Probleme und Grenzen der Globalisierung


Seminararbeit, 2004

28 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Motivation und Aufbau der Arbeit

2. Globalisierung
2.1. Definition und Ausprägung von Globalisierung
2.2. Grundhaltungen gegenüber Globalisierung
2.3. Die globalisierte Ökonomie
2.3.1. Die weltweite internationale Wirtschaft
2.3.2. Die globalisierte internationale Wirtschaft

3. Dimensionen der Globalisierung
3.1. Ökonomische Dimension
3.2. Politische Dimension und Nationalstaat
3.3. Liberalisierung
3.4. Technologische Dimension
3.5. Geographische Grenzen
3.6. Soziale Dimension
3.7. Ökologische Dimension
3.8. Kulturelle Dimension
3.9. Globale Zivilgesellschaft

4. Fazit

Anhang

Literaturverzeichnis

Verzeichnis der Internetquellen

Abbildungsverzeichnis

Abb. 3.1: Entwicklung des deutschen Außenhandels von 1950 bis 2003 in Millionen Euro

Abb. 3.2: ausländische Direktinvestitionen (ADI), weltweiter Bestand in Milliarden US$

Abb. 3.3: Deutsche Ausfuhren in Milliarden Euro, Januar bis Mai 2004

Abb. 3.4: Welthandelsströme, Exporte in Milliarden US-Dollar in 2001

Abb. 3.5: Aufteilung der Direktinvestitionen nach Empfängerländern

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Motivation und Aufbau der Arbeit

Globalisierung ist ein Begriff, der uns in unserem Alltagsleben und die Diskussionen in den verschiedenen Wissenschaften beschäftigt. Globalisierung ist in aller Munde. Alles ist global geworden. Globalisierung bestimmt unser Handeln in allen Lebensbereichen. Globalisierung ist zu einem Schlagwort unserer Zeit geworden.

In dieser Arbeit sollen nun die Probleme und Grenzen der Globalisierung untersucht werden.

In einem ersten Schritt soll der Begriff Globalisierung definiert werden, der als Basis für diese Arbeit dient, denn es gibt „noch“ keine einheitliche und verbindliche Definition von Globalisierung. Es bestehen viele verschiedene Interpretationen und Auffassungen von Globalisierung, und zudem auch zwei grundsätzliche Haltungen gegenüber der Globalisierungsdebatte, die in Abschnitt 2.1. dargestellt werden.

Weiterhin werden in Abschnitt 2.2. zwei Idealtypen für die weltweite internationale und globalisierte Internationale Wirtschaft beschrieben, bevor im dritten Abschnitt die Dimensionen der Globalisierung mit empirischen Beispielen veranschaulicht und im Bezug auf den Idealtypus Globalisierung analysiert werden.

Zum Abschluss sollen in einem Fazit die Indikatoren, Grenzen und Triebkräfte der Globalisierung und ihre Wechselseitigkeit zusammenfassend dargestellt werden.

2. Globalisierung

2.1. Definition und Ausprägung von Globalisierung

Globalisierung kann man nicht eindeutig definieren, da verschiedene Autoren den Begriff Globalisierung unterschiedlich interpretieren.

Ulrich Beck (1998, S. 28 f.) definiert Globalisierung als „Prozesse, in deren Folge die Nationalstaaten und ihre Souveränität durch transnationale Akteure, ihre Machtchance, Orientierungen, Identitäten und Netzwerke unterlaufen und querverbunden werden“. Globalisierung ist ein Prozess, der transnationale soziale Bindungen und Räume schafft, lokale Kulturen aufwertet und dritte Kulturen hervortreibt. (vgl. Beck 1998, S. 30)

Laut Perraton u.a. (1998, S. 136) wird Globalisierung als einen historischen Prozess angesehen. Netzwerke und Systeme gesellschaftlicher Beziehungen dehnen sich räumlich aus und verändern die menschlichen Verhaltensweisen und Aktivitäten insofern, dass sie einen transkontinentalen Charakter annehmen.

Jörg Dürrschmidt (2002, S 12) beschreibt Globalisierung als „[…] eine Vielfalt realgeschichtlicher Transformationen in Richtung auf globale Vernetzungen und Abhängigkeiten“. Globalisierung beschreibt Transformationsprozesse, die einerseits durch menschliches Handeln gesteuert werden (vgl. Dürrschmidt 2002, S. 12) und andererseits die menschlichen Verhaltensweisen verändern (s.o.).

