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Verstärkte Zusammenarbeit - differenzierte Integration in der Praxis

Eine Antwort auf die erweiterte EU?

Title: Verstärkte Zusammenarbeit - differenzierte Integration in der Praxis

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 33 Pages , Grade: 1.3

Autor:in: Camelia Ratiu (Author)

Politics - Topic: European Union
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Die politischen Entwicklungen der neunziger Jahre und die damit verbundene Perspektive der Osterweiterung haben die Europäische Union vor das Dilemma Vertiefung versus Erweiterung gestellt. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Heterogenität innerhalb der Gemeinschaft und der voraussichtlichen Entscheidungsblockaden stellt sich die Frage, wie eine EU mit mehr als 25 Mitgliedern funktionieren soll. Die Befürchtung, die bevorstehenden Erweiterungsrunden könnten den Ausbau der europäischen Integration gefährden oder gar zu einem Rückschritt in Bezug auf den erreichten Integrationsstand führen, entfachten in den letzten Jahren eine komplexe Debatte um die Finalität des Integrationsprozesses. Im Mittelpunkt dieser Debatte steht das Konzept differenzierter Integration, das einem kleinen Kreis von fähigen und willigen Mitgliedstaaten ermöglichen soll, durch engere Kooperation den europäischen Integrationsprozess - auch unter Zurücklassen anderer Mitgliedstaaten - voranzutreiben Dadurch soll der Gefahr vorgebeugt werden, dass der Prozess der europäischen Integration durch die Sonderinteressen einzelner Mitgliedstaaten blockiert wird und stagniert. Rechtlich verankert wurde dieses Konzept als das Instrument der sogenannten „verstärkten Zusammenarbeit“ durch den Vertrag von Amsterdam und wurde durch den Nizza-Vertrag und den Verfassungsentwurf des Konvents reformiert und weiterentwickelt. Diese Arbeit geht der Frage nach, ob und inwieweit die verstärkte Zusammenarbeit eine Antwort auf die erweiterte Europäische Union sein könnte. Das erste Kapitel der Arbeit beschäftigt sich mit der Debatte um das sogenannte „Kerneuropa“ bzw um das Konzept der differenzierten Integration, wobei auf die wichtigsten Differenzierungsvorschläge eingegangen wird, welche im Laufe des letzten Jahrzehnts von Politikern wie Joschka Fischer, Jacques Delors, Jacques Chirac oder Wolfgang Schäuble formuliert wurden. Das zweite Kapitel zeigt anhand von Beispielen wie das Schengener Abkommen und die WWU, dass sich Formen differenzierter Integration schon seit Beginn des europäischen Integrationsprozesses herausgebildet und sich als erfolgreich erwiesen haben. Im dritten Kapitel gehe ich auf die konkrete vertragliche Verankerung des Konzeptes der verstärkten Zusammenarbeit ein, auf die Umstände seiner Einbeziehung in den Vertrag von Amsterdam sowie auf die Gründe, die zu seiner starken Einschränkung führten. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die Debatte um „Kerneuropa“

III. Differenzierte Integration – oder „Im Westen nichts neues“

IV. Die verstärkte Zusammenarbeit im Vertrag von Amsterdam

4.1. Die Ausgangslage

4.2. Vertragliche Bestimmungen zur verstärkten Zusammenarbeit

4.3. Bilanz nach Amsterdam: „inflexible Flexibilität“

V. Die verstärkte Zusammenarbeit im Vertrag von Nizza

5.1. Das vierte „left-over“ von Amsterdam

5.2. Vertragliche Bestimmungen zur verstärkten Zusammenarbeit

5.3. Bilanz nach Nizza: begrenzte Reform

VI. Die verstärkte Zusammenarbeit im Verfassungsentwurf

6.1. Bestimmungen zur verstärkten Zusammenarbeit

6.2. Bilanz: differenzierte Integration in der zukünftigen EU

VII. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und Entwicklung der „verstärkten Zusammenarbeit“ als Instrument der differenzierten Integration innerhalb der Europäischen Union, insbesondere vor dem Hintergrund der Osterweiterung. Sie geht der Forschungsfrage nach, inwieweit dieses Instrument eine effektive Antwort auf die drohende Entscheidungsstagnation in einer erweiterten EU darstellen kann.

  • Analyse der Debatte um ein „Kerneuropa“ und differenzierte Integration.
  • Untersuchung der rechtlichen Ausgestaltung im Vertrag von Amsterdam.
  • Evaluation der Reformen durch den Vertrag von Nizza.
  • Bewertung des Konventsentwurfs für die Europäische Verfassung hinsichtlich flexibler Integrationsmechanismen.

Auszug aus dem Buch

III. Differenzierte Integration – oder „Im Westen nichts neues“

Im Zuge der Debatte um die Flexibilisierung der Integration wurde mit dem Vertrag von Amsterdam das Konzept der „verstärkten Zusammenarbeit" in den Vertrag über die Europäische Union (EU-Vertrag) und in den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft (EG-Vertrag) festgeschrieben. Diese Form der Zusammenarbeit soll es einem kleinen Kreis von fähigen und willigen Mitgliedstaaten ermöglichen, durch engere Kooperation den europäischen Integrationsprozess unter der Bedingung der Wahrung des einheitlichen institutionellen Rahmens der Union voranzutreiben, auch dann, wenn nicht alle Mitgliedstaaten sich daran beteiligten. Dadurch soll der Gefahr vorgebeugt werden, dass der Prozess der europäischen Integration durch die Sonderinteressen einzelner Mitgliedstaaten blockiert wird.

