als positiv beurteilten. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yankelovich im Jahre 1989 ergab, dass 58 Prozent der Frauen die Bezeichnung Feministin für sich ablehnten und 76 Prozent der Frauen sagten, dass sie sich kaum oder gar nicht für die Bewegung selbst interessierten. Im Gegensatz dazu glaubten 77 Prozent der befragten Frauen, dass die Frauenbewegung Verbesserungen für die Frauen gebracht habe.[38] Der Feminismus wird außerdem nur von einer kleinen Anzahl von Feministinnen aktiv unterstützt, hat sich aber nach Ansicht einer Mehrheit der Frauen positiv auf deren Situation in der Gesellschaft ausgewirkt. Nach Meinung von Naomi Wolf zeigen die Ergebnisse in den westlichen Ländern, welche Bedeutung dem Feminismus für die Entwicklung der modernen westlichen Gesellschaft zukommt. Auch wenn der kausale Zusammenhang mit der Frauenrechtsbewegung nicht eindeutig belegbar ist, sind gerade in den letzten 20 Jahren viele Gesetzesänderungen verabschiedet worden, die den Frauen mehr Gleichberechtigung gewährleisten. In den USA erhielten Frauen das Recht auf Abtreibung, durften Kampfflugzeuge fliegen, die Ausgaben für die Erforschung von Frauenkrankheiten und Brustkrebs wurden verdoppelt, die Strafen für Sexualdelikte wurden verschärft und es wurde eine höhere Quote von Frauen in politischen Ämtern festgelegt.[39] Die Politik werde aber immer noch von Männern dominiert, da diese in der Politikwissenschaft in der Mehrzahl sind. Dies sei auch ein Grund dafür, warum es sehr wenig Frauenforschung in der Politik gebe.[40] Trotz eines Anstiegs des Anteils von Frauen in der Wissenschaft von 11 Prozent im Jahre 1972 auf 19 Prozent im Jahre 1990 in den USA, ist deren Anteil immer noch sehr gering.[41]

Weitere Veränderungen lassen sich in der Werbung und der Literatur finden. Zum Beispiel wurden auf Werbeplakaten öfters Frauen in Machtpositionen gezeigt. In einer Webekampagne wurden fünf Frauen, darunter Claudia Schiffer, mit bandagierten Handknöcheln gezeigt, die einen männlichen Boxchampion drohend gegenüberstehen und auf ihren Kampfhandschuhen war der Markenname des Werbeträgers zu sehen.41 Und es entstanden Bücher, in denen Frauen sich gegen Männer durchsetzten oder wie im Beispiel des Romans „Der Club der Teufelinnen“ sich an den Männern rächen und sie für das erlittene Unrecht bestrafen.[42] Schließlich wurde in Filmen vermehrt Frauen eine Heldenrolle zugeordnet. Im Film „Alien 3“ siegt die Hauptdarstellerin ebenso wie in Whoopi Goldbergs Film „Made in America“, in dem ein Mädchen trotz aller Schwierigkeiten ein Stipendium erhält und eine Karriere an der Universität anstreben kann.[43] Diese Beispiele deuten auch darauf hin, dass sich die Rolle der Frau, die sie von der Gesellschaft zugesprochen bekommt, verändert hat: Frauen werden in den Medien als selbstbewusste Persönlichkeiten dargestellt und dies spiegelt auch das Meinungsbild in der Gesellschaft wider.

Neben der Vielzahl der Frauenbewegungen in verschiedenen Ländern, gibt es sowohl innerhalb als auch außerhalb der Frauenbewegung Uneinigkeit darüber, was Feminismus ist. Viele Frauen können sich nicht mit Gruppen identifizieren, die eine Entfremdung der Geschlechter voneinander wollen und deren Kritik am anderen Geschlecht destruktiv ist.[44] Daneben existieren viele Vorurteile gegenüber Feministinnen. So mussten sich Frauenrechtler zum Beispiel gegen Vorwürfe in den Medien zur Wehr setzen, alle Feministinnen seien Lesben.[45]

Nach Naomi Wolf lässt sich der Feminismus in zwei Kategorien einteilen. Beim Opfer-Feminismus versuchen Frauen größeren Einfluss oder Macht zu erringen, indem sie sich auf eine Position der Ohnmacht zurückziehen. Er ist dadurch gekennzeichnet, dass er ablehnende Haltung gegenüber der Sexualität einnimmt und der These, Frauen seien der Natur näher als Männer. Ferner schreibt er Aggressionen, Konkurrenzdenken und Gewalt ausschließlich den Männern und dem Patriarchat zu, hält Männer grundsätzlich als schlecht und fordert eine homogene Sichtweise aller Frauen.[46] Nach Katharina Rutschky verhindert allein die Möglichkeit einer Anwendung von physischer Gewalt durch den Mann, dass Frauen auf der Ebene der Sprache ihren Widerstand formulieren können. Deshalb befinden sich Frauen „immer in der Situation potentieller Vergewaltigung“.[47] Dies setzt jedoch voraus, dass die Frau auch eine tatsächliche Anwendung von Gewalt durch den Mann fürchtet, was vermutlich nicht immer der Fall ist.

Der Power-Feminismus dagegen befasse sich eingehend mit den Problemen, die einer Gleichberechtigung im Wege stehen, toleriert unterschiedliche Meinungen, bekennt sich zur Sexualität, erkennt Aggressionen, die zu Konkurrenzverhalten auch zwischen Frauen führen können, bei Frauen an und strebt eine Verbindung von traditionell männlichen und weiblichen Fähigkeiten an.46 Der Power-Feminismus ist ein weiterer Schritt in der Frauenbewegung, denn es sei nicht mehr angemessen, die Missstände zu beklagen, sondern sich aktiv für die Gleichberechtigung der Frauen einzusetzen. Obwohl er das erklärte Ziel zahlreicher politischer Frauenorganisationen ist, ist er in der Öffentlichkeit in den USA noch kaum bekannt.[48]

Es ist aber nicht nur ein Kampf um mehr Rechte in der Gesellschaft, sondern auch innerhalb der Gruppe der Frauen sei es nötig, dass die Frauen ein größeres Selbstbewusstsein entwickeln. Frauen sollten ihre Einstellung zu Geld und Macht ändern, um eine finanzielle Eigenständigkeit und Unabhängigkeit zu erlangen. Viele Frauen haben zum Beispiel freiwillig auf ein höheres Einkommen verzichtet oder hatten keinen Mut, um eine Gehaltserhöhung zu bitten.[49] Dies lässt jedoch nicht ohne weiteres auf eine Diskriminierung des weiblichen Geschlechts schließen, denn man könnte auch annehmen, dass die Entscheidung für den Einkommenserwerb durch den Mann auf freiwilliger Basis und im Einverständnis der Frau getroffen wurde. Dennoch fordert die Frauenbewegung die Abschaffung der geschlechts-spezifischen Arbeitsteilung, das heißt, dass Männer zum Einkommenserwerb einen Beruf haben und Frauen die Hausarbeiten erledigen.[50] So würden Frauen wirtschaftlich ausgebeutet, weil sie die Hausarbeit ohne Bezahlung erledigen und dies rechtlich nicht einklagen können.

Um diese Benachteiligungen zu überwinden, ist das Ziel des Feminismus eine ausgeglichene Verteilung von Macht nach Geschlechtern in der Politik und im privaten Bereich.[51] Nach Demosthenes Savramis bedeuten Emanzipation und Gleichberechtigung der Frau, „dass die Frau in der Gesellschaft endlich die gleichen Chancen für die zwanglose Entfaltung ihrer Persönlichkeit erhält wie die Männer.“[52]

3.2 Die Anfänge der Frauenbewegung in der chinesischen Gesellschaft

Ebenso wie im Westen existieren in der chinesischen Gesellschaft seit langer Zeit patriarchalische Strukturen. Zu deren Ursprüngen werde ich im letzten Teil genauer eingehen und möchte an dieser Stelle lediglich auf einige wenige Besonderheiten im Entstehungsprozess der Frauenbewegung in China hinweisen.

Bereits im 18. Jahrhundert wurden in China viele Gesetze erlassen, die die Situation der Frauen in der Gesellschaft verbessern sollten. Prostitution wurde verboten und viele Formen der Gewalt gegen Frauen galten als Verbrechen. In Berichten über Fälle von Gewalt gegen Frauen, die vor Gericht behandelt wurden, lassen sich einige Erkenntnisse über die Beziehung von Mann und Frau gewinnen. In einigen Fällen wurde der Liebhaber einer Ehefrau vom Ehemann ermordet. Das Motiv war in allen Fällen mit Eifersucht verbunden.[53] Die Eifersucht hat bei der Betrachtung der Beziehung zwischen Mann und Frau und deren Verhältnis in der chinesischen Gesellschaft eine bedeutende Rolle. Auf diesen Zusammenhang werde ich im Kapitel fünf genauer eingehen, möchte aber auf Grundsätzliches bereits an dieser Stelle hinweisen.

Während in der chinesischen Sprache die Eifersucht des Mannes gegenüber der Frau nicht geläufig war, war und ist sie in der Realität oft ein Beweggrund für Totschlag an Frauen. Nicht nur in der Geschichte Chinas sondern auch im heutigen Taiwan ermorden eifersüchtige Ehemänner ihre Ehefrauen oder den Geliebten, wenn sie erfahren, dass ihre Partnerinnen einen Liebhaber haben. Auch wenn dies in der westlichen Gesellschaft nicht völlig unbekannt ist (z.B. Othello), besteht ein Unterschied darin, dass ein Ehemann in China lange Zeit sogar das Recht dazu hatte, und folglich war ein solches Verhaltensmuster in China weiter verbreitet.

Frauen aus dem Westen als Vorbild für ein stärkeres weibliches Geschlecht beeinflussten chinesische Schriftsteller im 19. und 20. Jahrhundert. Xue Shaohui 薛绍徽 (1866-1911) und ihr Mann stellten in ihren Büchern das erste Mal ausländische Frauen vor. Die Biographien über Ausländerinnen waiguo lienüzhuan 外国列女传 wurden 1906 veröffentlicht.[54] Xue薛 erkannte, dass die Erfahrungen der Ausländerinnen auf den eigenen Ursprüngen ihrer Kultur beruhten und unterschiedliche Orte unterschiedliche Bräuche und Moralvorstellungen hervorbrachten.[55] Zum Beispiel wurde in der traditionellen chinesischen Geschichts-schreibung weiblichen Herrschern Unfähigkeit angehaftet und in vielen Erzählungen führten diese den Staat ins Chaos. Xue薛 führt an, dass es im Gegensatz dazu im Westen mehr Beispiele erfolgreicher Herrscherinnen gibt.55 Ein weiterer Unterschied liegt in den Erzählungen von westlichen Frauen, die ihren Ehemann verklagt hatten. Dies war zwar in der chinesischen Tradition nicht gänzlich unbekannt, aber die Frau hatte ihre Stellung in der Hierarchie und moralische Pflicht zu beachten, wie die Geschichte von Qin Xianglian 秦香莲, die ihren Mann Bao Zheng包拯 anklagt, zeigt. Eine Erzählung über den König Georg IV beschreibt, wie dieser Caroline heiratet und sie verlässt, nachdem sie eine Tochter zur Welt bringt. Xue薛 verwendete diese Geschichte, um zu zeigen, dass die westlichen Frauen ohne Rücksicht auf moralische Pflichten ihr Recht öffentlich fordern konnten. Aus diesem Grund schlug sie vor, westliche Rechtsgrundlagen in das Rechtssystem der Qing Dynastie einzuführen, damit Frauen sich besser selbst schützen könnten. Ebenso forderte Xue薛 die Möglichkeit für Frauen, den Partner selbst bestimmen zu können.[56] Ferner definierte Xue薛 einen neuen Weg für Frauen (fudao 妇道), der eine neue Gemeinschaft der Frauen formen sollte. Dieser Weg bestand aus zwei Teilen, der Tugend und dem Studium. Eine Verbindung des besten Wissens und der besten moralischen Qualitäten sollten ermöglichen, die Rolle der Frau nicht auf Tugenden wie Mutterliebe zu reduzieren, sondern ihnen auch eine politische Verantwortung zuzuweisen.[57]

Anfang des 20. Jahrhunderts begann eine Phase der größeren Unterstützung der Freiheiten von Frauen. Getragen wurde diese Entwicklung durch westliche Einflüsse. Dies kann man unter anderem durch eine freiere Wahl der Kleidung deuten. Der Einfluss von westlicher Mode zeigt sich in der Verbreitung von Lederschuhen und Handtaschen, es folgten lange Röcke und Boas.[58] Gleichzeitig wurden unter Einfluss des Westens im Laufe einer neuen Kulturbewegung traditionelle Werte abgelehnt und viele Autoren verloren das Interesse an traditionellen Charakteren.[59]

Deutlichere Formen gewinnt die Bewegung der Frauen in den 20er und 30er Jahren, als in China Literatur veröffentlicht wurde, die die Unzufriedenheit der Frauen in der Gesellschaft zum Ausdruck brachte. In dem Roman „The Diary of Lady Sophie“ (shafei nüshi de riji莎菲女士的日记) beschreibt Ding Ling丁玲 eine Frau, die in Männern nicht einen Partner sieht, sondern einen Feind, der bekämpft werden muss. In der Geschichte spielt die Frau die Führungsrolle, indem sie einen Mann dazu bringt, sich in sie zu verlieben, um ihn dann zu verlassen. Ein weiteres Beispiel sind die Werke von Bing Xin冰心, in denen sie das Patriarchat kritisiert, eine freie Wahl des Ehemanns und einen gleichberechtigten Zugang für Frauen in öffentliche Ämter fordert.59

Ein Aufeinanderprallen unterschiedlicher Auffassungen über die Rolle von Frauen in der Gesellschaft zeigt ein weiteres Beispiel: In der politischen Umbruchsphase (um 1930) lebten in Guangdong einige Frauen in finanzieller Unabhängigkeit und weigerten sich sogar zu heiraten. Ihnen wurde jedoch von den Männern äußerste Verachtung entgegengebracht, da diese Frauen ihren Lebensinhalt nicht in der Ehe sahen.[60]

