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Welchen Einfluss hat das Wahlsystem auf die Wahlbeteiligung?

Titel: Welchen Einfluss hat das Wahlsystem auf die Wahlbeteiligung?

Hausarbeit , 2006 , 14 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Florian Pretz (Autor:in)

Politik - Politische Systeme allgemein und im Vergleich
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Untersuchung des vorliegenden Sachverhalts geht auf eine lange Tradition zurück. Bereits Mitte des 20. Jahrhunderts wurden Schriften von Tingsten (1937) und Hermens (1951) veröffentlicht, die sich mit dem Zusammenhang von Wahlsystem und Wahlbeteiligung befassten. Die vergleichende Studie von Douglas W. Rae (1967) gab dem wissenschaftlichen Diskurs eine neue Richtung. Neue und weit reichende Bestimmungsfaktoren des Phänomens Wahlbeteiligung wurden diskutiert. Die Bedeutung, die dem Wahlsystem zugeschrieben wird, ist dabei konstant hoch. Arend Lijphart etwa schrieb 1994: „The electoral system is the most fundamental element of representative democracy“ (Nohlen 2000: 57). Die Variablen ‚Wahlsystem’ und ‚Wahlbeteiligung’ sollen in der vorliegenden Hausarbeit zusammengeführt werden. Untersucht wird der Einfluss der unabhängigen Variablen Wahlsystem auf die abhängige Variable Wahlbeteiligung.

Zu Beginn der Arbeit werden die Begriffe Wahlsystem und Wahlbeteiligung definiert und der Wirkungszusammenhang erläutert. Um möglichst inklusive Vorraussetzungen zur Analyse zu schaffen, wird der Begriff Wahlsystem im weiten Sinne behandelt. Danach wird untersucht, welche institutionellen Einflussfaktoren des Wahlsystems die Wahlbeteiligung beeinflussen. Diese Fragestellung soll betonen, dass die zentrale Untersuchungsebene die des Neo-Institutionalismus ist und Erklärungsansätze der politischen Kulturforschung oder Wertorientierungen hier nicht betrachtet werden. In diesem dritten Abschnitt werden die einzelnen Variablen benannt und ihre theoretische Begründung geliefert. Der vierte Teil der Arbeit überprüft empirisch die Stärke des Zusammenhangs zwischen den unter Punkt drei aufgestellten Dimensionen und der Wahlbeteiligung anhand statistischer Methoden und unter Zuhilfenahme von mehreren zentralen Studien des Forschungsbereichs (Franklin 1996, Lijphart 1997 und Norris 2004). Im abschließenden Fazit werden die Ergebnisse zusammengefasst und auf in dieser Arbeit nicht behandelte Untersuchungsebenen des Themas hingewiesen. Angemerkt sei an dieser Stelle, dass es in der vorliegenden empirisch-statistischen Arbeit, bei der Masse an Untersuchungsansätzen, nur um Fragen der konkreten Wirkungsbeziehung hinsichtlich „first-order elections“ (Norris 2004: 163) geht. Darunter versteht man die regierungsbildenden Wahlen eines Staates, also Parlaments-und Präsidentschaftswahlen (vgl. Norris 2004: 163).

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition Wahlsystem, Wahlbeteiligung

3. Welche institutionellen Faktoren des Wahlsystems beeinflussen die Wahlbeteiligung?

3.1 Wahlpflicht

3.2 Umrechnungsmodus der Stimmen in Mandate

3.3 Registrierungsmechanismen zur Wahl

3.4 Zeitpunkt und Länge der Wahl

3.5 Häufigkeit der Wahl, ‚electoral salience’

3.6 Andere Einflussfaktoren (Briefwahl und Wahlkreiszuschnitt)

4. Empirische Überprüfung der Einflussfaktoren

4.1 Wahlpflicht als ein bewährtes Instrument

4.2 Mehrheits- oder Verhältniswahlrecht

4.3 Automatische- oder freiwillige Registrierung

4.4 Wochenendwahlen, mehrtägige Wahlen

4.5 Seltene oder häufige Wahlen

4.6 Auswirkungen der anderen Einflussfaktoren

5. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss verschiedener institutioneller Faktoren des Wahlsystems auf die Wahlbeteiligung, um den theoretischen Zusammenhang zwischen diesen beiden Variablen durch eine empirische Analyse zu klären.

  • Analyse des Einflusses von Wahlsystemen auf die Partizipation der Wähler
  • Untersuchung institutioneller Determinanten wie Wahlpflicht, Wahlsystemtyp und Registrierung
  • Beleuchtung von Zeit- und Logistikfaktoren der Wahl (Wochentag, Dauer, Briefwahl)
  • Diskussion der Wahlfrequenz und der „electoral salience“ als Einflussgrößen
  • Empirische Überprüfung mittels ausgewählter wissenschaftlicher Vergleichsstudien