Globalisierung ist dazu ein räumliches Phänomen. Lokale, regionale, nationale und globale Räume rücken immer enger zusammen und werden auf neue Art und Weise miteinander verbunden. (vgl. Messner 1999, S. 5)

2.2. Grundhaltungen gegenüber Globalisierung

In der Literatur werden zwei Grundhaltungen gegenüber der Globalisierung unterschieden: die „Globalisierungstheoretiker“ und die „Globalisierungsskeptiker“.

Die Globalisierungstheoretiker sind der Meinung, dass die Globalisierung in vollem Gange ist und bereits vollständig integrierte Märkte bestehen. Güter und Dienstleistungen können demnach überall angeboten und nachgefragt werden, Firmen können sich an jedem Ort dieser Welt niederlassen und ihre Ressourcen an jedem Ort beziehen. Nationale Grenzen werden nicht mehr beachtet und die Nationalstaaten büßen zunehmend an Souveränität ein. Auch der politische Handlungsspielraum ist eingeschränkt und wird von der Globalisierung beeinflusst. Vor allem der Finanzsektor, mit seinen schnellen Geldtransfers in großen Dimensionen, nimmt Einfluss auf die nationalen Wirtschaftspolitiken.

Die Globalisierungsskeptiker dagegen vertreten die Auffassung, dass die Diskussion um die Globalisierung nicht diskussionswürdig sei, da die Beobachtungen den Bedingungen der Globalisierung nicht genügten. Der globale Handel unterscheidet sich nicht wesentlich von dem Handel, der in anderen Epochen, wie z.B. der Zeit der Goldwährung, zu beobachten war. Die Skeptiker sprechen von einer Rückkehr zum Status Quo nach zahlreichen Krisen, wie z.B. dem Zweiten Weltkrieg. Weiterhin sind die wirtschaftlichen Aktivitäten immer noch national ausgerichtet und der Großteil des wirtschaftlichen Austauschs entspricht nicht einem weltweiten Maßstab. Man könne lediglich von einer Herausbildung regionaler Blöcke sprechen.

Beide Richtungen verstehen unter Globalisierung dasselbe, aber sie unterscheiden sich darin, dass die Skeptiker die Existenz von Globalisierung anzweifeln und die Theoretiker die Globalisierung und ihre Folgen überall sehen und spüren können. (vgl. Perraton u.a. 2002, S. 135 f. und Giddens 2001, S. 18 f.)

Im Folgenden soll nun untersucht werden, wer in der Debatte Recht behält und ob Globalisierung in der Form, wie es die Theoretiker beschreiben, überhaupt existieren kann.

2.3. Die globalisierte Ökonomie

In diesem Teilabschnitt werden zwei Idealtypen die „weltweite internationale Wirtschaft“, also die Ära vor der Globalisierung, und die „globalisierte internationale Wirtschaft“ gegenübergestellt.

2.3.1. Die weltweite internationale Wirtschaft

In einer weltweiten internationalen Wirtschaft werden die Nationalstaaten als grundlegende Einheiten angesehen, die durch Marktbeziehungen untereinander verbunden sind. Die Transaktionen miteinander sind Folge der unterschiedlichen Leistungen der Nationalökonomien und führen zu vermehrter nationaler Spezialisierung und Arbeitsteilung.

Die Verbindungen zwischen den Nationalstaaten bleiben aber „strategischer Art“ (Hirst/Thompson 1998, S. 87), denn es gibt eine Trennung von nationalen und internationalen Bezugssystemen für politische Entscheidungen und die ökonomischen Effekte dieser Ebenen sind verschieden. Internationale Ereignisse beeinflussen die nationale Ökonomie nicht direkt, sondern werden durch nationale Prozesse gefiltert. Es gibt keinen automatischen Steuerungsmechanismus, die Anpassungssysteme werden von den Nationalstaaten vorgenommen.

Des Weiteren existiert eine politisch-ökonomische Machtbalance zwischen den Nationalökonomien. Die einflussreichsten Staaten bestimmen Struktur und Machtverteilung innerhalb der weltweiten nationalen Wirtschaft.