Die Entwicklung der Liberalisierung geriet in den Konflikt zwischen Kommunismus und Nationalismus. Frauen mussten sich der Politik enthalten und auf die Aufgabe als Mutter konzentrieren. 1930 wurde von der Guomindang国民党 (Nationalist Party) ein Gesetz verabschiedet, das den Frauen neue Rechte zugestand. Dazu gehörten freie Gattenwahl, gleiche Scheidungsrechte, Erbanspruch und Schutz des Besitzes von verheirateten Frauen. Man kann Christiane Zimmermann zustimmen, wenn sie behauptet, dass es das Ziel dieses Gesetzes war, der Frauenbewegung auf diese Weise ihre Motivation für weitere Forderungen zu nehmen, denn in der Zeit danach, versuchte die Guomindang traditionelle Werte wiederherzustellen.[61]

Es gibt in der chinesischen Geschichte wenige Beispiele für Frauen, die öffentlich Kritik am Patriarchat übten und sich für mehr Rechte für Frauen einsetzten. Als wichtige Vertreterinnen von Frauenrechtlerinnen in den verschiedenen Epochen sind zu nennen, Cai Yan蔡琰 aus der Zeit der östlichen Han Dynasty, Li Qingzhao 李清照 aus der Song Dynasty, die Dichterin Xu Can徐燦 aus der Qing Dynasty und aus der Zeit der vierten Mai Bewegung Ding Ling丁玲, Bing Xin冰心, Lu Yin盧隱 und Ling Shuhua凌叔華 .[62]

Der Feminismus und die Frauenbewegung in China gewannen erst im 20. Jahrhundert an Bedeutung. Während der Kommunismus den Frauen auf dem Festland bereits ab 1950 mehr Freiheiten eröffnete, änderte sich an der Situation der Frauen in Taiwan zunächst sehr wenig. Zusammenfassend kann man sagen, dass es in China aufgrund der wenigen kritischen Stimmen erst seit Beginn des 20. Jahrhunderts eine Frauenbewegung gibt und selbst zu dieser Zeit war dies keine Bewegung, die von einer breiten Masse getragen und unterstützt wurde. Als Vorläufer einer Frauenbewegung für die nachfolgende Entwicklung in Taiwan, die im nächsten Kapitel ausführlich geschildert wird, hatten sie keine nennenswerten Auswirkungen.

4. Die Frauenbewegung in Taiwan

In Taiwan gibt es keine Organisation von Männern, die eine Frauenbewegung für die Gleichberechtigung der Geschlechter unterstützt.[63] Diese Aussage ist einem Artikel der Zeitschrift Awakening entnommen. Die Zeitschrift ist ein Forum der Frauenbewegung und ist seit Beginn der Frauenbewegung untrennbar mit ihr verbunden. Die zahlreichen Beispiele von Benachteiligungen von Frauen geben einen sehr guten Überblick über die Probleme, die Frauen in Taiwan beschäftigen.

Nach einem Überblick über die Entwicklung der Frauenbewegung in Taiwan werden anhand von Beispielen aus der Zeitschrift Awakening die Probleme der Frauen in den unterschiedlichen Lebensbereichen aufgezeigt. Dabei wird deutlich, dass sich die Probleme oft nicht in bestimmte Bereiche einteilen lassen, sondern oft eng miteinander verbunden sind. Insbesondere wenn man nach möglichen Ursachen der heutigen Diskriminierung von Frauen in der Gesellschaft fragt, ist eine etwas weiter zurückreichende Betrachtung notwendig. Zum Beispiel könnte man nach den Gründen fragen, warum es nur eine geringe Unterstützung der Frauenbewegung durch Männer gab? Die „Wurzeln“ des Patriarchats in Taiwan sollen dann im Anschluß an dieses Kapitel untersucht werden

4.1 Das „Erwachen“ der Frauen in Taiwan

Betrachtet man die Frauenbewegung in Taiwan von ihren Ursprüngen bis zum heutigen Zeitpunkt, dann kann man sie in die Zeitabschnitte vor 1980, 1980 bis 1990 und von 1990 bis heute unterteilen.[64] Die Bewegung umfasst nach eigener Auffassung eine Änderung im Bewusstsein der Frauen über die Arbeitsteilung in der Familie und eine größere Beteiligung an gesellschaftlichen und politischen Prozessen. Wang Yage王雅各definiert die Freiheitsbewegung der Frauen wie folgt: Eine die gesamte Gesellschaft einschließende Bewegung, die das Ziel hat, die Situation der Frauen und ihren Status in der Gesellschaft, sowie die Vorstellungen und das Verständnis der Menschen bezüglich des weiblichen Geschlechts zu verbessern.[65] Dies umfasst das Selbstverständnis der Frauen über ihren Status und ihre Rechte in der Gesellschaft. Es ist aber nicht nur eine Bewegung im eigenen Land, sondern sie ist eng verbunden mit einem „Erwachen“ der Frauen in der gesamten Asien-Pazifik Region.

