Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Politics - Region: Near East, Near Orient

Der Kaschmirkonflikt von 1947 bis 1989

Title: Der Kaschmirkonflikt von 1947 bis 1989

Seminar Paper , 2005 , 17 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Sinologe, M.A. Markus Schilling (Author)

Politics - Region: Near East, Near Orient
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Meine Arbeit „Der Kaschmir-Konflikt“ ist ein Versuch, den Verlauf und die Hintergründe dieses Konfliktes darzustellen, die Akteure, die an diesem Konflikt beteiligt waren, vorzustellen, um anschließend eine Antwort darauf zu finden, welche Rolle Religion in diesem Prozess gespielt hat. Ich beschränke mich dabei auf die Zeit von 1947 bis 1989, da in der Zeit danach andere Gründe von zentraler Bedeutung waren, als es in dieser Zeitspanne der Fall war. Um das Entstehen des Kaschmirkonfliktes besser nachvollziehen zu können, lohnt ein Blick auf die Ereignisse der Zeit vor 1947. Als Indien 1858 ein Teil Großbritanniens wurde, gestand man den Fürstenstaaten eine gewisse Autonomie zu. Der Maharajia Gulab Singh hatte Kaschmir von den Briten gekauft und baute sein Territorium Jammu und Kaschmir zu einem Fürstenstaat Indiens aus. Während unter dem ersten Monarch Hindus und Muslime gleichermaßen behandelt wurden, wurden die Muslime von dessen Nachfolgern in wichtigen Dingen, wie zum Beispiel bei der Landverteilung, benachteiligt. 1 Zu dieser Zeit lebten die Muslime im Kaschmirtal in friedlicher Eintracht mit den hinduistischen Brahmanen, den Pandits. Im Rahmen des Machttransfers der Briten an Indien setzte sich Jinnah für eine Aufspaltung Indiens und Pakistans ein. Auf ihn geht die Entstehung des Staates Pakistan nach Gesichtspunkten der Zugehörigkeit zu der Religionsgemeinschaft der Muslime zurück. Damals wurden auch separate Wählerschaften eingeführt, die die muslimische Minderheit vor der Majorisierung durch die hinduistischen Inder schützen sollte. Dies geschah auch in den Regionen, in denen es eine muslimische Mehrheit gab und es entstand ein Interessenseparatismus, der gemeinsame Interessen der muslimischen Gemeinschaft erst entstehen ließ beziehungsweise diesen ein höheres Gewicht beimaß. Die Wahlen waren für Jinnah enttäuschend, da er nicht automatisch alle Stimmen der Muslime bekam, sondern sich mit Muslimkandidaten des Nationalkongresses die Stimmen teilen musste. Daraufhin trat er für einen muslimischen Staat ein, in dem er der Führer der Provinzen mit muslimischer Mehrheit, nämlich Panjab und Bengalen, sein wollte. Schließlich konnte Jinnah die Briten von einer Teilung Indiens überzeugen und einem britischen Richter wurde die Aufgabe übertragen, anhand von Volkszählungsdaten eine Grenze zwischen Pakistan und Indien zu ziehen. Dies geschah in den Gebieten Panjab und Bengalen. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Die Ausgangssituation

B. Der Kaschmirkonflikt von 1947 bis 1989

1. Die Entwicklung der Krise

a. Beitritt zu Pakistan oder Indien?

b. Die Auseinandersetzungen im Jahre 1965

c. Die Bedrohung für den Weltfrieden

d. Kampf um den Siachen Gletscher

2. Kaschmirs Bevölkerung und Gruppierungen

e. Die Dynastie Abdullahs

f. Terroristische Gruppen

3. Konfliktfaktoren und deren Bedeutung

einige Erklärungsansätze,

zum Verhältnis von Religion und Gewalt,

Zusammenfassung

C. Der Wandel des Kaschmirkonflikts

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Verlauf und die Hintergründe des Kaschmirkonflikts zwischen 1947 und 1989, um zu analysieren, welche Rolle Religion in diesem Prozess spielte und inwieweit sie als politisches Instrument oder tatsächliche Konfliktursache diente.

  • Historische Entwicklung des Kaschmirkonflikts 1947–1989
  • Die Rolle der politischen Akteure und Gruppierungen (Dynastie Abdullahs, Terrorgruppen)
  • Analyse der religiösen Dimension und politischer Instrumentalisierung
  • Einfluss der Großmächte und der regionalen Geopolitik
  • Wandel des Konfliktcharakters nach 1989

