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Der sasanidische Feldherr Rustam in den Traditionen der Tarih des Tabari

Titre: Der sasanidische Feldherr Rustam in den Traditionen  der Tarih des Tabari

Dossier / Travail de Séminaire , 2005 , 17 Pages , Note: 2.0

Autor:in: Torsten Wollina (Auteur)

Orientalisme / Sinologie - Sciences de l'Islam
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die Quellendichte, die uns Informationen über das untergegangene persische Reich der Sassaniden vermitteln kann, ist sehr eingeschränkt und parteiisch. Es überlebten so gut wie keine Quellen der Besiegten. Uns stehen zur Rekonstruktion der letzten Monate des antiken Weltreiches nur arabische Quellen zur Verfügung, die sich sämtlich auf das Geschichtswerk des großen muslimischen Universalhistorikers At-Tabari beziehen. Dieses Werk wird in dieser Arbeit auf die Einschätung(en) hin befragt, die es über den feindlichen Feldherren Rustam fällt, der den Arabern in der ersten von zwei entscheidenden Schlachten bei al-Qadisiyya im heutigen Irak entgegentrat. Rustam wird als Warner hingestellt, auf den inmitten der Palastintrigen nicht gehört wird. Er erkannte laut Tabari zuerst die Gefahr, die von den arabischen Nomadenkriegern ausging. Den Fall seines Reiches konnte er dennoch nicht verhindern. In dieser Arbeit wird analysiert, wie Rustam von seinen Feinden dargestellt wird in Bezug auf die innerpersischen Thronstreitigkeiten, seine Beziehung zum persischen Schah Yazdagird III., sein Verhalten in der Schlacht von al-Qadisiyya und als Astrologe. Besondere Bedeutung haben auch seine Zusammentreffen mit muslimischen Gesandten. An diesen lässt sich die Polarisierung zwischen gut (muslimisch) und böse (ungläubig) am besten erkennen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Vorbemerkungen

1.1. Die Quellen

1.2. Das Ende des sasanidischen Reiches

1.2.1. Das sasanidische Heer

2. Rustam im Spiegel der Quellen

2.1. Rustam und die Thronstreitigkeiten

2.2. Rustam und die Schlacht von al-Qādisiyya

2.2.1. Die Beziehung zwischen Rustam und Yazdagird III

2.2.2. Der Astrologe Rustam

2.2.3. Die Zusammentreffen von Rustam und Gesandten der Muslime

3. Fazit

4. Literatur

4.1. Primärliteratur

4.2. Sekundärliteratur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Bild des sasanidischen Feldherrn Rustam, wie es im Geschichtswerk des Autors al-Tabarī überliefert ist. Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen historisch gesicherten Fakten und der narrativen Ausgestaltung in den arabischen Traditionen zu analysieren, um zu verstehen, wie die zeitgenössische arabische Historiographie die Figur des persischen Gegenspielers interpretierte und zeichnete.

  • Analyse der Quellenqualität bei al-Tabarī
  • Militärische Organisationsstruktur des Sasanidenreiches
  • Rustams Rolle bei den Thronstreitigkeiten und der Schlacht von al-Qādisiyya
  • Die literarische Konstruktion von Rustam im Gegensatz zu den muslimischen Gesandten
  • Untersuchung von Legendenbildungen und rituellen Erzählmustern

Auszug aus dem Buch

2.2.1. Die Beziehung zwischen Rustam und Yazdagird III

Als die Leute aus dem Sawād und die Grenzfürsten den König um Hilfe anriefen, forderten sie, er sollte Rustam aussenden gegen die Araber. Dem entsprach der König – gegen Rustams Willen. Daraufhin zog Rustam mit Pferden, Elefanten und einer großen Schar Perser nach Sābāt. Seine Vorhut griff die Muslime an, wurde aber geschlagen. In einer anderen Quelle fragte Yazdagird ihn, wie er denn die Gefahr durch die Araber beurteilte. Rustam erklärte, sie seien wie Wölfe, die einen unaufmerksamen Hirten angreifen und töten. Aber Yazdagird war anderer Meinung: Die Perser seien wie ein Schwarm Vögel, die an den Hängen eines Berges leben, die Araber dagegen wie ein Adler, der sich auf dem Berg niederlässt und die Vögel einzeln fängt, wenn sie aufsteigen. Stiegen alle Vögel auf einmal auf, könnte er nur mehr einen schlagen, aber nicht mehr. Er wollte, dass Rustam mit allen verfügbaren Truppen die Araber in einer entscheidenden Schlacht besiegt. Rustam wollte auf Geduld und List setzen, beugte sich aber der Entscheidung seines Herrschers. Weil ihn immer neue Hilfegesuche aus dem Sawād erreichten, bekam der König auch Angst um sich selbst. Wieder drang er Rustam vorzurücken. Dieser warnte ihn zuerst, aber vergebens. Dann versuchte er ihn zu beruhigen. Er schlug vor, zuerst Ğalinus gegen die Araber zu schicken. Dieser sei genauso geschickt wie er selbst, aber wenn er doch verlieren sollte, könnte man noch reagieren. Denn noch hätten die Araber Respekt vor Rustam. Ist er tot, ist alles verloren.

Als Rustam sah, dass er den König nicht von dessen Plan abbringen konnte, ihn selbst zu entsenden, warnte er alle Führer des Landes, damit sie sich auf den Krieg vorbereiteten. Die Schuld trug die Ungeduld Yazdagirds. Doch auch das Vertrauen des Königs in seinen Feldherren war zerstört. Nachdem die erste muslimische Gesandtschaft an seinen Hof kam, um ihn zu bekehren, gestand Yazdagird Rustam: „Ich hätte nie geglaubt, dass es unter den Arabern solche Männer gibt. Du bist weder weiser noch klüger noch schlagfertiger in deinen Antworten als sie.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in den historischen Kontext der arabischen Eroberungen sowie Vorstellung der Forschungsfrage und der Quellenlage hinsichtlich der Figur Rustam.