Während die Demokratie in Taiwan ständig vorangetrieben wurde, blieben individuelle Freiheitsrechte und abweichende Meinungen in der Politik oftmals ausgeschlossen, insbesondere die Probleme des weiblichen Geschlechts blieben lange Zeit ein Tabuthema. Die einheitlichen Gesellschaftsnormen wurden erst langsam und unter anderem durch die Freiheitsbewegung der Frauen aufgebrochen. Durch ihren Protest am vorherrschenden Gesellschaftssystem trugen sie zu einer Festigung der Demokratie und zu individuellen Freiheitsrechten bei, was sich auch darauf auswirkte, dass Frauen nicht mehr generell ignoriert wurden oder die Integration der Frauen in der Religion, wie zum Beispiel die Rolle des weiblichen Geschlechts bei der Opferung, erweitert wurde. Dies hatte große Auswirkungen in der Literatur, sowohl in Taiwan als auch in der gesamten Asien Pazifik Region.

Auch wenn der Feminismus in Taiwan anfangs stark durch westliche Theorien beeinflusst war, schlugen die Frauen sehr bald einen eigenen Weg ein, der die spezifischen Probleme in Taiwan in den Fokus der Betrachtung rückte. Dadurch änderte sich auch die Einschätzung der Wissenschaftler gegenüber dem Westen. Die Ursprünge des taiwanesischen Feminismus liegen zwar im westlichen Feminismus, jedoch teilt Taiwan weder die Erfahrungen von Dritte Welt Ländern, noch wurde Taiwan in dem Umfang von der westlichen Kultur beeinflusst, wie dies die Kolonialstaaten wurden. Aus diesem Grund unterscheidet sich nach Meinung von Yenlin Ku der Feminismus in Taiwan in seinen Zielen und Strategien deutlich von jenen der westlichen Frauenbewegung, indem er die Ethik des Konfuzianismus, der Harmonie in der Gesellschaft, und den Vorrang der Gemeinschaft über das Individuum berücksichtigt. Eine weitere wichtige Rolle spielt eine eindeutige hierarchische Ordnung, die einer Betonung von gleichen Rechten entgegensteht.[66] Auf diese Besonderheiten und Hintergründe des Feminismus in Taiwan werde ich im letzten Abschnitt näher eingehen.

Im Folgenden werde ich die Entwicklung der Frauenbewegung in den einzelnen Zeitspannen darstellen:

4.1.1 Von den Anfängen bis 1980

Von 1938 bis 1971 gab es ausschließlich staatlich organisierte Frauenorganisationen, wie zum Beispiel die Frauenarbeiter Vereinigung. Diese Gruppen betonten eine stabile Gesellschaft und eine harmonische Familie, deshalb meint Gu Yuzhen顧玉珍, dass man die Frauenarbeiter Vereinigung nicht als Frauenbewegung bezeichnen kann.[67] Vor allem während der Zeit der japanischen Besetzung und der Guomindang Regierung hatte die Frauenbewegung eine sehr geringe Bedeutung. Ihr fehlten die Ressourcen, eine starke Organisation gründen zu können, und außerdem waren die Ziele der Bewegung sehr ungenau, bis im Jahre 1976 Lü Xiulian呂秀蓮 den „Neuen Feminismus“ proklamierte. Dessen Grundidee war, zuerst Mensch und dann Frau oder Mann zu sein.[68] Die 70er Jahre stellen somit den Beginn der Frauenbewegung in Taiwan dar. Wichtige Vertreterinnen waren Lü Xiulian 呂秀蓮, Bao Jialin 鮑家麟, Yang Meihui 楊美惠 und Li Yuanzhen 李元貞. In den 80er Jahren wurden viele Organisationen gegründet, die Probleme aufgrund einer ungleichen Stellung der Geschlechter in der Gesellschaft kritisierten. Zu diesen Organisationen zählen Awakening (funü xinzhi jijinhui婦女新知基金會), das Zentrum für wirtschaftliche Entwicklung von Frauen (funü fazhanye zhongxin婦女展業中心), der Verband der Hausfrauen (fulianmeng婦聯盟), der Frauenverband für Fortschritt (jinbu fumeng進步婦盟), die Regenbogen Organisation (caihong zhuanan彩虹專案), und schließlich wurde 1985 das erste wissenschaftliche Zentrum für Frauenforschung gegründet. Gleichzeitig wurde das Thema in den Unterhaltungsmedien aufgenommen. Li Ang李安 beschreibt mit ihrem Film „Männer Mord“ die schwierige Situation der Frauen in der Gesellschaft.[69]