Auszug aus dem Buch

g. Die Bedrohung für den Weltfrieden

In der Literatur wird im Zusammenhang mit dem Kaschmirkonflikt häufig die Krise der Jahre nach 1970 genannt. Auch wenn es in erster Linie um die Auseinandersetzung zwischen den Staaten Pakistan und Indien geht, spielt der Kaschmirkonflikt eine große Rolle, weil dies der Ort war, an dem man sich in der Regel mit militärischen Mitteln bekämpfte. Das Jahr 1970 lässt die Bedrohung für den Weltfrieden durch den Kaschmirkonflikt erkennen. In Pakistan wurden, wie soeben erwähnt, im Jahre 1970 Wahlen abgehalten, deren Ergebnis auf eine Sezession Ostpakistans hinauszulaufen drohte. Dies konnte nur durch einen Militäreinsatz verhindert werden: 100 000 Mann aus Westpakistan waren im Einsatz und ermordeten viele führende Intellektuelle in Ostpakistan. Ein Flüchtlingsstrom von mehreren Millionen Menschen nach Indien setzte ein. In Indien wurde Indira Gandhi Premierministerin, suchte nach Unterstützung bei Präsident Nixon (USA) und den europäischen Staaten, wurde jedoch enttäuscht und schloss schließlich mit der Sowjetunion einen Freundschaftsvertrag ab. In dieser Zeit, nämlich der des „kalten Krieges“, ließ Nixon einen mit Atomwaffen gerüsteten Flugzeugträger im Golf von Bengalen stationieren. Dies war eine große Gefahr nicht nur für die Staaten Indien, Pakistan und die angrenzenden Regionen, sondern für die gesamte Welt, denn durch den Kaschmirkonflikt hätte der Weltfrieden in Gefahr geraten können, wenn sich die Auseinandersetzungen der Staaten Pakistan und Indien unter Einsatz von Atomwaffen als Stellvertreterkrieg der USA und Sowjetunion entwickelt hätte.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Die Ausgangssituation: Einleitung in die historische Vorgeschichte ab 1858 und die politisch-religiöse Situation vor der Teilung Indiens und Pakistans.

B. Der Kaschmirkonflikt von 1947 bis 1989: Darstellung der militärischen Auseinandersetzungen, der sozio-politischen Akteure und der Rolle des fundamentalistischen Islams.

C. Der Wandel des Kaschmirkonflikts: Untersuchung der Radikalisierung nach 1989 und der Verschiebung des Konflikts weg von zwischenstaatlichen Kriegen hin zu terroristisch geprägten Auseinandersetzungen.

Schlüsselwörter

Kaschmirkonflikt, Indien, Pakistan, Religion, Gewalt, National Conference, Sheikh Abdullah, Terrorismus, Unabhängigkeit, Autonomie, Geopolitik, Kalter Krieg, Fundamentalismus, Indische Union, Line of Control.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert den historischen Verlauf und die Hintergründe des Kaschmirkonflikts in der Zeitspanne von 1947 bis 1989.

Welche Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit beleuchtet die Rolle der Religion, das Wirken politischer Dynastien, die Rolle terroristischer Gruppierungen sowie das Verhältnis von innenpolitischen Spannungen zu geopolitischen Interessen.

Was ist die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die Rolle von Religion im Kaschmirkonflikt zu bestimmen und zu klären, ob diese ein auslösender Faktor oder ein politisiertes Mittel zur Mobilisierung war.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Literaturarbeit, die historische Ereignisse anhand von Fachquellen analysiert und in einen theoretischen Kontext einordnet.

Was steht im Mittelpunkt des Hauptteils?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die Entwicklung der Krise, die Identifikation zentraler Akteure wie die Abdullah-Dynastie sowie die Analyse von Konfliktfaktoren.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem die "islamische Bombe", die Rolle der ISI, der Einfluss der Großmächte und der Wandel der Akteure von staatlichen Armeen hin zu Rebellen.

Welche Rolle spielt die Dynastie Abdullahs in Kaschmir?

Die Abdullahs waren als Anführer der National Conference prägende politische Akteure, deren Bestrebungen nach Autonomie und Unabhängigkeit den politischen Kurs Kaschmirs über Jahrzehnte maßgeblich beeinflussten.

Wie hat sich der Charakter des Konflikts nach 1989 verändert?

Nach 1989 verlagerte sich der Konflikt zunehmend in den Bereich der mörderischen Militanz durch terroristische Organisationen, wobei die Kämpfe nun verstärkt innerhalb der Region Kaschmirs und weniger rein entlang der Staatsgrenzen stattfanden.

Inwiefern beeinflusste die Sowjetunion den Konflikt?

Die Sowjetunion fungierte als wichtiger außenpolitischer Akteur, dessen Implosion neue Akteure wie Taliban und ISI-Kader in den Kaschmirkonflikt brachte, während Indien zuvor zur Absicherung einen Freundschaftsvertrag mit ihr geschlossen hatte.

Excerpt out of 17 pages  - scroll top

Details

Title
Der Kaschmirkonflikt von 1947 bis 1989
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg
Grade
2,3
Author
Sinologe, M.A. Markus Schilling (Author)
Publication Year
2005
Pages
17
Catalog Number
V65029
ISBN (eBook)
9783638576918
ISBN (Book)
9783656794684
Language
German
Tags
Kaschmirkonflikt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sinologe, M.A. Markus Schilling (Author), 2005, Der Kaschmirkonflikt von 1947 bis 1989, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65029
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  17  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint