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Darstellung von Bewusstseinszuständen in Hugo von Hofmannsthals "Reitergeschichte" und deren Bedeutung für eine Interpretation der Novelle

Title: Darstellung von Bewusstseinszuständen in Hugo von Hofmannsthals "Reitergeschichte" und deren Bedeutung für eine Interpretation der Novelle

Term Paper , 2003 , 18 Pages , Grade: bestanden

Autor:in: Vanessa Lichtsinn (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Darstellung der Bewusstseinzustände des Protagonisten Anton Lerch in der „Reitergeschichte“ von Hugo von Hofmannsthal. Es soll untersucht werden, welche Bedeutung die dargestellten Bewusstseinszustände für eine Interpretation der Novelle haben. Hierbei soll insbesondere herausgearbeitet werden, inwieweit die Bewusstseinsveränderungen Lerchs im Laufe der Geschichte, ausgelöst durch bestimmte Ereignisse und Begegnungen, die Befehlsverweigerung am Ende des Textes erklären können. Zu diesem Zweck werden auch einige Arbeiten zur Interpretation der Reitergeschichte, soweit sie in Zusammenhang mit der gewählten Betrachtungsweise stehen, im Rahmen der Untersuchung unterstützend bzw. kontrastierend aufgegriffen.
Eine zu einseitige Interpretation der geschilderten Bewusstseinsphänomene (im Sinne einer bestimmten psychologischen Theorie) soll vermieden werden, die Unbestimmtheit und Irrationalität der geschilderten bewussten und unbewussten psychologischen Motive soll auch im Rahmen einer Interpretation nicht auf eindeutige, rational vollkommen verstehbare Beweggründe im Sinne eines bestimmten Interpretationsschemas reduziert werden.
Es wird die These aufgestellt, dass die komplexe Gesamtheit der im Laufe der Geschichte bei Lerch geweckten Empfindungen, Gefühle, Wünsche und Triebe zu der Befehlsverweigerung führt, die ihm am Ende den Tod bringt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Darstellung von Bewusstseinszuständen und deren Bedeutung für eine Interpretation der Novelle

2.1 Triumphale Stimmung beim Ritt durch Mailand

2.2 Begegnung mit der Vuic und Durst nach unerwartetem Erwerb

2.3 Aufgeregte Einbildung beim Ritt durchs Dorf

2.4 Die Erbeutung des Eisenschimmels und die symbolische Befriedigung

2.5 Zorn, Befehlsverweigerung und das Ende

3 Schlussbemerkung

4 Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Bewusstseinszustände des Protagonisten Anton Lerch in Hugo von Hofmannsthals "Reitergeschichte". Das primäre Ziel ist es, die Bewusstseinsveränderungen des Soldaten im Laufe der Novelle zu analysieren und aufzuzeigen, wie diese zu seinem psychologischen Zustand führen, der letztlich in der Befehlsverweigerung und seinem Tod gipfelt.

  • Analyse der Bewusstseinsphänomene von Anton Lerch
  • Einfluss von äußeren Ereignissen auf das innere Erleben
  • Psychologische Deutung des Machtstrebens und der Befehlsverweigerung
  • Untersuchung der "Dorfepisode" und ihrer Bedeutung
  • Wechselwirkung zwischen Wunschvorstellungen und Soldatenexistenz

Auszug aus dem Buch

2.3 Aufgeregte Einbildung beim Ritt durchs Dorf

Explizit vom Erzähler wird der „Durst nach unerwartetem Erwerb“(125) als Lerch von nun an bestimmendes Motiv benannt, der plötzlich in seinem Bewusstsein erwacht, hervorgerufen durch die Erinnerung an vergangene Zeiten und an zurückgestellte Wünsche und Begierden, die ihm - begünstigt durch das Machtbewusstsein der erreichten Tageserfolge - realisierbar erscheinen. Lerch separiert sich von neuem von der Schwadron; in einer weiteren Episode scheint ihm ein verlassen daliegendes Dorf „auf verlockende Weise verdächtig“(125) und kurz entschlossen reitet er durch diese Ortschaft.

Die sogenannte „Dorfepisode“ und die dort geschilderten bewussten und unbewussten Wahrnehmungsprozesse des Protagonisten Lerch charakterisiert Mauser so: „Von der Dorfepisode an wird der bewusste Erfahrungsbereich Lerchs um unbewusste Dimensionen ausgeweitet. Dieses Unbewusste kann nicht durch Verbalfügungen aus der Erlebniswelt Lerchs vergegenwärtigt werden, sondern nur durch Bilder und Szenen. Die Bilder und Szenen, denen Lerch im Dorf begegnet, sind kraft der traumhaft waltenden Phantasie des Wachtmeisters Träger unbewusster Erfahrungsmomente. Die Phantasie, die dabei am Werk ist (‚so aufgeregt war seine Einbildung’), erhält ihre Energien aus den Konflikten, denen Lerch ausgesetzt ist. Insofern ist das, was ihm bildhaft-szenisch begegnet (Dorf, Frau, Tiere), eine Verkörperung von Elementen seines eigenen Lebens.“9

Sein Vorhaben, sein Interesse ist nicht mehr auf militärische Eroberung im Dienste seines Kriegsherren gerichtet, sondern auf persönliche Bereicherung zum Aufbau einer privaten Existenz: „(...) und in dem Dorfe geradezu einen feindlichen General mit geringer Bedeckung zu überraschen und anzugreifen oder anderswie ein ganz außerordentliches Prämium zu verdienen hoffte, so aufgeregt war seine Einbildung.“(125)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt den Protagonisten Anton Lerch vor und formuliert die Forschungsfrage, wie seine Bewusstseinsveränderungen die spätere Befehlsverweigerung erklären können.

2 Darstellung von Bewusstseinszuständen und deren Bedeutung für eine Interpretation der Novelle: Dieses Kapitel analysiert anhand zentraler Schlüsselszenen wie dem Ritt durch Mailand, der Begegnung mit der Vuic und der Dorfepisode die psychologischen Entwicklungen Lerchs.

2.1 Triumphale Stimmung beim Ritt durch Mailand: Hier wird die Ausgangssituation der Schwadron als "Kriegsmaschine" und der triumphale Einzug in Mailand als erste Stufe von Lerchs Bewusstseinserleben beschrieben.

2.2 Begegnung mit der Vuic und Durst nach unerwartetem Erwerb: Dieses Kapitel behandelt das Erwachen von Lerchs persönlichem Verlangen durch das Wiedersehen einer Bekannten und die damit verbundenen Wunschphantasien.

2.3 Aufgeregte Einbildung beim Ritt durchs Dorf: Die Analyse konzentriert sich auf die traumähnlichen Wahrnehmungen Lerchs im Dorf, die als Verkörperung seiner inneren Konflikte und seines gesteigerten Besitzstrebens gedeutet werden.

2.4 Die Erbeutung des Eisenschimmels und die symbolische Befriedigung: Hier wird der Prozess der Tötung eines Offiziers und der Aneignung des Pferdes als symbolische Bestätigung von Lerchs Machtanspruch untersucht.

2.5 Zorn, Befehlsverweigerung und das Ende: Das Kapitel beleuchtet den inneren Konflikt zwischen verinnerlichter militärischer Disziplin und dem neuen "bestialischen Zorn", der zur tödlichen Befehlsverweigerung führt.

3 Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung resümiert, dass Lerchs Tod das Ergebnis eines gespaltenen Bewusstseins ist, gefangen zwischen traditioneller Soldatenpflicht und neu erwachtem individuellem Verlangen.

4 Literaturverzeichnis: Hier sind die für die Arbeit herangezogenen Primär- und Sekundärquellen aufgeführt.

Schlüsselwörter

Reitergeschichte, Hugo von Hofmannsthal, Anton Lerch, Bewusstseinszustände, Novelleninterpretation, Befehlsverweigerung, Machtbewusstsein, Soldatenexistenz, Dorfepisode, Psychologie, literarische Analyse, Begehren, Triebhaftigkeit, Identitätsstörung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die inneren Bewusstseinszustände des Wachtmeisters Anton Lerch in Hofmannsthals "Reitergeschichte" und wie diese sein Handeln beeinflussen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die psychologischen Prozesse Lerchs, der Einfluss von Machtgefühlen, das Spannungsfeld zwischen Soldatenpflicht und persönlichem Wunsch nach zivilem Besitz sowie die Traumdeutung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die Befehlsverweigerung am Ende der Novelle keine zufällige Handlung ist, sondern logische Konsequenz einer psychologischen Entwicklung im Laufe eines Tages.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Die Autorin verwendet eine textanalytische und literaturwissenschaftliche Herangehensweise, wobei sie verschiedene interpretatorische Ansätze (z.B. psychoanalytisch) kontrastierend gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in fünf Stationen der Bewusstseinsentwicklung Lerchs, von der triumphalen Stimmung bei Mailand über die Wunschträume bis hin zum finalen Konflikt mit seinem Vorgesetzten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Bewusstseinszustände, Befehlsverweigerung, Machtstreben, Wunschphantasien und das Verhältnis zwischen Individuum und militärischer Institution.

Welche symbolische Rolle spielt das "Beutepferd" (der Eisenschimmel)?

Das Pferd dient für Lerch als Inbegriff seines neuen Machtbewusstseins und der Erfüllung seiner unterdrückten zivilen Wünsche; es ist der Auslöser für seinen tödlichen Widerstand.

Wie wird die "Dorfepisode" in der Arbeit gedeutet?

Die Dorfepisode wird als ein vom Erzähler traumähnlich gestalteter Abschnitt gesehen, in dem sich Lerchs unbewusste Konflikte, seine Gier und die Ahnung des eigenen Todes manifestieren.

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Details

Title
Darstellung von Bewusstseinszuständen in Hugo von Hofmannsthals "Reitergeschichte" und deren Bedeutung für eine Interpretation der Novelle
College
University of Münster  (Institut für deutsche Philologie II)
Course
Hugo von Hofmannsthal: Lyrik, Prosa, Dramen.
Grade
bestanden
Author
Vanessa Lichtsinn (Author)
Publication Year
2003
Pages
18
Catalog Number
V64978
ISBN (eBook)
9783638576536
ISBN (Book)
9783656795667
Language
German
Tags
Darstellung Bewusstseinszuständen Hugo Hofmannsthals Reitergeschichte Bedeutung Interpretation Novelle Hugo Hofmannsthal Lyrik Prosa Dramen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Vanessa Lichtsinn (Author), 2003, Darstellung von Bewusstseinszuständen in Hugo von Hofmannsthals "Reitergeschichte" und deren Bedeutung für eine Interpretation der Novelle , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64978
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