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Die antisemitische Welle 1959/60 in der BILD-Zeitung

Title: Die antisemitische Welle 1959/60 in der BILD-Zeitung

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 33 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Katja Schmitz-Dräger (Author)

Communications - Media History
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Summary Excerpt Details

Die Thematisierung der Schmierwelle in der BILD-Zeitung soll hier untersucht werden: eine nicht ignorierbare Erinnerung in einem Massenblatt einer
Gesellschaft, die die eigene Vergangenheit zu weiten Teilen am liebsten vergessen wollte,
verantwortet von einer durchaus widersprüchlichen Verlegerfigur zwischen dem
Engagement für die Aussöhnung zwischen Deutschen und Juden und einer eher
rechtskonservativen Anti-Vordenkerrolle.3 Wie die Zeitung den Spagat bewältigte, zum
einen eine untadelige Haltung zu den Vorfällen einzunehmen, zum anderen auch die NSbelastete
Leserschaft nicht zu verprellen, und was sie ihren Lesern in diesem Kontext zur
Positionierung und für den Umgang mit der eigenen Vergangenheit und Schuld anbot, das
soll die zentrale Fragestellung dieser Untersuchung sein.
Zu diesem Zweck möchte ich zunächst die Bedeutung der antisemitischen Schmierwelle
für das deutsche Selbst- und Vergangenheitsbewusstsein verorten. In einem zweiten Schritt
erläutere ich die Rolle der BILD-Zeitung für die öffentliche Meinung, und damit
verbunden die Frage, welche Aussagen an Hand der Untersuchung möglich sind, und
welche nicht. Es folgt die eigentliche Analyse: die Darstellung der antisemitischen
Schmierwelle in der BILD-Zeitung4 und – einen kurzen Vergleich mit der
Darstellungsweise anderer Zeitungen eingeschlossen5 - eine Auswertung der Ergebnisse.
Zumindest wird eine Aussage darüber möglich sein, wie BILD die antisemitischen
Vorfälle thematisierte und gewichtete; möglicherweise können an Hand dessen in
gewissem Umfang Rückschlüsse gezogen werden auf die in der spezifischen – großen –
Zielgruppe der BILD-Zeitung verbreitete Haltung zu Rechtsextremismus, Antisemitismus
und der nationalsozialistischen deutschen Vergangenheit.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die antisemitische Schmierwelle 1959/60 im Kontext der deutschen Vergangenheitsbewältigung

2.1. Öffentliche und veröffentlichte Meinung zu Antisemitismus und nationalsozialistischer Vergangenheit bis 1959/60

2.2. Bedeutung der antisemitischen Schmierwelle für den Umgang mit der Vergangenheit

3. Die BILD-Zeitung

3.1. Bedeutung der BILD-Zeitung für die öffentliche Meinung

4. Die antisemitische Schmierwelle in der BILD-Zeitung

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Untersuchung analysiert, wie die BILD-Zeitung in der Zeit von Ende 1959 bis Anfang 1960 über die antisemitische Schmierwelle berichtete und welche Strategien das Blatt anwandte, um das schwierige Thema der nationalsozialistischen Vergangenheit für seine Leserschaft aufzubereiten.

  • Darstellung der antisemitischen Vorfälle in der BILD-Zeitung
  • Bedeutung der BILD-Zeitung für die öffentliche Meinung
  • Umgang mit dem Erbe des Nationalsozialismus in den 1950er Jahren
  • Einfluss der antikommunistischen Ausrichtung des Springer-Verlags auf die Berichterstattung
  • Konstruktion eines moralisch überlegenen „Wir“-Gefühls für die Leserschaft

Auszug aus dem Buch

Die antisemitische Schmierwelle in der BILD-Zeitung

Im Folgenden werde ich die Darstellung der antisemitischen Welle in der BILD-Zeitung vom 28. Dezember 1959 bis Ende Februar 1960 untersuchen. Dabei lege ich verschiedene Parameter zu Grunde: Zum einen die Häufigkeit der Thematisierung, die darauf hinweist, welchen Bedeutung BILD dem Thema zumaß. Ähnlich verhält es sich mit der Platzierung. Ob die Vorfälle auf dem Titel, dort gar im Aufmacher, oder weiter hinten im Blatt landeten, kann in gewissem Maße Aufschluss darüber geben, welcher Nachrichtenwert und welches Aktivierungspotenzial ihnen zugesprochen wurde, d.h. wie interessant sie für BILD-Leser zu sein versprachen, und an welcher Stelle sie in das übrige Tagesgeschehen eingeordnet wurden.

Inhaltlich werde ich die Gewichtung der einzelnen Faktoren – beispielsweise DRP, Antisemitismus, These von kommunistischen Drahtziehern – auswerten, auch in Relation zu Häufigkeit, Platzierung und Ausführlichkeit. Schließlich soll das Augenmerk auf diskursive Strategien und auf den Ton und die Semantik gerichtet werden, die BILD für die Täter, Juden und ggf. die deutsche Bevölkerung allgemein fand.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das mediale Nischendasein der BILD-Zeitung in der wissenschaftlichen Forschung und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Berichterstattung zur antisemitischen Schmierwelle von 1959/60.

2. Die antisemitische Schmierwelle 1959/60 im Kontext der deutschen Vergangenheitsbewältigung: Dieses Kapitel ordnet die Schmierwelle in den gesellschaftlichen Diskurs der Bundesrepublik ein und beschreibt den Wandel im Umgang mit der NS-Vergangenheit in den 1950er Jahren.

2.1. Öffentliche und veröffentlichte Meinung zu Antisemitismus und nationalsozialistischer Vergangenheit bis 1959/60: Das Kapitel analysiert die Diskrepanz zwischen öffentlicher und veröffentlichter Meinung sowie die Rolle der Medien bei der Verdrängung oder Thematisierung nationalsozialistischer Verbrechen.

2.2. Bedeutung der antisemitischen Schmierwelle für den Umgang mit der Vergangenheit: Hier wird erläutert, wie der Skandal um die Schmierereien den Handlungsdruck auf Politik und Gesellschaft erhöhte und eine erneute Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit erzwang.

3. Die BILD-Zeitung: Dieses Kapitel beschreibt das Konzept und die Arbeitsweise der BILD-Zeitung als Boulevardblatt sowie ihre Strategien der emotionalen Leserbindung.

3.1. Bedeutung der BILD-Zeitung für die öffentliche Meinung: Das Kapitel reflektiert die Grenzen und Möglichkeiten der BILD-Zeitung, öffentliche Meinungsbildungsprozesse zu beeinflussen oder abzubilden.

4. Die antisemitische Schmierwelle in der BILD-Zeitung: Dieser Teil liefert die konkrete Analyse der Berichterstattung im untersuchten Zeitraum, wobei Häufigkeit, Platzierung und rhetorische Strategien des Blattes untersucht werden.

5. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert die Ergebnisse und stellt fest, dass BILD durch eine spezifische Gewichtung und Einordnung der Vorfälle die Leserschaft moralisch entlastete und gleichzeitig eine antikommunistische Stoßrichtung verfolgte.

Schlüsselwörter

BILD-Zeitung, antisemitische Schmierwelle, Nationalsozialismus, Vergangenheitsbewältigung, 1959/60, Pressegeschichte, Axel Springer, Boulevardpresse, öffentliche Meinung, DRP, SED, Rechtsextremismus, Antisemitismus, NS-Vergangenheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die mediale Berichterstattung der BILD-Zeitung über die antisemitische Schmierwelle von 1959/60 und deren Bedeutung für die öffentliche Wahrnehmung der NS-Vergangenheit.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Rolle der BILD-Zeitung als Massenmedium, der Umgang der bundesdeutschen Gesellschaft mit dem Erbe des Nationalsozialismus sowie die diskursiven Strategien des Axel-Springer-Verlags.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es wird untersucht, wie die BILD-Zeitung den Spagat zwischen einer untadeligen Haltung zu den antisemitischen Vorfällen und der Schonung ihrer NS-belasteten Leserschaft bewältigte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine qualitative Inhaltsanalyse der Hamburger Ausgabe der BILD-Zeitung im Zeitraum von Ende Dezember 1959 bis Ende Februar 1960 sowie auf den Vergleich mit zeitgenössischen medienwissenschaftlichen Erkenntnissen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Häufigkeit, Platzierung und inhaltliche Gewichtung der Artikel zur antisemitischen Schmierwelle, inklusive der antikommunistischen Deutungsmuster des Blattes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind BILD-Zeitung, Antisemitismus, Vergangenheitsbewältigung, Boulevardpresse, DDR-Propaganda (Pankow), NS-Vergangenheit und Medienwirkung.

Warum wurde ausgerechnet der Zeitraum 1959/60 gewählt?

Dieser Zeitraum war durch eine außergewöhnliche Häufung antisemitischer Vorfälle gekennzeichnet, die national und international große Aufmerksamkeit erregte und die westdeutsche Gesellschaft unter Zugzwang setzte.

Welche Rolle spielte die antikommunistische Haltung des Verlags bei der Analyse?

Die Arbeit zeigt auf, dass der Springer-Verlag die antisemitischen Vorfälle oft dazu nutzte, um das SED-Regime in der DDR zu diskreditieren, was den Fokus von der eigentlichen NS-Vergangenheit der Bundesrepublik ablenkte.

Wie positionierte sich die BILD-Zeitung gegenüber ihrer Leserschaft?

Die Zeitung bot dem Leser eine Entlastungsstrategie an: Durch die moralische Empörung über die „Schmierfinken“ konnten sich die Leser als Teil einer integren Gemeinschaft fühlen, ohne sich persönlich mit einer tiefergehenden Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit belasten zu müssen.

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Details

Title
Die antisemitische Welle 1959/60 in der BILD-Zeitung
College
University of Hamburg  (Institut für Philosophie und Geschichtswissenschaft)
Course
Der Springer-Verlag, seine Publikationen und seine Kritiker in den 50er und 60er Jahren
Grade
1,0
Author
Katja Schmitz-Dräger (Author)
Publication Year
2006
Pages
33
Catalog Number
V64990
ISBN (eBook)
9783638576611
ISBN (Book)
9783640184477
Language
German
Tags
Welle BILD-Zeitung Springer-Verlag Publikationen Kritiker Jahren
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katja Schmitz-Dräger (Author), 2006, Die antisemitische Welle 1959/60 in der BILD-Zeitung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64990
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