Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › English Language and Literature Studies - Literature

Byrons und Leopardis Verhältnis zur Natur

Title: Byrons und Leopardis Verhältnis zur Natur

Seminar Paper , 2001 , 27 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: MA Antonio Sisto (Author)

English Language and Literature Studies - Literature
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Gegenstand dieser Arbeit wird die Entwicklung der Naturphilosophie von George Gordon Lord Byron und Giacomo Leopardi sein. Es werden aus der Lektüre einiger ihrer Werke die Grundzüge der Evolution ihres Verhältnisses zur Natur aufgezeigt. Dabei kann man in beiden Dichtern drei verschiedene Phasen in ihrer Naturbetrachtung erkennen: Byrons Gedankenentwicklung geht von einer traditionellen pantheistischen Naturbetrachtung aus und entwickelt sich zu einer materialistischen, bis hin zu einer deistischen Weltanschauung. Der sogenannte leopardianische Pessimismus führt auf radikale Weise vor allem Leopardis tragische und degenerierende Beziehung zur Natur auf und geht von einem persönlichen zu einem historischen, bis hin zu einem kosmischen Pessimismus.
Zur jeweiligen Phase beider Dichter werden Auszüge aus Beispieltexten hinzugenommen und kommentiert, die ihr Denken in der jeweiligen Phase widerspiegeln können. Die zu diesem Zwecke ausgesuchten Texte Byrons1sind ausChilde Harold’s Pilgrimage, Don Juan, Darkness, Cain, Manfredund ’The Prayer of Nature’2,während die Leopardis vor allem aus der SammlungCantiundOperette morali3wie ’Il passero solitario’, ’Alla luna’, ’L’infinito’, ’Ultimo canto di Saffo’, ’Canto notturno di un pastore errante dell’Asia’, ’A Silvia’ und ’Dialogo della Natura e di un Islandese’ sind. Zu den jeweiligen italienischen Texten werden jeweils deutsche Übersetzungen4in den Fußnoten angegeben.
Ziel der Arbeit ist es, einen Vergleich beider Dichter hinsichtlich ihrer Naturbetrachtung anzustellen, wobei die Unterschiede und Ähnlichkeiten angesprochen und hervorgehoben werden. Zum Schluss der Arbeit werden Reflexionsversuche über eine mögliche verlorene Einheit des Menschen mit der Natur angestellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Byron und Leopardi: zwei verschiedene Persönlichkeiten

2.1 Byron

2.2 Leopardi

3 Byrons Naturreligion und Leopardis persönlicher Pessimismus

3.1 Vom Naturgefühl zur Naturreligion

3.2 Der persönliche Pessimismus Leopardis

4 Byrons Pantheismus und Leopardis historischer Pessimismus

4.1 Byrons Pantheismus

4.2 Leopardis historischer Pessimismus

5 Byrons Deismus und Leopardis kosmischer Pessimismus

5.1 Byrons Deismus

5.2 Leopardis kosmischer Pessimismus

6 Die verlorene Einheit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung der Naturphilosophie bei George Gordon Lord Byron und Giacomo Leopardi. Das primäre Ziel ist ein systematischer Vergleich, der die Evolution ihres Verhältnisses zur Natur aufzeigt und dabei sowohl die individuelle Gedankenentwicklung als auch die zugrunde liegenden wissenschaftlichen und soziokulturellen Einflüsse analysiert.

  • Vergleich der romantischen Naturbetrachtung bei Byron und Leopardi
  • Entwicklung von persönlichen, historischen und kosmischen Pessimismusformen
  • Einfluss wissenschaftlicher Entdeckungen (Astronomie, Geologie) auf das Naturbild
  • Das dualistische Spannungsfeld zwischen Vernunft und Gefühl
  • Die Reflexion über eine verlorene Einheit zwischen Mensch und Natur

Auszug aus dem Buch

3.1 Byrons Pantheismus

In dieser zweiten Phase, die sich in die Jahre 1814-1820 eingrenzen lässt, erfolgt 1816 die wichtige Begegnung Byrons mit Shelley am Genfer See, nachdem Byron aus England wegen des Gerüchts um den Inzestskandal ausgesiedelt war.

Seine pantheistischen Gedanken, die durch die kongeniale Alpenlandschaft und die persönliche Situation stimuliert werden, erreichen nun ihren Höhepunkt (Marjarum 1962: 53). Byron scheint somit, nach den vielen Enttäuschungen im eigenen konservativen und engherzigen Land, Trost und Zuflucht in der Natur zu finden, wie Strophe 13 des Canto III (in der Schweiz entstanden) von Childe Harold’s Pilgrimage aussagt:

Where rose the mountains, there to him were friends;
Where roll’d the ocean, thereon was his home;
Where a blue sky, and glowing clime extends,
He had the passion and the power to roam;
The desart, forest, cavern, breaker’s foam,
Were unto him companionship; they spake
A mutual language, clearer than the tome
Of his land’s tongue, which he would oft forsake
For Nature’s pages glass’d by sunbeams on the lake.

