Rundfunk unter Alliierter Besatzung


Seminararbeit, 2006
10 Seiten, Note: 1.3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Hintergrund
2.1. Das Medium Radio und seine Besonderheiten
2.2. Alliierte Maßnahmen zur Ergreifung der Funkhoheit

3. Wiederbeginn des Rundfunks nach 1945

4. Rundfunkpolitik in den Besatzungszonen
4.1. Rundfunkpolitik in den westlichen Besatzungszonen
4.2. Rundfunkpolitik in der Sowjetischen Besatzungszone

5. Gründung der ARD

6. Zusammenfassung

7. Literaturverzeichnis

8. Eidesstattliche Erklärung

1. Einleitung

In der Zeit um 1945 war das ehemalige NS-Regime in Deutschland zerschlagen

und die Siegermächte begannen das ehemals einheitliche Reich unter sich aufzuteilen. An der am 2. August 1945 tagenden Potsdamer Konferenz

wurde seitens der Siegermächte eine gemeinsame Vorgehensweise entwickelt um den Wiederaufbau in Deutschland zu starten. Unter anderem wurde das damals kaum noch intakte Rundfunkwesen[1] an die alliierte Informations- und Medienkontrolle unterstellt. (Kutsch, 2002, S.59) Der Rundfunk wurde in Deutschland unterschiedlich von den vier Militärregierungen für die jeweiligen Interessen genutzt und ebenfalls unterschiedlich in seiner Organisation und Struktur neu aufgebaut. (Dussel, 2004, S.131) Relevant ist hierbei, das aus dieser Zeit „ (...) zwei diametral entgegengesetze Rundfunkordnungen“ (Kutsch, 2002, 84) entstanden sind. Einerseits der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk in Westdeutschland und andererseits der Staatsrundfunk im Ostdeutschland.

Resümierend ist es Ziel dieser Arbeit, diese Entstehungsgeschichte anhand der jeweiligen Besatzungszonen und ihrer Rundfunksendern zu erläutern.

Dabei soll vor allem auf den 1950 in Westdeutschland entstandenen Zusammenschluss der damaligen Landesrundfunkanstalten[2] zur „Arbeitsgemeinschaft öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland“ (ARD) eingegangen werden.

2. Theoretischer Hintergrund

2.1 Frankreich und der Beginn der Dritten Republik (1870-1940)

Eine der wichtigsten Themen der Massenkommunikation bzw. Medienforschung ist die Frage welches Medium am effektivsten für die jeweiligen Zwecke genutzt werden kann.

Das Medium „Radio“ war in der Zeit der nationalistischen Diktatur sowie nach dem Fall des NS-Regimes 1945 das wichtigste Medium, da es die größte soziale

Reichweite hatte. (Kutsch, 2002, S.59)

Anders als auch andere Medien, beispielsweise die Zeitung, erreicht es den Rezipienten[3] am schnellsten und war demnach von höchster Aktualität.

2.2 Alliierte Maßnahmen zur Ergreifung der Funkhoheit

Diese Kenntnis machten sich die alliierten Besatzungsmächte zu Nutzen und begannen, basierend auf der am 2. August 1945 stattfindenden Potsdamer Konferenz gemeinsam die Informations- und Medienkontrolle über die noch vorhandenen Rundfunkeinrichtungen Deutschlands zu beschlagnahmen. (Krüger, 1999 S.16)

Ziel war es eine „Entmilitarisierung, Entnazifizierung und Demokratisierung sowie die Dezentralisierung der politischen Strukturen in Deutschland (...)“ (Kutsch, 2002, S.59) herbeizuführen. Für diese Zwecke bildeten die Briten und Amerikaner 1944 eine Abteilung namens „Psycholgical Warfare Division“ (PWD) und diese sollten nach einem 3-Stufen-Plan[4] gegen die nationalsozialistische deutsche Publizistik vorgehen und so die westdeutsche Presse neu aufbauen. (Kutsch, 2002, S.60f)

Das Ziel war für alle gleich, der Weg zum Ziel hingegen unterschied sich bei den Alliierten im besetzen Deutschland. Beispielsweise begannen in der amerikanischen Zone die besetzen Sender dezentral auf Sendung zu gehen. Zentral hingegen bei der französischen und englischen Besatzungszone. (Mathes & Donsbach, 2004, S.552)

Letztlich kapitulierte Deutschland am 7./8. Mai 1945 und die alliierten Besatzungsmächte bekamen am 5. Juni 1945 die Funkhoheit über Deutschland.

Stufe 1 des 3-Stufen-Plans wurde demnach erreicht.

3. Wiederbeginn des Rundfunks nach

Als zweite Stufe des 3-Stufen-Plans gingen aufgrund der durch den Krieg beschädigten, fehlenden und teilweise zerstörten Rundfunk-Sendeanlagen die Sender in den jeweiligen Besatzungszonen in unterschiedlicher zeitlicher Reihenfolge auf Sendung.

[...]


[1] Rundfunk: Rechtlicher und technischer Sammelbegriff für Hörfunk und Fernsehen (Noelle-Neumann, Schulz & Wilke, 2004, S. 546)

[2] Die Landesrundfunkanstalten wurden durch die 1948/49 erlassenen Landesrundfunkgesetze gebildet. Als Landesrundfunkanstalt versteht man als Beispiel: BR (Bayerischer Rundfunk), Radio Bremen und andere.

[3] In dem Fall: der Empfänger der Nachricht

[4] 3-Stufen-Plan: Stufe 1 : Black-out der dt. Publizistik; Stufe 2 : Ersatz der dt. Publizistik durch alliierte Informationsdienste; Stufe 3 : Übergabe der „neuen“ Publizistik in dt. Hände unter alliierte Kontrolle.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Rundfunk unter Alliierter Besatzung
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Institut für Kommunikationswissenschaft)
Veranstaltung
Einführung in die Struktur und Organisation der Massenmedien
Note
1.3
Autor
Jahr
2006
Seiten
10
Katalognummer
V65121
ISBN (eBook)
9783638577632
Dateigröße
390 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rundfunk, Alliierter, Besatzung, Einführung, Struktur, Organisation, Massenmedien
Arbeit zitieren
Karl Jan Studnik (Autor), 2006, Rundfunk unter Alliierter Besatzung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65121

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