Der sekundäre Sektor Nordamerikas: Die Entwicklung der Schlüsselindustrien im Bereich Automobil- und IT- Sektor


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005

27 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung
1.1 Hinführung
1.2 Definitionen

2. Hauptteil
2.1. Die Anfänge im Osten
2.1.1 Besiedlungsentwicklung
2.1.2 Erste Bestrebungen in der Stahlindustrie
2.1.3 Der Automobilbau
2.1.3.1 Die Anfänge
2.1.3.2 Große Innovationen
2.1.3.3 Neue Herausforderungen
2.2 Der Westen- Silicon Valley
2.3 Auswirkungen der Globalisierung
2.4 Gegenbestrebung NAFTA

3. Fazit

4. Anhang

5. Literaturverzeichnis
5.1 Literatur
5.2 Internetquellen

1. Einleitung

1.1 Hinführung

Die USA sind mit einem Bruttoinlandsprodukt von knapp 12 Billionen US- Dollar (BRD: 2,4T $) die stärkste Volkwirtschaft der Welt. Von diesem Wert entfallen ca. 20% (BRD: 31%) auf den gesamten sekundären Sektor (CIA 2005). Dies begründet die Fragestellung, wie es zur Ausbildung dieses Bestandteils der amerikanischen Wirtschaft gekommen ist. Chronologisch sollen vor allem die beiden Schlüsselindustrien Automobilbau und Halbleiterindustrie näher betrachtet werden.

Beginnend in der Kolonialzeit wird der Automobilbau und der Manufacturing Belt als Raum im Fokus stehen, welcher sich in den 50er Jahren des 20. Jh. auch auf die Halbleiterindustrie und das Silicon Valley als entsprechende Region ausweiten wird. Die Standorte werden in ihrem wirtschaftlichen Wachsen skizziert und Entwicklungsbrüche sollen erkannt werden. Im Fazit werden gemeinsame Aspekte dieser Entwicklung in der High- Tech und Automobil- Industrie und Folgerungen aus dieser für die Zukunft versucht abzuleiten.

1.2 Definitionen

[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Die Industrie oder auch sekundärer Wirtschaftssektor wird unmissverständlich als Sektor beschrieben, in dem Erzeugnisse der wirtschaftlichen Tätigkeit des primären Sektors (Landwirtschaft) verarbeitet werden. (RAIFFEISEN o.A.). Mit den wirtschaftlich wichtigsten Produkten im Bereich der Automobil- und Halbleiterherstellung werden in dieser Arbeit zwei Schlüsselindustrien angesprochen. SCHÄTZL (2001) spricht diese als Basisinnovationen der 2. und 3. bzw. 4. und 5. langen Wellen im Konzept der Kondratieff- Zyklen- wie sie BATHELT, H. & J. GLÜCKLER (2002) erläutern- an (vgl. Abb.1).

2. Hauptteil

2.1. Die Anfänge im Osten

2.1.1 Besiedlungsentwicklung

[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Die Besiedlung der Vereinigten Staaten begann schon zu Beginn des 16. Jh. mit Zentren an der nördlichen Ostküste unter britischem und französischem Einfluss. Der südlich bis westliche Bereich Nordamerikas stand dagegen im Einflussbereich der Spanier. Als Gegenküste zu Europa kam es zu stärkerem Wachstum und Verdichtung entlang der Atlantikküste durch nachströmende Siedler europäischer Herkunft mit protestantischem Hintergrund (SCHNEIDER-SLIWA 2005: S. 85). Die weitere nach Westen gerichtete Besiedlung Nordamerikas orientierte sich an topographischen Gegebenheiten und kann auch erst am Ende des 19. Jh. mit der breiten Schließung der Eisenbahntrassen als abgeschlossen gelten. Größere Siedlungen entstanden an der so genannten Frontier. Diese Grenze markierte die Ausdehnung der durch Britannien kontrollierten Kolonien, die ab 1776 zu den unabhängigen 13 Bundesstaaten der Vereinigten Staaten von Amerika wurden. Weitere wichtige Siedlungen entstanden an topographischen Hindernissen wie Gebirgen, Wasserfällen und Orten gestörten Verkehrs sowie an taktisch- ökonomischen Lokalitäten (Hafenstädte, Flusszusammenführungen, etc.). Die Unterscheidung nach genetischen Aspekten ist fließend (RIENECKER 2005, SCHÜTT 2005, vgl. Abbildung 2). Die Siedlungstätigkeiten im Westen beschränkten sich auf Missionen und Klöster (AMERIKA-LIVE 2005).

Mit zunehmenden technischen Fortschritt und Schließung der Eisenbahnlinien von der Ost- zur Westküste kam es zur vermehrten Ansiedlung entlang der Bahnstrecken. Die Bahngesellschaften bekamen das Land entlang der Schiene vom Staat "geschenkt" und verkauften es an Siedler weiter (RIENECKER 2005). Ergebnis waren die ersten großen Ansiedlungen im Mittleren Westen und an der Westküste im auslaufenden 19.Jh. Die Siedlungen an der Westküste wuchsen zudem ab dem beginnenden 20. Jh. durch Einwanderer aus Asien (vgl. Abbildung 2).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Siedlerstrom aus dem alten Europa brach nicht ab. In den Jahren 1820- 1915 war die Einwandererzahl tendenziell steigend. Bis in das Jahr 1915 kamen ca. 33 Millionen Einwanderer in das Land (vgl. Abbildung 3). Zu dieser Zeit betrug die Bevölkerungszahl ca. 90 Millionen Einwohner (GIBSON 1998).

2.1.2 Erste Bestrebungen in der Stahlindustrie

[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Mit zunehmender Bevölkerungsdichte und ansteigender Anzahl von qualifizierten Arbeitern v. A. aus Deutschland, Irland und England wurde die amerikanische Wirtschaft unabhängiger von der englischen Wirtschaft. Dies, ergänzt mit dem Handelsembargo gegen England und Frankreich 1807- 1816 und den Sezessionskriegen 1861- 1865, steigerte die Wirtschaft und die möglichen Absätze erheblich durch die steigende Nachfrage (SCHNEIDER-SLIWA 2005: S. 82). Aufgrund der Qualifizierung der Arbeiter etablierten sich an den Landungshäfen und an den oben genannten Standorten Zentren der Baumwollverarbeitung (welche in den weniger besiedelten und verdichteten Südstaaten angebaut), und in Folge der Entwicklung der Eisenverhüttung und der Dampfmaschine auch Maschinen - und Schiffbaubetriebe sowie Betriebe für landwirtschaftliche Geräte (ZIMMER 1997: S. 8; SCHNEIDER-SLIWA 2005: S. 86)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Mit zunehmender Westsiedlung bestand starker Bedarf an Gütern der Metallerzeugung durch den voranschreitenden Gleisbau (vgl. Tabelle 1) sowie für Waffen. Erste Zentren dieser Metallindustrie siedelten sich rund um Pittsburgh an (SCHNEIDER-SLIWA: S. 86).

Pittsburgh liegt an der Westseite der Appalachen am Zusammenfluss des Allegheny und dem Ohio. Dieses Gebiet war zu Zeiten der Unabhängigkeitserklärung das Handelszentrum und Handwerkszentrum an der Frontier und verzeichnete demzufolge wirtschaftliches Wachstum, welches auch durch die topographische Lage zu erklären ist, da sich kleine verarbeitende Industrien an den Ufern der beiden Flüsse ansiedeln konnten (MULLER 1988: S. 19ff). Zudem verfügt die Region über hochwertige Kohlelagerstätten (vgl. Abbildung 4). Die für die Eisenerzeugung notwendigen Eisenerze wurden von den Erzlagerstätten im Nordwesten der Großen Seen nach Pittsburgh verfrachtet. Zu dieser Zeit konnte allerdings nur geringwertiges- so genanntes Pig- Iron (Roheisen) erzeugt werden. Die Grundfeiler der Industrie in Pittsburgh waren in der Werkzeug-Herstellung zu sehen (MULLER 1988: S. 22f).

Die ersten Erzminen wurden im Bereich der westlichen großen Seen um 1850 eröffnet (à hell- orange` Signatur; GARRETT 1988: S. 151). Der Wasserweg über die großen Seen war ab 1855 durch die Kanalisierung der Wasserfälle Bei Sault Ste. Marie (Oberer See- Huron See) kostengünstig und komfortabel geworden, sodass die in diesem Gebiet geförderten Erze in Pittsburgh verhüttet werden konnten. Nach der Standorttheorie von Weber (vgl. Abb. 7) ist der Standort Pittsburgh ein Idealfall: Zum einen sind die Transportkosten des Eisenerzes gering da die Beförderung über Schifffahrtswege geschieht, es ergeben sich also vergleichsweise weit auseinander liegende Isodapanen (Linie gleicher Transportkosten). Zum anderen ist der notwendige Eintrag von Kohle in den Verhüttungsprozess so enorm, dass die Steinkohle nah beim Produktionsstandort sein sollte (à dunkel-orange` Signatur). Der Dritte Faktor ist die Nähe zum Kunden. Durch die Siedlungsgeschichte bestimmt liegen die Abnehmer der Stahlerzeugnisse in den Siedlungsschwerpunkten und Handelszentren, also im Nordosten der Vereinigten Staaten und somit in der Nähe von Pittsburgh (vgl. Abb. 6; Kreise entsprechen Standorten der [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] tahlverhüttung). Die Eisenverhüttung in und um Chicago ist mit dem Wachstum der Stadt in Folge der Funktion als Umschlagplatz für Fleischprodukte und der im Verlauf der Geschichte zunehmenden Automobilindustrie in dieser Region zu erklären (SCHNEIDER-SLIWA 2005: S. 84).

Der gesamte wirtschaftliche Wachstum im Nordosten der Staaten ist nach SCHNEIDER- SLIWA (2005: S. 85) auch durch die Arbeitsmentalität der sich ansiedelnden Protestanten positiv beeinflusst wurden, die genügend Risikobereit waren, Kapital in wirtschaftliches Wachstum zu investieren. Diese Leistungsbereitschaft und die Nachfrage nach Arbeitern hatte zur Folge, dass ähnliche Bestrebungen wie in England in dieser Zeit, Gewerkschaften zu bilden, relativ gering war (SCHNEIDER-SLIWA 2005: S. 84f).

Das initiierte Wachstum sollte sich 1855 mit der Erfindung der Bessemer- Stahlverhüttung noch steigern, bei der besserer Stahl bei gleichem Kohleeinsatz erzeugt werden konnte, indem die Schmelze mit Sauerstoff angereichert wurde und somit die Brenntemperatur gesteigert wurde (FÖLL 2005).

[...]

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Der sekundäre Sektor Nordamerikas: Die Entwicklung der Schlüsselindustrien im Bereich Automobil- und IT- Sektor
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Institut für Geowissenschaften)
Veranstaltung
Landeskunde Nordamerika
Note
2,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
27
Katalognummer
V65122
ISBN (eBook)
9783638577649
ISBN (Buch)
9783638670401
Dateigröße
8440 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sektor, Nordamerikas, Entwicklung, Schlüsselindustrien, Bereich, Automobil-, Landeskunde, Nordamerika
Arbeit zitieren
Riccardo Klinger (Autor), 2005, Der sekundäre Sektor Nordamerikas: Die Entwicklung der Schlüsselindustrien im Bereich Automobil- und IT- Sektor, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65122

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