Am Anfang der Forschung der Frauenbewegung übernahm Gu Yanling顧燕翎 Mauss´ Theorie der Einteilung in die fünf Phasen des Beginns, der Konzentration, der Systematisierung, der Schwächung und der Auflösung, um der Frauenbewegung in Taiwan einen theoretischen Rahmen zu geben. Sie teilte die Frauenbewegung in die Zeit vor 1970 als eine Phase des Aufbruchs ein und die 80er Jahre in eine Phase des neuen Bewusstseins.[70] Lu Huixin盧蕙馨 forschte für die Wanqing晚晴Gesellschaft, das Zentrum für Frauenentwicklung und die Hausfrauenvereinigung und erwarb sich durch seinen Einsatz für die Rechte der Frauen allgemeine Anerkennung.[71]

In der Diskussion um die Liberalisierung der Prostitution warb Lin Fangmei林芳玫für eine Frauenbewegung, die von Veränderungen in der Gesellschaft begleitet wird. Als positive Beispiele einer solchen Bewegung nennt sie die Demonstration vom 22. Mai gegen sexuelle Belästigung, die Diskussion in den Medien nach dem Vorfall von sexueller Belästigung von Wissenschaftlerinnen an der Taibei Universität, die Großdemonstration nach dem Mord an Peng Wanru彭婉如 und die Diskussion über die Berichterstattung in den Medien.[72]

Obwohl die Frauenbewegung in Taiwan relativ spät begann, fand in der Folge eine zügige Entwicklung statt, was man unter anderem auch daran erkennt, dass als Reaktion auf die Bewegung viele Gesetze für die Frauen erlassen wurden. Auf der einen Seite wurden in großem Umfang Erkenntnisse aus der Frauenbewegung des Westens übernommen, andererseits wurden neue Ideen hinzugefügt, welche in den wissenschaftlichen Arbeiten ihren Niederschlag fanden.

4.1.2 Die Zeitspanne von 1980 bis 1990

Awakening (funü xinzhi jijinhui婦女新知基金會) ist die erste Organisation der Frauenbewegung in Taiwan. Die Zeitschrift Awakening erschien erstmals 1982, die Awakening Foundation (funü xinzhi jijinhui婦女新知基金會) wurde 1987 gegründet und diese unterstützte die Gründung der allgemein bekannten Taibei Awakening Gesellschaft (taibeishi funü zhixiehui台北市婦女新知協會). Cao Ailan曹愛蘭 ist eine von vielen Frauen, die missbraucht wurden, und Awakening unterstützt. Sie sagt: Bereits als ich klein war, hatte ich eine starke Abneigung als kleines Mädchen in die Familie des zukünftigen Ehemannes verheiratet zu werden und ich wollte auf keinen Fall einen Mann heiraten, der mich schlagen würde…Deshalb habe ich mich immer gefragt: Warum erdulden Frauen so viele Schmerzen und verhalten sich wie Kühe? Warum kann sie jeder schlagen, beschimpfen und warum haben sie in der Familie eine so niedrige Stellung?“[73]

Als Mitglied der Minjindang 民進黨war Cao Ailan曹愛蘭 gleichzeitig die erste Generalsekretärin der Awakening Foundation. Sie wurde damals oft von ihren Parteigenossen bei Diskussionen und Versammlungen kritisiert und musste sich als Erste für eine Bewegung für mehr Frauenrechte im politischen Prozess einsetzen. Während die Frauenbewegung in dieser Periode an Kraft verlor, bildete sich eine Bewegung, die die Probleme der Frauen weniger aggressiv anprangerte, sondern sie in einer zurückhaltenderen Weise zur Diskussion stellte. Li Yuanzhen李元貞beschreibt, dass die Frauenbewegung in dieser Zeit großen Zuspruch erhielt, aber die Frauen nicht von Frauenrechten oder der Bewegung eines neuen Feminismus sprachen. Nach der Inhaftierung von Lü Xiulian呂秀蓮wurde in der Gesellschaft die Freizügigkeit des neuen Feminismus kritisiert. Infolgedessen wurde die Diskussion unter der Bezeichnung funü qianneng he fazhan婦女潛能和發展 [Entwicklungspotential der Frauen] fortgeführt.[74]

[...]


[1] Wang Yake王雅各, taiwan funü jiefang yundongshi 台湾妇女解放运动史 [Die Geschichte der Befreiungsbewegung der Frauen in Taiwan], juliu tushu youxiangongsi巨流图书有限公司, Taibei, 1999

[2] Zimmermann Christine, Konfuzianismus und Feminismus in Taiwan, Ute Schiller, Berlin, 1987, S. 22f.

[3] Zimmermann Christine, S. 42

[4] Gail Hershatter, Emily Honig, Susan Mann, and Lisa Rofel, Guide to Women´s Studies in China, University of California, Berkeley, 1998, S. 117

[5] Zimmermann Christine, S. 15f.