1. Vorbemerkungen: Erläuterung der methodischen Vorgehensweise bei der Auswertung der Quellen und kurzer Abriss der politischen sowie militärischen Situation am Ende des Sasanidenreiches.

1.1. Die Quellen: Darstellung der verwendeten Bände der englischen Tabarī-Ausgabe und kritische Reflexion der Zuverlässigkeit der Überlieferungen.

1.2. Das Ende des sasanidischen Reiches: Analyse der Faktoren für den Untergang Persiens, insbesondere der Erschöpfung durch Kriege gegen Byzanz und innerer Erbstreitigkeiten.

1.2.1. Das sasanidische Heer: Detaillierte Beschreibung der militärischen Struktur, Klassenordnung und Taktik des sasanidischen Heeres vor der Konfrontation mit den arabischen Stämmen.

2. Rustam im Spiegel der Quellen: Untersuchung des Lebenswegs von Rustam, von seinem Aufstieg zum Heerführer bis zu seinem Tod in der Schlacht von al-Qādisiyya.

2.1. Rustam und die Thronstreitigkeiten: Schilderung von Rustams politischem Handeln im Machtzentrum und seinem Einfluss auf die Inthronisierung von Yazdagird III.

2.2. Rustam und die Schlacht von al-Qādisiyya: Analyse der Ereignisse direkt vor und während der entscheidenden Schlacht sowie der damit verbundenen erzählerischen Muster.

2.2.1. Die Beziehung zwischen Rustam und Yazdagird III: Erörterung der spannungsgeladenen Kommunikation und der unterschiedlichen Einschätzungen der arabischen Bedrohung zwischen König und Feldherrn.

2.2.2. Der Astrologe Rustam: Untersuchung der Rolle von Träumen und astrologischen Deutungen bei der Motivation und Zögerlichkeit Rustams.

2.2.3. Die Zusammentreffen von Rustam und Gesandten der Muslime: Analyse der diplomatischen Dialoge zwischen persischen Eliten und muslimischen Gesandten als Ausdruck ideologischer Gegensätze.

3. Fazit: Zusammenfassende Bewertung des in den Quellen gezeichneten Bildes von Rustam als ambivalenter Figur zwischen Loyalität zum Herrscher und politischer Realität.

4. Literatur: Verzeichnis der herangezogenen Primär- und Sekundärliteratur für die wissenschaftliche Arbeit.

4.1. Primärliteratur: Auflistung der edierten Texte von al-Tabarī.

4.2. Sekundärliteratur: Auflistung der verwendeten fachwissenschaftlichen Werke und Enzyklopädien.

Schlüsselwörter

Rustam, al-Tabarī, Sasanidenreich, Schlacht von al-Qādisiyya, Arabische Eroberungen, Yazdagird III, Persien, Islamische Geschichte, Quellenkritik, Historiographie, Militärgeschichte, Astrologie, Diplomatie, Antike, Orient.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das überlieferte Bild des sasanidischen Feldherrn Rustam in den historischen Schriften von al-Tabarī und hinterfragt dabei die historische Authentizität der Berichte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen das Ende des Sasanidenreiches, die militärische Struktur Persiens, das Leben Rustams sowie die Analyse der erzählerischen Darstellung von Kulturkonflikten zwischen Persern und Muslimen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, ein differenziertes Bild von Rustam zu zeichnen, indem die literarischen, propagandistischen und historischen Ebenen der Tabarī-Traditionen entflochten werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine quellenkritische Analyse, die narrative Muster identifiziert und diese in den historisch-politischen Kontext der Zeit einbettet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die politische Rolle Rustams bei den Thronstreitigkeiten und eine detaillierte Auswertung der Schlachtvorbereitungen sowie der diplomatischen Gesandtschaften vor al-Qādisiyya.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Rustam, Sasanidenreich, al-Tabarī, Schlacht von al-Qādisiyya, Quellenkritik und der soziokulturelle Gegensatz zwischen der persischen Aristokratie und den frühen muslimischen Kämpfern.

Welche Rolle spielen die Träume Rustams in der Arbeit?

Die Arbeit beleuchtet diese als literarisches Motiv, das Rustams psychologische Zögerlichkeit und den aus arabischer Sicht als vorherbestimmt geltenden Untergang Persiens symbolisiert.

Wie wird das Verhältnis von Rustam zu Yazdagird III dargestellt?

Die Arbeit zeigt ein spannungsreiches Verhältnis, das von unterschiedlichen strategischen Einschätzungen und gegenseitigem Misstrauen geprägt ist, wobei Rustam oft gegen seinen Willen handelte.

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Résumé des informations

Titre
Der sasanidische Feldherr Rustam in den Traditionen der Tarih des Tabari
Université
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients)
Cours
Klassisches Arabisch
Note
2.0
Auteur
Torsten Wollina (Auteur)
Année de publication
2005
Pages
17
N° de catalogue
V65141
ISBN (ebook)
9783638577816
ISBN (Livre)
9783638767248
Langue
allemand
mots-clé
Feldherr Rustam Traditionen Tarih Tabari Klassisches Arabisch
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Torsten Wollina (Auteur), 2005, Der sasanidische Feldherr Rustam in den Traditionen der Tarih des Tabari, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65141
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Extrait de  17  pages
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