Die politische Sozialisierung des Menschen bzw. die Politisierung des Individuums ist gerade in unserer heutigen demokratischen Gesellschaft ein zentraler Aspekt. Die politische Sozialisation ist als ein Teilprozess der allgemeinen Sozialisation zu verstehen, in dem politische Kenntnisse, Einstellungen, Werte und Handlungsmuster erworben werden. Unter diesem Gesichtspunkt kann man sicher auch die Ausbildung des politischen Interesses als ein Produkt der politischen Sozialisation nennen.
So hat es uns in diesem Zusammenhang interessiert, welche Faktoren für die Herausbildung des politischen Interesses von entscheidender Wichtigkeit sind.
Der Begriff "politisches Interesse" stellt hierbei auch einen, in der Wahlforschung allgemein üblichen und häufig abgefragten zentralen Begriff dar. Meist wird die Variable in die Kategorien "sehr stark" "stark" "etwas bzw. mittelmäßig" "kaum" und "gar nicht" unterteilt.
Oft wird der Bergriff "politisches Interesse" auch in Zusammenhang mit dem Wahlverhalten gebracht, wobei sich aber in der persönlichen Gesprächserfahrung während einer langjährigen Interviewtätigkeit bei der Forschungsgruppe Wahlen oft herausgestellt hat, dass sich nicht unweigerlich jeder, der regelmäßig und pflichtbewusst wählen geht, auch für Politik im Allgemeinen interessiert.
Es liegt nun in unserem Interesse herauszufinden, wer sich besonders für Politik interessiert, unabhängig von der Wahlabsicht bzw. dem Wahlverhalten und ob bzw. wie sich solch Politikinteressierte von weniger Interessierten unterscheiden.
In der vorliegenden Arbeit haben wir uns vor allem vier Prädiktoren zugewendet und uns bei der Untersuchung auf diese vier beschränkt.
Naheliegend finden wir es hierbei, zunächst auf den Bildungsstand derjenigen einzugehen, die besonders an Politik interessiert sind, da politisches Interesse oftmals auch in einem Zug mit politischer Bildung genannt wird. Unter politischer Bildung versteht man dabei, das Ausmaß an Wissen über politische Vorgänge, Institutionen, etc. welches das Individuum besitzt bzw. erlernt hat.
Demnach vermuten wir einen Zusammenhang zwischen dem politischen Interesse und dem Prädiktor Bildung.
Auch die Variable Einkommen erscheint uns von Bedeutung, da es sicher auch einen Zusammenhang zwischen der wirtschaftlichen Lage und dem Ausmaß an politischem Interesse insofern gibt, als dass die persönliche wirtschaftliche Lage auch Folgen für die politischen Urteile und das politische Handeln von Individuen haben kann.
[...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische und empirische Hintergründe
2.1 Zum Begriff „politisches Interesse“
2.2 Wer ist an Politik interessiert ?
2.3 Hypothesen
3. Untersuchung des Datensatzes
3.1 Bildung der AV
3.2 Generierung der UV´s
3.3 Multiple Regressionsanalyse
3.4 Pfadmodell
4. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Einflussfaktoren auf das politische Interesse von Individuen. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, welche Prädiktoren – konkret Bildungsstand, Einkommen, soziale Schicht und Geschlecht – die Ausprägung des politischen Interesses maßgeblich erklären und wie diese Variablen in einem statistischen Modell interagieren.
- Analyse der theoretischen Fundierung des Begriffs "politisches Interesse".
- Empirische Auswertung des Datensatzes „Lebensstile in Mannheim“.
- Prüfung von vier aufgestellten Hypothesen mittels Multipler Regressionsanalyse.
- Modellierung komplexer Wirkungszusammenhänge durch ein Pfadmodell.
Auszug aus dem Buch
EINLEITUNG
Die politische Sozialisierung des Menschen bzw. die Politisierung des Individuums ist gerade in unserer heutigen demokratischen Gesellschaft ein zentraler Aspekt. Die politische Sozialisation ist als ein Teilprozess der allgemeinen Sozialisation zu verstehen, in dem politische Kenntnisse, Einstellungen, Werte und Handlungsmuster erworben werden. Unter diesem Gesichtspunkt kann man sicher auch die Ausbildung des politischen Interesses als ein Produkt der politischen Sozialisation nennen.
So hat es uns in diesem Zusammenhang interessiert, welche Faktoren für die Herausbildung des politischen Interesses von entscheidender Wichtigkeit sind. Der Begriff „politisches Interesse“ stellt hierbei auch einen, in der Wahlforschung allgemein üblichen und häufig abgefragten zentralen Begriff dar. Meist wird die Variable in die Kategorien „sehr stark“ „stark“ „etwas bzw. mittelmäßig“ „kaum“ und „gar nicht“ unterteilt.
Oft wird der Bergriff „politisches Interesse“ auch in Zusammenhang mit dem Wahlverhalten gebracht, wobei sich aber in der persönlichen Gesprächserfahrung während einer langjährigen Interviewtätigkeit bei der Forschungsgruppe Wahlen oft herausgestellt hat, dass sich nicht unweigerlich jeder, der regelmäßig und pflichtbewusst wählen geht, auch für Politik im Allgemeinen interessiert.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung verortet das politische Interesse als Resultat der politischen Sozialisation und definiert das Ziel der Arbeit, die Prädiktoren für dieses Interesse zu identifizieren.
Theoretische und empirische Hintergründe: In diesem Kapitel werden der Begriff des politischen Interesses theoretisch eingeordnet sowie erste deskriptive Zusammenhänge zwischen soziodemografischen Merkmalen und Politikinteresse beleuchtet, woraus sich vier zentrale Hypothesen ableiten.
Untersuchung des Datensatzes: Der Hauptteil beschreibt die methodische Vorgehensweise bei der Aufbereitung der Daten, die Durchführung der Regressionsanalyse und die Pfadmodellierung zur Überprüfung der aufgestellten Hypothesen.
Schlussbemerkung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, wonach Bildung, Geschlecht und Schichtzugehörigkeit einen signifikanten Einfluss ausüben, während das Einkommen als Determinante nicht bestätigt werden konnte.
Schlüsselwörter
Politisches Interesse, politische Sozialisation, politische Bildung, Wahlforschung, soziale Schicht, Regressionsanalyse, Bildung, Einkommen, Geschlecht, Pfadmodell, Lebensstile, Datenauswertung, Politbarometer, politisches Bewusstsein, politische Einstellung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Identifikation und Analyse von Einflussfaktoren, die die Herausbildung des politischen Interesses bei Individuen in der modernen Gesellschaft bestimmen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder sind die politische Sozialisation, die Bedeutung von Bildung für das politische Interesse sowie der Einfluss von sozialer Schicht, Geschlecht und Einkommen auf das politische Engagement.
Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?
Das Ziel ist herauszufinden, wer sich besonders für Politik interessiert und welche spezifischen soziodemografischen Faktoren dieses Interesse signifikant vorhersagen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Autoren nutzen eine quantitative Datenauswertung auf Basis des Datensatzes „Lebensstile in Mannheim“, wobei insbesondere die Multiple Regressionsanalyse sowie die Pfadanalyse zum Einsatz kommen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die abhängige Variable (politisches Interesse) definiert, die unabhängigen Variablen generiert, die statistischen Analysen durchgeführt und die vier aufgestellten Hypothesen anhand der Testergebnisse verifiziert oder falsifiziert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem politisches Interesse, Sozialisation, Regressionsanalyse, Bildung, soziale Schicht und Pfadmodellierung.
Warum konnte das Einkommen als Hypothese nicht bestätigt werden?
Die statistische Analyse zeigte, dass das Einkommen keinen signifikanten Einfluss auf die Ausbildung des politischen Interesses hat; eine geringere wirtschaftliche Lage korreliert demnach nicht zwangsläufig mit einem niedrigeren Interesse an Politik.
Welche Rolle spielt das Geschlecht in den Untersuchungsergebnissen?
Die Analyse zeigt, dass das Geschlecht einen der stärksten Erklärungsfaktoren für die Varianz des politischen Interesses darstellt, wobei Männer in der Stichprobe ein ausgeprägteres politisches Interesse zeigten als Frauen.
- Citation du texte
- Nadine Buschmann (Auteur), 2000, Einflüsse auf die Ausbildung politischen Interesses, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6523