Neben dem hierin ausgedrückten Heimatgefühl Byrons in der Natur, ist auch der Gedanke einer mystischen Verschmelzung, wie eben in Leopardis ’L’infinito’, stets präsent:

Are not the mountains, waves, and skies, a part
Of me and of my soul, as I of them?
Is not the love of these deep in my heart
With a pure passion? Should I not contemn
All objects, if compared with these? (Ch. H., III, 75, v. 707-711).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Darstellung der naturphilosophischen Entwicklungsphasen bei Byron und Leopardi und Definition der methodischen Herangehensweise durch Textanalysen.

2 Byron und Leopardi: zwei verschiedene Persönlichkeiten: Einordnung der Dichter in die letzte Generation der Romantik und Gegenüberstellung ihrer familiären sowie lebensweltlichen Prägungen.

3 Byrons Naturreligion und Leopardis persönlicher Pessimismus: Analyse der frühen Phase, in der Natur bei Byron als Gottesoffenbarung und bei Leopardi als Quell persönlicher Einsamkeit und Melancholie erscheint.

4 Byrons Pantheismus und Leopardis historischer Pessimismus: Untersuchung der mittleren Phase, geprägt durch Byrons pantheistische Höhepunkte und Leopardis wachsende Erkenntnis der gesellschaftlichen Verfallenheit.

5 Byrons Deismus und Leopardis kosmischer Pessimismus: Erörterung der späten Phase, in der beide Dichter in ein materialistisches oder mechanistisches Weltbild münden, das den Menschen isoliert zurücklässt.

6 Die verlorene Einheit: Synthese der Ergebnisse zur Unverständigkeit zwischen Natur und Mensch und dem damit verbundenen Gefühl des Weltschmerzes.

Schlüsselwörter

Naturphilosophie, Lord Byron, Giacomo Leopardi, Romantik, Pessimismus, Pantheismus, Deismus, Weltschmerz, Materialismus, Naturwissenschaft, Vernunft, Illusion, Entfremdung, Existentialismus, Naturverständnis

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis von George Gordon Lord Byron und Giacomo Leopardi zur Natur und wie sich dieses im Laufe ihrer literarischen Laufbahn von romantischen Idealen hin zu einem pessimistischen oder materialistischen Weltbild gewandelt hat.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Zentrale Themen sind die Entwicklung der Naturreligion, die verschiedenen Phasen des Pessimismus (persönlich, historisch, kosmisch) sowie der Einfluss zeitgenössischer wissenschaftlicher Theorien auf die Dichtkunst.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist der Vergleich beider Dichter hinsichtlich ihrer Naturbetrachtung, um Ähnlichkeiten und Unterschiede in ihrer Weltsicht sowie im Umgang mit dem menschlichen Leid aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse von Beispieltexten beider Autoren durchgeführt, die durch den Einbezug fachwissenschaftlicher Sekundärliteratur gestützt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei chronologische Phasen, die den Übergang von Naturreligion über Pantheismus bis hin zum Deismus bei Byron und von der persönlichen Melancholie über historischen hin zum kosmischen Pessimismus bei Leopardi darstellen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Romantik, Pessimismus, Weltschmerz, Naturphilosophie, sowie die spezifischen philosophischen Strömungen wie Pantheismus und Materialismus.

Wie unterscheidet sich Leopardis Pessimismus von dem Byrons?

Während Leopardis Pessimismus tief im menschlichen Dasein und dem Bewusstsein des Leidens wurzelt, speist sich Byrons Weltschmerz eher aus der rationalen Erkenntnis über die Unfähigkeit des Menschen, die Geheimnisse eines mechanischen Universums zu entschlüsseln.

Welche Bedeutung kommt der "verlorenen Einheit" zu?

Die "verlorene Einheit" beschreibt den Verlust eines harmonischen Einklangs zwischen Mensch und Natur, der historisch in der Antike verortet wird und durch den Aufstieg von Wissenschaft und Vernunft zerstört wurde.

Excerpt out of 27 pages  - scroll top

Details

Title
Byrons und Leopardis Verhältnis zur Natur
College
University of Bonn  (Englisches Seminar)
Course
Proseminar - Lord Byron
Grade
2,3
Author
MA Antonio Sisto (Author)
Publication Year
2001
Pages
27
Catalog Number
V65019
ISBN (eBook)
9783638576833
ISBN (Book)
9783656531647
Language
German
Tags
Byrons Leopardis Verhältnis Natur Proseminar Lord Byron
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
MA Antonio Sisto (Author), 2001, Byrons und Leopardis Verhältnis zur Natur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65019
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  27  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint