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Das Frauenbild bei Rousseau und Kleist. „Emile“, „Die Marquise von O...", „Das Erdbeben in Chili“ und „Die Verlobung in St. Domingo“

Title: Das Frauenbild bei Rousseau und Kleist. „Emile“, „Die Marquise von O...", „Das Erdbeben in Chili“ und „Die Verlobung in St. Domingo“

Term Paper , 2006 , 29 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Dietlinde Schmalfuß-Plicht (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Heinrich von Kleist war ein begeisterter Anhänger des französischen Aufklärers Jean-Jaques Rousseau, was in zahlreichen Briefen und Aufzeichnungen dokumentiert ist. Ausgehend von Begriff und Bedeutung der Aufklärung wird in dieser Arbeit untersucht, ob Kleist das für einen Aufklärer fragwürdige Frauenbild Rousseaus in sein Erzählwerk übernommen hat, was zunächst ein früher Aufsatz von ihm, an seine Verlobte Wilhelmine gerichtet, vermuten lässt. Gefragt wird, ob er im weiteren Verlauf seines Schaffens nicht vielmehr darüber hinaus ging und ein für sein Werk charakteristisches Frauenbild entwickelt hat, das dem Grundanliegen der Aufklärung möglicherweise gerechter wird. Als Grundlage für diese Untersuchung sollen Rousseaus Erziehungsroman „Emile“ sowie die drei genannten Erzählungen Kleists dienen.

Excerpt


Gliederung

1. Einleitung

2. Begriff und Bedeutung der Aufklärung

3. Sophie als Prototyp für das Frauenbild Rousseaus

3.1. Die Erziehung zur Frau

3.2. Die Frau in Familie und Gesellschaft

3.3. Aufklärung für Sophie?

4. Die Frauen im Erzählwerk Kleists im Lichte der Aufklärung

4.1. Die Frau in der Gesellschaft

4.2. Der männliche Blick

4.3. Vertane Chancen

4.4. Aufklärung für die Marquise, Josephe und Toni?

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Frauenbild bei Rousseau und Kleist, wobei insbesondere analysiert wird, ob Kleist das für die Aufklärung problematische Frauenbild Rousseaus in sein literarisches Schaffen übernommen oder weiterentwickelt hat. Die zentrale Forschungsfrage ist, ob Kleists weibliche Protagonistinnen trotz ihrer Einbindung in patriarchalische Strukturen die Möglichkeit einer eigenen, aufklärerischen Selbstbestimmung finden.

  • Vergleich der Frauenbilder von Jean-Jacques Rousseau und Heinrich von Kleist.
  • Die Rolle der Aufklärung und ihre Anwendung auf weibliche Figuren.
  • Analyse der sozialen und patriarchalen Rahmenbedingungen in den Erzählungen "Die Marquise von O...", "Das Erdbeben in Chili" und "Die Verlobung in St. Domingo".
  • Untersuchung der weiblichen Handlungsspielräume und der Möglichkeit zur Selbsterkenntnis.
  • Bedeutung der weiblichen Subjektwerdung in einer männlich dominierten Gesellschaft.

Auszug aus dem Buch

3.1. Die Erziehung zur Frau

Diese von Rousseau als „anerkannter Grundsatz“ bezeichnete Feststellung ist für ihn Anlass, gewissermaßen Erziehungsziele für die Frau, respektive für Sophie, zu formulieren. Ziele, die eine von der Erziehung zum Mann völlig verschiedene Methode erfordern.

Sobald einmal erwiesen ist, daß der Mann und die Frau in Charakter und Temperament nicht gleich geartet sind noch sein sollen, so folgt daraus, daß sie auch nicht die gleiche Erziehung erhalten dürfen. Den Anweisungen der Natur zufolge sollen sie einvernehmlich handeln; sie sollen aber nicht das gleiche tun. [...] Nachdem wir uns bemüht haben, den natürlichen Mann zu bilden, wollen wir, um unser Werk nicht unvollständig zu lassen, uns überlegen, wie auch die Frau erzogen werden soll, die sich für diesen Mann eignet.

Die ganze Erziehung der Frauen muß sich also auf die Männer beziehen Ihnen gefallen, ihnen nützlich sein, sich von ihnen lieben und ehren lassen, sie aufziehen, solange sie jung sind, sie umsorgen, wenn sie groß sind, ihnen raten, sie trösten, ihnen das Leben angenehm und süß machen, das sind die Pflichten der Frauen zu allen Zeiten, und das muß man sie von ihrer Kindheit an lehren.

Die Erziehung zur Frau hat also einzig den Zweck, auf die Männer ausgerichtet zu sein. Es geht nicht darum, die individuelle weibliche Persönlichkeit zu fördern, sondern ein Komplement - besser noch: ein Supplement oder einen Appendix - für den Mann heranzubilden. Die Frau wird „niemals aufhören, entweder einem Manne oder den Urteilen der Menschen unterworfen zu sein.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt den Bezug zwischen Rousseau und Kleist her und formuliert die Untersuchung, ob Kleist Rousseaus Frauenbild übernommen hat oder eine eigene, aufklärerischere Sicht entwickelte.

2. Begriff und Bedeutung der Aufklärung: Dieses Kapitel erläutert die Grundgedanken der Aufklärung, insbesondere die Autonomie des Verstandes und die Rolle Kants, sowie Rousseaus spezielle Sicht auf Naturzustand und Gesellschaft.

3. Sophie als Prototyp für das Frauenbild Rousseaus: Hier wird anhand des Werkes „Emile“ analysiert, wie Rousseau die Erziehung und soziale Rolle der Frau auf Unterwürfigkeit und häusliche Funktionen begrenzt.

4. Die Frauen im Erzählwerk Kleists im Lichte der Aufklärung: Dieser Hauptteil untersucht die weiblichen Charaktere in den drei gewählten Erzählungen Kleists und ihre Möglichkeiten zur Selbstbestimmung innerhalb patriarchaler Strukturen.

5. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass Kleist zwar an der Zivilisationskritik Rousseaus festhält, sich jedoch in seinem Frauenbild von Rousseau distanziert, indem er seine Protagonistinnen als Individuen innerhalb einer modernen Aufklärung darstellt.

Schlüsselwörter

Heinrich von Kleist, Jean-Jacques Rousseau, Aufklärung, Frauenbild, Subjektwerdung, Patriarchat, Erziehung, Selbstbestimmung, Die Marquise von O..., Das Erdbeben in Chili, Die Verlobung in St. Domingo, Moral, Naturzustand, Emanzipation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Darstellung von Frauenfiguren bei Rousseau und Heinrich von Kleist, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Hinblick auf das aufklärerische Ideal der Selbstbestimmung aufzuzeigen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen das Frauenbild in der Aufklärung, die patriarchalen Gesellschaftsstrukturen des 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts sowie die Entwicklung weiblicher Identität.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Frage ist, ob Kleist das als fragwürdig geltende Frauenbild Rousseaus übernommen hat oder ob er in seinen Erzählungen ein Frauenbild entwirft, das dem Ideal der aufklärerischen Freiheit näherkommt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse der Primärtexte im Kontext zeitgenössischer philosophischer Schriften sowie einschlägiger Sekundärliteratur zur Kultur- und Literaturgeschichte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert, wie die Protagonistinnen in Kleists Erzählungen durch soziale und patriarchale Zwänge in ihrer Entwicklung gehemmt werden und an welchen Punkten sie dennoch versuchen, sich als autonome Individuen zu behaupten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Kleist, Rousseau, Aufklärung, Frauenbild, Emanzipation, Patriarchat, Autonomie und weibliche Subjektivität.

Warum spielt die Erziehung der Frau bei Rousseau eine so zentrale Rolle für die Argumentation?

Rousseaus Erziehungsprogramm für die Figur Sophie bildet die theoretische Basis für eine geschlechtsspezifische Rollenverteilung, die das Weibliche primär auf den Dienst am Mann reduziert und damit eine aufklärerische Autonomie verweigert.

Wie unterscheidet sich die Situation der Frauen in Kleists Erzählungen von Rousseaus Ideal?

Während Rousseau die Unterordnung der Frau als naturgegeben postuliert, zeigt Kleist seine Figuren zwar in ähnlichen patriarchalen Systemen gefangen, lässt sie jedoch in entscheidenden Momenten individuelle Entscheidungen treffen, die über den rein häuslichen Rahmen hinausweisen.

Welche Bedeutung kommt dem "männlichen Blick" in den untersuchten Erzählungen zu?

Der männliche Blick definiert die Frauen in diesen Texten oft als Objekt; das Scheitern oder die Tragik der Figuren resultiert häufig aus der Unfähigkeit der Männer, diese Frauen als ebenbürtige, eigenständige Subjekte anzuerkennen.

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Details

Title
Das Frauenbild bei Rousseau und Kleist. „Emile“, „Die Marquise von O...", „Das Erdbeben in Chili“ und „Die Verlobung in St. Domingo“
College
University of Hagen
Grade
2,0
Author
Dietlinde Schmalfuß-Plicht (Author)
Publication Year
2006
Pages
29
Catalog Number
V65225
ISBN (eBook)
9783638578448
ISBN (Book)
9783638677806
Language
German
Tags
Frauenbild Rousseau Kleist Beispiel Sophie Rousseau Protagonisten Kleists Erzählungen Marquise Erdbeben Chili Verlobung Domingo
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dietlinde Schmalfuß-Plicht (Author), 2006, Das Frauenbild bei Rousseau und Kleist. „Emile“, „Die Marquise von O...", „Das Erdbeben in Chili“ und „Die Verlobung in St. Domingo“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65225
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