Die Entstehung und Ausbreitung multinationaler Unternehmen (MNU) sind wesentliche Merkmale für diesen Idealtypus und sind dadurch gekennzeichnet, dass sie an ihr Mutterland gebunden sind. Die MNU sind den Regulierungsmechanismen des Heimatlandes unterworfen und an die jeweilige Wirtschaftspolitik gebunden. (vgl. Hirst/Thompson 1998, S. 86-88)

2.3.2. Die globalisierte internationale Wirtschaft

In einer globalisierten internationalen Wirtschaft wird die weltweite Wirtschaft nicht von den Nationalstaaten determiniert. Die Nationalökonomien sind einem globalen System untergeordnet und nehmen an ihm durch internationale Prozesse und Transaktionen teil. Die Gesamtheit der Nationalstaaten bildet eine weltweite Wirtschaft und die nationalen Ebenen werden durch internationale Verflechtungen durchdrungen und transformiert. Internationale Einflüsse müssen so bei jeglichem Handeln, sei es privat oder öffentlich, berücksichtigt werden. Markteingriffe staatlicher Stellen werden durch diese internationalen Einwirkungen erschwert und es ergibt sich das Problem, welche Maßnahmen nötig sind, um Markteingriffe sinnvoll zu tätigen.

Als eine erste Folge der globalisierten Ökonomie, würde die politische Regulierbarkeit in Frage gestellt, denn es gibt kein Steuerungsinstrument für globale Märkte. Die Entwicklung eines Mittels zur Steuerung globaler Märkte ist kaum möglich, da die Nationalstaaten unterschiedliche politische Interessen verfolgen. Aber nur eine Koordination der Interessen und abgestimmte Entscheidungsmechanismen versprechen eine wirkungsvolle Politik. Weiterhin ist es fraglich, ob solche Entscheidungsmechanismen den globalen Marktkräften gewachsen sind.

Eine zweite Konsequenz und laut Hirst und Thompson (1998, S. 92) das „wichtigste Kennzeichen einer tatsächlich globalisierten Wirtschaft“ wäre die Tatsache, dass transnationale Unternehmungen (TU) ohne nationale Zuordnung die Hauptakteure der Weltökonomie darstellen. Die TU würden ungebundenes Kapital in Reinform darstellen und wären in der Lage und auch bereit, sich überall niederzulassen, wo hohe und sichere Gewinne zu erwarten wären. Einen Hauptsitz in einem bestimmten Land gäbe es nicht mehr und die TU unterlägen keinen nationalstaatlichen Regelungen.

Drittens würde der Arbeitnehmer an politischem Einfluss und wirtschaftlicher Stärke verlieren, denn der Transnationalen Unternehmung stünde kein offener Weltarbeitsmarkt gegenüber, da die Arbeitskräfte aufgrund ihrer geringen Mobilität national gebunden sind. Die Unternehmen könnten sich nun in den Ländern niederlassen, in denen die Lohnnebenkosten, gemessen am Ausbildungsniveau und der Arbeitsmotivation, am geringsten sind.

Eine vierte und letzte Folge der Globalisierung wäre eine zunehmende Multipolarität des internationalen politischen Systems. Es gäbe in der weltweiten Wirtschaft keinen Hegemon mehr. Frühere Hauptmächte könnten ihre Vorstellungen weder national, noch auf internationalem Terrain durchsetzen. Die transnationalen Unternehmungen wären in der Lage, die Macht jedes politischen Hegemons zu unterlaufen und ihre eigene Macht auf Kosten der Regierungen auszuweiten, indem sie sich mit Hilfe globaler Märkte und Medien die Legitimation der Bürger zahlreicher Nationen sichern. (vgl. Hirst/Thompson 1998, S. 89-94)

3. Dimensionen der Globalisierung

Globalisierung ist keineswegs ein rein ökonomisches Phänomen, auch politische, soziale, kulturelle und ökologische Prozesse sind von der Globalisierung betroffen.

In diesem Abschnitt sollen diese Dimensionen, auf die sich die Globalisierung erstreckt, untersucht werden. Es wird überprüft, inwieweit eine globalisierte Wirtschaft, wie sie im vorherigen Abschnitt definiert wurde, existiert, welche Triebkräfte der Globalisierung es gibt und welche Grenzen den Globalisierungsprozess beschränken.

3.1. Ökonomische Dimension

Ein wichtiges Indiz für die Globalisierung ist die Internationalisierung der Geld- und Kapitalmärkte. Seit den fünfziger Jahren wächst der internationale Kapitalmarkt schneller als der Welthandel und die Einkommen. Die Kapitalströme umfassen hierbei drei Kategorien:

1. die monetären und finanziellen Ströme, die mit dem Austausch von Gütern und Dienstleistungen verbunden sind. Im- und Export –Transaktionen sind hierfür ein Indikator (vgl. Abb. 3.1)
2. die ausländischen Direktinvestitionen (vgl. Abb. 3.2)
3. die Portfolio-Investitionen
(vgl. Gruppe von Lissabon 1997, S.54)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

*vorläufige Ergebnisse

Abb. 3.1: Entwicklung des deutschen Außenhandels von 1950 bis 2003 in Millionen Euro

(Quelle: Statistisches Bundesamt Deutschland)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3.2: ausländische Direktinvestitionen (ADI), weltweiter Bestand in Milliarden US$

(Quelle: UNCTAD)

Die Abbildungen 3.1 und 3.2 verdeutlichen anhand des deutschen Außenhandels und der weltweiten Direktinvestitionen beispielhaft das rasante Wachstum des internationalen Kapitalmarkts.

Es lässt sich aber feststellen, dass sich der internationale Kapitalmarkt zwar vergrößerte, aber zumindest in den siebziger Jahren nicht alle Kapitalmärkte durchdrang. Es gelang einigen Regierungen, sich gegen Transaktionen zu wehren. Doch aufgrund des anwachsenden Bedarfs an internationalem Kapital erlangen die globalen Finanzströme immer mehr an Bedeutung. Die OECD-Staaten (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) schafften daher in den achtziger Jahren die Beschränkungen des internationalen Kapitalverkehrs ab. Viele andere Staaten folgten diesem Beispiel und auch osteuropäische Länder liberalisierten ihre Kapitalmärkte um ausländisches Kapital anzulocken.

Konsequenz der Internationalisierung der Kapitalmärkte ist, dass nationale Zinssätze nunmehr von globalen Größen bestimmt werden, wenn es auch bisher keine Angleichung der Zinssätze zwischen allen Ländern gibt. Differenzen werden aber in den Industriestaaten durch Veränderungen der Wechselkurse ausgeglichen. Die Unterschiede der Zinsen bspw. zwischen den Industriestaaten und der Dritten Welt resultieren aus Unsicherheiten und Risikobewertungen, nicht aber aus mangelnder Globalisierung. Die Entwicklungsländer sind trotzdem in den globalen Kapitalmarkt integriert. (vgl. Perraton u.a. 1998, S. 149-153)

Hirst und Thompson (1998, S. 97 f.) dagegen argumentieren, dass das internationale Kapital in Großbritannien und anderen Staaten zwischen 1905 und 1914 stärker vertreten war als zwischen 1982 und 1986. Ihrer Meinung nach war die internationale Ökonomie vor 1914 nicht weniger integriert als heute. Heutzutage ist die Weltwirtschaft, bedingt durch Satelliten- und Computertechnik, nur schneller als damals. Trotzdem wird erkannt, dass die internationalen Währungen gelenkt sind und die Globalisierung Einfluss nimmt. (vgl. Hirst/Thompson 1998, S. 97-99)

Aus Sicht der Globalisierungstheoretiker ist der internationale Kapitalmarkt ein globaler Markt in Reinkultur. Das würde bedeuten, dass Nationalstaaten in ihren geldpolitischen Maßnahmen eingeschränkt wären. Durch die Existenz von globalen Märkten verlieren die nationalen Kapitalmärkte an Bedeutung und die jeweiligen Regierungen können den einheimischen Finanzmarkt nur noch schwer gestalten. Deshalb wurden globale Regelungsmechanismen für internationale Kapitalbewegungen geschaffen. Des Weiteren ist es nahezu unmöglich ein festes Wechselkursystem zu installieren, denn ein solches System verlangt ständige nationale Anpassungsmaßnahmen. Auch bei der Kontrolle der Geldmenge und der Inflationsrate sind de Regierungen eingeschränkt. (vgl. Perraton u.a 1998, S. 154-160)

[...]

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Probleme und Grenzen der Globalisierung
Hochschule
Technische Universität Dortmund
Veranstaltung
Soziologische Anaylsen der Globalisierung
Note
1,3
Autor
Jahr
2004
Seiten
28
Katalognummer
V64977
ISBN (eBook)
9783638576529
ISBN (Buch)
9783638680622
Dateigröße
576 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Probleme, Grenzen, Globalisierung, Soziologische, Anaylsen, Globalisierung
Arbeit zitieren
Nicola Claaßen (Autor), 2004, Probleme und Grenzen der Globalisierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64977

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