[6] Zimmermann Christine, S. 54ff.

[7] Wu Yenna, The ´communicatioan gap´ between western feminists and chinese women intellectuals and its implications for feminist readings of Chinese literature, in: tamkang review, Vol XXXII, No.2, tamkang university, Hongkong, S.71, 75

[8] Wu Yenna, S. 71-75

[9] Wu Yenna, S. 84

[10] Wu Yenna, S. 92

[11] Wiggershaus Renate, Geschichte der Frauen und der Frauenbewegung, Peter Hammer Verlag, Wuppertal, 1979, S. 18

[12] Jaegher Stella, in: Widerspruch, Feminismus, Gender, Geschlecht, Beiträge zu sozialistischer Politik. Heft 44, 23. Jg., S. 5

[13] Knapp Gudrun-Axeli, Wetterer Angelika, Achsen der Differenz. Gesellschaftstheorie und feministische Kritik II, Westfälisches Dampfboot Verlag, Münster, 2003, S. 67

[14] http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=6639&ausgabe=200312, 12.10.2005

[15] Jaegher Stella, S. 5

[16] Jaegher Stella, S. 7f.

[17] Pühl Katharina, Koher Frauke, Gewalt und Geschlecht - Konstruktionen, Positionen, Praxen, Leske + Budrich, Opladen, 2003, S. 74

[18] Demosthenes Savramis, Das so genannte schwache Geschlecht, Paul List Verlag KG, Kulmbach, 1972, S. 20

[19] Demosthenes Savramis, S. 82

[20] Demosthenes Savramis, S. 88

[21] Demosthenes Savramis, S.77

[22] Demosthenes Savramis, S.110

[23] Demosthenes Savramis, S.136f.

[24] Demosthenes Savramis, S.143

[25] Demosthenes Savramis, S.27

[26] Borneman Ernest, Arbeiterbewegung und Feminismus, Ullstein, Frankfurt/M, 1982, S. 128f.

[27] Ernest Borneman, S. 137f.

[28] Ernest Borneman, S. 46

[29] Ernest Borneman, S. 50

[30] Ernest Borneman, S. 52ff.

[31] Rutschky Katharina, Emma und ihre Schwestern, Carl Hanser Verlag, Leck, 1999, S. 89f.

[32] Rutschky Katharina, S. 105

[33] http://www.snopes.com/language/document/goodwife.htm, 8.1.2006

[34] Katz Michael B., Mark J. Stern, Jamie J. Fader, Women and the Paradox of Economic Inequality in the Twentieth-Century, in: Journal of social history, Herausgeber: Peter N. Stearns, George Manson University Press, Fairfax, Volume 39 No.1, 2005, S. 67f.

[35] Michael B. Katz, Mark J. Stern, Jamie J. Fader, S. 71

[36] Michael B. Katz, Mark J. Stern, Jamie J. Fader, S. 67

[37] Wolf Naomi, Die Stärke der Frauen, Gegen den falsch verstandenen Feminismus, Knauer, München, 1996, S. 7

[38] Wolf Naomi, S. 11

[39] Wolf Naomi, S. 63ff.

[40] Sapiro Virginia, Feminist studies and political science and vice versa, in: Anne Phillis, Oxford readings in feminism, feminism and politics, Oxford University Press, Oxford, 1998, S. 74

[41] Sapiro Virginia, S. 67-69

[42] Wolf Naomi, S. 80

[43] Wolf Naomi, S. 88

[44] Wolf Naomi, S. 99

[45] Wolf Naomi, S. 106f.

[46] Wolf Naomi, S.185ff.

[47] Rutschky Katharina, S. 23

[48] Wolf Naomi, S. 191

[49] Wolf Naomi, S. 306ff.

[50] Rutschky Katharina, S. 86

[51] Squires Judith, Gender in political theory, Blackwell, Cornwall, 1999, S. 39

[52] Demosthenes Savramis, S. 20

[53] Paderni Paola , I Thought I Would Have Some Happy Days: Women Eloping in Eighteenth-Century China. Late Imperial China, 16, no.1, June 1995, S. 36

[54] Qian Nanxiu, Alternative Modernities, or Classical Woman of Modern China: The Challenging Trajectory of Lü Bicheng´s (1883-1943) Life and Song Lyrics, in: Nan Nü, Men, Women and Gender in China, Herausgeber: Harriet T. Zurndorfer Koninklijke Brill VS, Leiden, Vol. 6 No.1, 2004, S. 60

[55] Qian Nanxiu, S. 75ff.

[56] Qian Nanxiu, S. 88f.

[57] Qian Nanxiu, S. 96

[58] Laing Ellen Johnston, Visual Evidence for the Evolution of Politically correct dress for women in early twentieth century Shanghai, in: Nan Nü, Men, Women and Gender in China, Herausgeber: Harriet T. Zurndorfer, Koninklijke Brill VS, Leiden, Vol. 5 No.1, 2003, S. 113

[59] http://www.international-relations.com/cm3-2/Feminismweb.html, 6.10.2005

[60] Zimmermann Christine, S. 20f.

