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Das Phänomen der Öffentlichkeitsarbeit in Kriegszeiten: Die PR-Kampagne der Bundesregierung während des Kosovo-Krieges 1999

Wie verkauft man einen Krieg?

Title: Das Phänomen der Öffentlichkeitsarbeit in Kriegszeiten: Die PR-Kampagne der Bundesregierung während des Kosovo-Krieges 1999

Seminar Paper , 2005 , 32 Pages , Grade: 1.7

Autor:in: Camelia Ratiu (Author)

Communications - Public Relations, Advertising, Marketing, Social Media
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Im Zeitalter zunehmender Verdichtung und Beschleunigung von Kommunikationstechnologien und -strukturen beginnt sich das Phänomen der Kriegskommunikation als integraler Bestandteil der Kriegsführung zu etablieren. Ohne die Unterstützung der Öffentlichkeit können demokratische Regierungen Kriege nicht durchstehen - deshalb ist mittlerweile jeder Krieg auch ein Kampf um die Öffentlichkeit geworden. Die Kriege der letzten Jahrzehnte haben gezeigt, dass Informationen erfolgreich als Waffen eingesetzt werden können. In modernen Konflikten nutzen Kriegsparteien strategisch Öffentlichkeitsarbeit, um bestimmte Zielgruppen für ihre Kriegsziele zu mobilisieren.
Der Kosovo-Krieg 1999 hat die entscheidende Bedeutung der Kriegskommunikation anschaulich unter Beweis gestellt. Für den Angriff der NATO auf die Bundesrepublik Jugoslawien lag keine rechtliche Legitimationsgrundlage vor, deshalb standen die Regierungen der NATO-Mitgliedstaaten innenpolitisch unter starkem
Rechtfertigungsdruck. Vor allem für Deutschland war dieser Krieg eine Premiere: zum ersten Mal nach 1945 beteiligten sich deutsche Truppen unmittelbar an einem Angriffskrieg. Um das nach dem Zweiten Weltkrieg im Kollektivbewusstsein der Deutschen gefestigte moralische Verbot der Kriegsführung außer Kraft zu setzen war eine enorme Mobilisierung der Öffentlichkeit nötig. Demensprechend startete die Bundesregierung eine aggressive PR-Kampagne, um den deutschen Waffengang öffentlich zu legitimieren. Ziel der vorliegenden Arbeit ist somit, am Beispiel der Kriegs-PR der Bundesregierung während des Kosovo-Krieges 1999 das Phänomen der Öffentlichkeitsarbeit in Kriegszeiten näher zu untersuchen.
Im ersten Teil der Arbeit soll zunächst das Konzept der Kriegs-PR bei gleichzeitiger Abgrenzung von dem Bereich der Public Relations und der Propaganda definiert werden. Als nächstes wird auf die historische Entwicklung der Öffentlichkeitsarbeit in Kriegszeiten eingegangen, auf den Wandel ihrer Rolle in bisherigen Kriegen und auf die Umstände, die sie an Relevanz gewinnen ließen. Schließlich werden die Strategien und Instrumente der Kriegs-PR erläutert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Öffentlichkeitsarbeit in modernen Kriegen – ein Abriss

2.1. Begriffsbestimmungen: Public Relations, Propaganda, Kriegs-PR

2.2. Kurzer geschichtlicher Rückblick auf die Öffentlichkeitsarbeit in Kriegszeiten - oder: Im Westen nichts Neues

2.3. Wie funktioniert Kriegs-PR? Merkmale, Strategien, Instrumente

III. Die Kriegs-PR der Bundesregierung während des Kosovo - Krieges 1999

3.1. Die Ausgangslage: die Stimmung in der deutschen Öffentlichkeit

3.2. Scharpings Kriegs-PR-Kampagne – oder: „Es begann mit einer Lüge“

3.2.1. Dramatisierung der Gefahr: „Völkermord“ und „humanitäre Intervention“

3.2.2. Operation Feindbild: Von Massakern, Konzentrationslagern und Hufeisenplänen

3.2.3. Gräuelpropaganda: Rudolf Scharpings „Fötengrill“

3.2.4. Die Sprache des Krieges: „Luftschläge“ und „Kollateralschäden“

3.3. Zur Rolle der deutschen Medien im Kosovo-Krieg

IV. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen der Öffentlichkeitsarbeit in Kriegszeiten am Beispiel der PR-Kampagne der deutschen Bundesregierung während des Kosovo-Krieges 1999. Dabei soll analysiert werden, welche Strategien und Instrumente eingesetzt wurden, um die deutsche Bevölkerung von der Notwendigkeit und Legitimität einer militärischen Beteiligung zu überzeugen.

  • Definition und historische Einordnung von Kriegs-PR und Propaganda
  • Analyse der offiziellen Kommunikationsstrategien der Bundesregierung 1999
  • Untersuchung von Feindbildkonstruktionen und manipulativen Narrativen
  • Rolle der deutschen Medien bei der Verbreitung staatlicher Darstellungen
  • Kritische Bewertung der eingesetzten propagandistischen Mittel

Auszug aus dem Buch

3.2.2. Operation Feindbild: Von Massakern, Konzentrationslagern und Hufeisenplänen

Die beiden deutschen Spitzenpolitiker bedienten sich jedoch nicht nur des sprachlichen Registers des Nationalsozialismus, um Serbien mit Nazi-Deutschland gleichzusetzen. Gezielte Manipulation und Desinformation wurden eingesetzt, um diesen Krieg als alternativlose Notmaßnahme erscheinen zu lassen.