An sich sind weder das Konzept noch die konkrete Anwendung dieser Form der Zusammenarbeit innerhalb der Europäischen Union nichts neues. Unterschiedliche Integrationsgeschwindigkeiten durch praktische Verfahrensweisen haben sich seit Beginn des europäischen Integrationsprozesses sowohl im Rahmen der Gründungsverträge als auch außerhalb von bzw. komplementär zu ihnen herausgebildet. Im Rahmen der EU gibt es eine Reihe von Praktiken, die, ohne unbedingt Vorschriften des Vertrags anzuwenden, Elemente eines Europa unterschiedlicher Geschwindigkeiten bilden.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung skizziert das durch die Osterweiterung entstandene Dilemma zwischen Vertiefung und Erweiterung sowie die zentrale Fragestellung der Arbeit bezüglich der verstärkten Zusammenarbeit.

II. Die Debatte um „Kerneuropa“: In diesem Kapitel werden historische Konzepte und politische Vorstöße von Akteuren wie Schäuble, Lamers, Delors und Fischer zur flexibleren Integration beleuchtet.

III. Differenzierte Integration – oder „Im Westen nichts neues“: Das Kapitel belegt, dass differenzierte Ansätze bereits lange vor dem Vertrag von Amsterdam in der EU-Praxis bestanden, beispielsweise bei der WWU oder dem Schengener Abkommen.

IV. Die verstärkte Zusammenarbeit im Vertrag von Amsterdam: Die vertragliche Verankerung des Instruments wird analysiert, wobei besonders die engen prozeduralen Hürden hervorgehoben werden.

V. Die verstärkte Zusammenarbeit im Vertrag von Nizza: Dieses Kapitel behandelt die als „left-over“ bezeichnete Reform des Amsterdamer Modells und deren begrenzte Auswirkung auf die Praktikabilität.

VI. Die verstärkte Zusammenarbeit im Verfassungsentwurf: Die Untersuchung der Neuregelungen im Verfassungsentwurf zeigt eine Vereinfachung des Verfahrens und eine Ausweitung auf neue Politikbereiche auf.

VII. Fazit und Ausblick: Zusammenfassend wird konstatiert, dass trotz verbleibender rechtlicher Restriktionen die verstärkte Zusammenarbeit als notwendiges Instrument für eine handlungsfähige EU angesehen wird.

Schlüsselwörter

Europäische Union, Verstärkte Zusammenarbeit, Differenzierte Integration, Kerneuropa, Osterweiterung, Vertrag von Amsterdam, Vertrag von Nizza, Verfassungsentwurf, Flexibilisierung, Integrationsprozess, Avantgarde, Entscheidungsstagnation, EU-Vertrag, Politikwissenschaft, Institutionengefüge.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit thematisiert die rechtliche Entwicklung und politische Debatte um das Instrument der „verstärkten Zusammenarbeit“ als Antwort auf die Herausforderungen einer erweiterten Europäischen Union.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Konzepte zur differenzierten Integration, die historischen Reformschritte durch verschiedene EU-Verträge (Amsterdam, Nizza, Verfassungsentwurf) und die damit verbundene Dynamik der europäischen Integration.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, ob und inwieweit das Instrument der verstärkten Zusammenarbeit als Antwort auf die Stagnationsgefahr in einer erweiterten Union mit mehr als 25 Mitgliedstaaten dienen kann.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die den Diskurs über Integrationsmodelle sowie die rechtlichen Bestimmungen und Reformen in den EU-Vertragstexten deskriptiv und analytisch aufarbeitet.

Welche Inhalte dominieren den Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme bestehender Integrationspraktiken sowie eine detaillierte chronologische Analyse der vertraglichen Ausgestaltung der verstärkten Zusammenarbeit von den 1990er Jahren bis zum Verfassungsentwurf.

Welche Schlagworte charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind unter anderem „Kerneuropa“, „Europa der zwei Geschwindigkeiten“, „verstärkte Zusammenarbeit“, „Flexibilität“ und die „Osterweiterung“.

Welche Bedeutung kommt dem Vertrag von Amsterdam für das untersuchte Instrument zu?

Der Vertrag von Amsterdam markiert die erstmalige rechtliche Verankerung des Instruments in den Verträgen, jedoch war das Verfahren zu Beginn durch sehr strenge normative Schranken stark eingeschränkt.

Wie unterscheidet sich der Verfassungsentwurf von den vorherigen Verträgen bezüglich der verstärkten Zusammenarbeit?

Der Verfassungsentwurf vereinfacht das Einleitungsverfahren, streicht zahlreiche Hindernisse und weitet die Anwendbarkeit auf neue Politikfelder, einschließlich der GASP, aus, um das Instrument praxisnäher zu gestalten.

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Details

Title
Verstärkte Zusammenarbeit - differenzierte Integration in der Praxis
Subtitle
Eine Antwort auf die erweiterte EU?
College
University of Münster  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Hauptseminar: EU - ausgewählte Politikaspekte
Grade
1.3
Author
Camelia Ratiu (Author)
Publication Year
2004
Pages
33
Catalog Number
V65177
ISBN (eBook)
9783638578127
ISBN (Book)
9783656507413
Language
German
Tags
Verstärkte Zusammenarbeit Integration Praxis Eine Antwort Hauptseminar Politikaspekte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Camelia Ratiu (Author), 2004, Verstärkte Zusammenarbeit - differenzierte Integration in der Praxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65177
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