[61] Zimmermann Christine, S. 22f.

[62] http://www.eng.fju.edu.tw/Literary_Criticism/feminism/femiTai.html, 11.10.2005

[63] Lin Yijia林以加, juexing yu shijian- xingbie yiti dushuhui guihua yu dailing shiwu 覺醒與實踐- 「性別議題讀書會」規劃與帶領實務![Bewusstseinsänderung und Praktiken - Programm und praktische Anleitung der Forschungsgemeinschaft zu Geschlechterthemen], in: funü xinzhi tongxun 婦女新知通訊 (Awakening), funü xinzhi jijinhui婦女新知基金會 (Awakening Foundation), Taibei, 6/2005, S. 50

[64] Wang Yage王雅各, taiwan tongzhi pingquan yundongshi 台灣同志平權運動史 [Geschichte der Gleichberechtigungsbewegung der Homosexuellen in Taiwan], kaixin yangguang開心陽光, Taibei台北, 1999, S. 32ff.

[65] Wang Yage王雅各, taiwan funü jiefang yundongshi 臺灣婦女解放運動史, S. 20

[66] http://taiwan.yam.org.tw/womenweb/sell.htm, 10.10.2005

[67] Gu Yuzhen顧玉珍, xingbie zhishi de shengchan- yiguonei chuanbo xueyuan de xingbie lunshu zhi shengchan weili 性別知識的生產-以國內傳播學院的性別論述之生產為例 [Die Entstehung von Wissen über die Geschlechter am Beispiel von Diskussionen unterschiedlicher Schulen über die Geschlechter in China], xinwenxue yanjiu新聞學研究, 51:18, S. 37

[68] Wang Yage王雅各, taiwan funü jiefang yundongshi 臺灣婦女解放運動史, S. 55

[69] Wang Lirong, Overview, in: Yu Chengxie, Reports on Women´s Rights in Taiwan, Foundation of Women Rights Promotion and Development, Taibei, 2003, S.10

[70] Gu Yanling顧燕翎, cong zhouqi lilun yu jieduan lilun kan woguo funü yundong yu nüxing yishi de fazhan 從週期理論與階段理論看我國婦女運動與女性意識的發展 [Die Entwicklung der Frauenbewegung und des Bewusstseins der Frauen in Taiwan in der Betrachtung der Zyklus- und Phasentheorie], zhongshan kexue yicui中山科學譯粹, Taibei, 1987, Volume 2, S. 37-59

[71] Lu Huixin盧蕙馨, liangge funü tuanti de tanxin lihui: tiaozhan nanxing baquan de yishi biaoyan 兩個婦女團體的「談心」聚會 : 挑戰男性霸權的儀式表演 [Diskussionsrunde zweier Frauengruppen: Die Vormachtstellung der Männer zerschlagen], zhongyan yanjiuyuan minzuxue yanjiusuo jikan中央研究院民族學研究所集刊, 1993, Nummer 72, S. 183-222

[72] Lin Fangmei林芳玫, you shehui yundong de guandian kan meiti yu taiwan fuyun 由社會運動的觀點看媒體與台灣婦運 [Eine Betrachtung der Medien und der taiwanesischen Frauenbewegung aus Sicht der Gesellschaftsbewegung], zhongwai wenxue中外文學 (Sino-foreign), 1997, Volume 26(2), S. 75-97

[73] Eigene Übersetzung, vgl. Wang Yage王雅各, taiwan funü jiefang yundongshi 臺灣婦女解放運動, S. 57

[74] Lin Yuanzhen李元貞, funü gai ruhe canyu zhengzhi, funü yu zhengzhi canyu 婦女該如何參與政治 , 婦女與政治參與 [Wie sollten Frauen sich in der Politik beteiligen, über die Beteiligung der Frauen in der Politik], funü xinzhi jijinhui婦女新知基金會, Taibei, 1989, S. 3

Ende der Leseprobe aus 108 Seiten

Details

Titel
Die Frauenbewegung in Taiwan am Beispiel von Diskriminierungen in der Zeitschrift Awakening von 1996 bis 2005
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
2,7
Autor
Jahr
2006
Seiten
108
Katalognummer
V64931
ISBN (eBook)
9783638576185
ISBN (Buch)
9783638710404
Dateigröße
2034 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Frauenbewegung, Taiwan, Beispiel, Diskriminierungen, Zeitschrift, Awakening
Arbeit zitieren
Sinologe, M.A. Markus Schilling (Autor), 2006, Die Frauenbewegung in Taiwan am Beispiel von Diskriminierungen in der Zeitschrift Awakening von 1996 bis 2005, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64931

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