So schreckten die Bundesregierung und die andern NATO-Staaten nicht davor zurück, Fakten auf grobe Weise zu verdrehen, um „die Serben“ als Aggressoren darzustellen. Ein Beispiel dafür ist das angebliche Massaker von Raćak. Es wurde wenige Tage vor Kriegsbeginn als Beleg für die Grausamkeiten der Serben gegenüber der kosovarischen Zivilbevölkerung herangezogen und es war das Ereignis, das als Vorwand für die Auslösung des Krieges diente. Aus offiziellen Quellen verlautete, im Dorf Raćak hätten serbische Polizisten 45 Albaner hingerichtet. Viele deutsche Zeitungen (darunter auch seriöse) berichteten bis ins kleinste Detail von grausamen Exekutionen und schrecklichen Verstümmelungen, und heizten die Stimmung in der deutschen Öffentlichkeit an. Allerdings hatte in den Tagen nach dem Vorfall ein Team von unparteiischen Gerichtsmedizinern die Leichen untersucht und festgestellt, dass weder Anzeichen einer Exekution noch von Verstümmelungen vorhanden waren, und dass es sich also eindeutig um keine Hinrichtung handelte. Bis heute wurde noch nicht geklärt, was in Raćak genau geschah, weil die entsprechenden Akten von den Regierungen unter Verschluss gehalten werden. Zahlreiche Unstimmigkeiten schienen jedoch den Verdacht der OSZE zu bestätigen, es handele sich um eine Inszenierung durch die Albanische Befreiungsarmee des Kosovo (UCK). Die Toten waren vermutlich Opfer eines Feuergefechts zwischen der UCK und der serbischen Polizei gewesen und aus einem weiten Umkreis zusammengetragen worden, um den Anschein eines Massakers zu erwecken, das einen entsetzlichen Effekt auf die öffentliche Meinung haben und die NATO zum Eingreifen berechtigen würde.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung moderner Kriegskommunikation ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die PR-Kampagne der Bundesregierung im Kosovo-Krieg zu untersuchen.

II. Öffentlichkeitsarbeit in modernen Kriegen – ein Abriss: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Public Relations, Propaganda und Kriegs-PR und gibt einen historischen Rückblick auf die Entwicklung der Öffentlichkeitsarbeit in militärischen Konflikten.

III. Die Kriegs-PR der Bundesregierung während des Kosovo - Krieges 1999: Der Hauptteil analysiert die konkreten Kommunikationsstrategien der Bundesregierung, einschließlich Feindbildkonstruktionen, Manipulationsvorwürfen und der Rolle der Medien bei der Legitimierung des Krieges.

IV. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die gezielte Manipulation und die mangelnde kritische Distanz der Medien den Erfolg der PR-Kampagne erst ermöglicht haben.

Schlüsselwörter

Kriegskommunikation, Kriegs-PR, Bundesregierung, Kosovo-Krieg, Öffentlichkeitsarbeit, Propaganda, Feindbildkonstruktion, Medienmanipulation, Rudolf Scharping, Menschenrechte, humanitäre Intervention, Desinformation, Kriegslegitimation, Informationskrieg, öffentliche Meinung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Öffentlichkeitsarbeit (PR) in modernen Kriegen und untersucht, wie Regierungen diese nutzen, um militärische Einsätze in der Öffentlichkeit zu legitimieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die theoretische Abgrenzung von PR und Propaganda, die historische Entwicklung der Kriegskommunikation sowie die konkrete Analyse der PR-Kampagne der deutschen Bundesregierung während des Kosovo-Krieges 1999.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, am Beispiel der PR-Kampagne von Rudolf Scharping und der Bundesregierung während des Kosovo-Krieges das Phänomen der Öffentlichkeitsarbeit in Kriegszeiten und deren Auswirkungen auf die öffentliche Meinung zu untersuchen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine kommunikationswissenschaftliche Analyse, bei der existierende Quellen, Berichte und Dokumentationen zur PR-Strategie der Bundesregierung im Kosovo-Krieg untersucht und bewertet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Ausgangslage, spezifische Strategien wie die Dramatisierung der Gefahr, die Dämonisierung des Feindes, die Verwendung von Gräuelpropaganda sowie die Rolle der deutschen Medien bei der Berichterstattung detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Kriegs-PR, Kosovo-Krieg, Propaganda, Feindbildkonstruktion, Medienmanipulation und Legitimierung.

Wie bewertet die Autorin die Rolle der deutschen Medien?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die deutschen Medien den politischen Kurs der Bundesregierung weitgehend unkritisch übernommen haben und somit den Erfolg der manipulativen Kampagne maßgeblich mitgetragen haben.

Was genau war der sogenannte "Hufeisenplan"?

Der Hufeisenplan wurde von der Bundesregierung als angeblicher Beweis für eine systematische ethnische Säuberung im Kosovo präsentiert, dessen Existenz jedoch bis heute nicht nachgewiesen werden konnte und der stark in der Kritik als mögliches Manipulationsinstrument steht.

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Details

Title
Das Phänomen der Öffentlichkeitsarbeit in Kriegszeiten: Die PR-Kampagne der Bundesregierung während des Kosovo-Krieges 1999
Subtitle
Wie verkauft man einen Krieg?
College
University of Münster
Course
Auslandsjournalismus
Grade
1.7
Author
Camelia Ratiu (Author)
Publication Year
2005
Pages
32
Catalog Number
V65174
ISBN (eBook)
9783638578097
ISBN (Book)
9783656507574
Language
German
Tags
Krieg Eine Erläuterung Phänomens Kriegszeiten PR-Kampagne Bundesregierung Kosovo-Krieges Auslandsjournalismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Camelia Ratiu (Author), 2005, Das Phänomen der Öffentlichkeitsarbeit in Kriegszeiten: Die PR-Kampagne der Bundesregierung während des Kosovo-Krieges 1999, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65174
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