Auszug aus dem Buch

3.1 Wahlpflicht

Die Frage, ob Wahlpflicht geeignet ist, die Wahlbeteiligung zu steigern wird, in der Forschung adversativ diskutiert. Allgemein geteilt wird die Meinung, dass die Ausübung von Zwangsgewalt zur Stimmabgabe kein adäquates demokratisches Mittel ist. Vielmehr kann der Staat seine Bürger nur dazu verpflichten, am Wahltag im Wahlbüro vorständig zu werden. Dem Bürger ist es dann freigestellt, seine Stimme abzugeben oder dies zu unterlassen (vgl. Lijphart 1997: 2). Grundsätzlich ist Wahlpflicht mit der Tatsache zu begründen, dass in einer Demokratie die Wahl der Legislative/Exekutive in den Händen des Volkes liegt. Die Ernennungskompetenz stellt aber nicht nur ein Recht dar, sie ist gleichermaßen eine Pflicht. Wird diese Pflicht durch Nichtteilnahme verletzt, liegt das klassische Trittbrettfahrer-Problem vor: Der Bürger nutzt die Arbeitsergebnisse der gewählten Institutionen, ist aber nicht bereit, durch Partizipation dieses Kollektivgut zu pflegen. Die Wahlpflicht ist diesem Argument folgend eine logische Konsequenz (vgl. Lijphart 1997: 9). Derzeit gilt in 23 Staaten weltweit die Wahlpflicht. Ob diese Länder eine höhere Wahlbeteiligung haben, soll mit Hilfe der folgenden Arbeitshypothese überprüft werden: Wahlpflicht steigert die Wahlbeteiligung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung der Forschung zum Zusammenhang von Wahlsystem und Wahlbeteiligung ein und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie den Fokus auf „first-order elections“.

2. Definition Wahlsystem, Wahlbeteiligung: Das Kapitel liefert die theoretische Grundlage durch die Definition der zentralen Variablen Wahlsystem und Wahlbeteiligung sowie deren Messung durch die Formel Vote/VAP.

3. Welche institutionellen Faktoren des Wahlsystems beeinflussen die Wahlbeteiligung?: Hier werden die theoretischen Hypothesen zu verschiedenen institutionellen Stellschrauben wie Wahlpflicht, Wahlsystemtyp, Registrierung und Wahlzeitpunkt hergeleitet.

4. Empirische Überprüfung der Einflussfaktoren: In diesem Hauptteil erfolgt die empirische Validierung der zuvor aufgestellten Hypothesen anhand von Daten aus der aktuellen politikwissenschaftlichen Forschung.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und stellt fest, dass institutionelle Faktoren die Wahlbeteiligung signifikant beeinflussen können, wenngleich das Phänomen nicht rein monokausal zu erklären ist.

Schlüsselwörter

Wahlsystem, Wahlbeteiligung, Wahlpflicht, Mehrheitswahlrecht, Verhältniswahlrecht, Registrierung, Wahlfrequenz, electoral salience, Parteienwettbewerb, Partizipation, Neo-Institutionalismus, Briefwahl, Wahlkreiszuschnitt, politische Beteiligung, first-order elections

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Kausalzusammenhang zwischen verschiedenen institutionellen Ausgestaltungen eines Wahlsystems und dem Ausmaß der Wahlbeteiligung in Demokratien.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf institutionellen Variablen wie Wahlpflicht, dem Umrechnungsmodus von Stimmen in Mandate, Registrierungsprozessen sowie zeitlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen der Wahl.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die zentrale Frage lautet: Welchen Einfluss haben institutionelle Faktoren des Wahlsystems auf die Wahlbeteiligung der Bürger?

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-deduktive Arbeit, die auf einer Literaturanalyse basiert und die aufgestellten Hypothesen mittels empirischer Daten aus einschlägigen Vergleichsstudien überprüft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Einflussfaktoren in Kapitel drei und deren systematische empirische Überprüfung in Kapitel vier.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem „Wahlsystem“, „Wahlbeteiligung“, „Electoral Engineering“, „Rational-Choice-Ansatz“ und „institutionelle Faktoren“.

Warum wurde die Wahlpflicht als Instrument besonders intensiv untersucht?

Die Wahlpflicht ist ein kontrovers diskutiertes Instrument; die Arbeit stellt fest, dass sie in fast allen untersuchten Fällen zu einer signifikanten Steigerung der Wahlbeteiligung beiträgt, wobei die Strenge der Sanktion eine wichtige Rolle spielt.

Welche Rolle spielt die „electoral salience“ für das Wahlergebnis?

Die „electoral salience“ beschreibt die wahrgenommene Bedeutung und Einflussmöglichkeit der Wähler auf die Politik; die Analyse zeigt, dass eine höhere empfundene Salienz positiv mit der Wahlbeteiligung korreliert.

Gibt es einen Einfluss durch die Größe der Wahlkreise?

Ja, die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass ein linearer Zusammenhang besteht: Je weniger Einwohner ein Abgeordneter in einem Wahlkreis vertritt, desto höher ist tendenziell die Wahlbeteiligung.

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Details

Titel
Welchen Einfluss hat das Wahlsystem auf die Wahlbeteiligung?
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Analyse und Vergleich politischer Systeme
Note
1,3
Autor
Florian Pretz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
14
Katalognummer
V65024
ISBN (eBook)
9783638576871
ISBN (Buch)
9783656815266
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Welchen Einfluss Wahlsystem Wahlbeteiligung Analyse Vergleich Systeme
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Florian Pretz (Autor:in), 2006, Welchen Einfluss hat das Wahlsystem auf die Wahlbeteiligung?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65024
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Leseprobe aus  14  Seiten
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